Verhängnisvolles Karlsruher Urteil: ALfA lehnt organisierte Selbsttötung ab

Pressemeldung der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA):

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, nachdem das Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zum Selbstmord verfassungswidrig sei, bedeutet einen Paradigmenwechsel für Deutschland.

Bisher war aus gutem Grund der geschäftsmäßige assistierte Suizid verboten. Dies ist nun anders: Auch in Deutschland werden zukünftig Menschen auf Dienstleister zurückgreifen können, um sich selbst das Leben zu nehmen.

Das Bundesverfassungsgericht argumentierte, dies sei dem „Recht auf Selbstbestimmung“ geschuldet, zu dem auch ein „Recht auf einen selbstbestimmten Tod“ gehöre.

Diese Argumentation ist nicht nur aus christlicher Sicht abzulehnen: Genauso wenig, wie der Mensch sich selbst ins Leben rufen kann, sollte eine Gesellschaft die Voraussetzungen dafür schaffen, dass er sich dieses Leben selbst jederzeit nehmen kann.

Besonders erschreckend ist, dass das Bundesverfassungsgericht dieses Recht auf Selbsttötung auf alle Lebensphasen und -situationen angewendet sehen will. Das bedeutet: Jeder hat das Recht auf Selbsttötung, unabhängig von Alter und Krankheit.

Der assistierte Suizid wird dabei gepriesen als humaner, selbstbestimmter Ausstieg aus einer Situation, die als bedrohlich empfunden wird. Wie wenig selbstbestimmt der sogenannte assistierte Suizid tatsächlich ist, zeigen die Erfahrungen aus anderen Ländern:

In den Niederlanden hat die zunehmende Tötung demenzkranker, also nicht selbstbestimmt handelnder Patienten bereits zum Rücktritt eines Mitglieds einer Euthanasiekommission geführt. Eine dieser Patientinnen musste von der Familie festgehalten werden, damit der Arzt das Tötungsmittel verabreichen konnte.

Auch aus Kanada berichten Ärzte, dass Patienten sich dem Druck der Familie beugen und um Tötung bitten.

„Eine humane Gesellschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass sie ihre Fürsorgepflicht für jeden Einzelnen ernst nimmt und ihr nachkommt. Es gibt ein Recht auf Leben, und es gibt ein Recht darauf, in Ruhe sterben zu dürfen, aber es gibt kein Recht auf Töten“, erklärt die Bundesvorsitzende der ALfA, Cornelia Kaminski (siehe Foto).

„Unsere Aufgabe muss es sein, Leiden so zu lindern, dass es nicht als unerträglich angesehen wird. Dazu gehört ein Ausbau und eine stetige Verbesserung der Palliativversorgung – sowohl in medizinischer als auch in pflegerischer Hinsicht.“

Besonders schwerwiegend sei es, dass von Ärzten verlangt werde, den Wünschen nach Versorgung mit Tötungsmitteln nachzukommen:

„Es ist ärztliche Aufgabe, zu heilen und Leben zu retten – und nicht, es vorzeitig zu beenden, selbst wenn das im Einzelfall dem Willen des Patienten entspricht.“

Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein – ob geboren oder ungeboren, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung. Die ALfA hat mehr als 10.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).

 


23 Kommentare on “Verhängnisvolles Karlsruher Urteil: ALfA lehnt organisierte Selbsttötung ab”

  1. Klöckner Gerti sagt:

    Den hab‘ ich eingegeben, warum wurde er nicht freigeschaltet, wir haben Meinungsfreiheit! Oder doch Presse Diktat?

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  2. Mose sagt:

    Gutmenschen meinen es doch nur gut. Sie meinen es auch gut mit den Menschen, die sterben wollen. Weiter können sie nicht denken als nur über ihre gute Tat. Komplexere Zusammenhänge und Folgen übersteigen ihren Horizont.
    Das Recht auf Leben wird immer mehr zurückgedrängt werden. Zuerst Kindestötung, da denkt sich der Normalbürger nichts mehr dabei. Selbst Kirchen tolerieren dies. Bald wird es heißen: „Ist der Alte immer noch da?“
    Heute sollen die „Grünen Engel“ für Organspende werben (selbst gehört), morgen möglicherweise für eine Selbsttötung. Der Möglichkeiten sind keine Schranken mehr gesetzt.

