Der Glaube und unser Vaterland in Europa

Rezension von Thomas May

Buch-Daten: „Nation, Europa, Christenheit. Der Glaube zwischen Tradition, Säkularismus und Populismus“ von Felix Dirsch, Volker Münz, Thomas Wawerka (Hrsg.), Ares-Verlag, Graz 2019

Dieses Buch ist der Folgeband des 2018 erschienenen Titels „Rechtes Christentum?“, das sich als Verbindung des rechten Bekenntnisses im Sinne der Orthodoxie mit politisch konservativen und nationalen Erscheinungen versteht.

In scharfer Abgrenzung zur Linksverschiebung der beiden Kirchen hin zu einem globalistisch-universalistischen Humanitarismus, die vor allem in Gestalt ihrer führenden Vertreter als Problem wahrgenommen wird, legen die zwischen 1961 und 1985 geborenen Autor(inn)en  –   Theologen, Philosophen, Politik-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler, Historiker, Publizisten und ein Bischof  –  in 11 Einzelbeiträgen das überlieferte Glaubensgut aus und bieten so erneut eine fundierte Alternative zum theologischen und kirchenamtlichen Mainstream.

Die Vielfalt der Stimmen erschließt facettenreich weitere Themenfelder.

„Nächstenliebe“ und „Barmherzigkeit“

Der evangelische sächsische Pfarrer a. D. Thomas Wawerka (S. 31 – 48) analysiert in seiner biblisch-theologischen Grundlegung die Schlüsselbegriffe „Nächstenliebe“ und „Barmherzigkeit“, die   in der Migrationsdebatte zur moralischen Diskreditierung der Kritiker benutzt werden. In seiner Dekonstruktion des „Framings“ zeigt der Autor auf, dass der Ausdruck „Werte“ in die Irre führt, weil er ein soziales Konstrukt der liberalen Moderne und Ersatz für den Glauben ist:

Nächstenliebe und Barmherzigkeit sind vielmehr Gebote, ja Befehle Christi an seine Jünger, die gehorsame individuelle, praktische Umsetzung erfordern, keine bloßen Appelle, denen (verbale) Zustimmung genügt.

Sie gelten – hier bringt Wawerka das „Zwei-Welten-Theorem“ Friedrich August von Hayeks ein – für die Lebenswelt des sozialen Nahraums, der von persönlichen Beziehungen wie Vertrauen, Mitgefühl, Zuwendung geprägt ist, im Gegensatz zum politischen und wirtschaftlichen Großraum, in dem die Kommunikation vorwiegend rational, technisch, juristisch, abstrakt abläuft.

Die moralisierende Übertragung der Regeln der „Mikroordnung“ auf die „erweiterte Ordnung“ verzerrt und zerstört: Kollektivethische Fragen angesichts globaler Migration lassen sich, so behauptet Wawerka, nicht im Format der kleinen Welt individualethisch beantworten.

Als Ethik des sozialen Nahraums ist die Ethik Christi primär individualethisch, die „erweiterte (politische) Ordnung“ ist für ihn nicht von Belang. Dabei gilt es die karitativ tätige Nächstenliebe, der die Barmherzigkeit zugeordnet ist, von der natürlich-kreatürlichen (Familie, eigenes Volk) und der „mystischen“ (Glaubensgeschwister) zu unterscheiden („ordo amoris“).

Mit einer sinngemäßen Interpretation des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25–37) krönt Wawerka seinen Beitrag: Das üblicherweise als „Mensch an sich“ verstandene Opfer der Räuber ist konkret Jude; der Skopus der „nahräumlichen“ Kritik Jesu zielt darauf, dass zwei Volksangehörige einen der Ihren ignorieren, dem sie nach der natürlich-kreatürlichen Regel Solidarität schulden; dagegen stellt der nichtjüdische Samariter die Ausnahme dar. Demjenigen ist also Hilfe zu leisten, der mir „vor die Füße“ fällt.

Kirchliche Predigt verdreht die Ausnahme zur unbiblischen Regel, wenn sie jene für die „Flüchtlingshilfe“ generalisiert, während die Volksgeschwister außer Acht bleiben. Dahinter verbirgt sich allzu oft die hypermoralische Einbildung, alle Menschen könnten gleich geliebt bzw. behandelt werden.

Diese Ethik des „Total-Altruismus“ ist nicht praktikabel und zurückzuweisen.

Das Verhältnis zu Volk und Vaterland

Der Historiker und evangelische Theologe Godehard Michaelis (S. 49 – 63) untersucht in einer zweiten biblisch-theologischen Grundlegung das Verhältnis der Kirche bzw. des Christen zu Volk und Vaterland mittels Aussagen von Heiliger Schrift, Tradition und kirchlichem Lehramt.

Das Volk Israel als Kult- und Abstammungsgemeinschaft, zu deren Sicherung Geschlechterregister dienen, wird im Alten Testament durchgängig bezeugt. Die Vermischung mit götzendienerischen Völkern ist ihm strengstens verboten, Überfremdung mit ihren (negativen) Folgen gilt als Strafe für die Abkehr von Jahwe, der die Grenzen der Völker zieht.

Mit der Ankunft Christi wird der Begriff des Gottesvolkes auf eine geistige Ebene gehoben, der Begriff des Volkes als irdische Gemeinschaft jedoch beibehalten. Der Missionsbefehl Jesu (Mt 28,19) erfasst die künftigen Mitglieder der Kirche in ihrem jeweiligen völkischen Eingebundensein. Der an (Blut-)Abstammung orientierte Begriff „Land der Väter“ wird über den Apostel Paulus von der frühen Kirche übernommen, während das „höhere Vaterland“ der Christen im Himmel zu sehen ist.

Dieser Linie folgen die Kirchenväter von Clemens von Rom über Clemens von Alexandrien und Augustinus bis Thomas von Aquin, dessen Ordnung der Pflichten und der Liebe Eltern, Blutsverwandten und Vaterland Vorrang einräumt.

Das Lehramt der Pius-Päpste hält die Balance zwischen den Extremen auch im 20. Jahrhundert: „Wie einen ungesunden Nationalismus, der die Lebensrechte anderer Völker mißachtet, lehnt sie [die Kirche] sowohl den falschen Internationalismus, der das Vaterland verleugnet, wie den unrichtigen Pazifismus, der es wehrlos macht, entschieden ab“ (Michael Buchberger im „LThK“ 1938).

Eine positive Haltung zur Nation vertraten bis in die 1950er Jahre auch die evangelischen Gemeinschaften. Die fehlende übergeordnete Führung machte sie in Deutschland  anfälliger für die NS-Ideologie; das betrifft die reichstreuen „Deutschen Christen“ wie auch die oppositionelle „Bekennende Kirche“.

In der vom Geist der 68er durchdrungenen Gesellschaft, die stark von der „Frankfurter Schule“ und deren Infragestellung der „Autorität“ (und jeder Ordnung) beeinflusst waren, wurde die Vaterlandsliebe zunehmend bis „zum Kotzen“ (Robert Habeck) entwertet und kriminalisiert.

Mit der Idee des multiethnischen „Experiments“ (Yascha Mounk), die kraft mächtiger Förderer weltweit auf Verwirklichung drängt, sieht Michaelis (flankiert von der abstrusen Gender-Theorie u. Ä.) die Heraufkunft der Welt des Antichristen angedeutet.

Linkes und rechtes Christentum: globalisierungsaffin oder heimatnah

In weit ausholendem Gang durch die Geschichte zeichnet der katholische Theologe und Politologe Felix Dirsch (S. 64 – 101) die Linien des linken und rechten Christentums, das sich heute als globalisierungsaffin bzw. heimatnah darstellt.

Das politische Rechts-Links-Schema ist im Kontext der Französischen Revolution entstanden; einzuordnen sind aber auch zeitlose konträre Grundhaltungen wie Beharrung versus Veränderung, Institutionalisierung kontra Emanzipation, Abstufung statt Gleichsetzung.

Bis Martin Luther galt die kirchliche Christenheit weithin als rechts (d. h. rechtgläubig); linke Abspaltungen, die auf irdische Reformen zielten, waren selten. Modernes Geschichtsbewusstsein und Fortschrittsoptimismus erzeugten in der Neuzeit eine Dynamik, die – je länger, desto mehr – auf Verdiesseitigung des Heils und Erlösung im Hier und Jetzt zustrebt.

