Paderborn: Priester kritisieren Äußerungen zu „Maria 2.0“ von Erzbischof Becker

Stellungnahme aus dem Paderborner Priesterkreis „Communio veritates“:

In den letzten Tagen habe ich mich manchmal gefragt, ob es sich für Priester, die in der Glaubenstradition der Katholischen Kirche stehen und darin leben und sterben wollen, noch lohnt, für die Kirche und in der Kirche von Paderborn zu arbeiten.

Warum? Weil sie von der Diözesanleitung, einschließlich Erzbischof Becker, keinerlei Rückendeckung mehr bekommen, im Gegenteil: Erzbischof Becker fällt ihnen sogar noch in den Rücken, indem er einen Schmusekurs mit den Damen von „Maria 2.0“ beginnt, um auszuloten, „was wir tun können“.

Schließlich gehe es, so wird der Erzbischof im Internet bei „katholisch.de“ zitiert, um „echte Anliegen“ eines „wichtigen Teiles der Kirche“.

Wir Priester in unserer Sorge um den Glauben der Kirche haben ja keine echten Anliegen und sind auch kein wichtiger Teil der Kirche. „Maria 2.0“ ist wichtiger.

Wie will EB Becker das eigentlich machen: „ausloten, was wir tun können“ … „in einem echten Miteinander zu überlegen, welche gemeinsamen Ziele wir realistischerweise vor Ort erreichen und umsetzen können“ – mit einer durch und durch häretischen Bewegung?

„Maria 2.0“ fordert radikal die Öffnung des Ordo in allen drei Stufen für Frauen. Nach Ordinatio sacerdotalis ist das, wie jeder, der ehrlich ist, weiß, nicht möglich. Warum sagt das EB Becker nicht klar und deutlich, sondern verweist lediglich auf eine weltkirchliche Entscheidung? Aber da ist nichts mehr zu entscheiden. Die Entscheidung ist gefallen.

Seltsam klingt es für mich, wenn „Maria 2.0“ die Abschaffung des Zölibates fordert. Die Damen brauchen ihn doch gar nicht zu halten. Es ist doch komisch: Es ärgern sich die am meisten über diese Lebensform, die gar nichts damit zu tun haben.

Sieht man im Zölibat die Ursache für den sexuellen Missbrauch? Dann müsste man konsequenterweise auch die Orden abschaffen (jedenfalls alle männlichen), denn zu den Ordenregeln gehört unverzichtbar – neben Armut und Gehorsam – lebenslange Keuschheit, also der Zölibat, und es waren auch Ordensangehörige, die sich teilweise schwerster Verfehlungen schuldig gemacht haben.

Wie will man „ausloten, was wir tun können“, wenn es um die Sexualmoral der Kirche geht? – Mit einer Art Salamitaktik: Hier schneiden wir mal ein Stück (versuchsweise) ab, dort können wir noch ein Scheibchen abschneiden, da auch noch eins …?

Was heißt es, wenn EB Becker betont, die „lebendige Weitergabe des Glaubens und eine menschenfreundliche Kirche“ seien wichtige gemeinsame Ziele? „Weitergabe“ setzt voraus, dass ich etwas zum Weitergeben habe. Weitergabe setzt Tradition voraus.

Die Damen von „Maria 2.0“ aber wollen eine radikal neue Kirche. Eine Kirche, die – losgelöst von ihren Traditionen, auch den verbindlichsten und ältesten – sich dem Zeitgeist und dem Geschmack der Menschen anpasst und letztlich nicht mehr den Anspruch erheben kann, katholisch-apostolisch zu sein.

Sogar die hl. Messe haben sie für ihre Ziele missbraucht. Und durch die Trennung von der Gemeinde-Eucharistie bei ihrer Aktion haben sich die Damen – buchstäblich – selbst „exkommuniziert“.

Und was ist „eine menschenfreundliche Kirche“? Was versteht EB Becker darunter? Was meint „Maria 2.0“ damit? Haben sie wirklich darin ein gemeinsames Ziel?

Das Ziel von „Maria 2.0“ ist nicht nur eine „menschenfreundliche“, sondern vor allem eine „menschengefällige“ Kirche. Denkt EB Becker auch so? Dann liegt er grundfalsch.

Denn das erste Ziel der Kirche ist es, Gott zu gefallen, nicht den Menschen. Das ist die große Sünde der Kirche der letzten Jahrzehnte: „menschenfreundlich-menschengefällig“ sein zu wollen, das heißt die Wahrheit abzuschleifen zum Gefallen der Menschen, den Menschen mehr zu gefallen als Gott.

Die Katholische Kirche, die mit ihrer Tradition und ihren Werten der ganzen Welt ihren Stempel aufgedrückt hat, buhlt um den Beifall der Welt, statt der Welt gegenüberzutreten wie die großen Propheten Israels, auf deren Schultern sie steht.

Wenn ein Elija wiederkäme, ein Jesaja, ein Jeremia – was würden sie wohl sagen zu der Kirche von heute? Und was würde Jesus sagen? Bei Lukas 6,26 steht es: „Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.“

Zum Schluss noch etwas sehr Bedrückendes:
Da EB Becker sich zum Schmusekurs gegenüber „Maria 2.0“ entschlossen hat, steht in Zukunft jeder Priester der Erzdiözese Paderborn, der in der Glaubenstradition der Kirche bleiben will und deshalb „Maria 2.0“ ablehnt, im Gegensatz zu seinem Bischof, und wer gar noch in Predigt und persönlichem Zeugnis gegen „Maria 2.0“ kämpft, kämpft gegen seinen Bischof. Traurig, aber wahr!

