„Weltregierung“ – eine Verschwörungstheorie?

Von Felizitas Küble

Ist die Thematisierung des Projekts „Weltregierung“ bzw. die Warnung vor einem Weltstaat grundsätzlich nur eine „krude Verschwörungstheorie“, eine irrsinnige Angstmacherei?

Genau dies wird derzeit in vielen Medien Kardinal Gerhard Müller vorgeworfen, wobei dies bisweilen in wüster Form samt brauner Keule geschieht (so etwa in der linken „taz“).

Aus allen Rohren wird geschossen, teils auch in kirchlichen Kreisen, um den namhaften Würdenträger und ehem. Präfekt der Glaubenskongregation zu attackieren. 

Der Hintergrund: Ein von Müller mitunterzeichneten Manifest (Veritas liberabit vos) enthält u.a. eine deutliche Kritik an Weltregierungsplänen, wobei die Corona-Krise dazu vereinnahmt werde, um ein solches Projekt  – einen „Weltstaat“ ohne Kontrolle  –  weiter voranzubringen.

Man fragt sich zunächst, warum ein solcher Wirbelsturm der Empörung über den Kurienkardinal hinwegfegt – denn selbst wenn er Unrecht hätte, so könnte ihm sachlich widersprochen werden, zumal Müller ausdrücklich zu einer offenen Kontroverse über seinen Appell aufgerufen hat.

Wie steht es mit dem Thema „Neue Weltordnung“, Weltstaat oder Weltregierung? Gibt es öffentliche Vorschläge in dieser Richtung?

Unlängst sprach sich der ehem. Premierminister Großbritanniens Gordon Brown für die Einsetzung einer (angeblich nur „vorübergehenden“) Weltregierung zur Bewältigung der Corona-Pandemie aus: https://www.theguardian.com/politics/2020/mar/26/gordon-brown-calls-for-global-government-to-tackle-coronavirus 

Dabei ist das Virus für ihn nur ein aktueller Aufhänger, um seine alte Forderung nach einem Weltstaat mit neuem Leben zu erfüllen.

Genau diesen Punkt erwähnt der „umstrittene“, von Kardinal Müller und anderen hohen kirchlichen Würdenträgern unterzeichnete Appell: Die Coronakrise werde als Vorwand für ein Weltstaats-Projekt mißbraucht.

Weitere Beispiele hierfür:
Der langjährige „Spiegel“-Auslandskorrespondent Bernhard Zand schrieb unlängst ebenfalls: 
„Falls es der Klimawandel und die Migrationstragödien der letzten Jahre noch nicht bewiesen haben – Covid-19 beweist es uns jetzt von Tag zu Tag: Krisen wie diese bräuchten eine Art Weltregierung – so vorläufig und unvollkommen sie unter dem Druck der sich überschlagenden Ereignisse auch sein mag.“    (Quelle: https://www.spiegel.de/politik/ausland/coronavirus-krise-wir-brauchen-eine-weltregierung-a-058a25cf-646a-466f-a969-7a40a517feb0)

Schon längst vor Corona war der Vorschlag nach einer Weltregierung präsent, z.B. durch den Philosophen Richard Rorty im WELT-Interview: https://www.welt.de/print-wams/article617627/Nur-eine-Weltregierung-rettet-unsere-Zivilisation.html

Auch der weltbekannte deutsche Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas machte sich für diese Idee stark. Er gehörte zu den führenden Köpfen der 68er Bewegung, der sog. Kritischen Theorie bzw. „Frankfurter Schule“.

Die Frage einer künftigen Weltregierung wird unter Politologen – sei es Pro oder Contra – seit Jahrzehnten debattiert. Meist wird dabei die machtpolitische Verstärkung der UNO hin zu einer Welt-Exekutive erörtert.

Auch in einer politikwissenschaftlichen Arbeit mit dem Titel „Allianz gegen den Terror“ wird dies breit thematisiert, z.B. auf S. 323: https://www.springer.com/de/book/9783531148038

Schon der einstige schwedische UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld wollte die Vereinten Nationen mit dem Ziel einer Weltregierung umstrukturieren.  (Quelle: http://www.europahaus.eu/portfolio/was-geht-die-politik-die-weltregierung-an/)

Bill Gates plädierte bereits im Januar 2015 für eine Weltregierung. Im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ begründete er dies schon damals mit „seuchenpolitischen“ Hinweisen:Gäbe es so etwas wie eine Weltregierung, wären wir besser vorbereitet.“ (Quelle: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bill-gates-im-interview-den-taeglichen-tod-nehmen-wir-nicht-wahr-1.2324164)

Es ist also unsinnig und unfair zugleich, die Warnung vor einem „Weltstaat ohne Kontrolle“ von vornherein als verschwörungstheoretischen Unfug zu diffamieren. Mit dieser „Logik“ wäre auch die biblische Apokalpyse – also die Offenbarung des Johannes (13. Kapitel)  –  ein krudes Phamplet, denn dort wird beschrieben, wie der Antichrist eine endzeitliche Weltherrschaft errichtet.

