Menschen mit psychopathischen Neigungen können soziale Distanz schlecht regulieren

Bei der Begegnung mit anderen Menschen halten wir instinktiv eine gewisse soziale Distanz ein, die von verschiedenen Faktoren abhängt. Dieser Wohlfühlabstand wird von Psychopathen häufig verletzt. Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben die soziale Interaktion von Personen mit psychopathischen Tendenzen in einem 3-D-Labor untersucht und ermittelt, welchen Abstand sie zu ihrem virtuellen Gegenüber halten.

BILD: Begegnung mit einer virtuellen Person im Labor der JGU (Foto: Robin Welsch)

Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit psychopathischen Tendenzen den Wohlfühlabstand mangelhaft regulieren, da sie nicht auf die sozialen Signale des Gegenübers achten. Sie machen keinen Unterschied zwischen einer Person mit freundlichem Gesichtsausdruck und einer anderen mit wütendem Gesichtsausdruck und halten jeweils etwa den gleichen Abstand – im Gegensatz zu Menschen ohne psychopathische Tendenzen. „Wie unsere Studie weiter ergab, zeigen psychopathische Menschen keine adäquate Vermeidungsreaktion. Dies erklärt auch ihr Verhalten“, teilt Robin Welsch vom Psychologischen Institut der JGU mit.

Unter Psychopathie versteht man ein dauerhaft abweichendes Verhalten in Verbindung mit zwischenmenschlichen und emotionalen Defiziten. Dazu gehört auch die Neigung, Schaden oder Leid zu verursachen, indem gegen soziale Normen verstoßen wird. Klinische Berichte weisen in diesem Zusammenhang häufig darauf hin, dass psychopathische Personen den persönlichen Wohlfühlabstand missachten, indem sie zum Beispiel anderen auf unangenehme Weise zu nahe kommen. Wie sich die Abstandsregulation bei psychopathischen Menschen genau verhält, hat Welsch im Labor für virtuelle Realität der Abteilung Allgemeine Experimentelle Psychologie untersucht.

Die studentische Stichprobe umfasste 76 Probanden, 51 Frauen und 25 Männer im Alter zwischen 19 und 38 Jahren. Psychopathische Tendenzen wurden anhand eines Fragebogens erfasst, der insbesondere die beiden Faktoren selbstzentrierte Impulsivität und furchtlose Dominanz ermittelt. Die Probanden wurden schließlich mit dem Setup im 3-D-Labor vertraut gemacht und dann den jeweiligen Tests unterzogen.

„Das Labor bietet eine virtuelle Realität vergleichbar mit den 3-D-Bildern im Kino. Hinzukommt allerdings, dass das 3-D-Bild auf die Bewegung eines Versuchsteilnehmers reagiert und sich anpasst und damit den Probanden in die virtuelle Realität eintauchen lässt“, erklärt Welsch. Im zweiten Versuchsteil konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem den Avatar mit einem Joystick steuern.

Zeigt der Avatar einen freundlichen Gesichtsausdruck, gehen Menschen ohne psychopathische Tendenzen auf den Avatar zu, bis etwa 1,00 bis 1,10 Meter Abstand besteht. Im Falle eines wütenden Gesichtsausdrucks halten sie eine Distanz von 1,25 Meter ein. Diesen Unterschied machen Menschen mit psychopathischen Neigungen nicht, sie treten unabhängig vom Gesichtsausdruck auf 1,10 Meter heran.

Im zweiten Experiment sollten die Probanden in Reaktion auf die Mimik des Avatars einen Joystick bewegen. „Wir stellten fest, dass die Versuchsteilnehmer mit psychopathischen Tendenzen keine angemessene Vermeidungsreaktion zeigen, obwohl sie den Gesichtsausdruck des Avatars richtig deuten können“, so Welsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Erstautor der Studie, an der außerdem Dr. Christoph von Castell und Prof. Dr. Heiko Hecht beteiligt sind.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Psychopathie nicht einfach zu einer unangemessenen sozialen Distanz führt, sondern dass lediglich die situationsangemessene Regulation der sozialen Distanz gestört ist.

Quelle: Pressemeldung der Universität Mainz


6 Kommentare on “Menschen mit psychopathischen Neigungen können soziale Distanz schlecht regulieren”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Eva Hermann: Schwangerschaftsabbruch – oft ein lebenslanger Albtraum.

    https://gesundealternative.de/eva-herman-schwangerschaftsabbruch-oft-ein-lebenslanger-albtraum/

    https://gesundealternative.de

    Die Abtreibungsbefürworter haben von Anfang an gelogen

    https://www.kath.net/news/69800

    Wahre Theologie nach Dionysios Areopagita ist nichts Abstraktes

    https://www.kath.net/news/19821

    Zerstörte Marien-Statuen

    https://www.kath.net/news/70242

    „Philosophia Perennis“ – Weblog des Philosophen und Journalisten und Theologen David Berger

    https://philosophia-perennis.com/2019/02/27/eva-herman-abtreibung-oft-ein-lebenslanger-albtraum/

    https://philosophia-perennis.com/

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  2. Holger Jahndel sagt:

    „Die erste Person, die von Mitgefühl profitiert, ist diejenige, die es empfindet“
    Zahlreiche Studien belegen, dass Altruismus, Kooperation und Genügsamkeit einen heilenden Effekt auf Körper und Seele haben. Das sollten Überlegungen, wie Wirtschaft und Gesellschaft nach Ende der Pandemie aussehen könnten, dringend berücksichtigen

    Andreas von Westphalen 19. April 2020, 10:00 Uhr 130

    https://www.heise.de/tp/features/Die-erste-Person-die-von-Mitgefuehl-profitiert-ist-diejenige-die-es-empfindet-4704087.html

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    • Holger Jahndel sagt:

      Psychopathen sind häufig seelisch-psychisch entwurzelte Menschen mit einem Charakterpanzer im Sinne des Psychologen Wilhelm Reich – siehe auch James DeMeo und Judith Reisman aus den USA dazu und Prof. Bernd Senf aus Berlin und die christliche Psychologin Christa Meves und den INternetauftritt von Eva Hermann und die Epoch Times Deutschland Zeitung und das internationale Nexus-Magazin.

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    • gisela jäschke sagt:

      Vielen lieben Dank für den Hinweis auf den Beitrag von Andreas von Westphalen.
      Er hat erfreuliche Perspektiven zusammengestellt wie: Vertrauen, Mitgefühl, Großzügigkeit,
      Geld ausgeben für Andere, Einfühlung in Andere (und ins eigene Selbst), Ehrenamt, Freundschaften pflegen und Gemeinschaften suchen, alles Garanten für ein erfülltes Leben
      nach dem Evangelium und sorgen für ein funktionierendes Immunsystem mit körperlicher wie seelischer Gesundheit.

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      • Holger Jahndel sagt:

        Siehe auch die christliche Psychologin Christa Meves und Eva Hermann und Judith Reisman und James DeMeo aus den USA und das Zeit-Fragen Magazin aus der Schweiz zu Psychologie allgemein und personaler Psychologie im Speziellen und so weiter.

        http://www.zeit-fragen.ch

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