Vorgrimlers Irrtümer über die „Letzten Dinge“

Rezension von Felizitas Küble

Buch-Daten: Herbert Vorgrimler. Und das ewige Leben. Amen. Christliche Hoffnung über den Tod hinaus. Aschendorff-Verlag, Münster 2007, 96 Seiten, ISBN-10: 3-402-00228-0  –  Preis 9,80 €

Bei der Lektüre dieses in jeder Hinsicht schmalen Buches entsteht recht bald der schale Eindruck: Prof. em. Herbert Vorgrimler, Dogmatiker und ehem. Dekan der Theologischen Fakultät Münster, ist seiner bisherigen Linie treu geblieben  –  und diese besteht vor allem darin, Theologie jenseits des kirchlichen Lehramts zu betreiben.

Das gilt auch für dieses Buch über das Jenseits bzw. den Ewigkeitsglauben im Christentum.

Anstelle der in theologischen Werken weithin üblichen Fußnoten finden sich auf der letzten  Seite „Quellenachweise“ in Form einer Bücherauflistung, wobei die Auswahl der Quellen bereits aufschlußreich ist:

Unter den insgesamt elf erwähnten Büchern wurden drei von Jürgen Moltmann verfaßt, einem linksorientierten evangelischen Theologen; zudem je ein Buch von Bert Brecht, Karl Rahner sowie eines von Vorgrimler selbst. Hinzu kommen die Autoren Seneca, Georg C. Lichtenberg, P. Deselaers und Hans U. von Balthasar.

Sollte jemand dieses Buch des Münsteraner Theologen von hinten nach vorne lesen, so wirft bereits diese Bücherliste ein gewisses Schlaglicht auf die kommende Lektüre, die der aufsteigenden Skepsis voll gerecht wird und so manchen Leser vielleicht an jenen Spruch erinnert, der in kirchentreuen Kreisen seit längerem gang und gäbe ist: „In Tübingen kann man das kleine Häreticum absolvieren  –  und in Münster das große!“  

Daß der „Volksmund“ mit diesem sarkastischen Ausspruch durchaus richtig liegt, zeigte sich spätestens bei jenem modernistischen „Theologen-Memorandum“ vom Februar 2011, das bekanntlich von der Theologischen Fakultät Münster ausging, die wiederum jahrzehntelang besonders von Herbert Vorgrimler geprägt wurde.

Der Autor beginnt sein Buch mit einem knappen Vorwort, in dem solch „verheißungsvolle“ Worte zu lesen sind wie etwa folgende: „Aber das theologische Suchen und Nachdenken ist ja auch in letzter Zeit nicht stehengeblieben, und so sind einige Antworten möglich, die religiös-theologisch früher nicht so in den Blick kamen.“  –  Mit solch wolkiger Sprachregelung kann man „Theologie jenseits des Lehramts“ freilich auch definieren.

Was Vorgrimler auf Seite 7 zum Thema Sterben und Sterbehilfe zu sagen weiß, ist zumindest mißverständlich und gerade wegen seines mehrdeutigen Stils durchaus irreführend: Es ist dort von Menschen die Rede, die eine „Verlängerung dieses elenden Lebens gar nicht wollen“:  „Sie haben eine Verfügung getroffen, daß man bei ihnen auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet, denn: Eine Pflicht zu leben gibt es nicht.“

Es stellt sich hier die Frage, ob es lediglich um den Verzicht auf „lebensverlängernde“ Maßnahmen geht  – oder um den Verzicht auf lebenserhaltende (!) Maßnahmen, mag es sich auch um die Spätphase des Lebens handeln. Die Vorgrimler-Formel „Eine Pflicht zu leben gibt es nicht“ weist jedenfalls in eine problematische Richtung, denn immerhin ließe sich damit auch Selbstmord oder Euthanasie „begründen“.

Es gibt für Christen sehr wohl die sittliche Pflicht, dem Willen Gottes auch hinsichtlich Sterben und Tod nicht vorzugreifen.

Sodann erklärt Vorgrimler durch Zitate diverser Atheisten (darunter Bert Brecht), daß Unglaube keineswegs zur Angst vor dem Tod führt, sondern durchaus Gelassenheit ermöglicht: „Ein nachdenklicher, aufgeklärter Mensch fürchtet sich nicht davor, eines Tages nicht mehr da zu sein“,  berichtet  der Autor seiner Leserschaft auf Seite 9. 

