Warum viele Katholiken besorgt sind

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Mit dem Advent 2019 beginnt der „Reformprozess“ in der deutschen Ortskirche unter der Bezeichnung „Der synodale Prozess“. Zwei Aussagen sollen verdeutlichen, warum Katholiken in Deutschland in Sorge sind:

Der Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, äußerte in einem Vortrag in Münster am 25.5.2019:

„Die alte Zeit ist zu Ende! Wir sind in einer Krise und stehen an einer Zäsur, die vielleicht noch tiefer geht als die Reformation“ – „Der synodale Weg muss ergebnisoffen sein.“ – „Der Prozess muss in verbindliche Ergebnisse münden.“ – „Die Kritik an der Kirche muss Gehör finden, damit es zu einem echten Kulturwandel kommt.“

BILD: Prof. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat seine „Kernforderungen“ auf seiner Vollversammlung am 10. u. 11. Mai 2019 dargelegt. Sie werden als „Grundlage einer Beteiligung des ZdK am synodalen Weg“ mit den Bischöfen vorgelegt.

Die Agenda des ZdK enthält u.a. folgende Punkte:

  • Frauen Zugang zu allen kirchlichen Ämtern gewähren
  • den Pflichtzölibat abschaffen
  • in der kirchlichen Sexualmoral die vielfältigen Lebensformen und Lebenswirklichkeiten positiv anerkennen
  • Entscheidungskompetenz für alle Getauften auf allen Ebenen der Kirche verwirklichen

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto) hat in der Abteikirche Rohr seine Bedenken gegen den geplanten „Synodalen Weg“ geäußert.

Von den Themen, die auf die Tageordnung des „Synodalen Weges“ gesetzt werden sollen, nannte er exemplarisch „Die Liberalisierung der Sexualmoral, Anerkennung homosexueller Partnerschaften, Synodalisierung der Kirchenleitung“. Sie bewirken nach seiner Ansicht eine „Angleichung der Kirche an die protestantischen Glaubensgemeinschaften“.

Es gebe Themen, so der Regensburger Oberhirte, über die man als christliche Gemeinschaft, die sich auf das Neue Testament beruft, nicht „ergebnisoffen“ abstimmen könne, „sondern nur entscheidungsfordernd“.

Bischof Voderholzer weiter: „Die Themen der Agenda des Synodalen Weges blieben hinter der Frage zurück „Wie der Glaube so gestärkt werden“ könne, „dass es die Menschen drängt, am Sonntag Christus, seine Auferstehen und unsere Hoffnung zu feiern“.

Papst Franziskus hat in seinem Schreiben „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ betont, „dass die Evangelisierung unser Leitkriterium sein muss“, es sei notwendig „den Primat der Evangelisierung zurückzugewinnen“.

Der geplante Ablauf der Synode sichert den Veranstaltern, dass sie ihre Vorhaben wie geplant durchbringen. Der „Reformprozess“ hat, soweit bisher bekannt drei Foren: „Macht, Partizipation und Gewaltenteilung“, „Priesterliche Lebensform“ und „Sexualmoral“.

Die Bezeichnungen umschreiben „weich“ und „verschleiernd“ die angestrebten Ziele.

Nehmen wir die Zusammensetzung der Foren hinsichtlich der Bischöfe:

In das Forum „Macht, Partizipation und Gewaltenteilung“ sind die Bischöfe Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen, Gebhard Fürst, Bischof von Stuttgart-Rottenburg und Gregor Maria Hanke OSB von Eichstätt berufen.

In das Forum „Sexualmoral“ wurden die Bischöfe Franz-Josef Bode, Osnabrück, Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Heiner Koch, Erzbischof von Berlin berufen.

In das Forum „Priesterliche Lebensform“ sind Felix Genn, Bischof von Münster, Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz und Wolfgang Ipold, Bischof von Görlitz berufen.

