Das EU-Parlament setzt jetzt auf Kernkraft

Das EU-Parlament will Kernenergie auf der COP25 in Madrid als Beitrag zur Lösung der „Klimakrise“ bewerben. Der in Bautzen direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse, umweltpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

„Es gibt viele Gründe, moderne Kerntechnik zu unterstützen, allen voran die hohe Effizienz und damit den minimalen Footprint in der Natur. Dass man im EU-Parlament die CO2-freie Kernkraft nun als Lösung der künstlichen ‚Klimakrise‘ ansieht, ist daher trotzdem zu begrüßen.  

Die Europäische Union sieht in Kernkraft eine Lösung der ‚Klimakrise‘ und will sich auf der UN-Klimakonferenz COP25 in Madrid entsprechend dafür einsetzen. In einer Entschließung des EU-Parlaments vom 28. November (P9_TA-PROV(2019)0079) heißt es unter Punkt 59 dazu, dass so ‚ein erheblicher Teil der Stromerzeugung in der EU sichergestellt werden kann‘.

‚Nur so‘, müsste man ergänzen, denn selbst wenn man die Hypothese vom menschengemachten Klimawandel den davon profitierenden Akteuren abkauft, so sind die bisherigen deutschen ‚Lösungswege‘ durch nachweislich instabile, ineffiziente und naturzerstörende Wind- und Solaranlagen ungeeignet.

Will man außerdem noch aus den fossilen Energien aussteigen, bleibt nur noch die CO2-freie Kernkraft übrig.

In der gleichen Entschließung wird auch auf die Notwendigkeit einer Strategie für die anfallenden nuklearen Abfälle hingewiesen.

Dabei hat das Parlament jedoch übersehen, dass es diese Strategien bereits gibt. Eine vom BMWi geförderte Studie (NuDest, s.a. Bericht in der WELT) hat hierzu Szenarien im Lichte moderner Trennungs- und Transmutationsmethoden genau untersucht und kommt zu dem Schluss, dass ein geologisches nukleares Endlager nicht mehr notwendig ist.“


14 Kommentare on “Das EU-Parlament setzt jetzt auf Kernkraft”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Aus der Schweiz http://www.zeit-fragen.ch Zeit-Fragen Magazin, siehe zur Kernkraft auch Franz Alts „Sonnenseite“ und Elmar Altervater und die Ökologisch Demokratische Parteo ÖDP!

    http://www.oedp.de

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  2. Anonymous sagt:

    Dorrotee behauptet: „Es gibt Reaktoren, die keine Nuklearabfälle mehr produzieren.“

    Das ist leider falsch:

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  3. Anonymous sagt:

    Das scheint mir jetzt doch weit übertrieben zu sein. Einen politischen Schwenk hin zur Kernkraft gibt es nicht in der EU. Auf die nach wie vor bestehenden Probleme der Kernkraft wird hier nicht eingegangen. Stichworte dazu sind:

    1. Wo kommt das Uran her?
    2. Wie können Kernkraftwerke sicher werden sowohl gegen inhärente Gefahren (Kernschmelze etc.) als auch gegen äußere Einwirkungen (Krieg, Terror)?
    3. Wo werden nicht nur künftige, sondern bereits bestehende erheblich strahlende Abfälle entsorgt werden?
    4. Wer ist bereit, solche neuen Kernkraftwerke zu finanzieren?

    Und die ganz entscheidende Frage:

    5. Kann die Kernkraft mit Blick auf die innere Sicherheit gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt werden? Zumindest in Deutschland ist das derzeit undenkbar.

    Zur Frage 3 wird hier verwiesen auf eine technische Studie zur Partitionierung und Transmutation. Ich gebe zu bedenken, dass nach dieser Studie es allein 20 Jahre dauert, bereits vorliegenden nuklearen Abfall (im wesentlichen verbrauchte Uranbrennstäbe) zu behandeln. Es würde dann sicher eine Art „Komprimierung“ hochstrahlenden Abfalls erreicht werden. Vernichtet werden kann dieser aber nicht. Das Problem des „Wohin“ mit diesen Abfällen besteht ja weiterhin, wenn auch die Mengen erheblich geringer wären. Bei einer Ausweitung der Kernkraft würden diese Mengen aber zusätzlich ansteigen.

    Hier ist also verfrühter Optimismus ebenso wenig angesagt, wie sprechblasenhafte Verteufelung von Wind- und Solarenergie, wenn der Autor von den angeblich „nachweislich instabile, ineffiziente und naturzerstörende Wind- und Solaranlagen“ spricht, die er freilich nicht belegt.

