Unser Glaube steht in der Bewährungsprobe

Von Ehrendomherr Dr. Franz Weidemann

Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ (Mk 4,40)  –  Wir haben Papst Franziskus noch vor Augen, als er in der Abenddämmerung am Freitag, dem 27. März,  in einem Gottesdienst vor der jahrhundertealten Marienikone „Salus Populi Romani“ aus der Päpstlichen Basilika „Santa Maria Maggiore“ und dem Pestkreuz aus der Kirche „San Marcello al Corso“  ein feierliches Bittgebet für ein Ende der Coronavirus-Pandemie gehalten hat.

Mit seinen aufbauenden Worten, in denen er aus dem Markusevangelium (Mk 4,35 – 41) den Abschnitt über den Sturm auf dem See auslegte, dass wir alle, dass alle Menschen in einem Boot sitzen und in Gottes Hand sind,  erbat er Trost für uns und besonders die vielen sterbenden und kranken Menschen – eine außerordentliche Geste, ein historischer Moment.

Vor dem Pestkreuz, das in Rom im Jahre 1522 für Bittprozessionen verwendet wurde, als die Pest grassierte, spendete der Papst über dem leeren Petersplatz und vor der leeren Petersbasilika den Segen „Urbi et Orbi“; er gab der „Stadt und dem Erdkreis“ den eucharistischen Segen. Für viele, die  über TV und Internet diese Stunde miterlebt haben, war es ein tiefes und eindrucksvolles Erlebnis.

Die Corona-Pandemie verändert unser aller Leben,  auch den Alltag von uns Priestern. So wie der Papst vor dem leeren Petersplatz stand, stehen wir Priester vor leeren Kirchenbänken und viele von uns zelebrieren täglich die Hl. Messe und schließen im Gebet die Gläubigen, die derzeit physisch nicht an den Gottesdiensten teilnehmen können und darunter leiden, ein.

Somit bleiben wir auch im Gebet eine Gemeinschaft – untereinander und mit unserem HERRN, im Vertrauen auf Gott lassen wir uns nicht entmutigen! 

Bleiben wir in Kontakt, seien wir in dieser Zeit freundlich und aufmerksam zueinander. Seien wir denen dankbar, die in dieser Zeit mutig ihren Dienst an der Gesellschaft tun. Das ist nicht selbstverständlich! Beten wir besonders auch für sie.

Wir werden in wenigen Tagen Ostern feiern, das  Fest der Auferstehung unseres HERRN  – wenn auch anders, als wir dies gewohnt sind und es eigentlich vorgesehen ist. Vielleicht bietet uns aber gerade dieses „Andere“ die Chance, mit offenem Herzen dieses Fest zu begehen.

Die Erfahrungen, die wir in den letzten Tagen mit den Internet- und Fernseh-Übertragungen gemacht haben, sind sehr ermutigend. Tausende von Menschen können mithilfe der Technik an der Gebetsgemeinschaft teilnehmen.

Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, in den eigenen vier Wänden „Hauskirche“ noch stärker zu gestalten. Die Bibel wieder öfter zur Hand nehmen und lesen, das „Gotteslob“, mit dem man gut bei den im Fernsehen und im Internet übertragenen Messfeiern mitsingen und mitbeten  kann, enthält auch etliche Andachten und Gebete für den Einzelnen oder die Hausgemeinschaft: Kreuzwegandachten, Passionsandachten, Osterandachten.

Nicht zu vergessen das Rosenkranzgebet, das über Jahrhunderte den katholischen Gläubigen in schweren Zeiten eine große Hilfe war. Wie schon der heilige Ignatius von Loyola gesagt hat: „Wir müssen alles tun, was wir können, aber am Ende steht das Vertrauen auf Gott“.

 Schließen möchte ich mit den Worten des Papstes Franziskus aus seiner Ansprache am Freitag, dem 27. März:

„HERR, segne die Welt, schenke Gesundheit den Körpern und den Herzen Trost. Du möchtest, dass wir keine Angst haben; doch unser Glaube ist schwach und wir fürchten uns. Du aber, HERR, überlass uns nicht den Stürmen. Sag zu uns noch einmal: »Fürchtet euch nicht« (Mt 28,5). Und wir werfen zusammen mit Petrus „alle unsere Sorge auf dich, denn du kümmerst dich um uns“ (vgl. 1Petr 5,7)“.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen Gesundheit und eine gnadenreiche Osterzeit.


3 Kommentare on “Unser Glaube steht in der Bewährungsprobe”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Zu nennen wäre auch die liturgische Katastrophe der weitgehenden Abschaffung und Aufgabe der alten tridentinischen Messe als traditionaler „Heiliger Messe aller Zeiten“ und traditionelle mystische Messe für Katholiken, siehe auch die „Zeugen der Wahrheit“-Website und das Kreuzgang-Forum dazu und den „Bund Katholischer Ärzte“ (BKA) Deutschland.

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  2. Jürg Rückert sagt:

    Der Gesagte ist ja in Ordnung. Befremdlich sind für mich die Titel und Medaillen, mit denen sich Kleriker beehren lassen. Ehrendomherr, Geheimer Hofrat, Geistlicher Rat, … der Vorrat ist unerschöpflich. Was sagt uns das? Superbia vitae? Keiner will echt ein Fußwascher sein, allenfalls theoretisch und nur einmal im Jahr als „Ritter der Demut“.

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