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    • Holger Jahndel sagt:

      Aus der Schweiz http://www.zeit-fragen.ch Zeit-Fragen Magazin, siehe auch ÖDP als Ökologisch Demokratische Partei zur Bioethik http://www.oedp.de und die Bücher von Gerhoch Reisegger und der christlichen Psychologin Christa Meves und den Internetauftritt von Eva Hermann und der Soziologin Gabriele Kuby usw.
      Siehe auch den „Bund Katholischer Ärzte“ (BKA) Deutschland und auch den Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger mit seinem Internetauftritt „Philosophia Perennis“.
      Es beginnt mit der Sterbehilfe, aber ich fürchte, damit wird es nicht aufhören – bis hin zur Euthanasie. Es war auch erst das Christentum, dass den Infantizid als Säuglingstötung dann abgeschafft hat.

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      • Klöckner Gerti sagt:

        Wenn man nicht selber betroffen ist, kann man leicht ein Urteil fällen!. Die Pflegeheime sind überfüllt. An Pflegepersonal mangelt es überall. Zudem, es sind nicht alle Familienmitglieder in der Lage, ihre Angehörigen daheim zu begleiten, weil, der eigene Lebensunterhalt erworben werden muss! Zudem wer hat das Recht, sich über den Willen eines Menschen hinweg zu setzen, seine Bedürfnisse und Lebensqualität in Frage zu stellen???

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      • Holger Jahndel sagt:

        Der Theologe und Journalist und Philosoph David Berger und seine „Philosophia Perennis“

        https://philosophia-perennis.com/

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      • Holger Jahndel sagt:

        Verantwortung für die Familie – die christliche Psychologin Christa Meves

        Startseite – VfA

        Startseite – VfA
        Verantwortung für die Familie – die christliche Psychologin Christa Meves

        http://www.vfa-ev.de/?id=10

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      • kaspar hauser sagt:

        Zum Kommentar Klöckner Gerti:
        Die überfüllten Pflegeheime, der Mangel an Pflegekräften und die Zeitnot von Angehörigen können doch keine Kriterien für einen Selbstmord eines Krankes sein!
        Es ist unsere Pflicht, die Lebensqualität Betroffener zu erhalten, wo es geht. Deshalb gibt es Menschen, die in Pflegeinrichtungen arbeiten, unterbezahlt, da der Beruf in der Gesellschaft nicht geschätzt ist (zum Beispiel von den Angehörigen, die keine Zeit haben, da sie Geld verdienen müssen! – wie sie so schön sagen), die Überstunden schieben ohne Zahl…und die sich aber nie ein Urteil erlauben würden, wenn ein Mensch den Suizid begangen hat.
        Vielleicht haben Sie, Frau Klöckner, sich im ersten Moment etwas falsch ausgedrückt – denn so wie Sie schreiben, wären überfüllte Pflegeheime, Fachkraftmangel und die Berufstätigkeit der Angehörigen Gründe, die dem Suizid eines Kranken vorausgehen!! Das kann ja wohl nicht angehen!

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      • Holger Jahndel sagt:

        Siehe auch den „Bund Katholischer Ärzte“ (BKA) Deutschland dazu und den Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger und das internationale Schiller Institut.

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      • Holger Jahndel sagt:

        Eva Herman – Die offizielle Webseite – Politik, Medien …www.eva-herman.net
        Eva Herman – Die ehemalige Tagesschausprecherin, ARD-Moderatorin und Autorin veröffentlicht aktuelle Artikel zu Politik, Medien, Meinungsfreiheit…
        ‎Aktuelle Meldungen · ‎Eva Herman – ehemalige … · ‎Eva Herman – Impressum · ‎Politik

        http://www.eva-herman.net

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      • Holger Jahndel sagt:

        Verantwortung für die Familie – die christliche Psychologin Christa Meves

        Startseite – VfA

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        http://www.vfa-ev.de/?id=10

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  3. killema sagt:

    Um sich selbst das Leben zu nehmen.————-Was für ein Ausspruch.Wer gegen das Gesetz ist,soll mal in eine Abteilung gehen wo die Menschen liegen die nicht Sterben dürfen weil der Gesetzgeber es Verbietet.Man läßt kein Tier Leiden,wenn ja,wird er Bestraft.In den Krankenhäuser lässt man die Menschen nutzlos an Maschinen Leiden.Was für eine Einstellung.