Natürlich gibt es innerhalb dieses Themenspektrums auch tatsächlich wirre Köpfe und abstruse Komplott-Ideen mehr als genug  – aber das Zerrbild spricht nicht gegen die Sache selbst und kann kein Tabu oder Quasi-Diskussionsverbot begründen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Zur weltweiten Zunahme staatlicher Kontrolle siehe Meldung hier: https://charismatismus.wordpress.com/2020/05/15/reporter-ohne-grenzen-wachsende-digitale-ueberwachung-bedroht-die-pressefreiheit/

Foto Nr. 1: Bistum Regensburg

 


Münster: Rathaus-CDU verurteilt die Schändung des Vertriebenens-Denkmals

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„Eine widerliche Verhöhnung und unmenschliche Verachtung der Opfer und ihrer Angehörigen.“ – Mit diesen Worten hat die Rathaus-CDU den politischen Farbanschlag auf das Denkmal für Heimatvertriebene am Servatiiplatz in Münster verurteilt.
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Das 2003 vom damaligen Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann eröffnete städtische Mahnmal war am vorigen Wochenende mit roter Farbe überschüttet und mit politischen Parolen beschmiert worden – wie auch andere Gebäude, darunter die Bezirksregierung Münster am Domplatz.
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BILD: Das attackierte Denkmal  – links Roswitha Möller, Vorsitzende des BdV (Bund der Vertriebenen) in Münster

„Der erneute Farbanschlag auf das Denkmal ist Ausdruck der Menschenverachtung und ein Schlag ins Gesicht vieler. Ich bin mir aber sicher, dass die Täter als Resonanz nichts als Trauer und Wut finden werden“, so CDU-Ratsherr Stefan Leschniok.

Er hatte sich mit der Vorsitzenden des Bundes der Vertriebenen in Münster, Roswitha Möller, seinem Fraktionskollegen Richard Halberstadt und dem CDU-Kommunalpolitiker Meik Bruns an dem geschändeten Denkmal getroffen.

Der ordnungspolitische CDU-Sprecher Leschniok kündigte eine Initiative seiner Fraktion gegen den Vandalismus in Münster an.

Die städtische „Ordnungspartnerschaft Graffiti“ soll stärker aktiviert werden. Ratsherr Halberstadt hat sich beim Grünflächenamt für eine schnelle Beseitigung der Schmierereien eingesetzt, die auch erfolgen werde.

Vertriebenenbund-Vorsitzende Roswitha Möller kündigte zudem eine Strafanzeige gegen Unbekannt an.

Quelle: Pressemitteilung der CDU Münster


Vorgrimlers Irrtümer über die „Letzten Dinge“

Rezension von Felizitas Küble

Buch-Daten: Herbert Vorgrimler. Und das ewige Leben. Amen. Christliche Hoffnung über den Tod hinaus. Aschendorff-Verlag, Münster 2007, 96 Seiten, ISBN-10: 3-402-00228-0  –  Preis 9,80 €

Bei der Lektüre dieses in jeder Hinsicht schmalen Buches entsteht recht bald der schale Eindruck: Prof. em. Herbert Vorgrimler, Dogmatiker und ehem. Dekan der Theologischen Fakultät Münster, ist seiner bisherigen Linie treu geblieben  –  und diese besteht vor allem darin, Theologie jenseits des kirchlichen Lehramts zu betreiben.

Das gilt auch für dieses Buch über das Jenseits bzw. den Ewigkeitsglauben im Christentum.

Anstelle der in theologischen Werken weithin üblichen Fußnoten finden sich auf der letzten  Seite „Quellenachweise“ in Form einer Bücherauflistung, wobei die Auswahl der Quellen bereits aufschlußreich ist:

Unter den insgesamt elf erwähnten Büchern wurden drei von Jürgen Moltmann verfaßt, einem linksorientierten evangelischen Theologen; zudem je ein Buch von Bert Brecht, Karl Rahner sowie eines von Vorgrimler selbst. Hinzu kommen die Autoren Seneca, Georg C. Lichtenberg, P. Deselaers und Hans U. von Balthasar.

Sollte jemand dieses Buch des Münsteraner Theologen von hinten nach vorne lesen, so wirft bereits diese Bücherliste ein gewisses Schlaglicht auf die kommende Lektüre, die der aufsteigenden Skepsis voll gerecht wird und so manchen Leser vielleicht an jenen Spruch erinnert, der in kirchentreuen Kreisen seit längerem gang und gäbe ist: „In Tübingen kann man das kleine Häreticum absolvieren  –  und in Münster das große!“  

Daß der „Volksmund“ mit diesem sarkastischen Ausspruch durchaus richtig liegt, zeigte sich spätestens bei jenem modernistischen „Theologen-Memorandum“ vom Februar 2011, das bekanntlich von der Theologischen Fakultät Münster ausging, die wiederum jahrzehntelang besonders von Herbert Vorgrimler geprägt wurde.

Der Autor beginnt sein Buch mit einem knappen Vorwort, in dem solch „verheißungsvolle“ Worte zu lesen sind wie etwa folgende: „Aber das theologische Suchen und Nachdenken ist ja auch in letzter Zeit nicht stehengeblieben, und so sind einige Antworten möglich, die religiös-theologisch früher nicht so in den Blick kamen.“  –  Mit solch wolkiger Sprachregelung kann man „Theologie jenseits des Lehramts“ freilich auch definieren.