Die linke Auslegung des Christentums hat Vorläufer im 16. Jahrhundert, als man das Evangelium radikal im Sinn der Gerechtigkeit und Gleichheit auszulegen begann, wie der „Schwärmer“ Thomas Müntzer (1489 – 1525), von dem sich ein Bogen bis Martin L. King, Dorothee Sölle und zur Befreiungstheologie schlagen lässt.

Typisch für diese Ausrichtung ist das mit der universalistischen Heilsbotschaft begründete Programm einer One-World-Kultur.

Wurde diese Anfang des 20. Jahrhunderts noch als Schreckensszenario, in dem die menschliche Existenz verkümmere und die Völker entmündigt seien, von katholischer Seite abgelehnt, so arbeitet der Vatikan mit den Forderungen globaler Strukturen, umfassender Umverteilung und nationaler Kompetenzabtretungen heute in ihre Richtung.

Papst Franziskus nützt mit seiner Parteinahme zugunsten der These des menschengemachten Klimawandels den Bestrebungen einer weltweiten Säkular-Ethik der „Nachhaltigkeit“, die Recht auf Abtreibung, spezielle Homosexuellenrechte und forciertes Gender-Mainstreaming vorsieht.

Der vom Vatikan mitunterzeichnete UN-Migrationspakt birgt die Gefahr, dass die zum „natürlichen Phänomen“ erklärte Migration als „Völkergewohnheitsrecht“ einklagbar wird, womit die Stabilität der Rechts- und Sozialsysteme in den Zielländern beeinträchtigt würde.

Rechtes Christentum ist volks- und heimatverbunden, partikular. Assoziiert wird Heimat mit einem bestimmten Territorium, mit Anhänglichkeit, Geborgenheit, mit Identitätsstiftung in jungen Jahren. Dank Vermittlung des Glaubens im Elternhaus und durch die Ortskirche entstehen Verbindungen zu Religion, Tradition und Kultur.

Im ländlich-katholischen Raum neigt das heimat- und volksnahe Christentum dem Patriotismus zu, in den von Kollektividentitäten geprägten EU-Ländern Polen und Ungarn ist er noch heute Konsens: Heimatliebe, Vaterlandsliebe und Liebe zur Kirche bilden einen Dreiklang.

Während das Lehramt bis Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Heimat und Vaterland würdigte, begünstigt Papst Franziskus als „Patron“ der Migration die Auflösung von Nationen und Ethnien. Das dahinterstehende Konstrukt des „Cucked Christianity“ (wörtlich: „abgehacktes Christentum“) lehnt die Selbstbehauptung einer Kultur, einer Nation, eines Volks ab, sodass es zur Sozialreligion schwindet.

Dagegen formiert sich das heimat- und volksnahe Christentum. Die universale christliche Dimension ist, so Dirschs Befund, ohne Profanierung des Glaubens in eine irdische One-World-Kultur nicht adäquat umsetzbar.

Deutschland als Heimat

Anhand des Aufsatzes „Ehrlos – heimatlos“ (1919) des jüdischen Philosophen Eugen Rosenstock-Huessy destilliert der in der Schweiz lebende evangelische Pfarrer Lothar Mack (S. 102 – 121) Parallelen zur Gegenwart heraus. Die Reflexionen des deutschen Offiziers und gläubigen Christen über Deutschland als Heimat, verfasst unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges und des Versailler Friedensschlusses, lassen sich auch 100 Jahre danach für den aktuellen Diskurs fruchtbar machen.

Dabei entpuppt sich das militärische Prinzip der Führung von oben nach unten als historische Konstante, die heute in neuen ideologischen Gestalten hervortritt: spätestens seit 2015 in den elitären Moralaposteln, die der Majorität ihre Konzepte – natürlich „im allgemeinen Interesse“ – aufzwingen.

Dem Wahn des einstigen Nationalismus entspricht die Maßlosigkeit des heutigen Moralismus, der mit schutzlos offenen Grenzen und klimaneutral geschlossenem Verstand die Welt „retten“ will. Die Pathologisierung von Einwänden zu „Phobien“ geht dabei mit wachsender strafrechtlicher Verfolgung nichtkonformen Denkens und Redens einher. Sich abkapselnd verliert Deutschland aber seine Zukunftsfähigkeit.

Der Weg muss, so Macks Forderung, umgekehrt von unten nach oben führen: von der „Aufruhr“ einzelner wacher Geister, die sich opferbereit formieren, hin zu einer neuen geistigen Ordnung, in der Identität von Nichtidentität geschieden ist und das angestammte Vaterland und die Heimat bejaht werden.

Die Völker sind frei geworden zu je eigener und gegenseitiger Anerkennung im Geist der Zusammengehörigkeit; einem von Machtambitionen entbundenen Christentum obläge es, neue Formen bodenhaftender Gemeinschaft zu stiften.

Das Phänomen der Säkularisierung

In seiner kulturphilosophischen Betrachtung zu Europa verortet und bewertet der studierte Philosoph und Germanist Daniel Zöllner (S. 122 – 142) das Phänomen der Säkularisierung neu. Er sieht sie im Gegensatz zu einem linken Geschichtsverständnis, das in ihr die positive Überwindung des Christentums feiert, wie auch zu einem rechten, das in ihr die negative Entfremdung vom Christentum beklagt, als Konsequenz des christlichen Glaubens selbst, als seinen „Ertrag“.

Demnach sei die Emanzipation des Weltlichen schon in den Ursprüngen der jüdisch-christlichen Religion, in der „Achsenzeit“ (Karl Jaspers), angelegt. Mit der Wende vom Kosmotheismus (Polytheismus) zum Monotheismus, der Gott die Transzendenz zuwies, war die Welt entgöttert und „freigegeben“.

Unter Rückgriff auf den evangelischen Theologen Friedrich Gogarten (1887 – 1967) erläutert Zöllner anhand der „Gottessohnschaft“, dass der Mensch als Geschöpf von Gott abhängig, zugleich aber von ihm ermächtigt ist, als Erbe über die Welt zu verfügen.

In der Neuzeit schreitet die Emanzipation des Weltlichen als „Säkularisierung“ voran, erfasst Recht, Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst. Dabei kommt es auch zu Fehlentwicklungen. Im (utopischen) „Säkularismus“ als Entgleisung der Säkularisierung will der Mensch sein Heil selbst erzwingen, statt es von Christus zu empfangen: im Schwärmertum oder in einer auf eine bestimmte Moral verengten, der Transzendenz beraubten weltlichen Ideologie (wie heute).

Zwischen Erstarrung und Auflösung ist das Christentum stets gefordert, zahlreiche Pole auszugleichen. Nur durch dessen bleibende Verbindung mit der Säkularisierung kann der Kulturraum Europa aus Zöllners Sicht auch bewahrt werden.

Konflikt zwischen „Athen“ (Vernunft) und „Jerusalem“ (Offenbarung)

Der Schriftsteller und Verleger André Thiele (S. 143 – 149) will in seinem kompakten Essay die Alternative wiederherstellen, die im Konflikt zwischen „Athen“ (Vernunft) und „Jerusalem“ (Offenbarung) erschlossen ist. Mit der Neutralisierung des Glaubens und der Philosophie durch Machiavelli und Hobbes konstatiert er seit dem 16. Jahrhundert ein Ausweichen vor der Frage nach dem Maß, der Wahrheit.

Die Wahrheit des Kreuzes ist zeitlos gültig, lässt sich nicht beweisen, nur gehorsam annehmen und konsequent erdulden. Ihm steht die funktionale Ethik der liberalen Moderne entgegen, der zufolge das Angenehme das Gute sei. Jesu Leiden aber ist die Negation des Liberalismus. Glaube und Philosophie müssen von Thieles Warte aus erst wieder die Grundlagen des Eigenen zurückgewinnen.

Die Antwort auf die Frage nach dem richtigen Leben liegt jenseits der „Polis“, des Politischen, für den Glauben in der Sphäre göttlichen Heilsgeschehens.

