Zum Niedergang der CDU: Der Partei fehlt ein Wertegerüst und der Kompaß

Von Peter Helmes

Freiheit und Subsidiarität war früher, Verbeugung vor dem Zeitgeist ist heute. Die CDU hat – wie nahezu alle Parteien – über viele Jahre hinweg ihre innere Struktur sowie ihr äußeres Erscheinungsbild geändert.

Bei der CDU geschah (und geschieht) dies aber so radikal und fundamental, daß die Partei im Vergleich zu ihrem Erscheinungs- und Meinungsbild in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens nicht mehr wiederzuerkennen ist.

Der CDU ist ein erkennbares Profil abhandengekommen, ja, sie scheint nicht einmal mehr in der Lage zu sein, programmatisch, strategisch, aber auch kommunikativ noch eigene Akzente zu setzen. Nicht einmal die derzeit anlaufende Kandidatendebatte verspricht Besserung. 

Nicht das aktuelle Durcheinander und Personalgerangel sind schuld an der Situation; denn das sind bloß die Auswirkungen. Verantwortlich für das politische und vor allem inhaltliche Chaos ist Angela Merkel.Ich habe in Wort und Schrift schon früh darauf hingewiesen: Ihr fehlen vor allem elementare Tugenden, vor allem eine innere Bindung an die CDU und ein Wertegerüst, das ihr Kompaß hätte sein können.

1991 – damals war Merkel Jugendministerin – bin ich ihr zum ersten Mal persönlich anläßlich eines Jugendkongresses der CDU begegnet, Hermann Gröhe, der spätere CDU-Generalsekretär, begleitete sie.

Wir hatten ernste Probleme zu besprechen. Es ging u.a. um die Scientology-Sekte. Das Thema, das mich, aber auch Gröhe, sowohl politisch als auch emotional „packte“, schien mir bei ihr „ein Tagesordnungspunkt“ (unter vielen) zu sein. Inneres Engagement – etwa geboren aus christlicher Überzeugung – vermißte ich schon damals.

Seitdem wurde ich dieses Gefühl nie los, im Gegenteil, es wurde zur Gewißheit und führte schließlich zu der (nicht nur von mir) vielfach kritisierten „Politik der Beliebigkeit“ – oder, höflich ausgedrückt: zu einer „Politik der Sachzwänge“, heute so, morgen so. Ein Markenkern Merkelscher Persönlichkeit.

So hat die CDU keine Zukunft

Dieser Geist hat sich in die CDU regelrecht hineingefressen. Pragmatismus und Opportunismus ersetzen Fundamente.

Das organisatorische Gerüst der Partei steht zwar noch. Aber wenn die Eckpfeiler verschwinden, bricht alles zusammen.

Die Alten waren Garanten, viele der Neuen in der Partei, vor allem der Jüngeren, suchen die schnelle Karriere, das schnelle Geld. Sie mögen der Union hier und da etwas Glamour verschaffen, aber ohne Tiefenwirkung.

Eines aber vermitteln sie nicht: ein Gefühl der Heimat, der Geborgenheit, der Zusammengehörigkeit. Wenn eine Partei kein Heimatgefühl mehr bietet, fehlt ihr die Seele. Aber ohne Seele stirbt die Partei nach und nach ab.

So zerstört die CDU sich nun selbst. Ein trauriges Ende für die einst staatstragende Union.

Den vollständigen Text unseres Autors Peter Helmes lesen Sie hier: https://conservo.wordpress.com/2020/02/28/zur-lage-der-cdu-ohne-wertegeruest-ohne-kompass/


9 Kommentare on “Zum Niedergang der CDU: Der Partei fehlt ein Wertegerüst und der Kompaß”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Der Theologe und Journalist und Philosopha David Berger mit seiner „Philosophia Perennis“

    https://philosophia-perennis.com/

    Liken

  2. Marienzweig sagt:

    Ist denn „Heimat“ überhaupt noch gefragt?
    Dieser Begriff steht mittlerweile im Verdacht, „rechts“ zu sein.
    Und das ist ganz, ganz verwerflich.
    Auch ein Alkoholabhängiger ist meistens erst in der Lage, Hilfe zu suchen, wenn er ganz unten angekommen ist, so muss wohl die CDU erst noch weiter absacken, ehe sie sich selbstkritisch in den Blick nimmt und zu ihren Wurzeln zurückkehrt.
    Wird sie künftig in der Mehrzahl nicht mehr gewählt, dann wird das umso eher geschehen.
    Allerdings, so ist zu vermuten, dass sich ehemalige Wähler stattdessen den Grünen zuwenden und das ist m.E.auch nicht viel besser.
    .

    Gefällt 2 Personen

  3. Stefan Kunz sagt:

    Sehr gute Darstellung der CDU heute. Und dieser Zustand steht für ein Auferstehen der AfD!
    Der selbe Zustand herrscht aber auch in der SPD und sowieso bei den Grünen.
    Das schnelle Geld, die persönliche Bereicherung und Vorteilsnahme! Andre Gründe gibt es für führende Politiker dieser Parteien kaum noch, um in die Politik zu gehen.
    Diese Vereinheitlichung der besagten Altparteien, und das ist meine Meinung, obliegt einem perversen SED/Stasiplan, der 89 mit Zulassen der DDR-Bürgerproteste gestartet wurde. Infiltration westlicher Parteien, Ministerien und Behörden und öffentlicher Instutionen war der erste Schritt, langsames Zerstören der selben von Innen nach Aussen der nächste. Der nächste läuft gerade, die Vereinheitlichung sämtlicher übernommenen Parteien in einer neuen Deutschen Einheitspartei, wenn nicht sogar in einer neuen Europäischen Einheitspartei.

    Gefällt 2 Personen

    • cherusciano sagt:

      Das hat mehr mit einer Verschwörungstheorie als mit der Realität zu tun. Anderseits teile ich als gestandenes CDU-Mitglied weitgehend die Meinung von Peter Helmes. Friedrich Merz ist wohl einer der letzten Versuche, der Partei wieder ein konservativ-liberales Profil zurückzugeben, was sie früher stark gemacht hat. Wird wohl aber an NRW und dem „Gute-Laune-Bär“ (WamS) Laschet scheitern.
      Die etablierten Abgeordneten fürchten nichts mehr, als dem herrschenden Zeitgeist entgegenzutreten.
      Könnte sie um ihr Mandat bringen. Lieber schauen sie zu, wie die AfD ihr die konservativen (zunehmend auch christliche) Wähler abspenstig macht.
      Ein Kanzlerkandidat sollte, wie ich meine, als Erstes mal diesen widersinnigen Gender-Wahn (bei aller Toleranz gegenüber Homosexuellen, aber gegen Unisex-Toiletten in Berlin und ähnlichen Unsinn) sowie die Abtreibungsproblematik offensiv im Wahlkampf thematisieren, wie Trump das offenbar vorhat und damit leider für weitere vier Jahre wieder ins Weiße Haus einziehen dürfte.
      Juchtenkäfer und Eidechsen genießen, himmelschreiend, bei uns inzwischen mehr Schutz als das ungeborene Leben. Und das, obwohl die befruchtete menschliche Eizelle bereits unvorstellbare drei Milliarden Informationen enthält. Mensch von Anfang an ist, wie das Bundesverfassungsgericht geurteilt hat. Aber wer weiß das schon und ist bereit, das zur Kenntnis zu nehmen und entsprechend zu handeln!

      Gefällt 1 Person


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