Was Vorgrimler auf Seite 7 zum Thema Sterben und Sterbehilfe zu sagen weiß, ist zumindest mißverständlich und gerade wegen seines mehrdeutigen Stils durchaus irreführend: Es ist dort von Menschen die Rede, die eine „Verlängerung dieses elenden Lebens gar nicht wollen“:  „Sie haben eine Verfügung getroffen, daß man bei ihnen auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet, denn: Eine Pflicht zu leben gibt es nicht.“

Es stellt sich hier die Frage, ob es lediglich um den Verzicht auf „lebensverlängernde“ Maßnahmen geht  – oder um den Verzicht auf lebenserhaltende (!) Maßnahmen, mag es sich auch um die Spätphase des Lebens handeln. Die Vorgrimler-Formel „Eine Pflicht zu leben gibt es nicht“ weist jedenfalls in eine problematische Richtung, denn immerhin ließe sich damit auch Selbstmord oder Euthanasie „begründen“.

Es gibt für Christen sehr wohl die sittliche Pflicht, dem Willen Gottes auch hinsichtlich Sterben und Tod nicht vorzugreifen.

Sodann erklärt Vorgrimler durch Zitate diverser Atheisten (darunter Bert Brecht), daß Unglaube keineswegs zur Angst vor dem Tod führt, sondern durchaus Gelassenheit ermöglicht: „Ein nachdenklicher, aufgeklärter Mensch fürchtet sich nicht davor, eines Tages nicht mehr da zu sein“,  berichtet  der Autor seiner Leserschaft auf Seite 9. 

Doch das Erstaunen läßt sich noch steigern, wenn auf der nachfolgenden Seite sogar ein „Argument“ für den Unglauben geliefert wird: „Wer sich schmerzlich sagt, es gebe nach dem letzten Abschied kein Wiedersehen mehr, der wird die Tage und Wochen des Zusammenseins anders schätzen und gestalten als in der weit verbreiteten Gedankenlosigkeit.“

Nach diesem für einen „Theologen“ eher ungewöhnlichen „Einstieg“ befaßt sich der Verfasser im 2. Kapitel „Warum denn der Tod?“ mit dem Sündenfall. Doch dieser hat  – entgegen biblischer Lehre und kirchlichem Dogma  – offenbar nicht stattgefunden, glaubt man den häretischen Ausführungen Vorgrimlers auf Seite 15:

„Müssen also wir alle sterben, weil der erste Mensch „Adam“ gesündigt hat? Es gab viele Generationen von Christen, die sich bei einem solchen Gedanken nichts dachten, die sich vielmehr, vielleicht manchmal etwas resigniert und traurig, dem vermeintlichen Willen Gottes unterordneten. Heute denken nachdenkliche Christen nicht mehr so. Es gibt Hinweise der Naturwissenschaften, daß bereits Jahrmillionen vor dem Auftreten der ersten Menschen der Tod alles Lebendigen in der Schöpfung vorgesehen war. Weiter wird von der Wissenschaft geltend gemacht, daß ein einzelnes Menschenpaar unter den extrem harten Bedingungen der Urzeit keine Chance zum Überleben gehabt hätte.“

Was von „der“ Wissenschaft  angeblich „geltend“ gemacht wird, ist für den Theologen und Nicht-Naturwissenschaftler Vorgrimler offenbar vorrangiger als die biblisch bezeugte Gottesoffenbarung im Buch Genesis sowie das kirchliche Dogma, das an der Existenz des ersten Menschenpaares und am Sündenfall unbeirrbar festhält.

Um nun Sündenfall und Erbsünde zu „widerlegen“, auch hinsichtlich des Todes als einer Strafe für die Sünde Adams, verweist Vorgrimler auf ein alttestamentliches Wort, will also offenbar biblische Texte gegeneinander ausspielen.

Zur Auffassung vom Tod „als Strafe für die Sünde“ halte  – so Vorgrimler auf S. 17   – „die Bibel noch eine andere Auffassung bereit“, nämlich folgende aus dem Buch der Weisheit (1,13 f): „Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden.“ –  Freilich heißt es einige Verse später: „Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt und ihn erfahren alle, die ihm angehören.“ (Weish 2,24)

Wegen seines Neides auf den Menschen im paradiesischen Zustand griff der satanische Erzfeind zu List und Tücke, was zum Sündenfall führte  – und damit auch zum Tod. Insofern ist der Tod letztlich vom Teufel verursacht, vom Menschen verschuldet  –  und von Gott als Konsequenz und Strafe verhängt, wie das Apostelwort klarstellt: „Denn der Tod ist der Sünde Sold; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem HERRN“ (Röm 6,23).

Im 4. Kapitel „Unsterbliche Seele?“ führt das Fragezeichen in Vorgrimlers Titel bereits zur Antwort, denn eben diese Unsterblichkeit wird infragegestellt. Angeblich finden sich laut Vorgrimler (S. 26/27)  im Alten und Neuen Testament lediglich „Spuren“ dieses kirchlichen Dogmas, das seinen inhaltlichen Ursprung vielmehr der griechischen Philosophie verdanke, womit Vorgrimler auch insoweit die übliche modernistische Mainstream-Theologie wiederkäut, die aus einem unbestrittenen Sachverhalt durchaus unzutreffende Schlußfolgerungen zieht:

Die Tatsache nämlich, daß manche Aussagen der Heiligen Schrift auch in der außerbiblischen theistischen Philosophie zu finden sind, berechtigt keineswegs zur Infragestellung dieser Grundwahrheiten. Vielmehr hat es dem Ewigen gefallen, einige Samenkörner der göttlichen Offenbarung ins menschliche Herz zu pflanzen, so daß diese bei hoher geistiger Aufgeschlossenheit auch von „Heiden“ wahrgenommen werden können.