Der katholische Traditionalismus

Dem katholischen Traditionalismus ist der Beitrag des Slawisten und Politikwissenschaftlers Marc Stegherr (S. 150–173) verpflichtet. Die weit und gut vernetzten Priesterbruderschaften (St. Pius X., St. Petrus, Servi Jesu et Mariae, Institut du Bon Pasteur) mit ihren Interessengruppen, die als reaktionär, rechts oder rechtsextrem zählen, verstehen sich selbst als konservativ, nicht aber im politischen Sinn als rechts.

Rechte oder rechtspopulistische Parteien wie der Rassemblement National stehen ihnen naturgemäß näher, weil sie hier eher mit Verständnis für Ordnung, Herkunft und Überlieferung rechnen dürfen. Die durchaus heterogene Bewegung eint ihre Ablehnung der Anpassung der Lehre und Liturgie an progressive, linksliberale Strömungen in der Nachkonzilszeit.

Während dem „rebellierenden“ Gründer der Piusbruderschaft Erzbischof Marcel Lefebvre (siehe Foto) keine abweichende Lehre nachzuweisen war – Suspendierung bzw. spätere Exkommunikation erfolgten wegen Verstoßes gegen die Kirchendisziplin –, arbeiten beamtete Theologieprofessoren mittels „Memoranden“ oder „Kirchenkritiker“ wie Küng, Drewermann, Ranke-Heinemann mit häretischen Forderungen belegbar auf eine unkatholische Kirche hin.

Der Streit um die das Glaubensgut schützende „alte“ Messe, die Paul VI. mit der „tyrannischen“ Einführung des „Novus Ordo“ 1969 außer Kraft setzte (was ob der Zerstörung unschätzbaren Kulturguts auch Kritik vonseiten Intellektueller, Schriftsteller und Musiker hervorrief), ist bis heute nicht beigelegt.

Der Versuch Benedikts XVI., sie 2007 zu rehabilitieren, um die Kirche mit ihrer Tradition zu versöhnen, muss weithin als gescheitert gelten, besonders weil er von den Bischöfen, den deutschen voran, sabotiert wurde. Und Papst Franziskus fehlt – gelinde gesagt – das Verständnis für den alten Ritus.

Lefebvres und Ratzingers kritische Diagnosen der nachkonziliaren „Reform“-Kirche weisen, wie Stegherr anmerkt, eine frappierende inhaltliche Nähe auf. Den Protest der Traditionalisten als „Nostalgie“ abzutun, greift zu kurz; er stellt eine gewichtige Anfrage an die tiefe Gegenwartskrise der Kirche dar. Woraus lebt sie? Erfindet sie sich täglich neu? Ihre Gemeinschaften, politischen Linken wie Liberalen ein Ärgernis, bleiben Stachel im Fleisch, weil sie sich beharrlich gegen Entkernung des Glaubens und „Befreiung“ von überlieferten moralischen und religiösen Bindungen stemmen.

Fundamentalkritik des christlich-islamischen Dialoges

Die armenischstämmige Opferanwältin und Autorin Jaklin Chatschadorian (S. 174 – 188) unterzieht den christlich-islamischen Dialog einer Fundamentalkritik. Ausgehend von dem Postulat, dass eine freiheitliche Demokratie nicht unbegrenzt tolerant sein darf, sondern sich gegen Feinde wehren muss, beobachtet sie, dass – im Gegensatz zu Angehörigen anderer Religionen – der um vollständige Ausübung seiner Religion bemühte gläubige Muslim im Dauerkonflikt mit dem Staat bzw. den Menschen unserer Gesellschaft liegt.

Ihre These der Unvereinbarkeit des Islam mit unserer Rechtsordnung und unseren Werten untermauert die Autorin im Folgenden: Leugnung individueller Willens-, Meinungs- und Handlungsfreiheit, Kontrolle der Anhängerschaft, autoritäre Durchsetzung von Regeln und Sanktionen, Neigung zu brachialer Gewalt sind nur eine Auswahl der inkompatiblen Merkmale.

Im „Dialog“ mit den beiden deutschen Kirchen, der den Vertretern des politischen Islam zur Durchsetzung ihrer „Werte“ und Ziele dient, weicht die christliche Seite aus Rücksicht vor den religiösen Gefühlen der Muslime stets zurück und zollt ihnen den geforderten „Respekt“ (als Unterwerfung verstanden).

Theologisch haben Christentum und Islam außer dem Monotheismus nichts gemein, doch auch er divergiert in Gottesbild und Ziel.

Die diskriminierte, degradierte Muslima ist Eigentum des Mannes und seiner Familie. Listig wird hier umgedeutet: Ihre Verhüllung sei Zeichen der Selbstbestimmung; Zwangsverheiratung minderjähriger Mädchen eine ökonomische Form der Familienversorgung; die zur Begrüßung ausgestreckte Frauenhand eine Einladung zum Ehebruch – also „Toleranz“ für den verweigerten männlichen Handschlag!

Die Autorin kritisiert den Tunnelblick der Kirchen scharf und fordert deren Rückbesinnung auf eigene Werte und couragiertes Eintreten für die verfolgten Glaubensangehörigen.

Analyse des Populismus

Mit dem Populismus setzt sich der religionspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion Volker Münz (S. 189 – 202) auseinander. Er sieht in ihm eine Widerstandsreaktion auf den Globalismus in den westlichen Demokratien. Als Kampfwort schmäht er rechte Bewegungen und Parteien (AfD, FPÖ, Lega, Vox), manchmal auch linke (Syriza, Podemos).

In Anlehnung an die Politologin Karin Priester beschreibt Münz den Populismus als Methode der politischen Auseinandersetzung, die von dem Gegenüber Parteien-Establishment/Eliten einerseits und Volk (lat. populus) andererseits bestimmt ist, das seinen Willen durch jene nicht mehr angemessen vertreten sieht.

Die Repräsentationslücke erscheint als Ursache, das „Volk“ als Träger des Populismus.

Verstärkt wird die Krise durch die Spaltung der Gesellschaft in „Anywheres“ („Überallmenschen“, Kosmopoliten, „Profiteure“ der Globalisierung, 20 – 25%) und „Somewheres“ („Irgendwomenschen“, Dagebliebene, Orts- und Heimatgebundene, „Verlierer“ der Globalisierung, ca. 50%) und deren konträre Interessen.

Politik und Staat haben aber unter Erhalt größtmöglicher gesellschaftlicher Homogenität (vgl. Böckenförde-Diktum) in toto der breiten Bevölkerung zu dienen. Daher begrüßt Münz einen wohlverstandenen Populismus als Korrektiv im Sinne der Unterstützung einer bürgerlichen, christlich-konservativen Politik gegen egalitäre Tendenzen (Multikulturalismus, Transnationalismus, Gender-Mainstreaming).

Naturrechtsdenken als vernunftgemäßes Ordnungsdenken

Der studierte Politik-, Rechtswissenschaftler und Theologe Daniel Führung (S. 203 – 226) würdigt in seinem Beitrag das Naturrechtsdenken als vernunftgemäßes Ordnungsdenken und dessen Bedeutung für Staat, Gesellschaft und Individuum. Danach haben alle Menschen eine gemeinsame, unveränderliche, unveräußerliche, mit Mängeln behaftete Wesensnatur, die mittels der Vernunft festgestellt werden kann.

Diese ermöglicht die Erkenntnis sittlich-rechtlicher Grundsätze (nach dem Apostel Paulus sind sie jedem ins Herz geschrieben), die den staatlichen Gesetzgeber und den Einzelnen verpflichten, wie Schutz von Leib und Leben, Eigentum, Ehre, persönliche Freiheit, umfasst im platonischen „suum cuique“.

Mit der Abkehr vom Naturrecht und der Ersetzung durch den Rechtspositivismus, der beliebige Inhalte, sogar Ungerechtigkeit zur Norm erheben kann, geht der Verlust eines höheren Maßstabs und gesellschaftlicher Fundamente einher. In der „Diktatur des Relativismus“ ist der Überschlag der entfesselten liberalen Demokratie in einen Neototalitarismus angelegt.

„Die gegenwärtige Ablehnung des Naturrechts führt nicht nur zum Nihilismus, nein, sie ist identisch mit dem Nihilismus“, zitiert Führung den deutsch-amerikanischen Philosophen Leo Strauss.

