Unklarheit über „Querida Amazonas“ und „Schlussdokument“ – was ist gewichtiger?

Mathias von Gersdorff

Das neueste Papstdokument „Querida Amazonas“ öffnet bekanntlich nicht den geringsten Spalt für reformkatholische Vorstellungen bezüglich Zölibats, Viri Probati oder Frauenämter.

Aus diesem Grund wurde schon in der vatikanischen Pressekonferenz die Frage gestellt, welche Autorität demgegenüber das Schlussdokument der Amazonas-Synode besitzt. Dieses Papier war dem Zeitgeist sehr entgegenkommend, was die oben genannten Themen betrifft.

Kardinal Baldisseri erklärte unmissverständlich, das Schlussdokument besitze keine lehramtliche Autorität (vgl. Minute 1:09:00 der Pressekonferenz: https://youtu.be/OoHdNVITDL8). – Hierzu benötige es die ausdrückliche Zustimmung des Papstes.

In seinem Mitteilungsblatt vom 12. Februar 2020 verschickte VaticanNews auch eine Stellungnahme von Kardinal Marx. Darin heißt es: „Kardinal Marx sieht den Synodalen Weg durch das Papstschreiben nicht beeinträchtigt. Er weist darauf hin, dass Franziskus das Schlussdokument der Synode, in dem sich Reformvorschläge finden, ausdrücklich bestätigt.“

Offensichtlich steht diese Aussage im direkten Widerspruch zur Aussage Kardinal Baldisseris in der Pressekonferenz.

Im Artikel selbst ist man (wohl bewusst) ungenauer und lässt die Frage der Autorität des Schlussdokumentes (einigermaßen) offen:

„Zugleich verwies Marx darauf, dass das Schlussdokument der Amazonas-Synode und das jetzt veröffentlichte Papstschreiben eine Einheit darstellten und zusammen betrachtet werden müssten: „Der Papst stellt klar: Das Gesamte ist die Frucht der Synode.“ Es sei bemerkenswert, dass Franziskus die Relevanz beider Schreiben betone und ausdrücklich nicht das eine durch das andere aufhebe.“

Kardinal Baldisseri gehört mitnichten zum konservativen Flügel. Dass er sich auf diese Weise ausdrückt, deutet darauf hin, dass man in Rom keine weiteren Diskussionen zu diesen Themen wünscht.

Erstveröffentlichung des Beitrags von Matthias v. Gersdorff hier: https://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2020/02/amazonas-dokument-versucht-man-die.html


4 Kommentare on “Unklarheit über „Querida Amazonas“ und „Schlussdokument“ – was ist gewichtiger?”

  1. Holger Jahndel sagt:

    „FRANZISKUS MUSS WEG“ – KARDINÄLE FORDERN, DEN PAPST AUS DER KIRCHE AUSZUSCHLIESSE
    CATHOLICA 15. April 2018180
    (David Berger) Papst Franziskus und Angela Merkel haben nicht nur eine Neigung zum Islam-Appeasement und zur Refugees-welcome-Ideologie gemeinsam. Auch die Tatsache, dass sie für…

    https://philosophia-perennis.com/2018/04/15/franziskus-muss-weg-kardinaele-fordern-den-papst-aus-der-kirche-auszuschliessen/

    DER HEILIGE STUHL, DER ISLAM UND DIE UN-MENSCHENRECHTSCHARTA
    ETHIK 2. August 201713
    (Franz Deckenbrock) Die Menschenrechte stellen jene Rechte dar, die einzelne Personen vom Staat einfordern können. Der Heilige Stuhl ist einer der wenigen Staaten, die diese Rechtsforderungen der Vereinten Nationen nach wie vor ablehnen. Auch die Europäische Menschenrechtskonvention wurde bisher vom Heiligen Stuhl nicht unterzeichnet.

    https://philosophia-perennis.com/2017/08/02/der-heilige-stuhl-der-islam-und-die-un-menschenrechtscharta/

