Iran: Verfolgung christlicher Ex-Muslime

Die islamische Führung des Iran hat die Verfolgung von Iranern, die sich vom Islam abgewendet haben, weiter verschärft. Darauf weist die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hin. 

Nach Beobachtungen der IGFM verstärken der iranische Geheimdienst und die islamischen Revolutionsgarden die Bedrohung von christlichen Konvertiten, Baha’is und Sufis. Nach dem im Iran geltenden islamischen Recht gilt das Verlassen des Islam als todeswürdiges Verbrechen.

Nicht-Muslime werden im Iran seit der islamischen Revolution systematisch diskriminiert. Angehörigen „geschützter Religionen“ – Christen, Juden und Zoroastrier – wird lediglich ein Existenzrecht „gewährt“.

Andersgläubige, Atheisten und Christen, die früher Muslime waren, sind praktisch rechtlos.

„Die iranischen Behörden missachten systematisch bindende Verträge des Völkerrechtes und sogar das eigene iranische Recht“, kritisiert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin (siehe Foto):„Nur die Aufmerksamkeit der Welt hält diese Menschen am Leben“.

Der Iran ist der bedeutendste unter den wenigen Staaten, die sich weigern, die UN-Anti-Folter-Konvention zu ratifizieren.

Beispielhaft nennt die IGFM den iranischen Konvertiten Ebrahim Firoozi. Wie viele frühere Muslime ist er seit Jahren im Visier des iranischen Geheimdienstes – vor allem, weil er nicht aufhört, über seinen neuen Glauben zu sprechen. Nach mehreren Verhaftungen ist der inzwischen 34-jährige Iraner 2015 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Er wollte christliche Hauskreise gründen. Die iranische Justiz sah darin den Versuch „eine Gruppe mit der Absicht zu gründen, die nationale Sicherheit zu stören“. Ob er nach den fünf Jahren Gefangenschaft tatsächlich aus dem Rajaee Shahr-Gefängnis im nordiranischen Karaj freigelassen wird, ist nach den Erfahrungen der IGFM völlig offen.

Politische Gefangene würden vielfach nicht nur völlig willkürlich verhaftet, sondern auch ebenso willkürlich weiter gefangen gehalten.

Ein anderer christlicher Konvertit berichtete der IGFM, dass er in einer mit 80 Häftlingen vollgestopften, fensterlosen und unterirdischen Zelle eingesperrt war, die für 20 Personen angelegt ist. Der Iraner war allein wegen seiner christlichen Gemeindearbeit willkürlich verhaftet, misshandelt und gefoltert worden – obwohl er in keiner Weise gegen iranisches Recht verstoßen hatte.

Durch die Tritte bei „Verhören“ erlitt er innere Verletzungen. Ärzte des Gefängnisses und eines Zivilkrankenhauses forderten über ein Jahr lang, dass er wegen der Misshandlungen operiert werden müsse – doch die Behörden verweigern ihm die dringend notwendige Hilfe.

Monatelang sah der Konvertit kein Sonnenlicht. In der Einzelhaft brannte das Kunstlicht in seiner winzigen Zelle Tag und Nacht. Eine Matratze hatte er nur kurz, nachdem er nach einem „Verhör“ in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Als die Wärter ihn wieder abholten, schlugen und demütigten sie ihn vor dem schockierten Krankenhauspersonal.

Seine Peiniger machen ihm immer wieder deutlich, dass es nur einen einzigen Weg in die Freiheit gäbe: Er müsse wieder Muslim werden.

Letztlich wurde er dennoch entlassen, denn westliche Politiker hatten sich mehrfach direkt für seine Freilassung eingesetzt und damit die iranische Führung unter Druck gesetzt.

Weitere Infos: http://www.igfm.de


4 Kommentare on “Iran: Verfolgung christlicher Ex-Muslime”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Iran und Saudi-Arabien Menschenrechte und regionales Verhalten. Grundlagen und Kommentar 21.07.2019

    https://www.heise.de/tp/features/Iran-und-Saudi-Arabien-4473981.html

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  2. Cornelia Vogt sagt:

    Das LEBEN ist des Menschen höchstes Gut.
    Gott verlangt keine Märtyrer.
    JESUS NACHZUFOLGEN AUF SOLCHEN WEGEN, WEM NUTZT DAS!
    LEIDEN TAT JESUS SCHON.
    D A R A U S SOLLTEN MENSCHENVÖLKER GELERNT HABEN, WIE GRAUSAM MENSCHEN SIND.

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    • Guten Tag,
      Schiller schrieb aber folgendes:
      „Das Leben ist der Güter höchstes nicht,
      der Übel größtes aber ist die Schuld.“

      Schuld wäre es auch, den Glauben zu verleugnen, um dem Martyrium zu entgehen.
      Gleichzeitig hat die Kirche aber auch immer davor gewarnt, sich danach zu drängen, einmal abgesehen davon, daß das auch meistens schiefging.
      Das Kreuzesopfer Christi ist das Fundament unseres Glaubens, aber Christus hat zur Nachfolge aufgerufen, im Extremfall auch zur Hingabe des Lebens.
      Das nennt man Blutzeugnis. Daraus hat das Christentum der ersten Jahrhunderte seine Strahlkraft und Überzeugungsstärke gewonnen.
      Es war der Same neuer Christen.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

      Gefällt 1 Person

    • Jürg Rückert sagt:

      Welcher Placebo-Religion gehören Sie an?

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