Münster: Die heilige Corona im Paulus-Dom

Von Felizitas Küble

Über die heilige Corona, eine frühchristliche Märtyrerin, die interessanterweise seit jeher als Schutzpatronin „gegen Seuchen“ angerufen wird, hat unser CHRISTLICHES FORUM bereits vor ca. fünf Wochen berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2020/03/07/die-heilige-corona-war-eine-maertyrerin-2-jahrh/
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Nun ist eine ansprechende Figur der hl. Corona unlängst im St.-Paulus-Dom von Münster in Westfalen aufgestellt worden (siehe Foto).
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Dompropst Kurt Schulte, dem die ansprechende Statue gehört, erhielt sie einst von der Familie Hellraeth aus Rees. Frau Clara Hellraeth war kirchlich sehr aktiv und im Jahre 1916 sogar eine Mitbegründerin der Caritas für das Bistum Münster. Anläßlich der Corona-Krise kam der Geistliche auf die Idee, diese Heiligenfigur zur Verehrung in der Bischofskirche aufzustellen.
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Die Heilige ist natürlich nicht der Namensgeber für das verderbliche Virus. Corona (lat.) heißt einfach „Krone“ –  und das Virus erhielt diesen Namen aufgrund seines Aufbaus bzw. „kronenförmigen“ Aussehens.
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Inzwischen ist die Corona-Statue vom Altarraum des Domes nach ganz hinten in der Kirche verlegt worden – mit einem Betschemel davor.
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Diese Lösung ist besser, weil die Gläubigen die Heiligenfigur nun genauer anschauen können. Vorher war sie meterweit entfernt. In der Nähe der Statue liegen Infozettel mit einer Lebensbeschreibung der heiligen Corona aus.
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One Comment on “Münster: Die heilige Corona im Paulus-Dom”

  1. Tirschenreuth in der Oberpfalz sagt:

    Eine schöne Statue, Ende 14. Jahrhundert, niederrheinische Arbeit, Fassung Ende Neunzehntes – Anfang Zwanzigstes Jahrhundert erneuert. Gesicht der Figur bei dieser Gelegenheit etwas „übergangen“, dh. nachträglich dem neueren Nazarener-Geschmack angepasst, übermodelliert oder nachgeschnitzt.
    Die Figur hat als Attribut ein Buch (mit „Büchersack“, der im Mittelalter aus Leder war und am Buch befestigt, zur Aufbewahrung), in der rechten Hand hält sie eine Münze. Ob dies noch die Originalhand ist oder eine Ergänzung – ist nicht zu ersehen. Manchmal wurden bei Ergänzungen und Restaurierungen nach Bedarf die Attribute erneuert und eine Heiligenfigur einem anderen Heiligen neu zugeordnet. Die Darstellung der Heiligen Corona mit Buch ist eher ungewöhnlich, das Geldstück passt zur bekannten Ikonographie.
    Dompropst Schulte hat diese Figur von einer Familie aus Rees erhalten. Die Figur ist eindeutig aus ehemaligem kirchlichen Besitz und in den letzten 120 bis 130 Jahren mal von einem Kirchenmaler neu gefasst worden. Wie kommt so eine Figur eigentlich in Privatbesitz?
    Ich kenne da manch tragische Geschicke von sakraler Kunst, welche, einmal aus der Mode gekommen, weggestellt und nachher „entsorgt“ oder vom zuständigen Pfarrer „verschenkt“ wurde. Die Figur ist sehr schön, es wäre sicher interessant, mehr über die Geschichte dieses sakralen Kunstwerkes zu erfahren. Schön wäre es auch, wenn die Figur in das kirchliche Umfeld zurückkehren könnte, aus dem sie eigentlich stammt und dafür geschaffen wurde. Die Vorbesitzer aus Rees könnten darüber vielleicht Aufschluss geben…..

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