Dazu gehört etwa auch die Erkenntnis von der Existenz Gottes aufgrund seines Schöpfungswerkes, die dem Menschen allein schon aufgrund seiner natürlichen Vernunft möglich ist (vgl. Röm 1,20).

Nicht ohne listigen Unterton füllt Herbert Vorgrimler auf S. 30 die volkstümliche Ausdrucksweise von den „Armen Seelen“ mit anderem Inhalt, indem er ironisch festhält, wenn die angebliche menschliche Seele „für sich allein weiterexistieren könne“, sei sie doch wohl ein „Krüppelwesen“  – und mithin eben „in der Tat eine „Arme Seele““.

Angesichts dieser Ausführungen erstaunt es wenig, daß der Autor mehrfach die Existenz einer ewigen Hölle leugnet, sind wir doch angeblich alle zum Himmel „vorherbestimmt“, wie Vorgrimler auf S. 40 erklärt:

„Aber alle Tode und alle Toten haben ihr Ziel: Gott erwartet sie, er nimmt sie zu sich… Bei einem Tod, den die Angehörigen als viel zu früh ansehen, könnte es ihnen ein Trost sein, wenn sie bedenken, das der Vorausgegangene jetzt an dem Ziel angekommen, vom Ziel aufgenommen ist, das ihm schon vor seiner Empfängnis und Geburt vorherbestimmt gewesen war.“  

Fünf Seiten weiter klärt der Münsteraner Dogmatiker uns darüber auf, daß Jesu Gleichnis „vom  verlorenen Sohn“ falsch formuliert sei: „Als ob Gott jemals ein Kind verlorengehen könnte.“

Auf S. 56 befaßt sich der Autor mit den Endzeit-Erwartungen in den ersten Christengemeinden, ohne zu erwähnen, daß der Völkerapostel Paulus damals für einen nüchternen Blick sorgte. Doch zunächst Vorgrimlers O-Ton zum Thema Wiederkunft Christi: „Die ersten Generationen der Christen nach dem Weggang Jesu mußten sich mit dem Problem abplagen, daß diese Erwartungen so nicht eintrafen.“

Paulus hatte diese „Erwartungen“ freilich in 2 Thess 2,1-8 bereits klar eingegrenzt:

„Brüder wir schreiben euch über die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus! … Laßt euch nicht irreführen und aus der Fassung bringen, wenn in einem prophetischen Wort… oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da… Denn zuerst muß der Abfall kommen und der Widersacher, der Mensch der Gesetzlosigkeit, offenbar werden. Jesus, der Herr, wird ihn durch den Hauch seines Mundes töten und durch seine Ankunft und Erscheinung vernichten…“

Aus Vorgrimlers Sicht sollte Christi  „Kommen in Herrlichkeit“ ohnehin im „Licht unseres 21. Jahrhunderts“ ganz neu verstanden werden, nämlich individuell, wie er auf S. 57 erläutert: „Er kommt wieder, in dem wir alle, einer nach dem anderen, bei ihm ankommen, wo wir ihn in seiner unverhüllten Herrlichkeit sehen werden.“ – Damit wird das Bekenntnis aus dem Credo („Er wird wiederkommen in Herrlichkeit“) umgedeutet und zugleich mit der alt-neuen Allversöhnungs(irr)lehre verschmolzen.

Freilich kommt auch ein Theologe namens Vorgrimler an den eindeutigen Aussagen Christi über die Existenz der Hölle nicht ganz hinweg. Doch er (miß)deutet diese Verkündigung als eine Art „schwarze Pädagogik“, als Drohbotschaft im Dienst einer Mahnrede, wie er auf S. 73 mit einem unterschwelligen Vorwurf gegen Christus erläutert:

„Die ernsthaften, dringlichen Mahnungen wurden von Jesus selber mit geläufigen Höllenrequisiten illustriert…Jesus hat zweifellos solche sprichwörtlichen Redewendungen illustrierend drohend eingesetzt. Evangelisten wie Matthäus haben sie wohl an weiteren Stellen verschärft. Man kann Jesus von den Drohworten nicht einfach freisprechen.“

Im 10. Kapitel „Verdammt in alle Ewigkeit?“ befaßt sich Vorgrimler auf S. 80 sodann mit dem kirchlichen Dogma „Außerhalb der Kirche kein Heil“, das er einseitig darstellt, denn er verschweigt, daß das kirchliche Lehramt  –  in Abwehr des jansenistischen Rigorismus  – schon vor Jahrhunderten erklärte, daß göttliches Gnadenwirken auch außerhalb der wahren Kirche möglich ist: Es existiert demnach von der Erlösungsordnung her außerhalb der Kirche kein Heil, aber subjektiv kann auch außerhalb der Kirche die göttliche Gnade wirken.

