Der Prophet Amos beklagt die Unterdrückung der Armen und Schwachen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Amos 8,4-7:

Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt.
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Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.
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Beim Stolz Jakobs hat der HERR geschworen: Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen.

Münster: Landsmannschaften gedenken der Vertreibung am „Tag der Heimat“

Von Felizitas Küble

Der Kreisverband des BdV (Bund der Vertriebenen) feiert jährlich den „Tag der Heimat“ im Rathaus zu Münster. Auch in diesem Jahr gedachten die Landsmannschaften aus den östlichen Vertreibungsgebieten am heutigen Sonntag (22.9.) ihrer leidvollen Geschichte mit dem Verlust der Heimat.

Millionen Deutsche verloren zudem bei Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten ihr Leben. Vergewaltigung und Gewalt durch sowjetische Truppen waren an der Tagesordnung. Menschenrechte wurden auch nach Kriegsende massenhaft mit Füßen getreten.

Nach der totalitären Diktatur des Nationalsozialismus folgte der kommunistische Totalitarismus, der Mittel- und Osteuropa unterjochte, aber auch den „anderen Teil Deutschlands“, die sogenannte „DDR“.

Der Tag der Heimat begann mit dem in den USA äußerst beliebten Song „Amazing Grace“ (=Unglaubliche Gnade), dem Inhalt nach das christliche Lied eines Bekehrten.

Nach der Begrüßung durch die BdV-Kreisverbandsvorsitzende Roswitha Möller (siehe Foto) wurde gemeinhsam das Ostpreußenlied, das Pommern- und Westpreußenlied gesungen, ebenfalls musikalisch sehr gelungen begleitet von Alexandra Ridder am Akkordeon.

Der CDU-Ratsherr Stefan Leschniok überbrachte den Anwesenden die Grüße der  Stadt Münster.

Die erste Ansprache hielt sodann eine Flüchtlingsfrau aus Afghanistan, Eiham Sayed Hashemi (siehe Foto), die im Jahre 2009 nach Deutschland gelangte und in Münster Zahnmedizin studiert. Die junge Frau veröffentlichte kürzlich im Agenda-Verlag ihr Buch „Mahrokh – Die Frau eines Terroristen“.

Die Teilnahme der Afghanin am „Tag der Heimat“ zeigt zugleich die menschlich-politische Aufgeschlossenheit der deutschen Landsmannschaften im BdV, die einen Patriotismus ohne Nationalismus praktizieren.

Nach der Totenehrung, die stehend vollzogen wurde, sprach die Regierungspräsidentin Dorothee Feller (siehe Foto) vom Regierungsbezirk Münster.

Die Rednerin erinnerte daran, daß die Bundesregierung vor vier Jahren den 20. Juni als Gedenktag für die deutschen Heimatvertriebenen eingerichtet hat.

Sie betonte die Bedeutung der geschichtlichen Erinnerung auch an Flucht und Vertreibung von Millionen Deutschen. Angesichts der Tatsache, daß es immer weniger Angehörige der Erlebnisgeneration gäbe, sei es umso wichtiger, mit ihnen im Gespräch zu bleiben und das Gedenken an die leidvolle Vergangenheit zu bewahren. Dies sei kein Selbstzweck, sondern die Basis, um heutige Herausforderungen zu bewältigen.

Die deutschen Heimatvertriebenen haben, so Frau Feller, einen herausragenden Beitrag für den Aufbau unseres Landes geleistet. Auch bei den Partnerschaften im osteuropäischen Städten sei ihr Beitrag von großer Wichtigkeit. Allein mit Polen gäbe es 105 deutsche Stadtepartnerschaften in Nordrhein-Westfalen.

Es komme darauf an, das kulturelle Erbe aus den Vertreibungsgebieten zu würdigen und zu erhalten. Dies sei nur mit ehrenamtlichen Bürgern möglich. Leider sei vielfach  – nicht ohne Grund – von einem „Kollaps des Ehrenamts“ die Rede. Doch das ehrenamtliche Einsatz schaffe Gemeinschaftsgefühl und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Daher danke sie dem BdV für sein vorbildliches Engegament, sich für Kultur und Erinnerung einzubringen.

Danach folgten das gemeinsame Singen des Liedes der Schlesier, der Oberschlesier und das Heimatlied der Riesengebirgler.

Ein großes Bild neben dem Rednerpult zeigte ein der Versöhnung gewidmetes Denkmal in Breslau mit den Worten „Wir vergeben und bitten um Vergebung“ in deutscher und polnischer Sprache.

Die letzte Ansprache hielt die Aussiedlerin Emilia Welker (siehe Foto). Die Wolgadeutsche wurde 1941als Kind mit ihrer Familie und hunderttausenden weiteren ansässigen Deutschen in Rußland von sowjetischen Soldaten nach Sibirien verschleppt. Dort erwarteten sie Arbeitslager, Hunger, Kälte und Erschöpfung, was den Tod von zehntausenden ihrer Landsleute zur Folge hatte.

Frau Welker begann mehrfach während ihres Vortrags unwillkürlich zu schluchzen. Es kamen ihr die Tränen, als die Erinnerung an jene Zeit unter kommunistischer Gewaltherrschaft wieder vor ihrem geistigen Auge lebendig wurde.

Diese Rednerin erhielt den längsten und stärksten Beifall aller Anwesenden.