Doch das Erstaunen läßt sich noch steigern, wenn auf der nachfolgenden Seite sogar ein „Argument“ für den Unglauben geliefert wird: „Wer sich schmerzlich sagt, es gebe nach dem letzten Abschied kein Wiedersehen mehr, der wird die Tage und Wochen des Zusammenseins anders schätzen und gestalten als in der weit verbreiteten Gedankenlosigkeit.“

Nach diesem für einen „Theologen“ eher ungewöhnlichen „Einstieg“ befaßt sich der Verfasser im 2. Kapitel „Warum denn der Tod?“ mit dem Sündenfall. Doch dieser hat  – entgegen biblischer Lehre und kirchlichem Dogma  – offenbar nicht stattgefunden, glaubt man den häretischen Ausführungen Vorgrimlers auf Seite 15:

„Müssen also wir alle sterben, weil der erste Mensch „Adam“ gesündigt hat? Es gab viele Generationen von Christen, die sich bei einem solchen Gedanken nichts dachten, die sich vielmehr, vielleicht manchmal etwas resigniert und traurig, dem vermeintlichen Willen Gottes unterordneten. Heute denken nachdenkliche Christen nicht mehr so. Es gibt Hinweise der Naturwissenschaften, daß bereits Jahrmillionen vor dem Auftreten der ersten Menschen der Tod alles Lebendigen in der Schöpfung vorgesehen war. Weiter wird von der Wissenschaft geltend gemacht, daß ein einzelnes Menschenpaar unter den extrem harten Bedingungen der Urzeit keine Chance zum Überleben gehabt hätte.“

Was von „der“ Wissenschaft  angeblich „geltend“ gemacht wird, ist für den Theologen und Nicht-Naturwissenschaftler Vorgrimler offenbar vorrangiger als die biblisch bezeugte Gottesoffenbarung im Buch Genesis sowie das kirchliche Dogma, das an der Existenz des ersten Menschenpaares und am Sündenfall unbeirrbar festhält.

Um nun Sündenfall und Erbsünde zu „widerlegen“, auch hinsichtlich des Todes als einer Strafe für die Sünde Adams, verweist Vorgrimler auf ein alttestamentliches Wort, will also offenbar biblische Texte gegeneinander ausspielen.

Zur Auffassung vom Tod „als Strafe für die Sünde“ halte  – so Vorgrimler auf S. 17   – „die Bibel noch eine andere Auffassung bereit“, nämlich folgende aus dem Buch der Weisheit (1,13 f): „Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden.“ –  Freilich heißt es einige Verse später: „Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt und ihn erfahren alle, die ihm angehören.“ (Weish 2,24)

Wegen seines Neides auf den Menschen im paradiesischen Zustand griff der satanische Erzfeind zu List und Tücke, was zum Sündenfall führte  – und damit auch zum Tod. Insofern ist der Tod letztlich vom Teufel verursacht, vom Menschen verschuldet  –  und von Gott als Konsequenz und Strafe verhängt, wie das Apostelwort klarstellt: „Denn der Tod ist der Sünde Sold; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem HERRN“ (Röm 6,23).

Im 4. Kapitel „Unsterbliche Seele?“ führt das Fragezeichen in Vorgrimlers Titel bereits zur Antwort, denn eben diese Unsterblichkeit wird infragegestellt. Angeblich finden sich laut Vorgrimler (S. 26/27)  im Alten und Neuen Testament lediglich „Spuren“ dieses kirchlichen Dogmas, das seinen inhaltlichen Ursprung vielmehr der griechischen Philosophie verdanke, womit Vorgrimler auch insoweit die übliche modernistische Mainstream-Theologie wiederkäut, die aus einem unbestrittenen Sachverhalt durchaus unzutreffende Schlußfolgerungen zieht:

Die Tatsache nämlich, daß manche Aussagen der Heiligen Schrift auch in der außerbiblischen theistischen Philosophie zu finden sind, berechtigt keineswegs zur Infragestellung dieser Grundwahrheiten. Vielmehr hat es dem Ewigen gefallen, einige Samenkörner der göttlichen Offenbarung ins menschliche Herz zu pflanzen, so daß diese bei hoher geistiger Aufgeschlossenheit auch von „Heiden“ wahrgenommen werden können.