Das authentische Lehramt unterscheidet nämlich seit jeher zwischen der objektiven Ebene einerseits, wonach die katholische Kirche der einzige ordentliche Heilsweg ist, die von Christus selbst gestiftete „Arche des Heils“   –  und der subjektiven Ebene andererseits, wonach persönliches Heil im Einzelfall auch außerhalb der Kirche denkbar ist, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind.

Vorgrimler irrt daher, wenn er behauptet, erst das 2. Vatikanische Konzil habe eine Heilsmöglichkeit für außerhalb der Kirche lebende Menschen verkündet. In Wirklichkeit wurde dies etwa auch im „Katechismus der katholischen Lehre“  –  herausgegeben vom heiligen Papstes Pius X.  –  klar vertreten:

Im Kapitel 6 „Die katholische Kirche“ lautet dort die letzte Fragestellung: „Kann derjenige gerettet werden, der außerhalb der katholischen Kirche ist?“  – Hierauf erfolgt die Antwort:

„Wer aus eigener Schuld und ohne vollkommene Reue außerhalb der Kirche stirbt, findet keine Rettung. Wer sich ohne eigene Schuld außerhalb der Kirche befindet und gut lebt, kann durch die Liebe,  mit der er mit Gott und im Geiste auch mit der Seele der Kirche vereint ist, gerettet werden.“

Die Erstveröffentlichung dieser Besprechung erfolgte in der Zeitschrift „Theologisches“


Die ultralinke „taz“ diffamiert Kardinal Müller

Von Felizitas Küble

Unter dem dramatischen Titel „Ein Kardinal auf wirren Abwegen: Angekommen im braunem Milieu“ polemisiert die „taz“ aus Berlin gegen den ehem. Glaubenspräfekten Gerhard L. Müller: https://taz.de/Ein-Kardinal-auf-wirren-Abwegen/!5681562/

Auf „Abwegen“ befindet sich freilich nicht der hochintelligente Kardinal und gelehrte Dogmatiker, sondern vielmehr diese ultralinke Tageszeitung aus Berlin, wobei allein schon der unterirdische Verweis auf das vermeintlich „braune Milieu“ zeigt, daß bei dieser Redaktion die Nerven offenbar völlig blankliegen.

Eine faire Sachkritik an dem von Kardinal Müller unterzeichneten Manifest wäre natürlich unbenommen  – einmal abgesehen davon, daß dieser –  derzeit von fast allen Seiten angefeindete –  Würdenträger selber dazu aufgerufen hat, in eine kritische Debatte einzutreten – und zwar ausdrücklich auch über „seinen“ Appell.

Doch eine solch besonnene Haltung ist die Sache rotgrüner Meinungswächter nicht – weder in noch außerhalb der Kirche.
Stattdessen wird Müller von der „taz“ als  –  so wörtlich – „irrationaler Hardliner am rechten Rand der katholischen Kirche und „tiefschwarzer Flügelmann“  herabgesetzt und ihm „krudeste Weltverschwörungstheorien“ sowie „Wahnideen“ vorgeworfen.

Statt sich mit dem „umstrittenen“ Weckruf der hochrangigen Unterzeichner in seriöser Weise auseinanderzusetzen, wird die braune Keule geschwungen und auf jedwede Sachauseinandersatzung verzichtet.

Die teils überaus wütenden Reaktionen auf den von Müller mitunterzeichnete Aufruf bestätigen – natürlich ungewollt – doch gerade das, was die Autoren des Manifests an dem derzeitigen Corona-„Krisenmanagement“ in Kirche und Welt kritisieren:

Mangelnde Sachlichkeit, Panikmache, Angst-Erzeugung, Schwarzweiß-Denken, Verweigerung einer offenen Debatte.

Foto: Bistum Regensburg


Von der Coronakrise zur Gesundheitsdiktatur?

Von Klaus Schmidt

Seit Monaten werden Menschen und Medien von einem Thema in Atem gehalten, dem zuerst in der chinesischen Zwölf-Millionen-Metropole Wuhan aktiven „COVID-19“ oder „Coronavirus SARS-CoV-2“. Ob dessen Verbreitung Fledermäusen anzulasten ist, derselbe einem dortigen Labor für Biowaffen entwich oder gar willentlich zwecks Mammutgewinn aus Impfstoffproduktion ausgestreut wurde, wissen wohl nur erlauchte Eingeweihte.

Teils durch Flugreisende direkt aus dem Reich der Mitte und teils am Landweg via südliche Nachbarstaaten importiert, hat die „Pandemie“ auch Deutschland wie alle Welt längst erreicht.
Das „Robert Koch-Institut“ vermeldet dazu regelmäßig neueste Zahlen von Infizierten und Verstorbenen, wenn auch häufig widersprüchlich.
Deshalb merkte selbst FDP-Vize Wolfgang Kubicki öffentlich an, diese seien mehr politisch motiviert als wissenschaftlich begründbar und verstand darunter hochgerechnet.

Diese Grippewelle mit möglicher Lungenschädigung ist zweifelsfrei schmerzhafte Realität, wird jedoch via Presse und Funk noch zusätzlich dramatisiert. Mit Pest oder Cholera ist die jetzige Epidemie nicht vergleichbar, ohne sie jedoch zu bagatellisieren. Dr. Karl Lauterbach, der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, kündete ihre Wirksamkeit einschließlich Beschränkungen bis ins Jahr 2022 an.

