Sievernich: Zwischen Zuckerbrot und Peitsche, Kitsch und „Rachemadonna“

Von Felizitas Küble

Die kleine Ortschaft Sievernich sorgte jahrelang für Schlagzeilen im Blätterwald, nicht nur im kirchlichen, auch in der weltlichen Presse, denn dort sei von der Jahrtausendwende bis zum Jahr 2005 die Himmelsmutter einer jungen Frau erschienen  – und nicht nur dies: auch Engel, Heilige und verstorbene Seelen gaben sich ein Stelldichein in der Pfarrkirche dieses unscheinbaren Dorfes. „Übernatürliche“ Phänomene sollen in der  Sievernicher „Gebetsoase“ freilich noch bis heute vorkommen.

Obwohl schon nach kurzer Zeit klar war, daß die „Botschaften“ der Seherin Manuela Strack aus Düren ebenso überflüssig wie theologisch teils geradezu abenteuerlich waren, sah sich Bischof Heinrich Mussinghoff nicht zum Einschreiten veranlaßt, sondern ließ den Geschehnissen ihren vermeintlich „frommen“ Lauf.  Zwar vermied der Aachener Oberhirte jede amtliche Anerkennung der „Privatoffenbarung“, ließ es aber z.B. zu, daß die „Erscheinungen“ in der Sievernicher Pfarrkirche stattfanden.

Zwischen Glaube und Aberglaube verwischen sich im Bereich der Volksfrömmigkeit ohnehin leicht die Grenzen – und so denken sich wohl manche Kirchenmänner: Hauptsache, die Leute beten und widmen sich religiösen Übungen – ob echt oder unecht, ist egal.

Dabei wird „vergessen“, wie häufig die Heilige Schrift uns zur Nüchternheit und Wachsamkeit aufruft, wie oft auch im Neuen Testament von „falschen Propheten“ sowie „trügerischen Zeichen und Wundern“ die Rede ist. Erinnert sei sodann an die Warnung des hl. Apostels Paulus, wonach der Satan durchaus auch als „Engel des Lichtes“ erscheinen könne, um Gläubige in die Irre zu führen.

Freilich meinen in frommen Kreisen viele Leichtgläubige, der Teufel gäbe gleichsam seine Visitenkarte ab, präsentiere sich als Bösewicht und Schreckfigur. Wenn eine Erscheinung hingegen zu Gebet und Rosenkranz auffordere, könne das nur „von oben“ kommen. Auf die Idee, daß es sich hierbei um einen „Köder“ handeln könnte, kommen die Damen und Herren nicht.

Drohbotschaften durch die „Rachemadonna“?

Zurück zu Sievernich:

Ganz typisch für falschmystische Offenbarungen sind die Drohbotschaften für jene, die nicht spuren, die Zweifel an der Echtheit äußern. So erklärte die Erscheinungs-Maria am 4. Juni 2005, derjenige werde sich „vor ihrem Sohn verantworten müssen“, der in das Rohr zum Brunnen „etwas hineinwirft“. (Es ging um eine erfolgte Bohrung für ein angebliches „Heilungswasser“.)

Einen Tag später wiederholt das Madonnen-Phantom ihre Drohung: „Mein Kind, bete und tue alles, was ich Dir sage. Wer auf mein Wort nicht hört, wird dies vor meinem Sohn verantworten müssen.“

Bereits zwei Jahre zuvor, am 14. Juli 2003, wurden jene Geistlichen, die nicht an die Visionen von Manuela Strack glauben, ebenfalls in ein schiefes Licht gerückt:

„Viele Priester glauben nicht an mein Kommen und verleugnen meinen Sohn. Sie sind gegen dich, weil sie auch wider meinen Sohn sind. Sie verwunden täglich mein Herz.“ 

Am 1. März 2004 sandte die angebliche Gottesmutter folgende Kundgabe an Manuelas Verehrerschar: „So wird alles, was sich euch entgegenstellt, wie ein Windhauch vergehen.“

Da kann manchem Erscheinungsbewegten warm ums Herz werden!

Der „Himmel“ weiß auch, welch üble Beweggründe die Kritiker heimsuchen: „Es ist nicht ungewöhnlich“, so erklärt die hl. Theresa von Avila (!) am 11. Februar 2005, „dass selbst fromme Seelen dem Stolz und der Eifersucht erliegen, auf dich Kleine schauen und alles für nichtig erklären.“

Ja, das ist bitter – aber der Himmel spendet Trost.

