Der Historiker Dr. Eduard Werner erhielt den August-Benninghaus-Preis 2020

Der Historiker Dr. Eduard Werner (86) hat den diesjährigen August-Benninghaus-Preis erhalten. Damit werde der engagierte Autor (siehe Foto) für sein Wachhalten der Erinnerung an christliche Märtyrer ausgezeichnet, hieß es bei der Verleihung in bayerischen Andechs.

Dr. Werner hat das Zeugnis von Katholiken im Widerstand gegen die Gottlosigkeit in Diktaturen erforscht. Laut Verleihungsurkunde hat er die Glaubenszeugen vor dem Vergessen bewahrt und engagiert christliche Kultur vermittelt.

Der Jesuitenpater August Benninghaus aus Münster (1880 – 1942) starb am 20. Juli 1942 im Konzentrationslager Dachau im Alter von 61 Jahren an den Folgen von Hunger und Misshandlungen.

Der undotierte Preis wird jährlich vom „Freundeskreis P. August Benninghaus SJ verliehen, der sich dem Gedenken des Märtyrers widmet. Mit ihm sollen Personen geehrt werden, „die sich durch Forschung und Veröffentlichungen zu Glaubenszeugen oder durch karitative Tätigkeiten im Sinne von Pater Benninghaus ausgezeichnet haben“.

Auch unser Christoferuswerk gratuliert dem Preisträger herzlich, der zugleich seit Jahren auch als Autor im CHRISTLICHEN FORUM veröffentlicht. Auch wir danken ihm für seinen Einsatz und wünschen Gottes reichen Segen!

Zur Person: Dr. Eduard Werner, geb. 1933 in der Oberpfalz, ist Historiker und Schriftsteller. 1957–1963 Studium der Germanistik, Geschichte und Geographie. 1964 Promotion zum Doktor der Philosophie und Eintritt in das Goethe-Institut München als Dozent.
Auslandsaufenthalte in London, Boston, Madrid und Prag. Gastdozenturen an amerikanischen Universitäten. Seit seinem Eintritt in den Ruhestand 1997 ehrenamtlicher Mitarbeiter der Zeitschrift DER FELS. Gründungsmitglied des Forums Deutscher Katholiken.
Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter „Helden und Heilige in Diktaturen“ (Media-Maria-Verlag, Illertissen 2017).

Kontakt: Freundeskreis P. August Benninghaus SJ, Juttastr. 22 in 49413 Dinklage


Altmaier vor der Windkraftlobby eingeknickt?

Zum Eckpunktepapier zur Förderung der Akzeptanz von Windkraftanlagen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erklärt der stellv. AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Leif-Erik Holm: 

„Der Vorstoß zeigt, dass Altmaier vor der Windkraftlobby eingeknickt ist. Anstatt die Bürger vor Ort tatsächlich demokratisch zu beteiligen, sollen sie mit ein paar Brotkrumen ruhiggestellt werden.

Aber die Bürger wollen keine Mega-Anlagen in der Größe des Kölner Domes vor ihrer Haustür.

Wir wollen echte Bürgerbeteiligung und setzen uns deswegen für verbindliche und zwingende Bürgerbefragungen ein. Gegen den Willen der Anwohner sollte keine einzige Windkraftanlage mehr gebaut werden.

Zudem sind die in Aussicht gestellten Vergünstigungen am Ende nichts anderes als eine Mogelpackung. Sie werden schließlich aus jener EEG-Umlage finanziert, die die Bürger selbst Monat für Monat abdrücken müssen.

Altmaiers Vorstoß wird als Rohrkrepierer enden. Am Ende ist es wie immer mit dem Windkraft-Zappelstrom: Es geht vor allem um viel heiße Luft.“


Abwehr aus dem Bauch: Wie die Darmflora unser Immunsystem aktiviert

Ein Wissenschaftsteam der Universitätsmedizin Mainz belegt in einer aktuellen Studie, wie die Darmflora dazu beiträgt, das komplexe Immunsystem des gesamten Körpers zu aktivieren. Angeregt durch Signale aus der Darmflora schütten spezielle Zellen einen Botenstoff aus, der für eine Grundaktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte sorgt.

Die Forschungsarbeit aus Mainz zeigt jedoch auch, dass eine Grundaktivierung durch die Darmflora das Risiko von Autoimmunerkrankungen mit sich bringt. Die Arbeit unter Leitung von Dr. Hans Christian Probst wurde in Kooperationen mit den Universitätskliniken in Berlin, Bern, Bonn und Hannover durchgeführt.

Unsere Gesundheit ist zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens durch infektiöse Erreger wie Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten gefährdet. Das Immunsystem mit seiner Vielzahl an verschiedenen Zelltypen und Organen schützt uns vor diesen Angriffen.

Gleichzeitig ist unser Körper an seinen Grenzflächen zur Außenwelt, den Epithelien, insbesondere an der Darmschleimhaut, dicht mit Mikroorganismen, besiedelt, mit denen wir eine friedliche Koexistenz führen.

Seit einiger Zeit mehren sich in der Forschung die Hinweise, dass diese Mikroorganismen sowohl die Bekämpfung von Infektionen und Krebszellen durch das Immunsystem beeinflussen als auch eine Rolle bei Autoimmunerkrankungen spielen.