Zwar vorwiegend nur über alternative Kanäle wie „Facebook“ oder „Twitter“ machen auch abweichende Beurteilungen auf sich aufmerksam, etwa Anfang März die von Internist und Lungenarzt Dr. Wolfgang Wodarg. Er lässt verlauten:

„Ähnliche Horrorszenarien gab es in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder. Doch die ‚Schweinegrippe-Pandemie‘ der WHO war in Wirklichkeit eine der mildesten in der Geschichte und auf die ‚Vogelgrippe‘ warten nicht nur die Zugvögel bis heute.
Angesichts der Tatsache, dass bei jeder Grippe-Welle jeweils 7 – 15% der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) auf das Konto von Coronaviren gehen, liegen die jetzt laufend addierten Fallzahlen immer noch völlig im Normalbereich.
Einigen Ärzten in Wuhan gelang es, mit anfangs weniger als 50 Fällen und einzelnen in ihrer Klinik Verstorbenen, bei denen sie Coronaviren als Erreger nachgewiesen hatten, weltweite Aufmerksamkeit zu erregen.
Die farbigen Landkarten, die uns jetzt auf Papier oder Bildschirmen gezeigt werden, sind eindrucksvoll, haben aber mit der Krankheit zumeist weniger zu tun, als mit der Aktivität von tüchtigen Virologen und Scharen von sen
sationslüsternen Berichterstattern.“

Zweifellos handelt es sich bei der schon zu Beginn der Krise verfassten Bewertung um eine persönliche Sicht, die hauptsächlich auf hiesige Gefielde zu beziehen ist. Als Gegenpol zur heftig befeuerten Panik und Psychose aber bedenkenswert und durch nüchterne Angaben schreckensmindernd.

Das angewandte Regularium

An ein derartiges Geschehen vermag sich keiner der jetzt noch Lebenden zu entsinnen: Mit Mund- und Nasenschutz im Supermarkt, der Bahn und öffentlichen Räumen, wogegen die Redewendung „sein Gesicht verlieren“ bislang nur als sympolisches Bildwort geläufig war.
Dazu Isolationshaft in Pflegeheimen und Kliniken wie geschlossene Kindergärten und Schulen, Hotels, Gaststätten und Ladengeschäfte, die zur blanken Überlebenssicherung erlässlich. Und näherer Kontakt nur mit denen, die dem eigenen Haushalt angehören.

Um Produktionsstätten betreffs angestelltem Personal auszudünnen, schnellt Kurzarbeit in schwindelne Höhen. Was darüber hinaus trotz Asylantenansturm anno 2015 die Kanzlerin als nicht durchsetzbar abwies, vermochte Corona und bescherte abgeriegelte Grenzen. Dass Luxusliner mit tausenden Passagieren wegen einem oder weniger Infizierter wochenlang in einem Hafen mit Ausgangsverbot in Quarantäne gehalten werden, schiebt mit positivem Effekt zwar der Vergnügungssucht einen Riegel vor, ist aber dennoch unverhältnismäßig.

Dasselbe trifft trotz sicher gegebenem Ansteckungsrisiko auf etliche der verordneten Maßnahmen zu, wenn legionenhaft berufliche Existenzen wanken bis vernichtet werden. Und zur Wiedererweckung der Volkswirtschaft häufen sich Schulden der „öffentlichen Hand“ im Billionenbereich an, deren Tilgung nicht einmal in den Sternen steht. Die Schultern der jüngeren Generation haben sie zu stemmen, wie in der Geschichte mehrfach erfolgt irgendwann mit Inflation und Währungsreform.

Nach Dr. Hans Penner war die Sterberate vom 18. März bis 5. Mai 2020 an keinem Tag höher als anno 2018 im selben Zeitraum. Er bezieht sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes. Allerdings war damals eine Welle von Influenza-B-Viren am Abklingen.

Auch der Chirurg und Publizist Dr. Bernd Hontschik kann die Hysterie um Corona nicht nachvollziehen, sieht Deutschland auf dem „Weg zur Gesundheitsdiktatur“ und fragt: „Sterben bei uns nicht Jahr für Jahr mehr als 30.000 Patienten und Patientinnen wegen Krankenhaus-Infektionen?“ Und: „Wer jetzt den Krieg gegen das Virus nicht mitmacht, der macht sich schuldig. So sagt man zur Zeit jedenfalls – überall.“

Von der „Corona-Krise“ lässt sich nämlich auch profitieren. So vermögen zwei Kandidaten fürs Kanzleramt an dieser ihr Profil zu schärfen, einer mit straffen Zügeln und der andere mit Pochen auf lange Leine. Auch medizinische Spezialisten traten durch sie ins Rampenlicht, vorrangig der Bundesregierung Haupt- und Hauskompetenz Dr. Christian Drosten von der Berliner Charité. Weil er „mal so und mal so redet“, ist derweil aber selbst Frau Merkel leicht von ihm abgerückt.

Und Stephan Paetow unkt in „Tichys Einblick“ sarkastisch, er sei „mit seinen Vorhersagen so hilfreich wie Wallensteins Astrologe“. Die pauschale Verballhornung von „Virologen“ zu „Wirrologen“ war freilich nur als journalistische Satire verstanden.