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    • dorrotee sagt:

      Es gibt für solche Fälle eine Patientenverfügung. Niemand muss unnötig stark an den Maschinen der Krankenhäuser zu liegen.
      Das kann man ablehnen. Und in manchen Fällen macht es sicherlich auch Sinn, den Patienten nicht sinnlos leiden zu lassen.

      Mit diesem Urteil soll aber Tür und Tor für alle Menschen gleich welchen Alters und welcher Lebensüberdrüßigkeit geöffnet werden, sich das Leben nehmen zu können.
      Somit kann ein depressiver 45-jähriger nun durch ein paar Äußerungen beim Arzt, des Lebens überdrüssig zu sein , sich das Leben nehmen und das ganz legal mit einer gewerbsmäßigen Sterbehilfegesellschaft. Ich glaube, der Suizidgefährdete braucht nur mehrmals den Wunsch äußern.

      Ich sehe schon die Hochglanzflyer in den Praxen liegen: Sterben ganz einfach und schmerzfrei.:- (Mit nur 3 Gesprächs-Terminen und der „Himmel „steht Ihnen offfen.

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  4. Dieses Urteil des BVG ist abzulehnen. Er begründet es mit einem angeblichen „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“, weitet also das vom GG bestätigte Recht auf Selbstbestimmung auf den Selbstmord aus und missachtet damit die vom GG ebenfalls bestätigte sittliche Begrenzung dieses Selbstbestimmungsrechts. Zu dieser Begrenzung gehört auch das Verbot der Tötung eines Menschen, und der Selbstmord ist eben auch die Tötung eines Menschen. Aber das erlebt man immer wieder: Mit der Logik haben es unsere „Fortschrittlichen“ nicht so.

    Was wird die nächste Folgerung dieses Fehlurteils sein? Ganz klar: Demnächst wird man nicht mehr jemanden, der sich gerade aufhängt, an seinem Selbstmord hindern dürfen. Es ist ja eine Verletzung seines Selbstbestimmungrechts!

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    • Holger Jahndel sagt:

      Die Diskussion um die Sterbehilfe ist sicherlich eine sehr schwierige ethische Diskussion. Siehe auch den „Bund Katholischer Ärzte“ (BKA) Deutschland und auch das Zeit-Fragen Magazin aus der Schweiz und auch die internationale Epoch Times Deutschland Zeitung und das GEO-Magazin und die BüSo und ÖDP usw.

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  5. gerdhagedorn sagt:

    In was für einem herrlichen Land müssen wir doch leben !!

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    • dorrotee sagt:

      @gerdhagedorn
      Ich hoffe aus tiefen Herzen, dass es zynisch gemeint ist. Schön wäre es, wenn sie es mit ein Zwinkersmile 😉 anzeigen könnten.
      Dann ist es für den Leser auf jeden Fall klar.

      Wenn es nicht zynisch gemeint ist, wäre meine Antwort darauf_
      In was für einem fürchterlichen Land müssen wir doch leben!!

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  6. gruss aus konnersreuth sagt:

    Genau sowas haben die Nazis doch auch versucht, um es dann als humanitäre Notwendigkeit zu verkaufen. Aber das wäre doch eine Möglichkeit, der Alterspyaramide vorzubeugen: Wer sich nicht mehr selbst versorgen kann, wer schwierig im Umgang wird, wer zu viel kostet, der wird einfach diskret entsorgt.
    Jetzt dürfen das noch Privatunternehmen, aber vielleicht entdeckt der Staat dies als zusätzliche Einnahme-Quelle: Sparmassnahme und Problementsorgung in einem. Diskret in abgelegenen Kliniken – wie bei den Nazis.
    Wir haben alle Angst, dass irgendwelche Nazis wieder aufstehen könnten und die Politik beeinflussen könnten oder übernehmen. Und da, wo Nazi-Ideologien gefällig unters Volks gebracht werden, nicken das alle Gutmenschen brav ab. Ist das doch lediglich eine erweiterte Abtreibung, womit ich mich meiner Verantwortung meiner eigenen Familie gegenüber und meinen Mitmenschen gegenüber entledigen kann.
    Nun, so eine Privatfirma für Suizid muss auch funktionieren und rentabel sein. Also gute Werbung machen, Sonderangebote anbieten, die Gesellschaft unterschwellig für mein Unternehmen interessiert und geneigt zu machen.
    Was kommt da noch auf uns zu?
    Wo sind die Gutmenschen, um so etwas zu verhindern?