    Man muss sich doch darüber im Klaren sein, dass jede Form der Energiegewinnung einen Eingriff in die Natur bedeutet. Das ist also nicht die Frage. Sondern die Frage ist, welcher Eingriff so schonend und ungefährlich wie möglich ist.

    Dabei ist nach wie vor der Ansatz richtig, alles, was privaten Konsum betrifft, möglichst dezentral vor Ort herzustellen, also durch Wärmepumpen und Photovoltaik in bzw. an Privathäusern und durch Windenergie zur Abdeckung des nächtlichen Bedarfs, wo sie landschaftsgerecht ist. Die Industrie sollte möglichst nahe an Fertigungsstandorten selbst Strom erzeugen, was z.B. BMW und in größerem Maßstab Tesla bereits machen. Der Bedarf, der so nicht gedeckt werden kann, muss dann eben noch durch industrielle Erzeugung nichtnuklearer und nichtfossiler Energie erfolgen.

    Wir brauchen dann schlicht die Kernkraft nicht.

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  4. OStR Ing.-Wiss. Peter Rösch sagt:

    Ein diabolisch-genialer Plan geht nach 50 Jahren auf. Nach der Reaktor-Havarie in Harrisburg (Three Mile Island) stoppten die USA den Reaktorbau, und es stand die Reaktorindustrie vor einem Rechtfertigungsproblem. Deren Public-Relations-Macher („James Hansen“) behaupteten flugs, die konkurrierenden carbonthermisch betriebenen Kraftwerke (Diesel, Gas, Kohle) würden ein Abgas produzieren, welches die Atmosphäre schädige (siehe auch „Ozonloch“, „saurer Regen“, „BSE“, „Vogelgrippe“ und andere Untergangsszenarien), und nur Kernenergie könne die Rettung bringen: Die CO2- und Klima-Lüge war geboren. Daß bei Förderung der Kernenergieträger ungeheure Umweltschäden angerichtet werden, und zwischenstaatliche Abhängigkeiten hier genauso wie bei den Carbonenergien gegeben sind, wird schlicht ignoriert.

    Freilich gaben die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima – schon vergessen? – den amerikanischen Vorbehalten gegenüber der Kernenergie recht. Einen Ausweg schienen die „regenerativen Energien“ – Solardächer, Windräder – zu eröffnen. Zu deren Durchsetzung wiederum mussten auch von dieser Seite die Carbonenergien – Diesel, Gas, Kohle – schlechtgeredet werden. Praktischerweise konnte man argumentativ auf die bereits von der Kernkraft-Lobby injizierte CO2-Klima-Lüge zurückgreifen. Deren propagandistische Durchsetzung wurde immer mehr perfektioniert, wobei man sich interessanterweise weitgehend an derjenigen der Relativitätstheorie orientierte: Personenkult, phantastische Behauptungen, dreiste Faktenfälschungen, Medienrekrutierung und politisch-staatliche Eingriffe in allein wissenschaftlich angehende Fragen.

    Nachdem das aus fachmännischer Sicht programmgemäße Scheitern der „regenerativen Energien“ schon absehbar ist, und andererseits die Erinnerung an die Harrisburg-Tschernobyl-Fukushima-Desaster jetzt generations- und psychenbedingt verblasst, können die Kernkraftlobbyisten wieder ungeniert ihre Orgien einleiten, und offenbar wiederum unter Darbietung und Instrumentalisierung von unüberprüfbar weit in die Zukunft greifenden Phantasmen. Und sogar noch mit dem Segen der besorgten Greta-Jünger, nachdem ihre Protagonistin die Kernenergie auf Betreiben des Vattenfall-Konzerns, fast wie versehentlich in einem Nebensatz, wieder ins Spiel gebracht hat.

    Daß mit Herrn Hilse ein Vertreter der AfD sich bei der Lagebeurteilung auf eine dubiose naturgemäß regierungspolitische „Studie des BMWi“ stützt, und dem zutiefst unethischen Vorgehen bei einer angeblich notwendigen, nie schlüssig begründeten und auch unmöglichen Decarbonisierung zuwirkt, hat das Zeug zu einem veritablen innerparteilichen Skandal.

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    • Bernhard sagt:

      Es kommt wirklich selten vor, dass ich Ihnen Recht geben muss, aber dieses Mal muss ich es über weite Strecken.