    WARUM WIR IN DER NEUEN VÖLKERWANDERUNG DIE IDEE DER PHILOSOPHIA PERENNIS BRAUCHEN
    ALLGEMEIN 12. November 201712
    Es gibt ein starkes philosophisches und gesellschaftliches Ideal, das wir der islamischen Ideologie entgegensetzen können: es ist jenes der philosophia perennis. Dort, wo alles brüchig ist und aus unseren abendländischen Sicht menschenverachtende Barbaren zunehmend die Macht an sich reißen, bekommt die Besinnung auf das Bleibende, auf von Konventionen, Konfessionen, Religionen, Kulturen und weiteren soziologischen Einflussfaktoren unabhängige Werte, die in einer ebenso unabhängigen Metaphysik wurzeln, eine ganz neue Relevanz.

    https://philosophia-perennis.com/2017/11/12/philosophia-perennis/

    Der Theologe und Journalist und Philosoph David Berger mit seinem Weblog „Philosophia Perennis“ und seinen Artikeln als Wertkonservativer und christlicher Humanist und Querdenker und Zeitkritiker und Non-Konformist und Nicht-Anpasser und Nicht-Mainstream

    https://philosophia-perennis.com/

    ABENDLAND
    DIE DEMOKRATIE VERDANKT IHR BESTEHEN DEM CHRISTENTUM
    Von PP-Redaktion -21. Juli 20190

    https://philosophia-perennis.com/2019/07/21/die-demokratie-verdankt-ihr-bestehen-dem-christentum/

    PHILOSOPHIE
    Konservativer Kämpfer für Meinungsfreiheit und Katholizismus: Robert Spaemann ist tot
    Von David Berger -11. Dezember 20180

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    (David Berger) Im Alter von 91 Jahren verstarb gestern in Stuttgart der weltweit anerkannte katholische Philosoph Robert Spaemann. Er war Berater des heiligen Papst Johannes Paul II. und ein Freund von Papst Benedikt XVI.

    https://philosophia-perennis.com/2018/12/11/konservativer-kaempfer-fuer-meinungsfreiheit-und-katholizismus-robert-spaemann-ist-tot/

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  2. Jürg Rückert sagt:

    Ich nehme an, der Papst wollte tatsächlich einen „virus probatus“ am Amazonas frei setzen. Der deutsche synodale Sonderweg wie auch der emeritierte Papst brachten ihn wohl aus unterschiedlichen Gründen zur Erkenntnis, dass eine unkalkulierbare Pandemie folgen würde.

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  3. Alles wie gehabt: Hybride Kommunikation läßt alles in der Schwebe und hat zur Folge, dass die einen enttäuscht, die anderen erfreut und alle zusammen irritiert sind. Zwar werden in QA weder vir probati noch die Frauenweihe oder ein eigener Amazonas-Ritus eingeführt, aber das Schlussdokument (welches alle drei fordert) ausdrücklich „offiziell vorgestellt“. Bedeutet dies die offizielle Billigung des Textes durch den Papst? QA korrigiert weder das Abschlussdokument, noch ersetzt es dieses und somit trifft es also auch keine verbindlichen Feststellungen.

    Der Papst will lediglich „einen groben Rahmen für die Reflexion“ bieten, als leite er nicht die Kirche Christi, sondern ein universitäres Proseminar. Damit relativiert er selbst QA als eine Art unverbindlichen Diskussionsbeitrag, zudem er darauf hinweist, am Schlussdokument hätten „viele Menschen mitgearbeitet, die die Problematik Amazoniens besser kennen als ich und die Römische Kurie“.
    Das Endlospalaver über die Topthemen der kirchlichen 68er Spätlese wird munter weitergehen, alle möglichen Diskussionsbeiträge werden sich auf den Papst beziehen (können), den der genaue Regelungscharakter des Schlussdokumentes mit seinen Forderungen nach vir probati, Frauenordination und Amazonas-Ritus ist, höflich ausgedrückt, unklar.

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