Gedicht: „Es muß d o c h FRÜHLING werden!“

Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß  d o c h  Frühling werden.

Und drängen Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möcht´ vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren.

Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll’ auf Erden,
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muß d o c h Frühling werden!

Von Emanuel Geibel (1815 – 1884)

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Tübingen: Grüner OB Palmer warnt die CDU vor weiterem Linksruck

Der schwäbische Grüne, Buchautor und Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, ist seit Jahren als Querdenker auch in den eigenen Reihen bekannt. Vor allem hinsichtlich einer ausufernden Asylpolitik warnt er vor Naivität und einer Vernachlässigung der Inneren Sicherheit.

Angesichts der Rückzugs-Entscheidungen der CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) erklärte der Politiker durchaus mit Bedauern, es gäbe „keine konservative Partei mehr“ in unserem Land. Parteien sollten aber „unterscheidbar“ sein – und zwar gerade im Sinne einer gut funktionierenden Demokratie.

Hier der Wortlaut seiner Äußerung auf Facebook:

„Ich finde den Rückzug von AKK richtig. Sie ist nie im Amt angekommen. Die CDU unter Merkel hat ihre politische Rolle nicht mehr wahrgenommen.

Es gibt keine konservative Partei mehr in Deutschland. Merkel hat so viel SPD und Grün aufgenommen, dass von Union nicht mehr viel übrig blieb. Das ist auch schlecht für SPD und Grün, die einen zehren sich an der Macht aus, den anderen bleibt die Macht verwehrt.

Gut also, wenn die Union nach Merkels Versuch, durch AKK ihre Ära zu verlängern, wieder zu sich selbst findet. Logischerweise wird dass dann von Links als Rechtsruck kritisiert werden.

Daran ist nichts schlimm. Parteien müssen unterscheidbar sein und rechts hat in der Demokratie die gleiche Berechtigung wir links, solange das Grundgesetz geachtet wird.“

Quelle des Zitats: https://www.facebook.com/ob.boris.palmer/posts/3000861719953340


Fundiertes Buch über den Jesuitenpater und Märtyrer August Benninghaus aus Münster

Von Dr. Lothar Stresius 

Buch-Daten: Rieke-Benninghaus, Hermann: August Benninghaus SJ. Norderstedt – Books on demand (Neubearbeitung) 2019. 100 S., Ill., br., € 4,99. ISBN 978-3-7431-4138-4. – Bestellung hier: https://www.bod.de/buchshop/august-benninghaus-sj-hermann-rieke-benninghaus-9783743141384

Am 20. Juli 1942 ist der Jesuitenpater August Benninghaus im Alter von 62 Jahren im Konzentrationslager Dachau verstorben. Entkräftet und gekennzeichnet durch Mangelkrankheiten hatte er noch vier Tage im Lagerlazarett verbracht.

Am 10.8. erhielt die Friedhofverwaltung seines Heimatortes Ankum (damals Bezirk Osnabrück) ein Paket mit einer Bescheinigung, dass es sich bei der mitgeschickten Blechdose um die Urne mit der Asche von P. Benninghaus handle.

Die Urne wurde auf dem Ankumer Friedhof beigesetzt. Auf seinem Grabmal steht geschrieben: „Märtyrertod Dachau“.

Benninghaus gehörte zu den ca. 700 Geistlichen, die in Dachau ermordet worden sind.

„Pater August Benninghaus ist als Zeuge für Christus gestorben. Er ist ein Märtyrer, das heißt, daß er um des Glaubens willen verfolgt wurde und den gewaltsamen Tod erlitten hat“ (S. 92).

Das sind die letzten Sätze aus dem hier vorgestellten Buch von Hermann Rieke-Benninghaus, einer Biographie des Jesuitenpaters.

Der Autor beschreibt den Lebensweg des Jesuiten: Kindheit und Jugend in Ankum, Jesuitenausbildung, Priesterweihe 1913, Feldgeistlicher während des 1. Weltkriegs, Betreuung und Seelsorge in Jugendverbänden und Krankenhäusern, Exerzitienmeister und Volksmissionar. Großen Zuspruch fanden die von Benninghaus gehaltenen Exerzitien.

BILD: Im KZ Dachau waren ca 3000 katholische Priester inhaftiert

Den größten Teil seiner Biographie widmet der Autor der Zeit ab 1933: Hier geriet der Jesuit in immer bedrohlichere Konflikte mit den Nationalsozialisten.

Der Autor stellt die Arbeit von P. August in den größeren politischen Zusammenhang  – die Situation der katholischen Kirche nach Abschluss des Reichskonkordats. Er erzählt Begebenheiten aus dem Leben der Familie Benninghaus. Mehrmals kam es zu Strafverfahren gegen den Jesuiten, weil er sich kritisch zur nationalsozialistische Weltanschauung geäußert hatte.

Am 27. Juni 1941 wurde Benninghaus „wegen staatsfeindlicher Äußerungen bei Rekrutenexerzitien in Schutzhaft genommen“ – so die Begründung der Gestapo (S. 60).

Zwar wurde dieses Verfahren wegen Mangel an Beweisen eingestellt, aber im September wurde er als politischer Häftling zuerst in das KZ Sachsenhausen eingewiesen und dann nach Dachau verlegt. Der Verfasser beschreibt ausführlich die Zustände im Lager:

In Dachau waren die katholischen Priester im „Sonderblock 26“ untergebracht. Schikanen der SS-Leute waren an der Tagesordnung. So sollte Benninghaus am Karfreitag, 3. April 1942, vor dem Wachpersonal das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ singen. Seine Weigerung beantworteten die SS-Leute mit Schlägen. „Jedoch stimmte er das Lied nicht an. Wieder wurde er misshandelt und so lange geschlagen, bis er endlich mit schwacher Stimme das Lied sang“ (S. 75). Den Lazarettaufenthalt hat P. August nicht überlebt.

Das Buch von Herman Rieke-Benninghaus verbindet detaillierte Informationen über den Jesuiten (einschl. zeitgenössische Fotos und Dokumente) mit einer Einordnung in den zeitgenössischen kirchlichen Kontext:

„Pater August Benninghaus wurde in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen. Sein Gedenktag ist am 20. Juli“ (S. 91).

Es erinnert an ein Einzelschicksal eines katholischen Priesters während des Nationalsozialismus, steht aber auch beispielhaft für den Widerstand in der katholischen Kirche – ein Widerstand, der bekanntlich mit dieser Konsequenz nicht überall in der Kirche anzutreffen war. 

Diese Buchbesprechung von Dr. Lothar Stresius aus Aachen erschien zuerst in der Zeitschrift „Erbe und Auftrag“ – wir danken dem Autor für die freundliche Abdruckserlaubnis.

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