Deformierungen wie die „Ehe für alle“, mit der das Wesen der Ehe als Verbindung von Mann und Frau samt ihrer Ausrichtung auf Nachkommenschaft geleugnet wird, und Abirrungen wie die Gender-Theorie, welche die biologisch oder metaphysisch determinierte Zweigeschlechtlichkeit ausblendet, sind aus christlicher Sicht als Zwangsgebilde einer realitätsfernen, herrschsüchtigen, auf Selbst- und Welterlösung zielenden „modernen Gnosis“ (Eric Voegelin) abzulehnen.

Wider Dekonstruktion und Delegitimierung bekräftigt der Autor die naturrechtliche Verankerung von Nation, Vaterland, Heimat, Volk.

„Der Mensch verbindet seine tiefste menschliche Identität mit der Zugehörigkeit zu einer Nation“, weiß Johannes Paul II. Die Heimatliebe ist eine „Dankespflicht“ und entspricht der „Ordnung der Liebe“ (Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2239).

Das Volk ist ein lebendiger geistiger Organismus, an dem die Einzelnen teilhaben. Seine treibende Kraft, die Liebe – zu Gott, dem Nächsten, dem Volk –, ist auch Garant für eine Ordnung. Der christliche Patriotismus ist somit Anerkennung einer guten Ordnung und als solcher naturrechtlich begründet.

Mahnwort an die Christen Deutschlands

Den Schlusspunkt setzt der aus dem Schwarzmeerraum gebürtige Weihbischof Athanasius Schneider ( S. 227 – 237) mit einem Mahnwort an die Christen Deutschlands, das jedoch nicht nur diese betrifft. Initiiert vom Brand der Kathedrale Notre-Dame de Paris am 15. April 2019 skizziert er anhand der Metapher der „Stadt des Menschen“ die Grundzüge einer zerstörerischen Gesellschaft ohne Gott, die zwangsläufig in Tyrannei und Totalitarismus mündet.

Ihr stellt er die „Stadt Gottes“ am Beispiel der Radiobotschaft Pius‘ XII. zu Weihnachten 1942 gegenüber, in welcher der Papst die christliche Sicht einer auf Gottes Ordnung und Sittengesetz gründenden menschlichen Gesellschaft darlegt.

Den Brand der Kathedrale deutet Schneider als Aufruf zu echter Bekehrung, zumal der unbußfertigen (deutschen) Bischöfe, die seit der irreführenden wie missverstandenen „Öffnung der Fenster“ (Johannes XXIII.) zur modernen Welt die geistigen Brandstifter des liberal-theologischen Establishments und des verweltlichten Klerus in der Kirche wüten lassen. Ihrem Credo „Wir haben keinen anderen König als die öffentliche Meinung“ ist die Königsherrschaft Jesu Christi mit dem Auftrag der Evangelisierung aller Menschen und Völker kompromisslos entgegenzustellen.

Gesamtbewertung des Buches

In der Gesamtbewertung des Buches sind, wie beim Vorgängerband, die hohe Informationsdichte und das geistig anspruchsvolle Niveau hervorzuheben. Die sprachlich-stilistische Bandbreite der Einzelbeiträge, die durch geradlinige Gedankenführung überzeugen oder durch ungezwungenen assoziativen Fluss gefallen, bewegt sich zwischen sachlich-bodenständig und gewählt-gehoben.

Politische und/oder theologische Vorkenntnisse erleichtern das Verständnis, sind jedoch nicht unbedingt erforderlich.

Dank durchdachter Auffächerung der Themenfelder gewinnt der Leser ein sicheres Urteil über das Christentum in den Gegenwartsdebatten, wozu erheblich die biblisch-theologischen Grundlegungen beitragen. Die Konnotation „konservativ“/„rechts“ läuft oft still mit. Mehrfach berühren sich die Beiträge inhaltlich, wenn sie von den verschiedenen Ansatzpunkten her auf bestimmte Schnittstellen wie „Multikulturalität“, „Vaterland“, „Gender“, „Böckenförde-Diktum“ oder „ordo amoris“ zulaufen; die Bewertung der Säkularisierung fällt uneinheitlich aus.

Im Ergebnis tendiert rechtgläubiges Christentum politisch nach rechts (erst recht, seit die C-Parteien ihre konservativen Positionen fast gänzlich geräumt haben), wohingegen die real existierende linksglobalistische Ausrichtung mit Fokussierung auf Menschenrechten, Migration und Klimawandel eine säkularistisch entkernte, häretisch durchsetzte Schwundstufe darstellt. Insofern ist vor allem seitens der führenden Kirchenvertreter eine Neuorientierung überfällig.

Eine Fortführung des Buch-Projekts mit der Erschließung weiterer aktueller Themenbereiche kann sich der interessierte Leser nur wünschen.

„Christentum und Medien“ zum Beispiel verdiente eine kritische Durchleuchtung, wobei die gewaltige Schlagkraft der Öffentlich-Rechtlichen gegen rechts mit der überschaubaren Anzahl der den vor allem rechtskatholischen Standpunkt vertretenden Publizisten, Zeitschriften und Netzwerke zu kontrastieren wäre.

Die kollektive widergöttliche Weltrettungshybris schreit förmlich nach einer eingehenden Behandlung des Themas „Christentum und Klimawandel“. Alternativlos sind wohl eine Entgiftung der Bezeichnung „rechts“ und ihre Rückholung in die Mitte der Gesellschaft. Mit den beiden Bänden ist der Grundstock einer „Bibliothek des rechtskonservativen Christentums“ gelegt.

Unser Autor Thomas May ist Lehrer i. R. –  Er unterrichtete die Fächer Deutsch und Katholische Religionslehre. Der in Sendenhorst (Münsterland) lebende Autor ist ein Neffe des bekannten Prälaten und Kirchenrechtlers Prof. Dr. Georg May (Mainz).

Die Erstveröffentlichung dieser Besprechung erschien in der Zeitschrift „Theologisches“


43 Kommentare on “Der Glaube und unser Vaterland in Europa”

  1. Gabriele Kuby, Soziologin, Gender Ideologie und Gender Mainstreaming und Genderismus

    http://www.gabriele-kuby.de

    ÖDP

    http://www.oedp.de

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  2. Geolitico-Magazin – siehe auch den Kirchfahrter Archangelus und die Bücher von Gerhoch Reisegger

    http://www.geolitico.de

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  3. Holger Jahndel sagt:

    Siehe auch vom katholischen Romantiker Novalis „Die Christenheit oder Europa“ (bzw: in Europa) und Clemens von Brentano und vom Philosophen Karl-Christian Friedrich Krause die Philosophie des „Krausimo“ und das internationale Schiller-Institut und die ÖDP und die Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo) nach Helga Zepp-LaRouche und das internationale „Forum für ein neues Paradigma“ und das Zeit-Fragen Magazin aus der Schweiz und die „Philosophia Perennis“ des Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger

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  4. Anonymous sagt:

    Frau Küble,

    was die sog. „konstitutionellen Monarchien“ in Europa betrifft, handelt es sich bei diesen „Monarchen“ fast ausschließlich nur noch um „Grüßauguste“ ohne politische Macht. Sogar für mich ist es erschütternd zu sehen, dass z.B. die Queen nur noch brav ihr vorgelegte Regierungserklärungen herunterlesen und jedes Gesetz unterschreiben muss, ob sie will oder nicht. Das ist nur noch Folklore.

    Tatsächlich passen Monarchien und Demokratien auf die Dauer nicht zusammen.

    Man könnte allenfalls bei stark präsidialorientierten Demokratien wie z.B in den USA oder Frankreich davon sprechen, dass der jeweilige Präsident eine Art „gewählter Monarch“ ist. Allerdings trifft auch das nicht zu, weil diese Präsidenten ebenfalls Gesetz und Recht unterworfen sind, wenn auch z.B. Trump versucht, das völlig zu negieren.

    Und natürlich haben die damaligen Monarchisten zwar zähneknirschend eine konstitutionelle Monarchie mitgetragen, weil sie halt gegen die Demokratiebewegungen nicht mehr ankamen. Demokraten waren sie deshalb aber noch lange nicht. Genauso wenig wie die in Parlamente gewählten Abgeordneten der NSDAP Demokraten waren.

