Kardinal Müller kritisiert die „Verbannung der Liturgie“ als Beleg für Verweltlichung

Wie das Kölner Domradio berichtet, hat sich Kurienkardinal Gerhard Müller gegen Gottesdienstverbote in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Das sei inakzeptabel, zumal die Kirche „keine dem Staat untergeordnete Behörde“ sei, betonte er im Interview mit dem italienischen Portal „Daily Compass“.

Gerade angesichts der jetzigen Nöte vieler Menschen sei die Kirche verpflichtet, eine „Perspektive des ewigen Lebens im Lichte des Glaubens“ anzubieten.
Mit einem Messverbot werde man dieser Aufgabe aber nicht gerecht; die Kirche dürfe nicht zu einer bloßen Abhängigen des Staates gemacht werde, kritisierte der frühere Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation.

Vorsichtsmaßnahmen zur Virus-Eindämmung seien berechtigt, aber die „Verbannung der Liturgie“ betrachte er als Beleg für ein „säkularistisches Denken“, das nun auch inmitten der Kirche angekommen sei. Kein Oberhirte habe das Recht, die Eucharistie derart einzuschränken.

Bischöfe hätten sich nicht als Staatsbeamte zu verhalten, ihr „oberster Hirte“ sei vielmehr Christus selbst.

Foto: Bistum Regensburg

 


7 Kommentare on “Kardinal Müller kritisiert die „Verbannung der Liturgie“ als Beleg für Verweltlichung”

  1. mk sagt:

    Kardinal Müller kann gut die Bischöfe für ihr Verhalten kritisieren; er hat ja nichts zu verlieren. Wenn er noch Bischof von Regensburg wäre, ob er dann anders als seine Mitbischöfe gehandelt hätte? Und er kritisiert nicht nur die deutschen Bischöfe, sondern auch alle anderen in Europa und weltweit, die die gleichen Maßnahmen in ihren Diözesen durchgeführt haben. Nicht zuletzt schießt er damit auch wieder mal gegen den Papst. Ist es nicht die Aufgabe eines Kardinals, dem jeweiligen Papst bei der Leitung der Weltkirche zu unterstützen und nicht ihm andauernd Steine in den Weg zu legen? Und wenn er den Kurs des Papstes nicht mittragen kann, warum legt er dann nicht seine Kardinalswürde in die Hände des Papstes zurück? Loyalität sieht doch anders aus, oder?

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    • Guten Tag,
      falls es Ihnen entgangen ist: Müller hat sich als Bischof von Regensburg nicht nur mit ranghöheren Amtsbrüdern bei Sachthemen deutlich angelegt (z.B. mit Erzbischof Marx von München), sondern auch in puncto Abtreibung einen sehr klaren und übrigens auch staatskritischen Kurs gefahren.
      Schlußfolgerung: Er ist nicht erst seit seiner Vatikan-Arbeit „kämpferisch“ drauf.
      Zur Kardinalswürde: Als ob dieselbe alle Inhaber dazu verpflichten würde, auf Sachkritik am Papst zu verzichten. Wir war das z.B. nochmal mit den liberalen Kardinälen Lehmann und Kasper?
      Aber wenn zwei dasselbe tun, ist es bekanntlich noch lange nicht dasselbe!
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  2. Dietrich von Hildebrand hat bereits 1973 (!) in seinem Buch „Der verwüstete Weinberg“ ausgeführt:
    „Ein vorurteilsloser Blick auf die gegenwärtige Verwüstung des Weinbergs des Herrn kann die Tatsache nicht übersehen, dass sich eine „Fünfte Kolonne“ in der Kirche gebildet hat (sie wird auch von manchen, sogar von kirchlicher Seite als Mafia bezeichnet), eine Gruppe zielbewusster Zerstörer der Kirche. Wir wiesen ja darauf schon in früheren Werken hin. Die Tatsache, dass Priester, Theologen, Bischöfe, die den Glauben verloren haben, nicht aus der Kirche austreten, sondern in ihr verbleiben – ja sich als Retter der Kirche in der modernen Welt aufspielen – ist ein bedenkliches Symptom. Warum treten sie nicht offen aus – wie ein Voltaire, ein Renan und viele andere? Aber ihr systematisches und raffiniertes Unterminieren der Heiligen Kirche legt auch deutlich genug Zeugnis dafür ab, dass es sich um eine bewusste Konspiration handelt und um die Hand der Freimaurer und der Kommunisten, die – trotz ihrer Verschiedenheit und sonstigen Feindschaft – für dieses Ziel zusammenarbeiten. Denn für die Freimaurerei ist die Kirche der Erzfeind und für die Kommunisten das Haupthindernis für die Eroberung der Welt. Natürlich sind die Kommunisten unvergleichlich gefährlicher – aber die Freimaurerei ist inhaltlich nicht so offensichtlich antithetisch zum Christentum, so dass sie ein willkommener Mitarbeiter als „Fünfte Kolonne“ ist. Das Unfassbare aber ist, dass diese Konspiration innerhalb der Kirche besteht, dass es Bischöfe und sogar Kardinäle gibt und vor allem Priester und Ordensleute, die eine Art Judas darstellen. Dass eine solche „Fünfte Kolonne“ existiert, ist nicht meine unmaßgebliche Privatansicht; vielmehr haben mehrere Kardinäle, Bischöfe und Prälaten im Privatgespräch erklärt, jeder, der nicht blind sei, könne diese ungeheuer straff organisierte „Fünfte Kolonne“ innerhalb der Kirche nicht übersehen“ (a.a.O., Seite 11).

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    • Holger Jahndel sagt:

      Siehe auch den katholischen Theologen und Philosophen David Berger mit seinem Weblog „Philosophia Perennis“ und auch die „Zeugen der Wahrheit“ (ZDW) Website und das Kreuzgang-Forum dazu. Siehe auch die christliche Psychologin Christa Meves und den Weblog des Kirchfahrter Archangelus und auch den INternetauftritt der Wertkonservativen Eva Hermann usw. .

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  3. bellajosefina sagt:

    „Bischöfe hätten sich nicht als Staatsbeamte zu verhalten, ihr „oberster Hirte“ sei vielmehr Christus selbst.“

    Sehr richtig, und deshalb dürfen sie sich auch nicht wie Staatsbeamte bezahlen lassen, was ja aber leider der Fall ist. Man sollte das vielleicht mal überdenken – und ändern.

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    • Holger Jahndel sagt:

      Vielleicht wäre ein konsequenten Laizismus wie in Frankreich ja tatsächlich das Beste für beide Seiten, Staat und Kirche? Und ein Mittel gegen den fortschreitenden Islamismus?

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