Eine vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebene und als Geheimpapier eingestufte Prognose ist nicht eingetreten. Nach der könnten bis zu siebzig Prozent der Bevölkerung angesteckt werden und bis zu einer Million dann sterben. Zudem würden viele von den Klinken wegen Überfüllung abgewiesen und müssten um Luft ringend in den eigenen vier Wänden ihr Dasein beschließen.

Anderer Einschätzung ist der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel und betont, die von ihm untersuchten Toten hätten alle so schwere Vorerkrankungen aufgewiesen, dass sie „auch wenn es hart klingt, alle im Verlauf dieses Jahres gestorben wären“. Und er wertet: „Covid-19 ist ernst, aber keine besonders gefährliche Erkrankung.“

Das prophetische Wetterleuchten

Die übergebührlich erzeugte Angst lässt aber etwas von Lukas 21 erahnen, wenn die Menschen vor dem Kommen Christi „vergehen werden vor Furcht“. Dann jedoch effektiv voll begründet, weil der Himmel Kräfte sich bewegen. Corona ist zudem nicht regional begrenzt, sondern praktisch keine noch so geringe Nation frei davon. Und alle reagieren in ungefähr gleich, dazu angehalten von dem Geist, der den jetzigen Zeitlauf beherrscht.

Seine menschlichen Adjutanten überspitzen die Bedrohung durch den Infekt noch, um so die unabdingbare Notwendigkeit einer starken Hand zu erweisen, national wie über Länder- und Sprachgrenzen hinweg. Die vorhandene Epidemie kann so zum Meilenstein der angestrebten neuen Weltordnung werden, zu deren Spitze sich der Antichrist aufschwingen wird als oberster Schlussstein einer Pyramide.

Über allem jedoch setzt der allmächtige Gott mit ihr eine Voranzeige künftiger Gerichte, auch wenn der weiße Reiter aus Offenbarung 6 noch nicht aufgebrochen ist. Mit dem heben die Wehen des Endes im engeren Sinn an. Der zieht als Sieger aus, hat einen Bogen und ihm wird eine Krone gegeben. Da der lateinische Ausdruck „Corona“ zu deutsch „Krone“ bedeutet, haben fromme Spekulanten den nun ausgemacht, zumal die Dienstkittel der Mediziner auch häufig weiß sind. Ärzte mögen zwar zur individuell empfundenen Plage geraten, der Beginn der Apokalypse aber sind sie nicht.

Doch tritt eine später datierte Situation aus dem 13. Kapitel der NT-Offenbarung ins Blickfeld. Wie dann niemand ohne das „Malzeichen des Tieres“ kaufen kann, so während der eingeführten Pflicht zur Maske keiner ohne eine solche. Dazu wirft Offenbarung 9 Schatten voraus mit der Feststellung: „Sie taten nicht Buße“, und das inmitten erschütterndster Ereignisse.

Die „Evangelische Kirche in Deutschland“ animiert noch zum ungebeugten Haupt, wenn ihr Oberster am Karfreitag predigte: „Manche sprechen von einem Gott, der das Corona-Virus als Strafe geschickt hat – und dabei über Leichen geht. Mit einem solchen Gott will ich nichts zu tun haben.“

Er hat mit ihm auch tatsächlich nichts zu tun, noch weniger als die Heiden. Heide. Und wenn Bedford-Strohm einst die Erde verlässt, geht dieser Gott auch über seine Leiche.

Der betroffene Glaubensmensch

Die Israeliten wurden von der ägyptischen Finsternis verschont, denn in ihren Hütten war es licht. So aber verfährt der Höchste nicht immer mit seinen Kindern, sondern die durchleiden seine Gerichte gleich der gottlosen Allgemeinheit. Da bildet Corona keine Ausnahme. Es heißt, sich in die erlassenen Auflagen zu fügen und der Obrigkeit untertan zu sein, wenn mitunter auch kopfschüttelnd.

Doch will der HERR seine Jünger gerade in Zeiten gesteigerter Bedrohung still und getrost sein lassen, da nach seiner Garantie keines ihrer Haare ohne den Willen des himmlischen Vaters vom Haupt fällt. Und sie erfahren auf einer solchen Wegstrecke, wie der ewige Gott mit Vermessenheit verfährt. Denn die eben noch schöpfergleich um Klimawandlung bestrebt waren, deren Wahn schrumpfte jäh aufs Ausspähen nach Regalen mit noch vorrätigen Hygieneartikeln zusammen. Dazu genügte ein winziger Virus, und Gott stehen noch ganz andere Varianten zur Verfügung.

Nachfolger Jesu nehmen zudem wahr, wie ihr Meister den Spieß umzukehren versteht. Per „Globalisierung“ wurden von Gott gesetzte Bestimmungen wie die der Kultur, Sprache, Nation und die der Zuordnung von Mann und Frau frevelhaft eingeebnet. Und jetzt „globalisiert“ er mit einer Epidemie, die ebenso alle Kulturen, Sprachen, Nationen und Geschlechter ereilt, wider den man sich empörte und nach wie vor empört.

Das zeitweise Versammlungsverbot bedeutet keine Christenverfolgung, da es ebenso für Moslems wie Sportveranstaltungen verbindlich wurde. Manche Gemeinschaften schalteten umgehend elektronische Ersatzprogramme in Gestalt eines „Live-stream“ via Internet. Das lässt den Prediger in Wort und Bild am PC sicht- und hörbar werden, der vor leeren Stühlen oder Bänken seine Rede hält.