Kennzeichend für diese Kreise ist es auch, daß nicht in erster Linie der seit Jahrhunderten bewährte Rosenkranz gebetet wird, sondern alle möglichen und unmöglichen Sonder-Varianten, die meist auf irrgeistige Visionen zurückgehen. Im Falle von Sievernich war es der „Tränenrosenkranz“ und der „Liebesflammenrosenkranz“ (vgl. die S. 47 und 57 des Sievernich-Buches „Ich bin Maria, die Makellose“ – siehe Foto).

Tränenreiche Erscheinung ohne Sinn und Verstand

Auf S. 76 des erwähnten Sievernich-Buches heißt es hinsichtlich der Marienerscheinung vom 15.10.2001:

„Ich bin heute zu euch gekommen, um euch meine Tränen zu schenken…Ich bin die Frau aller Völker. Meine Tränen lege ich in eurer Herz, damit ihr gerettet werdet, damit ihr mir wiederum meine Tränen aufopfern könnt. Diese Aufopferung ist eine große Gnade für euch.“

Dazu ist zu sagen:

1. Die Gottesmutter befindet sich im Himmel in vollendeter Glückseligkeit und weint nicht. 
2. Christus allein ist unser Erlöser, Maria kann uns auch mit ihren „Tränen“ nicht retten („…damit ihr gerettet werdet…).
3. Welchen Sinn soll eine „Aufopferung“ von Tränen Mariens haben, die sie den Gläubigen erst schenkt und dann per Aufopferung gleichsam zurückhaben möchte?

Mit anderen Worten: Die Tränen-Erscheinung ist theologisch wirres Zeug. – Doch derlei inhaltlicher Unfug ficht die erscheinungsbewegte Schar nicht an. Gegen Wundersucht scheint kein Kraut gewachsen zu sein, weder ein rationales noch ein dogmatisches.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Weitere ARTIKEL zu Sievernich gibt es hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/irrgeistige-erscheinungen/sievernich-manuela/


Bistum Regensburg erläßt Regelungen zum Umgang mit staatlichen Corona-Vorgaben

Nach den heute veröffentlichten Regelungen der bayerischen Staatsregierung werden im Bereich der Diözese Regensburg die geplanten Firmungen ab sofort bis auf Weiteres ausgesetzt. Dies gab Generalvikar Michael Fuchs heute den Pfarreien bekannt.

Außerdem erhielten die Pfarreien eine Reihe von Anordnungen und Empfehlungen zum Umgang mit den staatlichen Vorgaben bezüglich der Höchstgrenze von 100 Teilnehmenden bei Gottesdiensten und Veranstaltungen. Dadurch will die Diözese zur Verlangsamung der Virusausbreitung und zum Schutz der gefährdeten Personengruppe beitragen.

BILD: Solch eine prallvolle Kirche  – wie hier der Regensburger Dom – ist derzeit leider nicht mehr möglich.

Vorgesehen ist, dass die Pfarrer zum Gebet in diesem Anliegen aufrufen und die Pfarreien die Kirchen weit offen ‐ und das sakramentale Leben möglichst aufrechterhalten, nicht unbedingt nötige Veranstaltungen jedoch absagen.

Die Sonntagsgottesdienste finden weiterhin statt, aber in reduzierter Form. Die Gläubigen werden auf die Möglichkeit von TV‐Gottesdiensten und auf das Streaming‐Angebot aus dem Dom (www.bistum‐regensburg.de) hingewiesen.

Die bekannten Hygiene‐Regeln wurden nochmals in Erinnerung gerufen.

Generalvikar Fuchs bittet, „mit Gottvertrauen und Kreativität“ auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren. Für die Osterliturgie und die Erstkommunion werden die Pfarreien zu einem späteren Zeitpunkt informiert. „Sicher wird einiges nicht so stattfinden können, wie wir es gewohnt sind. Aber selbstverständlich feiern wir – wenn auch mit einigen Änderungen ‐ auch in diesem Jahr Ostern, das höchste Fest der Christenheit,“ bekräftigt Fuchs.