Dazu gehört etwa auch die Erkenntnis von der Existenz Gottes aufgrund seines Schöpfungswerkes, die dem Menschen allein schon aufgrund seiner natürlichen Vernunft möglich ist (vgl. Röm 1,20).

Nicht ohne listigen Unterton füllt Herbert Vorgrimler auf S. 30 die volkstümliche Ausdrucksweise von den „Armen Seelen“ mit anderem Inhalt, indem er ironisch festhält, wenn die angebliche menschliche Seele „für sich allein weiterexistieren könne“, sei sie doch wohl ein „Krüppelwesen“  – und mithin eben „in der Tat eine „Arme Seele““.

Angesichts dieser Ausführungen erstaunt es wenig, daß der Autor mehrfach die Existenz einer ewigen Hölle leugnet, sind wir doch angeblich alle zum Himmel „vorherbestimmt“, wie Vorgrimler auf S. 40 erklärt:

„Aber alle Tode und alle Toten haben ihr Ziel: Gott erwartet sie, er nimmt sie zu sich… Bei einem Tod, den die Angehörigen als viel zu früh ansehen, könnte es ihnen ein Trost sein, wenn sie bedenken, das der Vorausgegangene jetzt an dem Ziel angekommen, vom Ziel aufgenommen ist, das ihm schon vor seiner Empfängnis und Geburt vorherbestimmt gewesen war.“  

Fünf Seiten weiter klärt der Münsteraner Dogmatiker uns darüber auf, daß Jesu Gleichnis „vom  verlorenen Sohn“ falsch formuliert sei: „Als ob Gott jemals ein Kind verlorengehen könnte.“

Auf S. 56 befaßt sich der Autor mit den Endzeit-Erwartungen in den ersten Christengemeinden, ohne zu erwähnen, daß der Völkerapostel Paulus damals für einen nüchternen Blick sorgte. Doch zunächst Vorgrimlers O-Ton zum Thema Wiederkunft Christi: „Die ersten Generationen der Christen nach dem Weggang Jesu mußten sich mit dem Problem abplagen, daß diese Erwartungen so nicht eintrafen.“

Paulus hatte diese „Erwartungen“ freilich in 2 Thess 2,1-8 bereits klar eingegrenzt:

„Brüder wir schreiben euch über die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus! … Laßt euch nicht irreführen und aus der Fassung bringen, wenn in einem prophetischen Wort… oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da… Denn zuerst muß der Abfall kommen und der Widersacher, der Mensch der Gesetzlosigkeit, offenbar werden. Jesus, der Herr, wird ihn durch den Hauch seines Mundes töten und durch seine Ankunft und Erscheinung vernichten…“

Aus Vorgrimlers Sicht sollte Christi  „Kommen in Herrlichkeit“ ohnehin im „Licht unseres 21. Jahrhunderts“ ganz neu verstanden werden, nämlich individuell, wie er auf S. 57 erläutert: „Er kommt wieder, in dem wir alle, einer nach dem anderen, bei ihm ankommen, wo wir ihn in seiner unverhüllten Herrlichkeit sehen werden.“ – Damit wird das Bekenntnis aus dem Credo („Er wird wiederkommen in Herrlichkeit“) umgedeutet und zugleich mit der alt-neuen Allversöhnungs(irr)lehre verschmolzen.

Freilich kommt auch ein Theologe namens Vorgrimler an den eindeutigen Aussagen Christi über die Existenz der Hölle nicht ganz hinweg. Doch er (miß)deutet diese Verkündigung als eine Art „schwarze Pädagogik“, als Drohbotschaft im Dienst einer Mahnrede, wie er auf S. 73 mit einem unterschwelligen Vorwurf gegen Christus erläutert:

„Die ernsthaften, dringlichen Mahnungen wurden von Jesus selber mit geläufigen Höllenrequisiten illustriert…Jesus hat zweifellos solche sprichwörtlichen Redewendungen illustrierend drohend eingesetzt. Evangelisten wie Matthäus haben sie wohl an weiteren Stellen verschärft. Man kann Jesus von den Drohworten nicht einfach freisprechen.“

Im 10. Kapitel „Verdammt in alle Ewigkeit?“ befaßt sich Vorgrimler auf S. 80 sodann mit dem kirchlichen Dogma „Außerhalb der Kirche kein Heil“, das er einseitig darstellt, denn er verschweigt, daß das kirchliche Lehramt  –  in Abwehr des jansenistischen Rigorismus  – schon vor Jahrhunderten erklärte, daß göttliches Gnadenwirken auch außerhalb der wahren Kirche möglich ist: Es existiert demnach von der Erlösungsordnung her außerhalb der Kirche kein Heil, aber subjektiv kann auch außerhalb der Kirche die göttliche Gnade wirken.

