Wenn eine Behinderung zum Todesurteil führt

G-BA-Beschluss zur Kassen-Zulassung von Bluttest auf Down-Syndrom

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 19.9.2019  die Zulassung nicht-invasiver, molekulargenetischer Pränataltests (NIPT) als Kassenleistung beschlossen.
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Hierzu erklärt Pressesprecherin Susanne Wenzel namens der Christdemokraten für das Leben (CDL):
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Mit dem Beschluss, künftig nicht-invasive Bluttests als Kassenleistung schrittweise zuzulassen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss heute dem Lebensrecht von Menschen mit Behinderung schweren Schaden zugefügt.
Völlig zu Recht kritisieren Bundestagsabgeordnete wie Alexander Krauß (CDU) daher, dass es künftig nun zu einer „Fahndung“ nach behinderten Kindern im Mutterleib komme. Behinderung wird nun faktisch zum Todesurteil.
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BILD: Susanne Wenzel (links) und Odila Carbanje vom CDL-Vorstand
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Zwar wird von Befürwortern der Zulassung behauptet, dass der Test doch nur unter bestimmten, jedoch vagen Bedingungen als Kassenleistung durchgeführt werden sollte und wenn eine vermeintliche „Risikoschwangerschaft“ vorläge. Er soll auch mit besonderer Beratung und Aufklärung gekoppelt sein.
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Jedoch fällt heute bereits ein Grossteil aller Schwangerschaften darunter. Nur konsequent daher, dass z.B.der Hersteller des PraenaTest, Lifecodexx, seinen Test für alle Schwangeren empfiehlt, und  bei diesen für vermeintliche „Sicherheit“ und „Wissen“, „ohne Risiko für das Kind“  wirbt. 
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„Sicher“ ist dabei leider meist nach einem kritischen Testergebnis allerdings vor allem die Abtreibung!
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Was die Kasse jetzt nicht übernimmt, wird künftig dann selbstverständlich privat gezahlt werden, da diese Tests relativ günstig angeboten werden. In einigen europäischen Ländern gehört der Test bereits jetzt zu den Standard-Untersuchungen und wird allen Schwangeren angeboten.
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In Dänemark und Island hatte dies zum Beispiel den Anstieg der Abtreibungszahlen zur Folge, dort liegt die Geburtenrate von Kindern mit Down-Syndrom inzwischen bei nahezu Null. Auch andere Diagnosen sowie Geschlechtsselektion ist damit im ersten Trisemester bereits Standard.
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Eltern berichten, dass sie sich teilweise von Ärzten zu dieser Untersuchung gedrängt fühlen. Aber auch gesellschaftlich wird der Druck auf Eltern mit behinderten Kindern immer weiter erhöht.
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Wer diese Tests befürwortet, muss sich im Klaren darüber sein, dass es künftig kaum Schutz mehr für Menschen mit Down Syndrom oder einigen anderen Prognosen gibt.
Die nicht-invasiven molekulargenetischen Pränatalen Tests sind keinesfalls harmlose medizinische Tests im herkömmlichen Sinne, die therapeutischen Zwecken dienen. Die Fehlerhäufigkeit bei Trisimiediagnose liegt zudem mit fast 18% hoch.
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Das Ziel ist einzig und allein die Aufdeckung von Trisomien und anderen Chromosomenveränderungen.
Analog den beschriebenen Entwicklungen in Ländern wie Dänemark und Island wird dies auch hier zwangsläufig zu einem Anstieg der Abtreibungen führen. Bereits mit den herkömmlichen Untersuchungen ist die Abtreibungsrate bei Kindern mit dem Down Syndrom schon erhöht.
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So verständlich der Wunsch nach einem gesunden  Baby ist, bleibt dennoch festzuhalten, dass es keinen Anspruch auf das „perfekte“ Kind gibt. Auch ist die offizielle staatliche Förderung faktisch eugenisch wirkender Maßnahmen – gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte – durch nichts zu rechtfertigen und daher abzulehnen.
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Statt Eltern – und vor allem wieder Frauen, die vermehrt in Schwangerschaftskonflikte getrieben werden durch diesen Beschluss – unter Druck zu setzen, kein behindertes Kind zu bekommen, sollte die Regierung über finanzielle Hilfen und Förderungen für Familien mit behinderten Kindern nachdenken.
Die Eliminierung einer Gruppe aus unserer Gesellschaft ist  absolut inakzeptabel.
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www.cdl-online.de

5 Kommentare on “Wenn eine Behinderung zum Todesurteil führt”

  1. ester769 sagt:

    Keine schwangere Frau muss den Test machen lassen und selbst wenn sie ihn machen lässt und er positiv ist, muss sie nicht zur Abtreibung gehen.
    Von daher ist die Überschrift einfach reißerisch und irreführend.

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    • Guten Tag,
      die Überschrift der CDL trifft genau ins Schwarze, zumal über 90% der Frauen, die durch einen Test in der Schwangerschaft von einer Behinderung erfahren, das Kind abtreiben.
      Also gehen wir mal vom Regelfall aus, wie es auch sonst üblich ist – und das bedeutet: Todesurteil!
      Natürlich bezieht sich zudem die Überschrift klar auf jene Fälle, die den Test durchführen lassen, schließlich geht es im Text genau darum, zumal es heißt: „Wenn eine Behinderung…“
      Nochmal: WENN – schon klar?!
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • ester769 sagt:

        es muss aber keine Frau nach einem positiven Test einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen und immerhin sind 10% der Frauen genau dazu nicht bereit, also nichts von wegen Todesurteil.
        Klar ist so ein Test völliger Blödsinn, weil es kein Test ist mit dessen Hilfe eine pränatale Therapie angefangen werden kann.
        Aber Schwangere werden schon seit Jahren mit allen möglichen Untersuchungen beglückt, deren einziges Ziel es ist, herauszufinden ob das Kind behindert ist, und somit eine Indikation nach § 218 vorliegt.
        Ich seh es ja auch so, dass all das nur den Müttern die Schwangerschaft verdirbt und wir uns auf einer sehr schiefen Bahn befinden, aber man muss auch fragen, woher es kommt., das schwangere Frauen sich gar zu gerne zur Abtreibung drängen oder überreden lassen, bzw eine solche sogar von selber einfordern.

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    • gerd sagt:

      Ein Bankräuber muss auch keine Bank ausrauben. Ein Verkehrssünder muss auch nicht bei Rot über die Kreuzung. Ihr Kommentar, werte ester769, ist eine Nullaussage.

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  2. Unsere „Fortschrittlichen“ haben es nie so mit der Logik. So auch in diesem Fall wieder, wo der vorgeburtliche Bluttest auf mögliche Behinderungen des Ungeborenen zur Kassenleistung erhoben wurde. Halten wir fest: Der einzige Sinn dieser Untersuchung ist es, ggf. der Schwangeren eine Abtreibung als Vermeidung einer schweren Last zu eröffnen. Nun hat das Bundesverfassungsgericht klar gemacht, dass eine Abtreibung illegal ist und lediglich der Staat auf eine Bestrafung verzichten kann. Der vorgeburtliche Bluttest ist also eine Vorbereitungshandlung für eine rechtswidrige Handlung – und wird nun von Kosten für den rechtswidrig Handelnden freigestellt.

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