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    • Guten Tag,
      die Anhänger einer konstitutionellen Monarchie waren pro-parlamentarisch (Kombination von Königtum und Parlament) – und noch lange keine „Anti-Demokraten“, wie Sie behauptet haben. Hingegen waren die NSDPA-Abgeordneten sehr wohl welche, wobei sie keine Monarchisten waren. Es ist Unfug, wie Sie zu behaupten, gemäßigte Monarchisten seien „genauso wenig“ (!) Demokraten wie die NSDAP. Zwischen einer konstitutinollen Monarchie und einer totalitären (!) Diktatur liegen Welten – nicht nur graduelle, sondern wesentliche. Wer dies nicht einsieht, verharmlost damit den Nationalsozialismus – ob gewollt oder ungewollt.
      Im übrigen bestätigt doch Ihre „Grüßaugust“-Bemerkung, wie komplett ungefährlich Monarchien in Europa heute sind.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Anonymous sagt:

        Jetzt hätten wir doch beinahe vergessen, dass die einzige absolute Monarchie in Europa der Vatikanstaat mit einem Wahlmonarch auf Lebenszeit ist. Wenn er nicht zurücktritt, was allerdings bis jetzt sehr selten vorgekommen ist.

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  5. Anonymous sagt:

    Einige Fragen zum Begriff des “ rechtskonservativen Christentums“, der sich am Ende der Rezension befindet:

    1.Was bedeutet „rechtskonservativ“?

    Zunächst erstaunt der Begriff als solcher. Dem Autor genügt die Bezeichnung „konservativ“ allein nicht. Er muss sie „verstärken“ durch „rechtskonservativ“. Wenngleich der Begriff nicht definiert wird, liegt schon rein sprachlich nahe, dass es sich um etwas handeln muss, dass rechts vom normalen konservativen Spektrums liegt. Was bleibt an diesem Rand noch übrig, Herr May? Mir schwant dabei nichts Gutes, um es sehr vorsichtig auszudrücken

    2. Was genau ist denn „Christentum“?

    Zunächst einmal ist es nicht rein katholisch oder protestantisch. Sondern umfasst irgendwie Christen jeder „Art“. Es ist auch kein interner christlicher Begriff. Denn dann würde man von „Kirche“, von „ecclesia“ sprechen. Vielmehr dürfte es eine starke kulturelle Konnotation haben, die zwar einen individuellen Glauben derer, die sich dazu zählen, voraussetzt, aber nicht wirklich fordert.

    Wenn es also so etwas gibt wie ein „rechtskonservatives Christentum“, dann gibt es wahrscheinlich auch noch andere „Arten“ davon. Ein liberales oder aufgeklärtes oder gar linkes Christentum? Tatsächlich sind ja zum Glück nicht alle Christen „rechtskonservativ“.

    3. War und ist Jesus Christus „rechtskonservativ“?

    Allem Anschein nach in keinster Weise. Diese Schlussfolgerung leite ich aus folgenden Tatsachen ab:

    Die Hauptgegner Jesu, die ihn schließlich ans Kreuz brachten, waren Pharisäer. Sie waren der Inbegriff einer konservativen, jüdisch-nationalistischen religiösen Elite. Dies zog sich durch die gesamten Kontroversen, die sie mit Jesus führten, hindurch. So lautete zunächst ihr Hauptvorwurf an Jesus Christus, er mache sich unrein, weil er mit Sündern Tischgemeinschaft pflegte. Die konservative Auffassung bestand darin, jede Sünde zu meiden, was insbesondere bedeutete, Menschen, die in offenkundiger Sünde lebten, die Gemeinschaft zu verweigern. Denn die Befürchtung war, man werde sonst wie diese. Die Pharisäer hatten weiterhin einen sehr legalistischen Zugang zu ihrer Religion. Nur wer die Thora kannte und auf das Genaueste befolgte, konnte Gunst bei Gott erlangen. Gerne warfen sie Jesus daher den Bruch der Gesetze Mose vor. Er heilte am Sabbath, berührte unreine Menschen, ließ zu, dass seine Jüngern unterwegs Ähren vom Weizen abbrachen, um sie zu essen usw. usf. Jesus war jemand, der in ihren Augen permanent gegen Gottes Gebote verstieß. Tatsächlich war sein Ansatz völlig anders als der konservative Ansatz seiner Zeit: Er vergab Menschen ihre Sünden, die nicht mal danach fragten und lud sie in seine Gemeinschaft, bevor sie irgendeine Sünde korrigiert hatten. Er berief Jünger, die nicht besonders heilig waren und teilte sein Leben mit ihnen. Und er behauptete, dass solche, die keine Gesetzesobservanz vorweisen konnten und deshalb auf ihn vertrauten. beim Festmahl Gottes auf die vorderen Plätze berufen werden würden, während die Pharisäer draußen vor der Tür bleiben mussten. Usw. usf.

    Besonders wandte sich Jesus aber gegen religiöse nationalistische Vorstellungen seiner konservativen Gegner. Sie hatten seiner Meinung nach nicht Gott zum Vater, weil sie sich auf die nationale Identität durch Abraham beriefen. Vielmehr nannte er sie Kinder des Teufels, weil sie nicht an ihn glaubten. Denn ER war schon immer die Mitte seines Volkes Israel.

    Schließlich war die Begründung für die Auslieferung Jesu an die Römer, damit er gekreuzigt werde, bezeichnend nationalistisch:

    „Kajaphas aber war es, der den Juden den Rat gegeben hatte: Es ist besser, dass ein einziger Mensch für das Volk stirbt.“ (Joh. 18, 14)

    Ich belasse es dabei, um festzuhalten, dass Jesus Christus nicht konservativ war im heutigen politischen Sinn. Natürlich gibt es noch viel mehr Belege dafür.

    4. Waren die Apostel „rechtskonservativ“?

    Zunächst sind ja alle Nachfolger Jesu berufen, ihm nachzufolgen. Wenn wir dem nachfolgen, der nicht „rechtskonservativ“ ist, dann gilt das natürlich auch für uns. Wieso sollten wir dann „rechtskonservativ“ sein?

    Zweifelsohne waren die Apostel Juden und hatten eine Lernkurve vor sich, um zu verstehen, dass das Heil Gottes durch Jesus Christus zu den Nationen gekommen war und das weder Geschlechtsidentität noch nationale Identität im Reich Gottes noch eine Rolle spielt:

    „Denn ihr seid alle Söhne und Töchter Gottes durch den Glauben in Christus Jesus. 27 Ihr alle nämlich, die ihr auf Christus getauft wurdet, habt Christus angezogen. 28 Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau. Denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.“ (Galater 3, 26 bis 28)

    Das bedeutet nicht, dass es keine verschiedenen Geschlechter, Ethnien und Nationen mehr gäbe. Aber sie sind im Reich Gottes nicht mehr getrennt und haben keine Bedeutung im Bezug auf das Heil in Jesus Christus. Damit ist aber auch klar, dass dies auch für politische und kulturelle Faktoren gilt, die davon abgeleitet werden. Und hierzu gehören Konservatismus, Liberalismus, usw. usf. Das sind nur menschliche Behelfskategorien, die den christlichen Glauben nicht definieren können. Und dann, wenn diese Bezeichungen Trennung zwischen Gläubigen hervorrufen, sind sie sogar gegen das Evangelium gerichtet.

    Das haben die Apostel so gelehrt und überliefert. Weshalb sie nicht „rechtskonservativ“ sein konnten.

    5. Die letzte Frage: Wie definieren wir uns selbst?

    Für jeden, der hier mit liest und davon ausgeht, ein/e Christ/in zu sein, stellt sich diese Frage ja immer wieder mal. Reicht es mir, mit Paulus zu sagen, dass ich ein Knecht Jesu, ein Kind Gottes oder allgemein ein/e Jünger/in oder Nachfolger/in Jesu bin. Oder muss das noch „verstärkt“ werden und warum? Wollen wir damit möglicherweise das Evangelium um die Komponente „rechtskonservativ“ erweitern oder gar definieren, dass nur „Rechtskonservative“ wahre Christen sind?

    Was haben Zusätze wie „rechtskonservativ“ etc. mit dem Evangelium zu tun? Diese Frage möge sich jeder selbst beantworten. Ich habe das für mich getan.