Doch zehrt der Glaube nicht aus, wenn er für überschaubare Frist von der Infusion angestammten Gemeindebetriebes abgetrennt wird. Die Jahrzehnte ungehinderten Zusammenkommens sollten vielmehr dahin wirken, auch allein zu bestehen wie ein Elia am Bach Krith und die Jerusalemer Urgemeinde. Die traf sich erst täglich in den Häusern. Als sie dann aber zerstreut wurde, standen die Einzelnen für sich und hatten es nur mit dem unsichtbaren Erlöser zu tun.

Und Johannes empfing gerade in einsamer Verbannung auf Patmos seine monumentale Schau vom Abschluss der Weltzeit mit neuem Himmel und neuer Erde. So waren auch die sonntäglich unbesetzten Räumlichkeiten ein göttlicher Wink, intensiver die Schrift zu erforschen und so ungeahnte Perspektiven zu erhalten. Dagegen verblasst digitale Fernübermittlung wie der Mond bei Tagesanbruch.

Unser Autor Klaus Schmidt aus Crailsheim ist evangelikaler Prediger und Publizist

HIER ein früherer Artikel des Verfassers: https://charismatismus.wordpress.com/2017/07/04/nein-zu-kulturverfall-und-dekadenz-ja-zur-schoepfungsordnung-gottes/

 


CSU-Fraktion fordert, Haftungsfragen der EU-Länder stärker zu berücksichtigen

Mit einem Dringlichkeitsantrag setzt sich die CSU-Landtagsfraktion dafür ein, dass das Haushaltsrecht der einzelnen EU-Länder und die Folgen der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wie etwa Niedrigzinsen bei den Verhältnismäßigkeits-Prüfungen der EZB mehr im Fokus stehen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte die billionenschweren Ankäufe von Staatsanleihen durch die EZB als teils verfassungswidrig beanstandet und damit Bayerns langjährige Kritik bestätigt. 

Dazu erklärte Josef Zellmeier, der Vorsitzende des Haushaltsauschusses im Bayerischen Landtag:

„Die EZB musste schon lange vor Corona die massiven Folgen ihrer expansiven Geldpolitik überdenken. Bei dieser Debatte kann es auch keinen Maulkorb für Deutschlands oberstes Gericht vom EuGH oder der EU-Kommission geben. Schließlich werden durch die Käufe der Europäischen Zentralbank Milliarden bewegt, für die im Zweifelsfall auch Deutschland und die übrigen Euro-Staaten haften müssen.“

Er fügt hinzu:

„Langfristige Risiken einer ultralockeren Geldpolitik der EZB mit jahrelangen Null- und Negativzinsen dürfen nicht einfach außer Acht gelassen werden. Eine transparente Verhältnismäßigkeitsprüfung ist längst überfällig.

In Krisenzeiten ist eine großzügige Finanzpolitik nicht zu beanstanden. Das sehen wir gerade im Kampf gegen Corona, bei dem sich alle staatlichen Ebenen gegen eine Rezession stemmen. Mittelfristig muss aber wieder ein Zinsniveau erreicht werden, das Sparen belohnt. Immer mehr Banken geben die Negativzinsen der EZB derzeit einfach an ihre Kunden weiter. Aktuell verlieren Sparer in Deutschland jährlich mehrere Milliarden Euro.“

Die Karlsruher Richter hatten festgestellt, dass die Beschlüsse der EZB wegen eines Verstoßes gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit nicht von der währungspolitischen Kompetenz der EZB gedeckt seien. Konkret ging es um das Public Sector Purchase Programm (PSPP) der EZB, in dessen Rahmen die Zentralbank bis Ende 2018 bereits 2,6 Billionen Euro in die Finanzmärkte gepumpt hat.

Der Dringlichkeitsantrag wird heute im Plenum des Landtags verabschiedet. 

 


Kardinal Müller kritisiert die „Verbannung der Liturgie“ als Beleg für Verweltlichung

Wie das Kölner Domradio berichtet, hat sich Kurienkardinal Gerhard Müller gegen Gottesdienstverbote in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Das sei inakzeptabel, zumal die Kirche „keine dem Staat untergeordnete Behörde“ sei, betonte er im Interview mit dem italienischen Portal „Daily Compass“.

Gerade angesichts der jetzigen Nöte vieler Menschen sei die Kirche verpflichtet, eine „Perspektive des ewigen Lebens im Lichte des Glaubens“ anzubieten.
Mit einem Messverbot werde man dieser Aufgabe aber nicht gerecht; die Kirche dürfe nicht zu einer bloßen Abhängigen des Staates gemacht werde, kritisierte der frühere Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation.

Vorsichtsmaßnahmen zur Virus-Eindämmung seien berechtigt, aber die „Verbannung der Liturgie“ betrachte er als Beleg für ein „säkularistisches Denken“, das nun auch inmitten der Kirche angekommen sei. Kein Oberhirte habe das Recht, die Eucharistie derart einzuschränken.

Bischöfe hätten sich nicht als Staatsbeamte zu verhalten, ihr „oberster Hirte“ sei vielmehr Christus selbst.

Foto: Bistum Regensburg