Zeit der Tränen, aber GOTT ist bei uns!

Von Ursula Zöller

Unsere Straßen sind wie leergefegt, Kindergärten und Schulen geschlossen und in den Kirchen werden plötzlich kaum noch Gottesdienste gefeiert: Pandemie! Und das öffentliche Leben kommt zum Erliegen.

Natürlich bleiben wir alle einigermaßen gelassen und doch blutet vielen von uns das Herz, wenn wir erfahren, was nun überall geschieht: Da sollen Großeltern nicht mehr besucht werden!

BILD: Ursula Zöller (links) und Susanne Wenzel gründeten die „Neue kath. Frauenbewegung“ (NKF)

Wie mag es aber vor allem vielen alten Menschen in den Seniorenheimen gehen, die nicht verstehen können, warum sie ihre Lieben nicht mehr sehen? Wie schlimm ist es für Kranke, wenn sie vergeblich auf einen Besuch warten und umgekehrt, wie soll man es ertragen, dass man in der großen Not von Krankheit und Einsamkeit kaum mehr zu denen kommen darf, die gerade jetzt ein tröstendes Wort und eine Umarmung nötig hätten?

In seiner Predigt in der fast menschenleeren Kapelle im Stift Heiligenkreuz sprach Pater Wallner während der Montagsmesse davon, dass man in Italien Sterbenden im Krankenhaus nun manchmal nur noch ein Handy reichen könne, damit sie sich so von den Liebsten daheim verabschieden. Letzte Anrufe mit sicher oft kaum noch hörbarer, ersterbender Stimme.

Das ist ebenso unerträglich wie die Tatsache, dass dort nun Ärzte darüber entscheiden müssen, wem sie noch helfen und wen sie sterben lassen, weil es einfach nicht genug Betten und Beatmungsgeräte gibt. Und was macht Corona mit Schwestern, Pflegern und Ärzten, die bis zur völligen Erschöpfung arbeiten und dennoch oft nicht helfen können.

Dabei schien in unseren fortschrittlichen Industrienationen doch eigentlich alles recht gut geregelt.

Was soll aus den Menschen in den Slums in Afrika, den Lagern in Syrien, der Türkei, in Lybien und Griechenland werden, wenn sich auch dort das so oft tödliche Virus ausbreitet? Dort, wo es kaum Hilfe für sie geben kann!

Zeit der Tränen: Zum ersten mal in meinem Leben habe ich Tränen in den Augen eines Priesters  gesehen, weil er die Heilige Messe fast ohne Gläubige feiern musste und zum ersten mal und am selben Tag erfuhr ich von einem Geistlichen, der ganz alleine in der Kapelle während der Heiligen Messe für die Gemeinde am Bildschirm ein Lied singen wollte, es mehrmals versuchte und dann weinend aufgeben musste. Wie könnte man nicht mit ihm weinen!

Es ist der Tag übrigens auch, an dem verkündet wird, dass es im Vatikan keine Ostermessen geben wird und an dem in Deutschland der Gottesdienstbesuch verboten wird.

Zeit der Tränen, Zeit auch der Umkehr?

Eine Zeit jedenfalls, in der wir in unserer Isolation zuhause Gott suchen könnten, in der wir IHN, Maria und Josef um Hilfe für die ganze Welt anflehen könnten. Karl Borromäus, den Patron gegen die Seuchen, könnten wir bitten, den Schutzpatron der Deutschen, St. Michael, um Fürsprache bei Gott ersuchen. 

Tage der Tränen. Und doch sang Pater Wallner in dieser Montagsmesse am Schluß das Lied, das Dietrich Bonhoeffer vor seiner Hinrichtung gedichtet hat: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Gott ist bei uns!

Unsere Autorin Ursula Zöller aus Aschaffenburg gründete die NKF – hier geht es zum Portal: https://frauenundkirche.wordpress.com/


7 Kommentare on “Zeit der Tränen, aber GOTT ist bei uns!”

  1. Johanne sagt:

    Jeder Priester bringt Tag für Tag das heilige Messopfer dem himmlischen Vater dar. Ob hier ein Gläubige(r) oder Hunderte anwesend sind, ist nicht entscheidend. Hauptsache, es findet statt. Uns wurde empfohlen, die heilige Tagesmesse zuhause zeitgleich mit dem Priester in der Kirche mitzulesen, geistige Kommunion zu machen, Busse zu tun und viel zu beten.
    Sicher ist es traurig, nicht mit den Gläubigen zusammen die Messe zu feiern, doch tröstet es zu wissen, dass rundum auf der Welt das Messopfer dargebracht wird. Schliessen wir uns in diese alle ein und beten wir dafür, dass viele Seelen zu Gott finden werden.

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    • Bernhard sagt:

      „… bringt das Messopfer dar“ ist missverständlich.

      Nicht der Priester opfert etwas, sondern Christus hat sich auf Golgatha ein für allemal geopfert. Und die Messe ist die Vergegenwärtigung dieses einen Opfers Christi.

      Natürlich sollte man (zumindest sonntags, wie gewohnt) die Messe mitfeiern, und wenn man nicht physisch anwesend sein kann, gibt es die Möglichkeit, sie über Fernsehen oder Internet anzusehen und innerlich mitzufeiern. Und wenn werktags keine Messe übertragen wird (oder man die Messe seiner Heimatgemeinde innerlich mitfeiern will), kann man natürlich zu der Zeit, in der der Priester sie feiert, sie mitlesen, wie in dem Kommentar angedeutet.

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Zenit Magazin mit Artikeln u.a. von Felizitas Küble usw.

    https://de.zenit.org/

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