Das Forum „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ steht zum jetzigen Zeitpunkt (3.9.19) noch nicht fest. Zum Vorbereitungsteam gehören Franz Josef Bode, Bischof von Osnabrück, Michael Gerber, Bischof von Fulda und Stefan Heße, Erzbischof von Hamburg.

Die Sorge der lehramtstreuen Katholiken bleibt bestehen.


10 Kommentare on “Warum viele Katholiken besorgt sind”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Catholica
    Der „Synodale Weg“: Aufbruch in die linksgrüne ReichskircheVonPP-Redaktion -8. August 20190

    https://philosophia-perennis.com/2019/08/08/der-synodale-weg-aufbruch-in-die-linksgruene-reichskirche/

    https://philosophia-perennis.com/

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  2. Holger Jahndel sagt:

    21 Juni 2019, 06:00
    Deutschland: Vandalenakte und Diebstähle in Kirchen nehmen zu

    https://www.kath.net/news/68297

    https://www.kath.net/

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  3. Holger Jahndel sagt:

    Sexuelle Ungleichheit ist die Lösung, um dauerhaft lieben zu könnenDie Gleichmacherei des Feminismus funktioniert nicht, denn dabei geht es in Wirklichkeit nur darum, dass Männer und Frauen miteinander konkurrieren und sich nicht lieben können. Selbst wenn Frauen… Mehr»

    https://www.epochtimes.de/wissen/gesellschaft/sexuelle-ungleichheit-ist-die-loesung-um-dauerhaft-lieben-zu-koennen-a2968451.html

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  4. Cornelia Vogt sagt:

    Katholiken nennen sie sich.
    Doch unchristlich stellen sie FORDERUNGEN.
    HÄTTE DIES JESUS ERLAUBT?????
    WOHL KAUM.
    In MEINEN AUGEN IST DAS KEINE RELIGION, SONDERN EIN VERHANDELN ÜBER ETWAS WIE IN DER POLITIK.
    DOCH SIE W I S S E N, WAS SIE TUN.!!!
    WAS GIBT ES ZU EVANGELISIEREN????
    Jeder hat seinen EIGENEN GLAUBEN BEREITS.
    ZWINGEN GEHT NICHT.
    GOTT ANDEREN VÖLKERN NÄHER BRINGEN, WO SIE SELBST NICHT WISSEN, DIE KIRCHEN WIEDER ATTRAKTIV ZU MACHEN??
    NA, DAS IST LACHHAFT..
    DENKEN IST HALT NICHT JEDERMAN’S STÄRKE.

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  5. dorrotee sagt:

    Ich meine, wir können nur noch beten. Mögen die „alten Zeiten“ nicht zu Ende gehen.

    Wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit.

    Diese Bischöfe werden nach ihrem Ableben zur Rechenschaft gezogen.

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  6. Jürg Rückert sagt:

    Der Volksmund stellte Petrus bezeichnenderweise vor die Himmelstüre. Seit den Treffen in Assisi schwindet seine Gestalt dort. Mit Abu Dhabi ist der katholische Weg nur noch einer unter vielen gleichwertigen geworden.
    Der protestantische Weg wird, wie oben erwähnt, der katholische werden. Luther hat sich 5 der 7 Sakramente „in den Hintern geschoben“! Na und??
    Jeglicher Respekt gegenüber der Hierarchie hat mir diese ausgetrieben. Kirchlich bin ich mit etwa 60 Jahren erwachsen geworden, auf Augenhöhe mit den Vorbetern. Mit 70 Jahren bin ich „voll emanzipiert“. Ich hätte das nie für möglich gehalten.