Wissenschaftlern der Arbeitsgruppe von Dr. Hans Christian Probst am Institut für Immunologie der Universitätsmedizin Mainz ist es jetzt gelungen, einen wichtigen Signalweg, über den die Darmflora das gesamte Immunsystem beeinflusst, aufzudecken.

Das Forschungsteam um den Immunologen Dr. Hans Christian Probst beschäftigt sich seit Längerem mit den Mechanismen, die die Funktion von dendritischen Zellen kontrollieren. Diese Zellen bilden so etwas wie die Alarmzentrale des Immunsystems. Sie erkennen die Anwesenheit von infektiösen Erregern und lösen die Immunreaktion aus.

Mit ihrer Arbeit konnten die Wissenschaftler nun nachweisen, dass neben den dendritischen Zellen an den Epithelien in direktem Kontakt zum dort siedelnden Mikrobiom, auch solche in weiter entfernten Organen durch das Mikrobiom aktiviert werden.

„Wir haben insbesondere untersucht, wie dendritische Zellen über die Entfernung Signale von der Darmflora an den Epithelien aufnehmen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die sogenannten plasmazytoiden dendritischen Zellen Bestandteile der Darmflora erkennen und darauf mit der Produktion einer geringen Menge von Interferon reagieren“, sagt der Immunologe Dr. Hans Christian Probst von der Universitätsmedizin Mainz.

„Diese geringen Menge Interferon, um ein vielfaches geringer als die Menge, die etwa in einer Virusinfektion gebildet wird, versetzen die dendritischen Zellen in einen voraktivierten Zustand“ erklärt Dr. Sabine Muth, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Immunologie der Universitätsmedizin Mainz und Erstautorin der Studie. „Wir waren überrascht, dass diese Voraktivierung absolut notwendig ist, damit dendritische Zellen überhaupt Immunantworten auslösen können.

Gleichzeitig haben wir beobachtet, dass diese Voraktivierung der dendritischen Zellen durch Interferon fehlgeleitete Immunreaktionen und Autoimmunität auslösen kann, wenn sie nicht konstant durch Sicherheitsmechanismen des Immunsystems wie regulatorische T-Zellen unterdrückt wird“, so Dr. Sabine Muth weiter.

Die Forschungsarbeit ist Resultat einer mehrjährigen, engen Kooperation des Mainzer Institutes für Immunologie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Hansjörg Schild, mit der Arbeitsgruppe um den ehemaligen Direktor der Mikrobiologie der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Andreas Diefenbach, Charité in Berlin.

Die Berliner Arbeitsgruppe hat insbesondere den Stoffwechsel der dendritischen Zellen untersucht und dabei beobachtet, dass dendritische Zellen, welche kein Interferonsignal erhalten, einen gestörten Zellstoffwechsel zeigen, insbesondere eine verringerte Zellatmung. Dies könnte Ursache dafür sein, dass die dendritischen Zellen in Abwesenheit von den durch das Mikrobiom induzierten Interferonsignalen nicht in der Lage sind, Immunantworten auszulösen.

 


Türkei: Freiheit für Frau Gülser Yildirim!

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat den türkischen Präsidenten Erdogan aufgefordert, die kurdische Politikerin Gülser Yildirim zu amnestieren.

In der Türkei sind wegen der Coronavirus-Pandemie tausende von Gefangenen aus Haftanstalten entlassen worden. Zu den Freigelassenen zählen aber nicht die politischen Gefangenen, wie Gülser Yildirim.

Die Abgeordnete der HDP Mardin wurde zu 7 Jahren und 6 Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie angeblich Mitglied einer Terrororganisation sei. Gülser Yildirim gehörte zu insgesamt zwölf Abgeordneten, die am 4. November 2016 festgenommen wurden, darunter die beiden HDP-Ko-Vorsitzenden.

Nach dem Putschversuch im Jahr 2016 wurden in vielen von HDP geführten kommunalen Verwaltungen die gewählten Bürgermeister durch staatliche Zwangsverwalter ersetzt.

BILD: Anti-Erdogan-Demonstration in Berlin (Foto: Michael Leh)

Gülser Yildirim wurde 1963 in Nuseybin/ Mardin geboren und hat vier Kinder, ihr Ehemann arbeitet als Zahnarzt in Mardin.

In dem von IGFM-Vorstandsmitglied Vasilis Pavegos für den Arbeitsausschuss Türkei unterzeichneten Offenen Brief heißt es wörtlich:

„Die kurdisch-stämmige Politikerin der Demokratischen Volkspartei (HDP) ist durch Wahlen demokratisch legitimierte Abgeordnete in Mardin und wurde in den Jahren 2011 und 2015 wiederholt gewählt. Sie hat keinerlei kriminelle Handlung begangen und lediglich von ihrem Menschenrecht der freien Meinungsäußerung Gebrauch gemacht. Stehen Sie der Zusammenführung von Gülser Yildirim mit ihrer Familie nicht länger im Weg!“

[zum offenen Brief an Recep Tayyip Erdogan]