Wichtig sei in dieser Zeit auch, den Blick auf die Kranken, die Armen und auf ältere Menschen zu richten. Fuchs: „Auch wenn wir die körperliche Nähe zu den Menschen in Not reduzieren müssen, können wir sie anrufen, ihnen etwas bringen, uns um sie sorgen.“ Die caritativen Dienste der Pfarreien sollten möglichst erhalten bleiben.

Das vollständige Bistums-Schreiben an die Pfarrer können Sie hier nachlesen: https://www.bistum-regensburg.de/news/hinweise-an-die-seelsorger-im-bistum-regensburg-aufgrund-der-aktuellen-lage-zur-ausbreitung-des-corona-virus-7321/

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USA: Todesängste wegen des Coronavirus

Von Dr. med. Edith Breburda

Oft sind es die kleinen Dinge, die uns zu schaffen machen. Eine langsam näherrückende Gefahr wirkt viel schlimmer als ein plötzlich auftretender Tornado, der aus dem Nichts kommt. China hat es versäumt, mit offenen Karten zu spielen und nun sieht sich der Rest der Welt mit einer Pandemie konfrontiert.

Wenn unsere Spezialisten die Gelegenheit gehabt hätten, sich eher mit Corona-Viren zu befassen, hätte dies den Vorteil gehabt, dass wir uns nicht mit etwas beschäftigen müssen, was uns fremd ist.

Von vorneherein hätte uns dies die Angst genommen, die unweigerlich mit einem Unsicherheitsfaktor verbunden ist. Wir meinen, nicht mehr die Kontrolle zu haben. Um sie, wenn auch nur rudimentär, zurück zu gewinnen, stürmen US-Amerikaner in lauter Panik die Supermärkte. Sie horten an erster Stelle Toilettenpapier, Masken-, Desinfektions- und Reinigungsmittel.

Es gibt eigentlich keinen praktischen Grund, dass einige Familien nun für die nächsten 12 Jahre mit Toilettenpapier eingedeckt sind. Es handelt sich ja schließlich um keinen Durchfall erzeugenden Virus.

David Ropeik, ein Experte für Risikokommunikation, sieht dennoch einen positiven Effekt darin, unser Reservoir an Klopapier aufzustocken. Wie wir alle wissen, schadet Stress unserem Immunsystem. So hat ein Virus, das besonders immungeschwächte Leuten beeinflusst, eine bessere Angriffsflache.  

„Auch wenn es verrückt klingt, Toilettenpapier zu kaufen, allein die Tatsache, dass wir etwas unternommen haben, reduziert unsere Angst. Umso weniger Sorgen wir haben, umso besser sind unsere körpereigenen Abwehrkräfte“, erklärt Ropeik.  

Leider sind sich die Medien oft nicht darüber bewusst, was für eine entscheidende Rolle sie innehaben. Sie sollen lieber über Tatsachen berichten, als sensationslüstig noch mehr Angst zu schüren. Wenn Reporter von einem tödlichen Virus reden, führt das die Leser in die Irre, denn der Virus ist nicht tödlich, wie Gesundheitsexperten in den USA versichern.

BILD: Hamsterkäufe in Amerika ebenso wie in Deutschland

„Wir sind schon fast davon besessen, so viel Information zu erhalten wie nur irgend möglich. Es täte uns besser, uns auf eine Medienquelle zu verlassen, deren Information akkurat und verlässlich ist und dann mit unserem üblichen Tagesgeschäft fortfahren. Wir müssen uns nicht konstant berieseln lassen“, sagt Bufka:

„In unsicheren Zeiten brauchen wir einen emotionalen Halt. Jemand, der uns hilft, Fakten und Bedenken zu erläutern. Wir sollten nicht ständig über das Thema reden und erst recht nicht mit Leuten, die mittlerweile eine Art Virus-Angstwahn entwickelt haben“, erläutert der Experte.  

Die meisten Erkrankten haben milde bis moderate Symptome. Trotzdem fühlt es sich so an, als ob die Welt bald zu Ende geht.

Hinzu kommen Fehlinformationen. Es handelt sich um einen neuen Virus, der viele offenen Fragen aufwirft: Wie infektiös er ist. Wir kennen kaum jemanden, der daran erkrankte – und das ist es, was uns beunruhigt.

Wir wissen, was eine Grippe ist, wir selber hatten sie. Diese Erfahrung – am eigenen Leib – nimmt uns die Angst und macht einen entscheidenden Unterschied. Wir können uns zwar informieren und selber Fakten recherchieren. Dennoch ist es ein Unterschied. Es hilft uns deshalb, wenn uns Experten aufklären.  