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  7. Neu ist nur, dass nunmehr offen kommuniziert wird: „Die alte Zeit ist zu Ende!“. Bisher verdruckst und nur codiert ausgedrückt, in bewußt doppeldeutigen Begriffen, welche
    nur für den „Eingeweihten“ verständlich waren, wird der bislang nicht kommunizierte Prozess der schleichenden Protestantisierung der Kirchenstruktur nun klar benannt und gebilligt. Für den „normalen Kirchgänger“ meist alltäglich, hat sich die „de-facto-Pfarrerin“ in Person der Wort-Gottes-Feiern und Beerdigungen abhaltenden Gemeindereferentin längst etabliert, kirchliche Gemeinschaften fordern offen das „Frauenpriestertum“
    (https://www.stadtgottes.de/nachricht/traumberuf-katholische-priesterin.html?fbclid=IwAR0A04QY2MG62qPkxiHJXsQq8wajGsYYig9DK_j4RoXGX-dbeD5vTWG6e74). Dies wurde in unermüdlicher, jahrzehntelanger Wühlarbeit bewerkstelligt, die ersten Pfarrgemeinden werden in Pilotprojekten nun bereits von Laien geleitet, in NRW der Religionsunterricht konfessionsübergreifend erteilt.

    Ergo: „Besorgnis“ wäre vor einigen Jahrzehnten angemessen gewesen, nun wird es Zeit zum klaren Bekenntnis, denn es wird nicht mehr nur gezündelt, sondern das Feuer bricht bereits aus dem Dachstuhl hervor…

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  8. RF-Musiker sagt:

    Warum viele Katholiken besorgt sind?
    Ich hatte heute neben der Benachrichtigung über diesen Beitrag auch eine tägliche Andacht in meinen Mails, die irgendwie die Frage besser beantwortet, als die so klugen Ausführungen von Prof. Dr. Hubert Gindert:
    Ich zitiere:
    „In der Bibel lesen wir, dass die Sünde, die am häufigsten den Segen Gottes verhinderte, Götzendienst war. Vielleicht denkst du nun: „Das ist gut, denn das trifft ja auf mich nicht zu. Ich stehe nicht in der Versuchung, zum nächsten Heidentempel zu gehen und vor einem geschnitzten Götzen niederzuknien.“

    Doch einen Augenblick. Wenn du das Neue Testament ließt, wirst du feststellen, dass es ebenfalls viel über Götzendienst zu sagen hat. Zum Beispiel heißt es in 1. Korinther 10,14: … flieht den Götzendienst, und 1. Johannes 5,21 sagt: Kinder, hütet euch vor den Götzen.

    Im Wycliffe-Bibelkommentar heißt es: „Ein Götze ist alles, was den Platz Gottes einnimmt.“ Ein Götze kann alles in deinem Leben sein, was mit Gott wetteifert.

    Kolosser 3,5 sagt: … Habsucht, die Götzendienst ist. Mit anderen Worten kann dein Besitz zum Götzen werden. Gier kann ein Götze sein; Geld kann dein Götze werden. Wenn du in deinem Leben etwas anderem mehr nachstrebst als Gott, dann ist diese Sache zu deinem Götzen geworden.

    Es kann deine Arbeit sein, dein Freund oder deine Freundin, dein Ehemann oder deine Ehefrau oder selbst ein Kind. Es kann ein Sport sein, ein Hobby, Ruhm – alles, was in deinem Leben vor Gott kommt.

    Ich sah einmal ein Interview mit einem meiner Lieblingsgolfer. Er war ein ausgezeichneter Golfspieler, der viele große Tourniere gewonnen hatte. In dem Interview sagte er: „Ich war in das Golfspielen verliebt. Aber ich muss Ihnen sagen, es hat mich meine Ehe gekostet. Es hat mich meine Beziehung zu meinen Kindern gekostet. Das Golfspielen war zu meinem Gott geworden.“

    Der Interviewer fragte ihn: „Wenn Sie noch einmal ganz von vorn anfangen könnten, was würden Sie anders machen?“ Er antwortete: „Nichts. Ich würde alles wieder so machen.“

    Du wirst nie Gottes Segen erfahren, wenn du einen Götzen in deinem Leben hast. Gibt es einen?“

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