Das authentische Lehramt unterscheidet nämlich seit jeher zwischen der objektiven Ebene einerseits, wonach die katholische Kirche der einzige ordentliche Heilsweg ist, die von Christus selbst gestiftete „Arche des Heils“   –  und der subjektiven Ebene andererseits, wonach persönliches Heil im Einzelfall auch außerhalb der Kirche denkbar ist, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind.

Vorgrimler irrt daher, wenn er behauptet, erst das 2. Vatikanische Konzil habe eine Heilsmöglichkeit für außerhalb der Kirche lebende Menschen verkündet. In Wirklichkeit wurde dies etwa auch im „Katechismus der katholischen Lehre“  –  herausgegeben vom heiligen Papstes Pius X.  –  klar vertreten:

Im Kapitel 6 „Die katholische Kirche“ lautet dort die letzte Fragestellung: „Kann derjenige gerettet werden, der außerhalb der katholischen Kirche ist?“  – Hierauf erfolgt die Antwort:

„Wer aus eigener Schuld und ohne vollkommene Reue außerhalb der Kirche stirbt, findet keine Rettung. Wer sich ohne eigene Schuld außerhalb der Kirche befindet und gut lebt, kann durch die Liebe,  mit der er mit Gott und im Geiste auch mit der Seele der Kirche vereint ist, gerettet werden.“

Die Erstveröffentlichung dieser Besprechung erfolgte in der Zeitschrift „Theologisches“


23 Kommentare on “Vorgrimlers Irrtümer über die „Letzten Dinge“”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Siehe auch die Areopag-Rede des Apostels Paulus in Athen im Neuen Testament, wo er die beiden stoischen Dichter und Philosophen Aratos (zum höchsten Gott) und Kleanthes (zum göttlichen Logos, bei ihm die „Weltseele“ und auch noch „Weltvernunft“) aus ihren damals weithin allgemein bekannten Werken als stoische Philosophen mit ihrer Lehre der Stoa zum göttlichen Logos als universelles harmonisches n Weltgesetz und allgemeine natürliche vernünftige göttliche Schöpfungs-Ordnung des Kosmos zitierte und anführte usw..
    Und somit auch den Heiden Anteil am Logos und der philosophischen Gotteserkenntnis zubilligte, die griechischen und römischen Philosophen leiteten von diesem Logos ihre LOGIK als natürliche Vernunft und Ratio-nalität und ihre ETHIK als vernünftige Moral und das natürliche Sittengesetz ab, welches der Apostel Paulus im Neuen Testament l auch den gerechten und vernünftigen unter den Heiden zubilligte, als ihren Anteil am Logos sozusagen.

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Der Theologe und Journalist und Philosoph David Berger mit seiner „Philosophia Perennis“

    https://philosophia-perennis.com/

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  3. Anonymous sagt:

    „Wer aus eigener Schuld und ohne vollkommene Reue außerhalb der Kirche stirbt, findet keine Rettung. Wer sich ohne eigene Schuld außerhalb der Kirche befindet und gut lebt, kann durch die Liebe, mit der er mit Gott und im Geiste auch mit der Seele der Kirche vereint ist, gerettet werden.“

    Gut, dass Jesus nie so was gesagt hat.