„Wir wissen nun, dass alte immunsuppressive Leute besonders anfällig für die Krankheit sind. Wir wissen, wie sich das Virus verbreitet. Damit geht es uns gleich besser“, sagt Bufka.

Der Psychologe David Clark, Autor des Buches „The Runaway Mind“, betont:  „China, wo das Virus zuerst ausbrach, war weit weg. Wir hatten keinen Bezug zu China und fühlten uns nicht bedroht. Über die Wochen kam die Krankheit näher und näher. Nun ist sie in den USA, wenn auch nicht in jedem Staat. Sie verbreitet sich. Leute werden nervös, denn es scheint nur noch eine Frage der Zeit, wann sie unsere Nachbarschaft erreicht‘.“

Er fügt hinzu: „Natürlich reagiert jeder anders. Einige sind besonders vorsichtig. Sie waschen sich exzessive ihre Hände. Andere horten Medikamente und Nahrung an, als ob die Apokalypse unmittelbar bevorsteht.  

Jeder hat die Wahl, auf das Positive oder Negative fokussiert zu sein. Die gute Neuigkeit ist, dass die Symptome oft milde verlaufen. Die schlechte Nachricht, wir haben noch keinen Impfstoff. Der Virus ist hoch kontagiös, und alte Leute mit einem schlechten Immunsystem, welches meist bedingt ist durch andere chronische Erkrankungen, können sehr unter dem Virus leiden und manche sterben an einer Sekundärinfektion.

Wie wir damit umgehen, hat damit zu tun, wer wir sind. Es gibt Leute, die immer in Sorge sind, eine Krankheit zu bekommen. Sie haben einen höheren Sinn für ihre eigene Sterblichkeit. Unnütze Panik können wir jedoch keine gebrauchen, denn dann würden alle Leute in die Notaufnahme kommen und keiner könnte angemessen behandelt werden.“

US-Präsident Trump beruhigt seine nervösen Landsleute: „Die Epidemie, welches die Welt unvorbereitet traf ist, nicht die Schuld der USA, sondern China’s.“ –  Die Maßnahmen des  Präsidenten, Amerika abzuschotten und einen Stimulus zu geben, um der Weltwirtschaft einen Anreiz zu vermitteln, wird von vielen skeptisch kommentiert.

„Was auch immer mein Vater macht, es wird kritisiert. Selbst wenn es morgen einen Impfstoff gäbe, würde dies Anlass zur Klage sein, weil es von Präsident Trump kommt“, erklärte neulich Trump Jr. in einem Interview. (1)

Insiderberichten zufolge geht es den Chinesen wieder besser. Allerdings werden dort zur Zeit keine Herzschrittmacher mehr implantiert aus Furcht vor Corona – und somit sterben Chinesen aus Angst vor dem Virus.

  • 1) Dastagier A. THE facts on coronavirus aren‘t all scary. So why so much fear. USA Today, March 12, 2020

Fotos: Dr. Edith Breburda, Archiv


In Belgien steigen die Euthanasie-Fälle erneut

In Belgien wurden nach Angaben der „Commission fédérale de Contrôle et d’Évaluation de l’Euthanasie“ (CFCEE) im vergangenen Jahr 2.655 Menschen, darunter ein Minderjähriger, euthanasiert.

Wie die CFCEE in ihrer Pressemitteilung schreibt, stieg die Zahl der Euthanasiefälle damit gegenüber dem Jahr 2018 um 12,5 Prozent. 52,8 Prozent der Getöteten waren Frauen.

In Belgien wurde die „Tötung auf Verlangen“ 2002 legalisiert. Anders als das niederländische Pandon kennt das belgische Euthanasiegesetz keine Beihilfe zum Suizid. Patienten, die von einem Arzt getötet werden wollen, müssen dies schriftlich erklären. Der Arzt muss einen Kollegen konsultieren und die Durchführung der Tötung auf Verlangen anschließend an die CFCEE melden.

Seit 2005 können auch Hausärzte die ursprünglich Krankhausärzten vorbehaltene Tötung auf Verlangen durchführen. Um dies zu ermöglichen, wurden die Apotheken in Belgien gesetzlich verpflichtet, sogenannte Euthanasie-Kits vorzuhalten.

