Kritik an Valtortas Visionen ist „Teufelswerk“…

Von Felizitas Küble

Auf einem christlichen Partnersuche-Forum postete ein Leser mit Nicknamen „Honesty12“ einen langen Text aus dem umfangreichen Werk der italienischen „Mystikerin“ Maria Valtorta“: https://www.christ-sucht-christ.de/weblog/Honesty12/59351/

Es handelt sich um einen Auszug aus ihrem 12. Band „Der Gottmensch“, in dem auch die Himmelfahrt Christi aufgrund ihrer Visionen geschildert wird. Valtortas „himmlische“ Einsprechungen wirken unerträglich sentimental, schwülstig, selbstverliebt (sie schreibt seitenlang über sich selbst und ihre frommen Befindlichkeiten als „Veilchen am Kreuz“ etc), sie sind zudem teils antijüdisch und theologisch unsinnig.

Als ein anderer Leser im Diskussionteil auf einen kritischen Artikel des CHRISTLICHEN FORUM (CF) über Maria Valtorta verlinkt, schreibt jener Blogger „Honesty12“ über das „Christliche Forum“, diese Homepage sei „total gegen die Katholiken“ und derjenige (es müßte eigentlich heißen „diejenige“), der sie betreibe, sei „ein Lügner“. Die Begründung des aufgebrachten Valtorta-Fans lautet:

„PATER IVO PAVIC WIRD AUF DIESER SEITE ZERSTÖRT…..SR. MARGARITHA VALAPPILA (HAUS RAPHAEL) WIRD ZERSTÖRT….MEDJUGORJ WIRD ALS LÜGE BEZEICHNET UND ZERSTÖRET…..ICH KENNE DIESE LÜGNERISCHE HOMEPAGE SCHON LANGE …..SO ARBEITET DER TEUFEL !!!“

Diese Art der „Argumentation“ ist typisch für fanatische, schwarmgeistige und erscheinungsfixierte Kreise  – ich kenne dieses „Muster“ seit Jahrzehnten:

Skeptische Artikel gegenüber bestimmten Sehern, Privatoffenbarungen, Erscheinungen usw. werden kurzerhand als „lügnisch“ diffamiert, ohne sich inhaltlich mit der Sachkritik auseinanderzusetzen, von einer Widerlegung ganz zu schweigen.

Stattdessen wird der Teufel an die Wand gemalt bzw. dem Kritiker dessen Ungeist unterstellt.

Bezeichnend für dieses Umfeld ist auch die übertriebene Hysterie: „Pater Pavic wird zerstört…..Sr. Margaritha Valappila wird zerstört….Medjugorje wird zerstört“ usw.

Solche Schwarz-Weiß-Malereien kennzeichnen ein sektiererisches Denken, das mit einem gediegenen, nüchternen katholischen Glauben nicht vereinbar ist.

Übrigens handelt es sich bei keinem der vom Autor so massiv verteidigten Phänomene (Maria Valtorta, Ivo Pavic, Sr. Valappila, Medjugorje) um kirchlich anerkannte Visionäre oder Erscheinungen.

Aber auch diese kirchliche Vorsicht und Distanz ist vielen Anhängern von Sonderoffenbarungen und „Himmelsbotschaften“ gleichgültig, weil sie sich ihren Glauben bzw. Aberglauben letzlich selber basteln, wenngleich sie sich gerne als „superkatholisch“ präsentieren.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


8 Kommentare on “Kritik an Valtortas Visionen ist „Teufelswerk“…”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Der Kollektivname häretischer Systeme

    Gnostizismus, ein Kollektivname häretischer Systeme in den ersten Jahrhunderten der Kirche.Das (griechische) Wort, welchem bei dem uralten Übersetzer des hl. Irenäus das lateinische agnitio entspricht (z. B. 1, 1, 1; 4, 33, 8), bedeutet eigentlich Erkenntnis, das Wissen, im biblischen und christlichen Sprachgebrauch gewöhnlich mit besonderer Beziehung auf religiöse Gegenstände. Der alte christliche Sprachgebrauch richtet sich nach den biblischen. Die heilige Schrift kennt aber eine zweifache Gnosis, ein echtes und ein falsches Wissen, deren eines sie rühmt und empfiehlt, während sie das andere brandmarkt und verwirft. Wie das Wissen noch heutzutage entweder als Steigerung des Glaubens oder als Gegensatz des Glaubens auftritt, so in der christlichen Urzeit die Gnosis.
    Zweifache Gnosis
    Die echte Gnosis