Dennoch – es lohnt sich, weiter für die Kirche und in der Kirche zu arbeiten; denn EB Becker ist nicht identisch mit der Kirche von Paderborn. Und kämpfen müssen wir vor allem mit dem Gebet, denn wir sehen uns einer Macht gegenüber, gegen die wir allein nicht ankommen.

Quelle: http://communioveritatis.de/ein-verheerender-schmusekurs?fbclid=IwAR1Ntnq-obZl_bGPF6C1nUxoQTKBFJYZAPkNXWA73WjdEc9GakVdaU3Rktg


7 Kommentare on “Paderborn: Priester kritisieren Äußerungen zu „Maria 2.0“ von Erzbischof Becker”

  1. Matthias Uebbing sagt:

    Das 2. Buch:

    >>> „Den Glauben nicht länger verschämt verstecken“ <<<

    Ein Gespräch mit Elmar Nass, Priester und Professor für Wirtschafts- und Sozialethik, über die Erneuerung der Kirche

    https://de.catholicnewsagency.com/story/den-glauben-nicht-langer-verschamt-verstecken-5160?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=weekly_newsletter

    https://www.weltbild.de/artikel/buch/utopia-christiana-vom-kirche-und-christsein-heute_25571271-1

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  2. Matthias Uebbing sagt:

    > 2 Bücher die NACHDENKLICH machen >> „Den Glauben nicht länger verschämt verstecken“ << Der kommende Abfall vom Glauben >> Die Sabotage des Christentums von innen <<<

    Die beiden amerikanischen Bestseller-Autoren und Prophetie-Experten Mark Hitchcock und Jeff Kinley zeigen anhand des festen prophetischen Wortes der Heiligen Schrift auf, welche …

    Vollständige Artikelbeschreibung

    Artikel-Nr.: 271568000
    Verlag: CV Dillenburg
    Originaltitel: The Coming Apostasy: Exposing the Sabotage of Christianity from Within

    https://www.scm-shop.de/der-kommende-abfall-vom-glauben.html

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  3. Holger Jahndel sagt:

    In der syrischen bzw. assyrischen Kirche von Antiochia u.a. nach dem Apostel Petrus gibt es auch verheiratete Priester. Wie auch in mit der katholischen Kirche unionierten Ostkirchen.

    Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien Siegel der Syrisch-Orthodoxen Kirche
    Die Syrisch-Orthodoxe Kirche (aramäisch ܥܕܬܐ ܣܘܪܝܝܬܐ ܬܪܝܨܬ ܫܘܒܚܐ Ito Suryoyto Triṣath Shubħo) ist eine selbständige altorientalische Kirche, erwachsen aus dem altkirchlichen Patriarchat von Antiochien. Nach Jakob Baradai, dem Begründer der Unabhängigkeit der Kirche, wurden ihre Mitglieder häufig Jakobiten genannt, besonders in der arabischen Sprache (يعاقبة, DMG Yaʿāqiba oder يعقوبيون / Yaʿqūbiyyūn). Diese Bezeichnung wird von ihnen selbst aber abgelehnt. Oberhaupt ist seit März 2014 Ignatius Efräm II. (Cyril Afrem Karim); er war zuvor Metropolit und Patriarchalvikar für den Osten der USA.[1] Es gibt rund 2 Millionen, nach anderen Angaben 3,5 Millionen Gläubige, Dreiviertel davon leben in Indien,[2][3] etwa 100.000 in Deutschland.[4]

    https://de.wikipedia.org/wiki/Syrisch-Orthodoxe_Kirche_von_Antiochien

    Ursprünge bis zum 3. Jahrhundert Die Kirche von Antiochien ist nach der Urgemeinde in Jerusalem die älteste unter den langfristig bestehenden Gemeinden. Laut der Bibel wurde hier für die Gläubigen erstmals die Bezeichnung „Christen“ verwendet (vgl. Apg 11,26 EU).[5]

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  4. Marienzweig sagt:

    Vorstellbar, dass Erzbischof Becker diese Gruppe Maria 2.0 sogar hochwillkommen ist: „ausloten, was wir tun können“

    Mag nämlich sein, dass er persönlich keinerlei Lust mehr hat, den Zölibat zu halten und ihm daher die Ziele der 2.0-Strateginnen ins eigene Konzept passen.
    Dann aber wäre ihm Ehrlichkeit Gott gegenüber, sich selbst gegenüber und auch den Gläubigen gegenüber zu wünschen.
    Natürlich weiß ich nicht, ob dem so ist, aber auszuschließen ist das nicht.

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  5. Jutta sagt:

    https://www.patriotpetition.org/2019/10/10/sofortiger-baustopp-fuer-die-mega-moschee-in-klagenfurt/

    Anderes Thema, oder auch nicht?

    Ich bitte Sie um Unterschrift dieser Petition.
    Danke.

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    • Anonymous sagt:

      Thema verfehlt … und was soll man von „aufrechten Patrioten“ halten, die eifrig persönliche Daten einsammeln, aber nicht mit einem Impressum dafür geradestehen wollen, dass diese auch im Sinne der Petenten und Spender verwendet werden?

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  6. Sorge sagt:

    Bravo zu „Communio Veritates“! Ich stimme Ihnen 250 % bei und bete für Sie und mit Ihnen.

    Gefällt 1 Person


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