Sollen Mischwesen als Organspender dienen?

In Japan sind erstmals Tierversuche genehmigt worden, die das Erzeugen von menschlichen Organen in lebenden Mäusen, Ratten und Schweinen ermöglichen sollen. Das meldet dpa unter Berufung auf die zuständige Direktorin Ayako Maesawa vom japanischen Wissenschaftsministerium.

Zuvor hatte der Korrespondent des Wissenschaftsmagazins „Nature“, David Cyranoski, berichtet, der japanische Stammzellforscher Hiromitsu Nakauchi habe die Genehmigung erhalten, die Mensch-Tier-Wesen in Leihmuttertieren heranwachsen zu lassen und anschließend auch zur Welt zu bringen. Die Forscher hoffen auf diese Weise, zukünftig transplantierbare Organe zu erhalten und den Organmangel zu beseitigen.

Der Molekularbiologe Professor Dr. med. Paul Cullen, der sich seit Jahren intensiv mit der Chimärenforschung beschäftigt, hält die geplanten Experimente für eine „absolute Horrorvision“ und ein „Verbrechen“, das einen Angriff auf die Gattungswürde des Menschen darstelle.

Das erklärte Prof. Cullen (siehe Foto), der auch Chef der „Ärzte für das Leben“ ist, im Interview mit der kath. Wochenzeitung „Tagespost“.

Quelle: ALFA-Newsletter – Foto: Felizitas Küble


5 Kommentare on “Sollen Mischwesen als Organspender dienen?”

  1. Bernhard sagt:

    So etwas ist tatsächlich ein schwerer Angriff auf die „Gattungswürde“ des Menschen, wie Prof. Cullen ganz richtig anmerkt. Gilt für solche Mischwesen die Menschenwürde? Oder nicht? Oder nur für die Teile, die „menschlich“ an ihnen sind? Die Grenzen zwischen Mensch und Tier verschwimmen, mit potentiell gefährlichen Auswirkungen auf den Umgang der Menschen untereinander beziehungsweise auf die Vorstellung, was überhaupt ein Mensch ist.
    Das einzig Beruhigende ist, dass solchen Mischwesen sich nicht weiter vermehren können (oder zumindest nicht als Mischwesen).

    Ich möchte noch auf einen anderen Aspekt hinweisen: bei manchen Menschen, die ein Spenderorgan empfangen haben, ist das Phänomen aufgetreten, dass ich ihre Persönlichkeit verändert hat. Ihre Persönlichkeit nahm Charakteristiken des Organspenders an. Vor allem bei Herztransplantationen wurde das beobachtet. Wie wird sich ihre Persönlichkeit verändern, wenn sie das Herz eines Schweins erhalten haben?

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  2. Adolf Breitmeier sagt:

    Da ,,der“ Mensch schon auf Erden ewig leben will, braucht er ,,Ersatzteillager.“ Und sie werden für Leute, die es sich leisten können, kommen. Die Organspende ist schon heute eine Hilfe für Menschen, die ein Spenderorgan benötigen. Ich besitze einen Spenderausweis – und hätte nichts dagegen, wenn eines meiner Organe einem anderen helfen würde, weiter zu leben. Aber ob man dafür oder dagegen ist, Schimären werden in Zukunft als Organspender gezüchtet werden (und das wird helfen, unfreiwillige Organspenden, also solche, die u.U. auch durch Mord zur Verfügung gestellt werden, zu verhindern).
    Wer auf ein Spenderorgan wartet, der sieht das aus einem anderen Blickwinkel als ein gesunder Mensch, für ihn ist es Hoffnung, für den anderen ethisch nicht vertretbar. Es ist leicht, als Gesunder dagegen zu sein, als Kranker …
    Gefühle gegenüber Tieren darf man dann aber nicht entwickeln, sonst müßte man mitleiden. Durch Genmanipulationen wird der Mensch der Zukunft wahrscheinlich länger leben können, eine Voraussetzung, das Weltall zu erforschen. Aber bis dahin vergehen noch Jahrhunderte – und wer weiß, ob nicht durch ideologische Übermacht einer Ideologie, die meint, in einem Buch sei schon alles Wissen der Welt vorhanden, jeder Fortschritt unterbunden wird. Methusalem wurde ,,uralt“, aber man zählte die ,,Monde“ und nicht die Jahre. Mein alter Herr sagte vor Jahren einmal zu mir: Alle wollen in den Himmel – aber keiner will sterben (er starb friedlich, ohne Angst, er glaubte!). Was ist richtig???

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    • Bernhard sagt:

      Sie müssen auch immer den Islam runtermachen, auch wenn der Artikel rein gar nichts mit dem Islam zu tun hat.
      Mal rein interessehalber: Woran haben Sie sich denn in den sechziger und siebziger Jahren „abgearbeitet“, als der Islam gesellschaftlich noch gar keine Rolle spielte?

      Ich verrate Ihnen jetzt ein Geheimnis: auch im Christentum (und vor allem in seiner katholischen Variante) gibt es Tabus, die nach „modernen“ Auffassung absolut fortschrittsfeindlich sind. Dazu gehört das hier erwähnte Heranzüchten von Organen den Tieren sowie jegliche Formen der künstlichen Befruchtung, der künstlichen Insemination sowie sämtlichen Manipulationen am menschlichen Erbgut. Setzt das den Katholizismus für Sie jetzt auch auf die „Abschussliste“?

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      • Adolf Breitmeier sagt:

        Bernhard: Ich arbeite mich nicht am ,,Islam“ ab, aber er ist eine viel größere Bedrohung für die Menschheit, für das Christentum im Besonderen – und jedem Fortschritt abhold. Als Agnostiker sind mir Religionen an und für sich gleichgültig, aber das Christentum gefällt mir am besten (Jesus als Vorbild, gegen Gewalt, für Frieden, auch wenn sich die Politik und viele Menschen nicht an seine Vorgaben gehalten haben, Bergpredigt, Trennung von Kirche und Staat!)), der Islam spielt überall mit und eine Rolle -und sollten Sie den Koran kennen, dann müssen Sie mir Recht geben. Er behindert den Fortschritt – auch in der Medizin. Abgearbeitet habe ich mich in den 60gern und 70gern an meinem Beruf, ich war ein Workaholik – und glücklich (was ich jetzt immer noch bin) – und der Katholizismus steht nicht auf der Abschussliste :-)!

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  3. dorrotee sagt:

    Es ist immer das gleiche Schema.
    Erstmal bringen wir durch diesen Fortschritt der Menschheit eine Erleichterung in der Sache des angeblichen weltweiten Organmangels. So wird es von den Forschern gerechtfertigt.

    Dabei braucht gar nicht jeder Patient ein neues Organ. Aber Organe sind lukrativ.

    Danach ist die Türe geöffnet und die Geister, die ich rief, sind losgelassen.
    Ich finde diese Experimente tief unmenschlich.

    Ebenfalls müssten auch die Tierschutzverbände sich aufregen. Kein Tier wurde für solche Experimente geschaffen.

    Es wird sicherlich wieder viel Tod und Elend bringen. Man denke an die geklonten Tiere.
    Bis heute müssen vorher viele sterben, bis ein Tier geklont werden kann. Dieses Tier stirbt dann früh und weist vielerlei Erkrankungen auf.

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