    Die echte Gnosis, die Gnosis im guten Sinn des Wortes, ist ein immer tieferes Eindringen in das innere Wesen des unwandelbar fest gehaltenen, von Gott geoffenbarten Glaubens, verbunden mit einer auf festen Beweisgründen ruhenden Überzeugung von dessen Wahrheit, ein immer allseitigeres Erfassen desselben mit allen Kräften des menschlichen Geistes, so daß derselbe vom Verstand aus das ganze Leben durchdringt (vgl. Röm. 15, 14; 1. Kor. 1, 5; 8, 1. 7. 10. 11; 12, 8; 13, 2. 8;14, 6; 2. Kor. 6, 6; 11, 6; Kol. 2, 3; 2. Petr. 1, 5. 6; 3, 18). Das ist die Gnosis, welche der Sohn Gottes geoffenbart und der Menschheit übergeben hat (Clemens Alex. Strom. 6, 7, ed. Potter II, 771); das ist „die vollkommene und verläßliche Gnosis“, um derentwillen die Christen zu Korinth in den ersten Zeiten allenthalben gerühmt waren (Clemens Rom. ep. I, c. 1); das ist jenes erhabene Ideal christlicher Geistesbildung und vollkommener Handlungsweise, (…) und welches die edelsten gebildetsten Männer der ersten Jahrhunderte unablässig anstrebten. Daher wird auch das Ideal des vollkommenen Christen von Clemens von Alexandrien in seinen begeisterten Schilderungen immer mit dem Namen Gnosticus bezeichnet (s. das ganze 6. und 7. Buch der Stromata, vgl. Strom. 2, 17). Eben dieser alexandrinische Clemens, welcher der vornehmste Stimmführer der wahren Gnosis im Altertum ist, erklärt an verschiedenen Stellen, was er unter derselben verstehe, und wie dieselbe nur auf dem Grund des Glaubens gedeihe; so Paed. 1, 6, ed. Potter I, 116; Strom. 2, 17 p. 468; 3, 5 p. 531; 6, 1 p. 736; 6, 8 p. 774 und besonders 7, 10 p. 864-866 (wo er sie den „vollkommenen und sicheren Beweis dessen“ nennt, „was man im Glauben bereits erfaßt hat, den Aufbau auf der Grundlage des Glaubens, wodurch man zum unfehlbaren Verständnis gelangt“). –

    https://katholischglauben.info/kirchenlexikon-die-irrlehre-des-gnostizismus/

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  2. Auch die Gesundheit und Reife und Harmonie und Glaubenskraft und spirituelle Entwicklung und die Reinheit und die BIldung und Ausbildung der jeweiligen individuellen Seele des Betreffenden haben einen Einfluss der Qualität und Reinheit und Klarheit und Deutlichkeit der aus dem geistig-spirituellen Bereich übermittelten Botschaften und der Erkenntnisse und Wahrnehmungsmöglichkeiten in dieser Hinsicht!

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  3. konnersreuther sagt:

    Ich bin noch auf eine interessante Mystikerin Adrienne von Speyr aufmerksam geworden.
    Sie sah den Himmel offen, sprach mit Heiligen, diese gingen neben ihr spazieren, plauderten mit ihr…die himmlische Welt ging bei ihr ganz normal neben dem alltäglichen Leben mit.
    Beim Telefonieren stand die Muttergottes neben der Seherin, gab dieser Grüsse an ihren geliebten Priestersohn Urs von Balthasar, einen Anhänger der Visionären, weiter.
    Sogar ein Bischof hat letztes Jahr ein begeistertes Buch über sie veröffentlicht.

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    • ester769 sagt:

      Nun ja, mir kommt die von Speyr schon immer etwas schwer seltsam vor.
      Und ihre Ideen, dass die Heiligen neben ihr spazieren gehen und überhaupt der ganze Himmel aufmerksam zuguckt, was die Dame gerade so treibt, erinnert mich an Sartres Jenseitsvorstellung in „das Spiel ist aus“.
      Das interessante daran ist, dass der Glaube lehrt, dass das Sein nach dem Tod das eigentliche Sein ist, dass die Heiligen die sind, die aus dem Tod ins Leben gegangen sind.
      Für Sartre und die von Speyr ist das eigentliche Sein das hier auf dieser Erde und die verstorbenen Heiligen die armen Würschte, die sich in der Betrachtung des Treibens hier auf der Erde noch ein bisschen Lebenssinn erhaschen können.
      Es ist eins, wenn bekennende Atheisten (Sartre) auf solcherlei Ideen kommen, auch und weil die griechische Mythologie selbiges beschreibt.
      Was anderes ist es aber, wenn man meint, dem sei wirklich so.
      Davon abgesehen ist es so, dass man als geistig empfindlicher, mit lebhafter Phantasie ausgestatteter Mensch sich einbilden kann, dass die Heiligen, die Muttergottes, Gott selbst permanent um einen ist, weil es ja so gelehrt wird, und man das auch aus der Schrift herleiten kann, aber es wird dann schief, wenn man meint, es sei wirklich so, wie sich manche in ihrer lebhaften Imaginationsfähigkeit vorstellen.

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      • Anonymous sagt:

        Ja, die gesamte Vorstellung, die Verstorbenen würden Anteil am diesseitigen Leben nehmen, halte ich für spiritistisch. Man kennt das aus diversen Ahnenkulten. Wenn die Bibel davon spricht, das uns eine „Wolke von Zeugen“ umgibt, dann ist eben genau das gemeint: Deren Zeugnis von Gottes Realität und Gnade, als sie noch auf der Erde wandelten. Nicht damit gemeint ist aber, dass die uns jetzt jeden Tag beobachten und auf der Pelle sitzen.

        Wenn bisweilen mit der Verklärung Jesu argumentiert wird, bei der auch Mose erscheint, dann lässt sich daraus kein Hinweis entnehmen, der Christ solle jetzt versuchen, täglich mit Moses zu kommunizieren. Jesus hat damals den Jüngern einfach mal einen kurzen Blick in die andere Welt gestattet, um zu demonstrieren, wer er ist. Mehr war da nicht.

        Und es ist keine Frage, dass bestimmte Wunschvorstellungen auch bestimmte „Erfahrungen“ generieren können.

        Gefällt 1 Person

    • Anonymous sagt:

      Nachdem Urs von Balthasar der maßgebliche Förderer von Frau von Speyr war, ist es natürlich eine „glückliche Fügung“, dass die Beziehung zwischen ihr und von Balthasar auf diese Weise durch die „Muttergottes“ abgesegnet wurde, Honi soit qui mal y pense. Und Menschen schreiben alle möglichen begeisterten Bücher über andere Menschen. So what?

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