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    • Anonymous sagt:

      Es ist rührend, wie Sie sich an den Begriffen „rechts“, „konservativ“, „rechtskonservativ“ abarbeiten.
      Dabei funktioniert es selten, wenn man Erscheinungen und Ideen der biblischen Zeit unbedarft mit später entstandenen Begrifflichkeiten einzufangen versucht.
      Es ist ganz einfach: Das „Rechte“ ist gewöhnlich das „Richtige“, also „rechts“ mitnichten eine Krankheit (https://www.cicero.de/innenpolitik/afd-rechts-nazis-links), wie es heute gern hingestellt wird.
      Dagegen wird „links“ (lat. sinister) von alters her mit „linkisch“, „ungeschickt“, „verkehrt“, „böse“ assoziiert.
      Während „liberal“ für einen Christen von vornherein anstößig ist, weil es dem Leiden Jesu widerspricht (vgl. Thiele).
      Wenn Sie also mit Paulus ein „Knecht Jesu“ sein wollen, dann sollten Sie auch buchstabengetreu seinen Ratschlag befolgen und „ohne Unterlass“ (1 Thess 5,17) beten und keine Zeit mit Leserkommentaren verschwenden.
      Dann sind Sie sicher auf der rechten Spur.

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      • Anonymous sagt:

        Ich habe selten so einen unbedarften Kommentar gelesen. Es ist natürlich nicht wahr, dass die politischen Einordnungen so entstanden sind, wie Sie behaupten. Sie können diese Behauptungen auch nicht belegen:

        „Das Aufkommen der Unterscheidung „links“ – „rechts“ im Sinne politischer Richtungsbegriffe wird auf den Ursprung der Französischen Nationalversammlung in der verfassunggebenden Nationalversammlung von 1789 zurückgeführt. … Von Frankreich aus breitete sich die Links-rechts-Unterscheidung in ganz Europa aus. In Deutschland konstituierte sich das Paulskirchenparlament von 1848 nach ihrem Muster. Hier saßen die republikanischen Abgeordneten, die einen sofortigen Sturz der damaligen Monarchie forderten, links und die Befürworter einer konstitutionellen Monarchie rechts.“

        https://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_Spektrum#Geschichte

        Man beachte: Antidemokraten sassen rechts.

        Zum Einstieg empfehle ich Ihnen, den ganzen Eintrag bei Wikipedia durchzuarbeiten.

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      • Guten Tag,
        die Befürworter einer konstitutionellen (!) und somit parlamentarischen Monarchie – nicht einer absoluten – sind noch lange keine „Antidemokraten“.
        Immerhin saßen sie im Parlament und wurden gewählt, die angeblichen „Antidemokraten“.
        Oder wie ist das mit den europäischen Monarchien von heute?
        Der König bzw. die Königin ist zugleich Staatsoberhaupt.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  6. Holger Jahndel sagt:

    Siehe auch den Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger mit seinem Weblog „Philosophia Perennis“ und das internationale Schiller-Institut etwa zum Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz und Judith Reisman aus den USA und auch die Philosophie des „Krausimo“ etwa nach dem Philosophen Karl Christian Friedrich Krause. Siehe auch die freien Online-Texte von Elias Erdmann zur biblischen mystischen und hermetischen Symbolik.

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  7. Anonymous sagt:

    Mit dem Begriff „Vaterland“ kann ich eigentlich nicht viel anfangen. Im Gegensatz zu Heimat. Heimat ist ein geographisch begrenztes Gebiet und gleichzeitig ein kultureller Raum, mit dem man besondere Lebensstationen – vor allem die Kindheit – verbindet. „Vaterland“ hingegen ist für mich etwas Übergestülptes. Dazu kommt, dass mein Vater der himmlische Vater ist. Sein ist die ganze Erde. Alles Land darauf, ist „Vaterland“.

    Meinem irdischen Vater gehörte kein Land, weder im realen Grundbesitz noch im übertragenem Sinn. Okay, nicht ganz, er hatte mal ein Haus. Aber das war es. Das Haus ist lange verkauft. Und die Nation und Ethnie, in die ich hineingeboren wurde, ist ebenfalls nicht „Vater“ für mich. Was also soll mir der Begriff „Vaterland“ denn sagen? Aber Deutschland mag ich. Einfach so. Nicht „über alles“, wie es in der ersten Strohe des Deutschlandlieds heißt. Deutschland ist nicht besser oder wichtiger als irgendein anderes Land der Erde. Es ist mir nur emotional näher. Das ist alles.

    Aber alles das ist zeitlich und vergänglich. Denn meine wahre Heimat ist bei Gott selbst. Auf dieser Erde bin ich nur Durchreisender, der sich zwar an den vergänglichen Dingen erfreuen kann wie ein Wanderer an Wiesenblumen im Vorübergehen. Aber Ziel und Mitte sind diese Wiesenblumen nicht. Noch weniger ist es ein „Vaterland“ auf Erden im nationalen Sinn.

    Die Frage ist, woran wir unser Herz gebunden haben. An das Vergängliche oder an das Ewige. Beides hat erhebliche Konsequenzen.

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    • Holger Jahndel sagt:

      Patria. Das Vaterland.
      Der National-Staat war eine Errungenschaft und ein Fortschritt der Neuzeit gegenüber dem Feudalismus, als teilweise noch Leibeigenschaft herrschte, ohne diesen fallen wir in einen neuen Konzern- und Banken-Feudalismus zurück. Die zentralistische und ohnehin schon undemokratische und technokratische Brüsseler EU mit der nicht-gewählten EU-Kommission bzw. EUDSSR (Udo Ulfkotte) hat sich zu einer Räte-Diktatur entwickelt.
      Siehe auch Gerhoch Reisegger dazu und Manfred Julius Müller und das Zeit-Fragen Magazin aus der Schweiz. http://www.zeit-fragen.ch

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  8. Holger Jahndel sagt:

    Sei gütig, denn alle Menschen, denen du begegnest, kämpfen einen schweren Kampf.
    Platon

    (427 – um 348 v. Chr.), lateinisch Plato, griechischer Philosoph, Schüler des Sokrates

    Denn welcher Kampf ist härter als das Leben?
    Denn wie der Philosoph Heraklit schon wusste, es gibt den Logos, doch die meisten meisten verstehen ihn nicht richig und verhalten sich nicht ihm gemäß bzw. handeln nicht ih gemäß.
    Das ist das tragische Mangel an Vernunft und Rationalität, der weise chinesische Philosoph Lao-Tse sagte ähnliches über das dem griechischen Logos entsprechende Tao/Dao usw.
    Siehe auch den Theologen und Philosophen und Journalisten David Berger mit seinem Weblog „Philosophia Perennis“ und das internationale Schiller-Institut und die BüSo und die ÖDP.

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    • Anonymous sagt:

      Anders kann man ein Kopftuchverbot nicht realisieren.

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      • Holger Jahndel sagt:

        In der Tat wäre vielleicht für Deutschland und auch die Kirche ein konsequenter Laizismus wie in Frankreich besser. Siehe auch den Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger mit seiner „Philosophia Perennis“ als Weblog dazu.

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      • Holger Jahndel sagt:

        Die Herrschaft des Unrechts: Die Asylkrise, die Krise des Verfassungsstaates und die Rolle der Massenmedien (Deutsch) Gebundene Ausgabe – 20. September 2018
        von Ulrich Vosgerau (Autor)

        Die Bundesregierung handelt rechts- und verfassungswidrig!

        Wie konnte Deutschland sich in wenigen Jahren von einem mustergültigen, geradezu perfekten und dafür in der ganzen Welt bewunderten Rechts- und Verfassungsstaat in ein Land verwandeln, in dem sich die Regierung nicht mehr um Recht und Verfassung kümmert und das Parlament dazu schweigt?

        Die Herrschaft des Unrechts – unter diesem Titel veröffentlichte Ulrich Vosgerau im Herbst 2015 einen Aufsatz im politischen Monatsmagazin Cicero, der mit der Grenzöffnungspolitik der Bundesregierung hart ins Gericht ging. Der Titel des Aufsatzes wurde dann durch den bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse popularisiert.

        In diesem Buch legt Ulrich Vosgerau nun eine Analyse der seit Sommer 2015 andauernden Flüchtlingskrise vor, die von anhaltenden Rechtsbrüchen der Bundesregierung geprägt ist. Dabei werden die juristischen Hintergründe des Asylrechts im europäischen Kontext allgemein verständlich erklärt.