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    • Stefan Kunz sagt:

      Die Gutmenschen sind damit beschäftigt, die Nazis an der falschen Ecke zu suchen. Gut gesteuert von den wahren Nazis, die sich so geschickt versteckt halten.
      Das Rezept funktioniert doch auch bei den vermeintlichen Umweltschützern, den Grünen.

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    • Achim sagt:

      gruss aus konnersreuth, erzählen Sie uns diesen Schwachsinn noch einmal, wenn Sie als Krebskranker im Endstadium hilflos, elendig und unter grauenhaften Qualen verrecken, während Ärzte Sie mit Magensonde und künstlicher Ernährung „am Leben erhalten“.

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      • Guten Tag,
        halten Sie sich bitte mit Polemik („Schwachsinn“) gegenüber anderen Kommentatoren zurück und bleiben Sie sachlich.
        Übrigens: Menschen „verrecken“ nicht, sondern sterben.
        Sodann habe ich mich selber lange um eine uralte und alleinstehende Dame gekümmert, die mit einer Magensonde noch gut und gerne ein weiteres Jahr gelebt hat (sonst eben nicht!).
        Noch eine Stunde vor ihrem Tod habe ich sie besucht und mir ihr gebetet, über Schmerzen hat sie nie geklagt, auch nicht nach dem Einsetzen der Magensonde.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Gruss aus Konnersreuth sagt:

        Lieber Achim, ich bin seit fast 30 Jahren in der Pflege tätig und habe schon viele sterbende Menschen betreut. Ich habe da ausgehalten, wo die Angehörigen nicht mehr konnten, wo es schwer ist, beizustehen, wo es anderen vielleicht auch zu viel ist, weil sie den Zustand des Kranken, die Gerüche und andere Dingen, die sich einstellen, nicht ertragen können.
        Gottseidank kann man heutzutage die Schmerzen besser lindern, Sterbende werden von einem Palliativnetz betreut.
        Wie es mir selber ginge, kann ich nicht sagen, aber ich würde auch niemanden verurteilen, der in diesem Zustand einen Suizid begangen hat. Das Urteilen darüber steht mir gar nicht zu.
        Die erbwerbsmässige Beihilfe zum Selbstmord ist aber nicht hinnehmbar.
        Lieber Achim, ich denke, Sie sorgen sich bestimmt in Ihrer Freizeit um kranke Menschen oder Sterbende, besuchen diese und versuchen, Ihnen Trost zu spenden. Es gibt so viele Menschen, welche alleine sterben müssen, die keinen Besuch bekommen, bei denen niemand als Besuch und Beistand aushalten will, oder die gar keine Angehörigen haben. Das tun sie doch auch, oder? Oder ist Ihnen das Beschimpfen Ihrer Mitmenschen, welche nicht der gleichen Meinung sind, vielleicht bedeutender?
        Aber wenn Sie das Sterben eines Menschen mit „Verrecken“ gleich setzen, nehme ich an, dass Sie mit diesem Thema lieber nichts zu tun haben wollen. Sie werden bestimmt Ihre Gründe haben, die Ihnen niemand absprechen will.
        Gruss aus Konnersreuth

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      • Boxheimer sagt:

        Achim: Dann beginnen wir, schon mal fleißig zu sparen! Denn hilflos und elendig im Endstadium einer Krebserkrankung wird keine Berechtigung sein, dass uns eine Firma kostenlos den Freitod liefert. Die lassen sich das gut bezahlen. Sind wir hilflos und elendig im letzten Stadium von Krebs und ersehnen uns eine endgültige Erlösung – haben aber kein Geld für die Firma, ist es dieser und der Gesellschaft egal, was mit uns wird.
        Also zu den Kosten des Bestatters (Sterbeversicherung) noch sicherheitshalber eine „Suizidversicherung“ abschließen, für alle Fälle, man weiß ja nie, wie es kommt.
        OK – vielleicht ist dann der Konkurrenzkampf zwischen den Suizid-Zulieferern mittlerweile so groß, dass es dann Discount-Unternehmen gibt. Selbstmord zu Dumping-Preisen, natürlich mit Qualitätseinbußen. Was für eine soziale, heile Welt! Was für ein eigenständiges Leben und Sterben! Ist das in Ihrem Sinne, Achim? Und S i e reden von „Schwachsinn“?

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