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    • Guten Tag.
      wie gut, daß Sie wieder einmal genau wissen, was Jesus gesagt hat oder nicht.
      Jedenfalls hat er seine Kirche gegründet und den Aposteln erklärt: „Wer euch hört, der hört mich – und wer euch verachtet, der verachtet mich.“
      Genau diesen Aposteln hat er auch den Missionsbefehl erteilt: nämlich zu den Völkern zu gehen, sie zu lehren und zu taufen!
      Somit lebt ER in seiner Kirche weiter durch Wort und Sakrament.
      Wer dies erkannt hat, ist auch moralisch verpflichtet, die erkannte Wahrheit ernst zu nehmen.
      Wem sich diese Einsicht verschließt, der soll wenigstens die Gebote Gottes einhalten, soweit er sie erkennt bzw. seinem Gewissen folgen.
      Ich kenne übrigens genug Stockprotestanten, die weitaus weniger „großzügig“ sind, die Katholiken für Götzendiener und Nicht-Christen halten und ihnen keinen Heilsweg zubilligen.
      Das haben mir sogar freundliche evang. Leute geschrieben, die sonst recht nett sind.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Anonymous sagt:

        Ja, das kenne ich alles, Frau Küble. Katholische Theologie und das gegenseitige Herabschauen von Katholiken auf Nichtkatholiken und umgekehrt. Sehr aufschlussreich auch meine letzten Recherchen über die orthodoxe Kirche. Die hält sich auch für die einzig wahre Kirche Jesu Christi und meint, die Katholiken hätten sich davon abgespalten. Und rein geschichtlich gesehen, haben die ein paar ziemlich gute Argumente. Aber dafür, was andere Aspekte ihres Glaubens angeht, ein paar ziemlich schlechte Argumente. Das Gleiche sehe ich bei den Katholiken. Und immer ging es um Macht. Auf allen Seiten übrigens.

        Dabei ist es doch so einfach:

        „Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ (Johannes 11, 25 – 26)

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      • Holger Jahndel sagt:

        @Anonymous:

        Ja, leider spielte in der Tat auf allen Seiten auch immer Machtstreben und Ego mit hinein.
        Bei den frühen philosophischen Diskussionen und Abspaltungen und Kirchentrennungen im frühen Christentum und in der Patristik, wobei das Urchristentum auch schon immer sabotiert und infiltriert und unterwandert wurde von verschiedensten Gruppen und der Versuchung ausgesetzt war. Denn natürlich setzten die höllischen Mächte alles nur Erdenkliche gegen die Christen in Bewegung, so auch den römischen Staat und jüdischenUrgegner des Christentums. Pharisäser und der jüdische hohe Rat versuchten schon immer, die Christen und die Kirche zu unterwandern, zudem auch diverse satanistische Gruppierungen wie etwa die Karpokratianer nach Karpokrates, von denen Clemens von Alexandrien berichtete usw.

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  4. Anonymous sagt:

    Kommt diese Rezension nicht etwas spät? Das Buch ist immerhin schon aus dem Jahr 2007. Und Herr Vorgrimler ist bereits 2014 gestorben.

    Immerhin war Vorgrimler Konzilstheologe. „Das von Karl Rahner und Herbert Vorgrimler herausgegebene Konzilskompendium ist bis heute eines der wichtigsten Bücher, mit dem es Generationen von Theologiestudierenden zu tun haben. Mittlerweile ist es in der 35. Auflage erschienen, was bei dem ständig wachsenden Buchmarkt wohl mehr als eine Seltenheit ist.“

    https://www.katholisch.de/artikel/20191-erinnerung-an-den-besten-kenner-der-rahnerschen-theologie

    Mir kommt es jedenfalls so vor, als wage hier eine katholische Laiin schon recht gewagte Kritik an einem theologischen Profi.

    Zur Frage der ewigen Hölle gab und gibt es schon bedenkenswerte theologische Anfragen. Angefangen mit Origenes bis hin zu Urs von Balthasar und Johannes Paul II, der mehrfach betonte, dass sie Hölle noch leer sei, Sehr eindringlich ist auch die Rede im Buch der Offenbarung davon, dass Menschen einen zweiten Tod erleiden, was doch sehr nach endgültiger Vernichtung und nicht nach ewiger Qual klingt. Wie auch immer, wenn es Theologen nicht mehr erlaubt ist, anders zu denken als dogmatisch festgelegt, dann ist Theologie ohnehin überflüssig.

    Interessant ist auch, dass das Glaubensbekenntnis von Nicäa die Hölle nicht erwähnt. Es heißt dort dazu nur, dass Christus kommen wird „um zu richten die Toten und die Lebenden“. Die Folge des Gerichts wird nicht erwähnt.