        Die Arroganz der Macht

        Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage nach den eigentlichen Hintergründen der Asylkrise und welche Rolle die Massenmedien dabei spielen.

        Die Herrschaft des Unrechts setzt eine Kultur des Lieber-den-Mund-Haltens voraus. Warum aber zum Beispiel auch Hochschullehrer sich so verhalten, statt das Unrecht beim Namen zu nennen, obwohl es doch in Deutschland keinen Polizeistaat gibt, erklärt Ulrich Vosgerau in diesem Buch.

        »In seinem Buch stellt Vosgerau noch einmal präzise und allgemeinverständlich dar, wie in der EU und in Merkel-Deutschland systematisch Recht und Gesetz gebrochen wird. Ein Kompendium für alle, die in der Diskussion unwiderlegbare Argumente gegen die illegale Einwanderung brauchen.« Vera Lengsfeld

        »Das Buch ist ein Lehrstück, wie koordiniert Kritiker zum Schweigen gebracht werden.« Roland Tichy

        »Entstanden ist ein tiefenscharfer Bericht zur Lage einer von ihren >Eliten< verratenen Nation, dem die weiteste Verbreitung zu wünschen ist.« Junge Freiheit

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  9. Anonymous sagt:

    Zum Thema „Nächstenliebe“ und „Barmherzigkeit“ möchte ich folgendes anmerken:

    Hier schreibt der Rezensent::

    „Nächstenliebe und Barmherzigkeit sind vielmehr Gebote, ja Befehle Christi an seine Jünger, die gehorsame individuelle, praktische Umsetzung erfordern, keine bloßen Appelle, denen (verbale) Zustimmung genügt.

    Sie gelten – hier bringt Wawerka das „Zwei-Welten-Theorem“ Friedrich August von Hayeks ein – für die Lebenswelt des sozialen Nahraums, der von persönlichen Beziehungen wie Vertrauen, Mitgefühl, Zuwendung geprägt ist, im Gegensatz zum politischen und wirtschaftlichen Großraum, in dem die Kommunikation vorwiegend rational, technisch, juristisch, abstrakt abläuft.“

    Genau das ist nicht richtig. Und zwar aus folgenden Gründen:

    Die Reichweite der Gebote Jesu zu beschränken auf seine Jünger und einen individuellen Nahraum wird dem Evangelium nicht gerecht. Was Jesus von seinen Jüngern erwartet, steht in unmittelbarer Beziehung zu seinem Evangelium vom nahenden Reich Gottes. Dieses Reich aber überstrahlt und ersetzt in Zukunft jedes andere menschliche Reich. Deshalb trägt Jesus auch den Namen „König aller Könige“. Und deshalb beten wir im Vaterunser: „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe! Wie im Himmel, so auf Erden“ Dieses Gebet umfasst also die gesamte Erde und damit jeglichen „Raum“, in dem sich Menschen bewegen. Jesus erwartet die Erfüllung seiner Gebote nicht nur von seinen Jüngern, sondern von Jedermann. Dies wird nachfolgend besonders eindringlich deutlich.

    Die Tatsache, dass das Reich Gottes erst dann vollendet wird, wenn Jesus Christus wiederkommt, ändert nichts an dem Anspruch, den Jesus mit seinem bereits erfolgten Anfang verbindet.

    Das Evangelium Jesu Christi umfasst auch deshalb jegliche soziale Ordnung und beschränkt sich nicht auf individuelle Nahräume, weil es zum Ausdruck bringt, was Gott für alle Menschen möchte: Im Gehorsam gegen ihn seine Liebe auszuleben.

    Es ist eine Strategie der Gegner des christlichen Glaubens, denselben in Anspruch und Ausübung ins Private abzudrängen. Das sollte man daher nicht übernehmen.

    Vor allem muss der Ernst der Lage mit Jesu Worten betont werden:

    31 Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.
    32 Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.
    33 Er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken.
    34 Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, empfangt das Reich als Erbe, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist!
    35 Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen;
    36 ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.
    37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben oder durstig und dir zu trinken gegeben?
    38 Und wann haben wir dich fremd gesehen und aufgenommen oder nackt und dir Kleidung gegeben?
    39 Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
    41 Dann wird er zu denen auf der Linken sagen: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!
    42 Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;
    43 ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht.
    44 Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder fremd oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?
    45 Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.
    46 Und diese werden weggehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber zum ewigen Leben.
    (Matthäus 25, 31-46)

    Man beachte:
    Es geht hier um ALLE VÖLKER, nicht nur um Gläubige. (Vers 32)
    Es ist hier der KÖNIG der ganzen Welt, der richtet, nicht nur der Gläubigen (Verse 34 und 40)
    Und dieser König identifiziert sich mit ALLEN, die hungrig, durstig, fremd, nackt, krank und im Gefängnis sind. (Verse 35, 36, 40, 42, 43, 45)

    Jeder sollte sich fragen, wie er dereinst bei diesem Gericht abschneiden möchte.

    Jesus Christus ist DER Maßstab. Der neoliberale Friedrich August von Hayek eignet sich dafür hingegen nicht.

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  10. Holger Jahndel sagt:

    Aus der Schweiz http://www.zeit-fragen.ch Zeit-Fragen Magazin

    Erfolgsmodell Schweiz: Direkte Demokratie, selbstbestimmte Steuern, Neutralität (Deutsch) Broschiert – 11. Oktober 2010von Jürgen Elsässer  (Herausgeber, Autor), Matthias Erne (Herausgeber)
    Die Schweiz ist ein beliebtes Auswanderungsziel: In keinem europäischen Land leben prozentual mehr Ausländer, viele lassen sich gerne einbürgern. Immer mehr Deutsche zieht es dauerhaft in die Alpenrepublik. Warum?
    Weil man gut verdient, wenig Steuern zahlt und trotzdem sozial versorgt ist. Die Eidgenossen haben sich eine menschliche Volkswirtschaft bewahrt und die Auswüchse des Casino-Kapitalismus nicht mitgemacht. Als neutraler Staat hält die Schweiz Abstand zum US- wie zum EU-Imperium und deren Kriegen. Die Bürger können über Volksabstimmungen effektiv mitentscheiden.
    Aus dem Inhalt: Ursprünge der Eidgenossenschaft / Humanität und wehrhafte Neutralität im Zweiten Weltkrieg / Die verlogene Kampagne zum „Raubgold“ der Schweizer Banken / Steuergerechtigkeit gegen staatliche Wegelagerei / Peer Steinbrück und der Großangriff auf den Finanzplatz Schweiz / EU-Propaganda im Dienst internationaler Spekulanten.  

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  11. Holger Jahndel sagt:

    Gedichte und Poesie für Liebhaber
    Der Fels des Heils
    Ich weiß woran ich glaube,
    Ich weiß, was fest besteht,
    Wenn alles hier im Staube
    Wie Sand und Staub verweht;
    Ich weiß was ewig bleibet,
    Wo alles wankt und fällt,
    Wo Wahn die Weisen treibet,
    Und Trug die Klugen prellt.

    Ich weiß, was ewig dauret,
    Ich weiß, was nimmer läßt,
    Mit Diamanten mauret
    Mir’s Gott im Herzen fest,
    Ja, recht mit Edelsteinen
    Von allerbester Art
    Hat Gott der Herr den Seinen
    Des Herzens Burg verwahrt.

    Ich kenne wohl die Steine,
    Die stolze Herzenswehr,
    Sie funkeln ja mit Scheine
    Wie Sterne schön und hehr:
    Die Steine sind die Worte,
    Die Worte hell und rein,
    Wodurch die schwächsten Orte
    Gar feste können sein.

    Auch kenn‘ ich wohl den Meister,
    Der mir die Feste baut,
    Er heißt der Fürst der Geister,
    Auf den der Himmel schaut,
    Vor dem die Seraphinen
    Anbetend niederknien,
    Um den die Engel dienen.
    Ich weiß und kenne ihn.

    Das ist das Licht der Höhe,
    Das ist der Jesus Christ,
    Der Fels, auf dem ich stehe,
    Der diamanten ist,
    Der nimmermehr kann wanken,
    Der Heiland und der Hort,
    Die Leuchte der Gedanken,
    Die leuchten hier und dort.