Die Tagung endete mit den Dankesworten von Roswitha Möller und der Nationalhymne.

Danach gingen einige Teilnehmer  – wie jedes Jahr üblich – gemeinsam zum Denkmal der deutschen Heimatvertriebenen am Servati-Platz in Münster.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Papst gegen Beihilfe zum Suizid/Selbstmord: Ärzte dürfen keine Vollstrecker des Todes sein

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Mit deutlichen Worten hat Papst Franziskus ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung von Schwerkranken verurteilt. Kein Arzt dürfe sich zum „Ausführer eines nicht existenten Rechts“ aufschwingen.

Das sagte er am Freitag zu italienischen Chirurgen im Vatikan:

„Die Medizin ist von ihrem Wesen her Dienst am menschlichen Leben. Ärzte brauchen neben ihrer technisch-beruflichen Kompetenz einen Wertekodex, mit dem sie den Sinn einer Krankheit und ihrer eigenen Arbeit einordnen und aus jedem klinischen Fall eine menschliche Begegnung machen können.“

Gerade bei schweren Krankheiten müssten Patienten „bewusst, mit Intelligenz und Herz“ begleitet werden.

„Mit dieser Einstellung kann man die Versuchung zurückweisen, zu der auch Änderungen der Rechtslage beitragen: dass man nämlich die Medizin nutzt, indem man den möglichen Todeswunsch des Kranken ausführt oder dazu Beihilfe leistet. Das sind voreilige Lösungen für Fragen, bei denen es – anders als man denken könnte – nicht um die Freiheit der Person geht, oder ein falsches Mitleid…

Es gibt kein Recht, über das eigene Leben verfügen; kein Arzt kann sich also zum Ausführer eines nicht existenten Rechts machen.“

Der Papst zitierte auch seinen Vorgänger, nämlich Johannes Paul II. Dieser hatte 1995 in seiner Enzyklika „Evangelium Vitae“ geschrieben:

„In dem heutigen kulturellen und sozialen Umfeld, in dem die Wissenschaft und die ärztliche Kunst Gefahr laufen, die ihnen eigene ethische Dimension zu verlieren, können sie bisweilen stark versucht sein, zu Urhebern der Manipulation des Lebens oder gar zu Todesvollstreckern zu werden.

Angesichts dieser Versuchung ist ihre Verantwortung heute enorm gewachsen und findet ihre tiefste Inspiration und stärkste Stütze gerade in der dem Ärzteberuf innewohnenden, unumgänglichen ethischen Dimension, wie schon der alte und immer noch aktuelle hippokratische Eid erkannte, demgemäß von jedem Arzt verlangt wird, sich zur absoluten Achtung vor dem menschlichen Leben und seiner Heiligkeit zu verpflichten.“

Quelle: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019-09/papst-franziskus-arzt-beihilfe-suizid-gesundheit-euthanasie-medi.html


Auch evangelische Kirchenobere waren beim „Marsch für das Leben“ präsent

Pressemeldung der SELK (Selbständig Evangelisch-Lutherische Kirche):

Nach Angaben des Veranstalters nahmen an dem Marsch für das Leben in Berlin 8.000 Menschen teil.

Während der Kundgebung wurde die Bühne von Gegendemonstranten gestürmt und von der Polizei geräumt. Zudem war die Demonstration vorübergehend durch eine Sitzblockade unterbrochen.

Nach den Worten des katholischen Bischofs Stefan Oster werden täglich knapp 300 ungeborene Kinder getötet. Weltweit würden jedes Jahr über 50 Millionen ungeborene Kinder abgetrieben. Durch Abtreibungen würden damit mehr Menschen getötet als durch Kriege, Seuchen und Naturkatastrophen.

Laut Osters Worten sind behinderte Ungeborene die „am tödlichsten bedrohte Gruppe von Menschen“. Rund 90 Prozent der Kinder mit der Diagnose Down-Syndrom würden abgetrieben. Ein Pränataltest auf Trisomie 21 als Kassenleistung werde diese Quote noch erhöhen.

Oster appellierte an Frauen, die ungewollt schwanger oder in psychischer oder materieller Not sind, sich an die Kirche zu wenden. Man sei bereit, zu helfen und zu unterstützen.

Bischof Hans-Jörg Voigt (Hannover) von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), der am Marsch teilnahm und auch den ökumenischen Abschlussgottesdienst leitete, erklärte gegenüber SELK-News, dass er den Worten von Oster aus vollem Herzen zustimme.

Am diesjährigen Marsch beteiligten sich aus der römisch-katholischen Kirche Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburg), Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz) und Weihbischof Dr. Matthias Heinrich (Berlin).

Die Deutsche Evangelische Allianz war durch ihren Vorsitzenden, Pastor Ekkehart Vetter, vertreten.

Grußworte schickten von katholischer Seite Papst Franziskus und der Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz, Dr. Reinhard Kardinal Marx; von evangelischer Seite die Landesbischöfe Frank Otfried July (Stuttgart) und Carsten Rentzing (Dresden), der Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Pastor Christoph Stiba, und der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Ansgar Hörsting.

Der leitende Geistlich der SELK sagte im Anschluss an die Veranstaltung, er habe sich gefreut, zahlreiche SELK-Gemeindeglieder auf dem Marsch für das Leben getroffen zu haben. So sei etwa aus Niedersachsen ein ganzer Jugendkreis angereist.