      Die Förderung und Anreicherung von Uran führte zu massiven Umweltschäden, beziehungsweise zu einer massiven Verseuchung ganzer Landstriche mit schlimmen Folgen für den Menschen (man kann einmal googeln, wie viele Fälle von Lungenkrebs der Uranabbau zum Beispiel im Tschad schon hervorgerufen hat).

      Desweiteren ist man vor Unfällen nie gefeit. Bei Tschernobyl hieß es „na klar, das sind ja die unsicheren sowjetischen Reaktoren“. Nach Fukushima fehlen diesen Leuten aber die Argumente.

      Auch das Problem der Endlagerung ist nicht gelöst und wird meiner Meinung nach auch nie gelöst werden. Hochradioaktiver Abfall ist hochradioaktiver Abfall und kann irgendwann wieder nach oben gelangen. Man bedenke: die Halb(!)wertszeit solcher Stoffe beträgt oft Tausende von Jahren. Es ist absolut nicht abzusehen, wie die Welt in 1000 Jahren aussieht, viel weniger insoweit den Zeiträumen. Deswegen ist es unverantwortlich, zukünftigen Generationen solche Lasten aufzubürden.

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  5. Holger Jahndel sagt:

    Das Problem bei der Kernkraft: Auch Uran wird bald sehr knapp und teuer werden…!

    ÖDP http://www.oedp.de

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    • Es gibt neue Reaktoren, die das alte Material verarbeiten können, dazu viel sicherer. Eine Explosion ist nicht möglich, das Lagerungsproblem wäre auch gelöst.

      ps:Übrigens wurde immer wieder gesagt, dass das Co2-Problem von der Atomindustrie aufgebauscht wurde, damit man AKWs anpreisen konnte…

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      • Holger Jahndel sagt:

        Nun, zumindest die abgeschmolzenen Alpengletscher und Andengletscher und Gletscher im Himalaya und Pyranäen und Hochgebirgsgletscher weltweit und in der Arktis und die veränderten Windrichtungen und daraus resultierenden Dürren bzw. Niederschlagsveränderungen sind aber durchaus real. Siehe dazu auch das Buch von Al Gore „Wege zum Gleichgewicht – ein Marschallplan für die Erde“ und Michael C. Ruppert (R.I.P.) Peak-Oil-Blog-Websites und Heinberg über den „Peak Oil“ und „Peak Everything“ und die kommende Verknappung von Ressourcen wie Erdöl und Erdgas und Kupfer und Phosphor und Kalium und Stickstoff, aus letzteren dreien werden alle Kunstdünger für die industrielle Landwirtschaft hergestellt, etwa aus Phosphaten und Kali-Salzen – ohne diese muß man zurück zum Bioanbau und Ökolandbau und Familien-Betrieb usw.
        Siehe auch Franz Alts „Sonnenseite“-Website und die Ökologisch Demokratische Partei ÖDP http://www.oedp.de und Elmar Altvater und den „Nachdenkseiten-„Weblog und Manfred Julius Müllers Websites usw . .

        Aus der Schweiz http://www.zeit-fragen.ch Zeit-Fragen Magazin, siehe auch ältere Artikel im Archiv, etwa die EFTA als Alternativ-Modell zu den neoliberalen Freihandels-Veträgen und Bauern und auch Landwirtschaft und Familien-Betrieb usw.
        Ferner zu Energie und Energierzeugung usw.
        Siehe auch die Artikel des Telepolis-Internetmagazins aus dem Heise-Verlag zur Atomkraft und vom Volkswirt und ATTAC-Mitglied und Linksparteimitglied Franz Groll dessen freie Online-Texte und Websites und Internetauftritt und Bücher auch zu ökologisch-sozialen Themen und die „Epoch Times Deutschland“ Zeitung und das Raum&Zeit Magazin und Prof. Margrit Kennedy sowie Dr. Klaus Bucher usw.

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  6. Technikus sagt:

    Kann man hoffen, dass die Vernunft zurückkommt?
    China will 2050 einen Kernfusionreaktor in Betrieb nehmen. Realistisch ist mit dem Einsatz solcher Kernfusionsreaktoren Ende 21. Jhdt. zu rechnen. Was sind 100 Jahre weiterer Betrieb unserer bewährten deutschen Kernreaktoren im Verhältnis zur Strahlungsdauer von 500 Jahrmillionen der vorhandenen Brennstäbe. Möglicherweise gibt es dann auch Verfahren, um die Strahlungsdauer noch weiter zu reduzieren.
    Die „Schnellschüsse“ unserer Regierung sind jedenfalls fatal. Es rächt sich der Erdrutsch in der Bildung der Politiker. Nicht vorhandenes Wissen, abgebrochene Bildungswege und kritikwürdige Abschlüsse führen dazu, dass sich die PolitikerInnen von der „Strasse“ treiben lassen müssen.
    Wobei – die Jugend, die heute der Regierung Druck macht, wurde auch durch die Erziehungs- und Bildungskonzepte dieser Regierung dazu gebracht.