    So weiß ich, was ich glaube,
    Ich weiß, was fest besteht
    Und in dem Erdenstaube
    Nicht mit als Staub verweht;
    Ich weiß, was in dem Grauen
    Des Todes ewig bleibt
    Und selbst auf Erdenauen
    Schon Himmelsblumen treibt.

    Ernst Moritz Arndt (1769 – 1860)

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  12. Holger Jahndel sagt:

    Siehe zum Islam auch den Orientalisten Hans-Peter Raddatz „Von Gott zu Allah?“ und den Historiker Egon Flaig und Thomas E. Woods und Gustav Ruhland und Jaya Gopals Buch „Gabriels Einflüsterungen“ und den Weblog „Politically Incorrect“ (PI) und James DeMeo.
    Siehe auch zur kapitalistischen Raub-Geschichte und dem Dschihad und Raub- und Angriffskapitalismus des Islam samt Dhimmi-System und sogenannter hoher „Schutzsteuer“ als Zwangsabgabe der unterworfenen Andersgläubigen bzw. „Ungläubigen“ als unterworfene „Dhimmis“.

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  13. Holger Jahndel sagt:

    In der Tat ist leider der Verlust bzw. die weitgehende Abschaffung der alten tridentinischen Messe als „Heiliger Messe aller Zeiten“ der katholischen Kirche und mystischer traditioneller katholischer Messe für Katholiken und Traditionalisten eine liturgische Katastrophe allergrößten Ausmaßes (siehe auch den „Catwalk“-Weblog und das Kreuzgang-Forum und den „Bund Katholischer Ärzte“ (BKA) und den Theologen und Philosophen David Berger mit seiner „Philosophia Perennis“ als Weblog).

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    • Anonymous sagt:

      Herr Jahndel,

      wie ist es möglich, dass die tridentinische Messe die „Heilige Messe aller Zeiten“ sein soll, wenn sie erst seit 1570 verfasst und vorgeschrieben wurde? Was war dann die 1.500 Jahre vorher?

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      • Guten Tag,
        jene Messe wurde nicht erst 1570 verfaßt, sondern ca. 1000 Jahre früher (in ihrer Grundstruktur ist sie natürlich noch älter), aber sie wurde 1570 als einheitlicher Ritus für die Westkirche festgelegt und vorgeschrieben – und zwar nicht zuletzt ihres hohen (antiken!) Alters wegen.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Anonymous sagt:

        Liebe Frau Küble,

        Ihre Ausführungen zur tridentinischen Messe sind schlicht unzutreffend. Aber da es hier nicht das Thema ist, führe ich das nicht weiter aus.

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      • Guten Tag,
        mit dieser Causa habe ich mich seit Jahren intensiv befaßt, darunter wissenschaftliche Habilitationsschriften und die fundierten Jungmann-Klassiker gelesen, falls Ihnen dieser Name etwas sagt.
        Ich fange also bei dem Thema nicht am Punkte Null an.
        Von daher dürften Sie auch nicht weit kommen, wenn Sie hier etwas „weiter ausführen“ wollen.
        Als Liturgie-Experte sind Sie mir bislang nicht aufgefallen.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Holger Jahndel sagt:

        Hinzuweisen wäre vielleicht auch noch neben der „Zeugen der Wahrheit“ (ZDW) Website zur alten tridentinischen Messe auf die „Didache“ zur Liturgie und auch auf den Benediktiner Odo Casel zur wiederentdeckten Mysterien- und Bogumil-Theologie und auf die von der katholischen Kirche auch als legitim und gültig anerkannte alte byzantinische Messe der russisch-orthodoxen Kirche Russlands. Beide entsprechen den Gesetzmäßigkeiten der Logos-Theologie etwa nach Justin dem Märtyrer als Kirchenlehrer und Kirchenvater und dem Heiligen Irenaeus von Lyon, der diese von ihm übernahm und weiterentwickelte, und nach dem jüdischen Theologen und Merkaba-Mystiker Philo(n) von Alexandrien. Siehe auch Elias Erdmanns Aufsatz zu diesem und seine anderen freien Online-Texte zur mystischen biblischen und hermetischen Symbolik.

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      • Holger Jahndel sagt:

        Historisch nachweisbare Tatsache ist, dass die Septuaginta-Bibel als griechischsprachiges Altes Testament mitsamt der gesamten darin enthaltenen „Weisheitsliteratur“ die ursprüngliche Urbibel des Urchristentums und sogenannte „Volksbibel“ des frühen Christentums war. Aus der auch das Neue Testament der Bibel sehr häufig wortwörtlich zitiert. Nachweisbar aus dem griechischen Text Septiaginta-Bibel und sich häufig darauf bezieht. Und eben gerade nicht aus dem hebräischen Urtext der hebräischen Bibel bzw. dem hebräischen Alten Testament als jüdische T(h)ora(h). Und siehe auch die Tatsache, dass Jesus Christus selbst mindestens zwei oder dreimal direkt auch speziell aus der „Weisheitsliteratur“ nachweislich zitiert. Neben zahlreichen indirekten Bezügen und Anklängen und Anspielungen wie „Geist der Weisheit und Offenbarung“ als Geist Gottes und Heiliger Geist im Neuen Testament der Bibel. Tatsache ist auch, dass der Apostel Paulus im Neuen Testament einmal den jüdischen Theologen und Merkaba-Mystiker und hermetischen Philosophen bzw.Hermetiker Philo(n) von Alexandrien zitiert bzw. sich auf diesen bezieht, ebenso auch der Barnabas-Brief welcher noch zum Bibel-Kanon des „Codex Sinaiticus“ des Neuen Testamentes gehörte. Der Apostel Paulus war es auch, welcher überhaupt erst den Personen-Begriff erfand, welcher eine der größten Neuerungen und Umwälzungen der abendländischen Philosophie-Geschichte darstellte.

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    • Holger Jahndel sagt:

      Es gibt auch so etwa wie eine religiöse seelische Verwurzelung und seine psychische Verwurzelung in der Familie und Kultur und Religion (Tradition und Spiritualität) und Natur und sozialen Gruppen und Gemeinschaften wie etwa Freunden usw.
      Dies sind die Quellen wahrer innerer Kraft und Stärke, daraus kann man psychische Energie und Stärke und Halt und Festigkeit und Stabilität und Balance beziehen. Und dies fehlt heuter in der seelisch-psychische entwurzelten und entwurzelnden postmodernen technokratischen westlichen und speziell auch deutschen Medien- und Ego-Gesellschaft teilweise komplett. Die Leute sind schlecht geerdet und deswegen auch psychisch labil und sozial atomisiert und egoman usw.
      Siehe auch die christliche Psychologin Christa Meves und die Wertkonservative Eva Hermann.

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  14. Cornelia Vogt sagt:

    Warum macht man solch ein Aufheben um den GLAUBEN….
    Ich glaube und AUS.
    WER, WAS, WIESO UND WESHALB….
    DIES ALLES IST UNRELEVANT FÜR EINEN GLAUBENDEN.
    DARUNTER SIND SOVIEL LAUE, DIE EH NUR NACHPLAPPERN, WAS IHNEN ERZÄHLT WIRD ODER ANGEPRIESEN IST.
    DESHALB SAGTE ICH SCHON FRÜHER, ICH HABE MEINEN EIGENEN GLAUBEN.
    AUF DIE HEILIGE MESSE BEZOGEN.
    IN DEN VERHALTENSWEISEN DER KIRCHENBESUCHER ERKANNTE ICH DEREN GESINNUNG SEHR OFT….
    ABSITZEN, WEIL ES SO IST, WIE DER KLERUS ES WILL.
    UND DIESE LATEINISCHEN WORTE INNERHALB EINES TEXTES MUßTE ICH SCHON WIE OFT GOOGLEN IN DEREN BEDEUTUNG.
    WENN MAN DIESES ALLES KENNT, IST MAN AUCH KEIN BESSERER GLÄUBIGER.

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  15. Holger Jahndel sagt:

    Der Theologe und Journalist und Philosoph David Berger mit seiner „Philosophia Perennis“

    https://philosophia-perennis.com/
    https://jungefreiheit.de/

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