Quelle: ALfA-Newsletter


Medjugorje: Charismatisches „Totus Tuus“ erwartet eine „neue Gnadendekade“

Von Felizitas Küble

Seit dem 24. Juni 1981 soll es in Medjugorje (Bosnien-Herzegowina) zu regelmäßigen Marienerscheinungen gekommen sein, die bei einigen Visionären bis heute anhalten. Sechs Kinder und Jugendliche – damals zwischen 10 und 17 Jahre alt – sprachen damals von täglichen Besuchen der „Gospa“ (Madonna, Gottesmutter).

Der zuständige Bischof Zanic äußerte sich zunächst positiv über die Phänomene, wurde aber immer kritischer, nachdem er Lebenswandel und Lügen der Seherschar genauer unter die Lupe nahm und eine Untersuchungskommission einrichtete. Auch sein Nachfolger Peric hat sich bis heute eindeutig ablehnend gegenüber den „Offenbarungen“ von Medjugorje positioniert.

Die Erscheinungs-Maria stellt sich ihren Seher/innen als „Königin des Friedens“ vor, wobei sich ihre Kundgaben endlos im Kreise drehen und fast immer aus Banalitäten bestehen. 

Neuestes Beispiel hierfür ist die Medju-Botschaft vom 25. Februar dieses Jahres:

Liebe Kinder! In dieser Zeit der Gnade möchte ich eure Gesichter im Gebet verwandelt sehen. Ihr seid so überschwemmt von irdischen Sorgen und ihr spürt nicht, dass der Frühling vor der Tür steht. Meine lieben Kinder, ihr seid zur Buße und zum Gebet aufgerufen. So wie die Natur in der Stille um neues Leben kämpft, seid auch ihr aufgerufen, euch im Gebet Gott zu öffnen, in dem ihr den Frieden und die Wärme der Frühlingssonne in euren Herzen finden werdet. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.

Statt dass diese „Gospa“ das Corona-Virus vorausgesagt und damit Menschenleben gerettet hätte, statt dass sie wenigstens im Frühstadium der Epidemie wirksame Maßnahmen empfohlen hätte, bleibt dieses Erscheinungsphantom bei ihrem Frühlingssonnen-Geplapper, wofür es bestimmt keiner himmlischen Offenbarungen bedarf.

Diese Schwarmgeistereien werden noch getoppt durch den neuesten Einfall von „Totus Tuus“.

Diese aus der Medjugorje-Verehrung entstandene Jugendgruppierung versteht sich ausdrücklich als charismatisch und praktiziert bei euphorischen Veranstaltungen fleißig den „Hammersegen“, also das tranceartige „Ruhen im Geist“ bzw. Rückwärtskippen, das ursprünglich aus der protestantischen Pfingstler-Szene stammt. (Deren Selbstdarstellung siehe hier: http://www.totus-tuus.de/site/totus-tuus/spiritualitat/charismatisch/)

In ihrem Monatsrundbrief vom Februar 2020 ruft die in Rheinbreitbach ansässige Organisation nichts weniger als eine „neue Gnadendekade“ aus.

Da die Gospa schon fast vierzig Jahre in Medjugorje erscheine, heißt es in dem Schreiben, erhoffe man sich vom „gerade begonnenen Jahrzehnte“ eine „weitere Gnadendekade“, also quasi fortgesetzten „Gnadenfluß“ von oben durch die Erscheinungen usw.

In der Stellungnahme heißt es weiter: „Den Wert ihrer Botschaften werden wir vermutlich erst im Nachhinein so richtig begreifen“.

Mir scheint, daß bei soviel überflüssigem Blabla nach keine Nachbetrachtungen zu substantiellen Erkenntnissen führen.

Danach wird zu weiteren Medju-Wallfahrten eingeladen, natürlich auch zum unvermeidlichen charismatischen „Lobpreis“, auf daß man „der Muttergottes erneut die Möglichkeit“ gebe, „uns an der Hand zu nehmen“.

Anscheinend brauchen diese jungen Gläubigen hierfür eigens Wunder, Zeichen und Erscheinungen!

Daß es bei soviel Schwärmertum auch zu geistlichem Missbrauch in den eigenen Reihen kommt, erstaunt Kenner dieses Spektrums überhaupt nicht. Auch ich kenne seit Jahren Betroffene und Aussteiger. Im Bistum Münster läuft wegen spiritueller Übergriffe in Totus-tuus-Reihen seit Jahren eine kirchliche Untersuchung bzw. Visitation.