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  7. Dorrotee sagt:

    Endlich kommen die Politiker auf die kaum geförderten neuen Kernkrafrenergien.
    In Deutschland wurde auf diesem Gebiet so gut wie gar nicht mehr geforscht.

    Es gibt Reaktoren, die keine Nuklearabfälle mehr produzieren. Leider wurden diese nicht gefördert.

    Da Deutschland nunmehr ausschließlich auf WInd und Solar setzt und damit meint , ein Vorreiter in Sachen Umwelt zu sein, wünsche ich den Ländern, die nicht über das Volk hinweg regieren, einen durchschlageneden Erfolg mit dieser neuen Reaktorentechnik.

    Ich denke, hierzulande wird es dann wieder riesengroße Proteste geben, wenn nun eine Kehrtwende eintreten soll.

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  8. killema sagt:

    Wenn sich die Regierenden in Deutschland nicht von einer Clique unwissender Radaumacher von dem Bau einer Aufbereitungsanlagen hätte abhalten lassen, wäre das Thema Kernkraft heute kein Thema mehr. Aber die Regierenden waren zu feige, den damaligem Krakelern entgegen zu treten. Sie,die Regierenden und die Linksgrünen werden 2050 Deutschland mit ihrer Trägheit und Inkompetenz ins Unglück stürzen.

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  9. Adolf Breitmeier sagt:

    Ist das nicht satirisch-ironisch in gewisser Weise köstlich? Eine CDU-Kommissarin sagt ihrer CDU-Bundeskanzlerin, wie doof sie war und wie dumm sie gehandelt hat. Aber zunächst darf nur der tschechische Meiler (vom Tschernobyltyp, sofern ich mich richtig erinnere) Strom liefern, was er ja auch bisher tut, tun muss, wenn Wind und Sonne mal wieder zu wenig ,,Zappelstrom“ produzieren. Auch Kohlekraftwerke können coZwei filtern, wobei ich vor über 70 Jahren in der Schule gelernt habe, dass es ein Naturgesetz ist, dass alle Pflanzen COZwei ,,essen“ und dabei den lebensnotwendigen Sauerstoff produzieren. (So hat man uns das als Kind erklärt – und an den Naturgesetzen hat sich bisher nichts geändert, das schaffen noch nicht einmal die Grünen, aber sie glauben es, und wer glaubt, braucht nicht zu wissen und spart sich das Denken). Ja, wenn alle deutschen Atommeiler wieder ans Netz gingen, wäre die (irrsinnige) Klimabilanz für Deutschland im Handumdrehen erreicht. Obwohl die deutschen Atomktraftwerke abgeschaltet sind, liegt das Material noch immer hier – und eine Endlagerung gibt es noch immer nicht, auch nicht für die Werke im Ausland.

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    • Bernhard sagt:

      Das hat man Ihnen als Kind also beigebracht. Hat man ihnen damals auch beigebracht, dass Tiere (und auch der Mensch) Pflanzen essen und damit das CO2 wieder frei wird? Und was Tiere und der Mensch nicht mögen, wird von Bakterien abgebaut. Die Fotosynthese der Pflanzen führt also nicht dauerhaft zu einer Reduzierung des CO2, es sei denn, es wüchsen auf der Erde plötzlich viel mehr Pflanzen, d.h. es würde auf ganzen Kontinenten massiv aufgeforstet. Dem ist aber auch nicht so.

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      • Breitmeier, Adolf sagt:

        Bernhard: Das ist der Kreislauf des Lebens, dass die sauerstoffproduzierenden Pflanzen verzehrt werden und die Verzehrer wieder CoZwei ausstoßen. Und je mehr Pflanzen (Urwälder zum Beispiel oder Zuckerrübenäcker)) Sauerstoff produzieren, um so mehr Oxygen wird produziert. Die Erde war schon reichhaltiger an Biomasse, und das hat den Lebewesen nicht geschadet.

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