    Schließlich möchte ich noch an Weihbischof Robert Barron erinnern, der davon ausgeht, „that we may reasonable hope that all humans will be saved.“ Wir können vernünftigerweise hoffen, dass alle Menschen gerettet werden. Und das ist eine legitime katholische Position.

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  5. Holger Jahndel sagt:

    Noch Origenes vertrat die Lehre der Präexistenz und außer dem Origenes Schüler Gregor Thaumaturgus waren auch noch Ambrosius und Eusebius und der Mystiker Johannes Chrysostomus Origenisten.Siehe auch Lactantius als Laktanz und Tertullian und Dionysios Areopagita und Johannes „Scotus“ Eriugena und Philo(n) von Alexandrien und Elias Erdmann.

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    • Holger Jahndel sagt:

      Siehe auch den Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger mit seinem Weblog „Philosophia Perennis“ und das internationale Schiller-Institut etwa zum Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz und Judith Reisman aus den USA und auch die Philosophie des „Krausimo“ etwa nach dem Philosophen Karl Christian Friedrich Krause. Siehe auch die freien Online-Texte von Elias Erdmann zur biblischen mystischen und hermetischen Symbolik.

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      • Holger Jahndel sagt:

        Wie die Anti-Trinitarier die Bibel gegen Christi Gottheit mißbrauchenhttps://www.katholisch.com/wie-antitrinitarier-die-bibel-gegen-christi-gottheit-missbrauchen/Die ersten Christen kannten kein Sola Scripturahttps://www.katholisch.com/die-ersten-christen-kannten-kein-sola-scriptura/https://www.katholisch.com/

        https://www.katholisch-leben.org/solascriptura.htm      

        Dennis Prager: Das Geschenk des Judentums an unsere Kulturhttps://www.dijg.de/anthropologie/judentum-sexualitaet-kultur/https://www.dijg.de/

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  6. gerd sagt:

    „Er kommt wieder, in dem wir alle, einer nach dem anderen, bei ihm ankommen, wo wir ihn in seiner unverhüllten Herrlichkeit sehen werden.“

    Alle? Einer nach dem anderen? Wenn wir alle, einer nach dem anderen, in seiner unverhüllten Herrlichkeit ankommen, warum benutzte Jesus dann drohende „Sprichwörter“ von der Hölle? Das hätte er ja tunlichst unterlassen müssen, weil wir doch nach Vorgrimmler „alle“ den Herrn in seiner unverhüllten Herrlichkeit sehen werden. Allein die Erwähnung der Hölle muss von einer gewissen Existenz derselben sprechen und die Möglichkeit, in eine solche zu gelangen. Wenn nun der Mensch nicht willens ist, sein Auge auszureißen, damit er nicht sehend in die Hölle gelangt, kann er ja unmöglich die unverhüllte Herrlichkeit von Jesus schauen. Ausserdem ist es nach Jesus besser, blind in den Himmel zu kommen, als sehend in der Unterwelt. Was soll der Schmarrn, Herr Vorgrimmler?

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  7. Gottfried-Joseph Zech sagt:

    „Unsterbliche Seele?“ — wenn die angebliche menschliche Seele „für sich allein weiterexistieren könne“, sei sie doch wohl ein „Krüppelwesen“ – und mithin eben „in der Tat eine „Arme Seele““
    Was steckt also dahinter, wenn diese Infragestellung nicht kollidieren soll mit der folgenden Aussage:
    „Aber alle Tode und alle Toten haben ihr Ziel: Gott erwartet sie, er nimmt sie zu sich… Bei einem Tod, den die Angehörigen als viel zu früh ansehen, könnte es ihnen ein Trost sein, wenn sie bedenken, das der Vorausgegangene jetzt an dem Ziel angekommen, vom Ziel aufgenommen ist, das ihm schon vor seiner Empfängnis und Geburt vorherbestimmt gewesen war.“
    Vorgrimmlers These: „Es kann kein „Krüppelwesen“ Mensch ohne Körper exxistieren“
    Vorgrimmlers Antithese: „Alle Toten haben ihr Ziel:Gott erwartet sie, …ein Trost, daß der Vorrausgegangene jetzt am Ziel angekommen, vom Ziel aufgenommen ist ..“
    Da Vorgrimmler nicht unterstellt werden kann, daß er hier einen Widerspruch formuliert, wonach es zunächst ja aussieht, denn: Die Frage ist doch nach diesen beiden Thesen, was denn substantiell bei Gott ankommt, wenn es die körperlose Seele gar nicht gegen soll, der lebenslose Körper aber doch offensichtlich vor den Augen der Hinterbliebenen daliegt und begraben wird, also es auch nicht so ist, daß Körper und Seele als Einheit „am vorbestimmten Ziel ankommt“. Die Synthese ist darin zu sehen, daß er , der bekennende Rahner-Verehrer, ganz dessen kryptohegelianischem Pantheismus anhängt, wonach der Mensch gar kein eigenständiges Ich-Subjekt ist, sondern lediglich eine „ausgestülpteEmanation“ des Allgeistes, sodaß mit dem Tod die Rückkehr aller gesammelten Erfahrungen und Lebenseindrücke in den UrWeltengrund stattfindet. Hegel: „Das Wissen des Menschen um Gott IST das Wissen-Gottes um sich selbst.“ Das Ich-Bewußtsein des Menschen ist eine naive Illusion, lt. Hegel, und ist nur eine temporäre Erscheinung aus göttlicher Materie, um im Gang der Menschheit als Gang Gottes durch die Weltgeschichte zum Göttlichen Selbstbewußtsein zu werden. lt. Hegel!
    Die Synthese ist also bei Vorgrimmler genau diesselbe, sodaß das Ich des Menschen nicht als individuelles Subjekt weiterlebt, weiter ex-sistiert, sondern erlischt vollständig, da alles Gedachte und Erlebte ja im selben Moment von diesem Urgrund erfahren und erlebt wird, das Pseudosubjekt hat also irgendwann als Werkzeug der evolution Gottes ausgedient.Mehr ist das Leben nicht.

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    • gerd sagt:

      Jesus war kein Pseudosubjekt. Er ist eben nicht vollständig erloschen, sondern am 3. Tage auferstanden von den Toten. Und nu?

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      • Gottfried-Joseph Zech sagt:

        @gerd
        Das ist doch keine Antwort an mich, höchstens an H. Vorgrimler 🙂 Daß der Mensch nur ein „Pseudosubjekt“ sei, ist doch die Auffassung dieses „Grande simplificateur terrible“, wie Pascal die Darwinisten nennt. Denn nichts anderes ist diese simple „Theologie“ seit Hegel und Darwin über Heidegger und Rahner bis in die benannten „Häretiker-Schulen“ Tübingen und Münster hinein: Der scheinbar alles erklärende philosophische Monismus aller Pantheismen. Vergleichbar in seiner theologischen Konkretion mit dem Paradigma des Buddhismus mit seinem Nirwana, nur ohne das Konzept der Reinkarnation, stattdessen völliges Verlöschen aller Gedanken aller Menschen und Philosophien im Allgeisturgrund, das völlige Verlöschen ebenfalls dort aller Materie am Ende der Welt. Rahner: „Alle Materie wird wieder Geist“. Die naturwissenschaftliche Konkretion dieser Denke ist Theilhard de Chardin mit seinem pseudochristlichen Geschwafel vom Alpha und Omega in „Der Mensch im Kosmos“, dem auch die Philberth-Brüder anhängen nb., die derzeit wieder mehr hochgelobt werden.
        Rahner schreibt ja wörtlich, daß er zwar Th.d.Chardin nicht verstehe, weil er ja nicht wie dieser naturwissenschaftlich gebildet sei, er aber ihm in seinen theologischen Schlüssen daraus absolut folge und er MIT HEGEL das Christentum endgültig „auf den Begriff bringen“ werde. Ernst Haeckel: „EVOLUTION! Das Zauberwort der Moderne, das alle Rätsel der Weltgeschichte löst!“

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      • gerd sagt:

        Sie haben Recht Herr Zech, dieses evolutionäre Gebrubbel, kann schon mal eine Antwort an den falschen Mann bringen. Als Laie mit Hauptschulabschluss kann ich mit Rahner, Haeckel, Hegel oder Chardin nur bedingt oder überhaupt etwas anfangen. Verstehen tun es diese Herren oder Damen eh nur ausgewählte Kreise, die allerdings den Glauben des einfachen Volkes nicht zu gering einschätzen sollten. Als Christ braucht man nämlich keinen akademischen Rang, so hat es dem Vater gefallen: Mt 11,25

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