Wir haben hierüber bereits im Frühjahr 2019 berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2019/05/29/spiritueller-missbrauch-in-der-charismatischen-jugend-gemeinschaft-totus-tuus/

 


Coronavirus: Journalisten in überfüllten iranischen Gefängnissen akut gefährdet

Angesichts der Coronavirus-Epidemie ist Reporter ohne Grenzen in äußerster Sorge um das Leben der Journalisten in den überfüllten iranischen Gefängnissen. Die Gesundheitsversorgung in diesen Haftanstalten ist schon in normalen Zeiten katastrophal.

Immer wieder wird selbst schwer kranken Medienschaffenden eine angemessene ärztliche Versorgung verweigert. Durch die derzeitige Corona-Krise droht ihnen nun akute Lebensgefahr. Um die weitere Ausbreitung des Virus zu bremsen, ordnete Justizchef Ebrahim Raissi diese Woche eine Haftaussetzung für 70.000 Gefangene an. Politische Häftlinge sind davon jedoch ausgenommen.

Von den jetzt bekanntgegebenen Sondermaßnahmen der Justiz sind Häftlinge ausgeschlossenen, die Haftstrafen von mehr als fünf Jahren wegen Vergehen gegen die nationale Sicherheit verbüßen – was die auf die meisten der derzeit mindestens 23 inhaftierten Medienschaffenden zutrifft.

Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, erklärt: „Schwer kranke politische Häftlinge unter den derzeitigen Umständen weiter im Gefängnis festzuhalten, ist völlig unverantwortlich. Gefangenen die medizinische Versorgung zu verweigern, verstößt gemäß dem UN-Zivilpakt gegen das Verbot von Folter und unmenschlicher Behandlung.“

Der Iran ist nach China und Italien das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land weltweit: Bis Freitagmorgen (13.3.) waren 10.075 Erkrankungen und 429 Todesfälle bestätigt. Offizielle Zahlen über Corona-Fälle in den überfüllten iranischen Gefängnissen gibt es nicht, aber Angehörige von Häftlingen berichten von vielen Erkrankungen.  

In einem offenen Brief haben die Familien einiger politischer Häftlinge die Behörden aufgefordert, ihre inhaftierten Angehörigen freizulassen oder ihre Haft zumindest bis zum Ende der Corona-Epidemie auszusetzen.

Auch der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran, Javaid Rehman, appellierte diese Woche an die iranischen Behörden, alle politischen Gefangenen wegen der Corona-Krise vorübergehend freizulassen. Die Maßnahmen Irans zur Eindämmung der Epidemie bezeichnete er als unzureichend. In einem Bericht an den UN-Menschenrechtsrat hatte der Sonderbeauftragte im Februar kritisiert, die mangelnde Hygiene in iranischen Gefängnissen führe zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose und Hepatitis C.

 


Corona: Die Kultusminister müssen handeln

Die AfD hatte bereits vor einer Woche eine sofortige Schließung aller Schulen gefordert. Anlässlich der Tagung der Kultusministerkonferenz in Berlin erklärt der bildungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Götz Frömming:

„Die Kultusminister müssen jetzt endlich handeln. Praktisch alle unsere Nachbarländer haben inzwischen vorsorglich flächendeckende Schulschließungen oder vorgezogenen Osterferien angeordnet, obwohl die Fallzahlen zum Beispiel in Polen oder Dänemark niedriger sind als bei uns.

Für ‚Fridays for Future‘ wurde die Schulpflicht in vielen Bundesländern ohne Not praktisch außer Kraft gesetzt, während jetzt darauf gepocht wird.

Wir schlagen vor, zumindest die Osterferien dieses Jahr früher beginnen zu lassen und diese Zeit zu nutzen, um die sanitären Anlagen überall auf einen Standard zu bringen, der der derzeitigen Bedrohungslage angemessen ist. In vielen Schulen gibt es noch nicht einmal ausreichend Seife und Papierhandtücher, von Desinfektionsgeräten ganz zu schweigen.

Kleinstaaterei und das Wegschieben von Verantwortung sind nicht geeignet, um diese nationale Herausforderung zu meistern.“