Augsburg: Ernannter Bischof Meier zum „Gebetshaus“ und zur MEHR-Konferenz

Am Samstag, dem 6. Juni 2020, wird der vom Papst zum Oberhirten von Augsburg ernannte Geistliche Bertram Meier zum Bischof geweiht. Der Termin war wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Der 59-Jährige kommt selber aus dem Bistum Augsburg und wird das südbayerische Bistum zukünftig leiten.

Auf der amtlichen Seite „Katholisch.de“ wurde heute in Interview mit ihm veröffentlicht: https://www.katholisch.de/artikel/25653-bertram-meier-vor-bischofsweihe-manchen-muss-ich-wohl-wehtun

Darin wird der ernannte Bischof auch über das charismatische Gebetshaus Augsburg befragt, das der katholische Theologe Dr. Johannes Hartl leitet. Er organisiert teils jährlich, teils zweijährlich die mit ca 10.000 Teilnehmern besuchte MEHR-Konferenz (siehe hierzu unsere kritischen Berichte: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/gebetshaus-augsburg-j-hartl/).

Betram Meier äußert sich folgendermaßen zu MEHR und Co.:

„Einerseits sind die Zahlen der Leute beeindruckend, die Johannes Hartl versammelt. Andererseits frage ich mich, wie nachhaltig ein Event wie die „Mehr“ ist.

Zudem sehe ich bei Hartl eine Schwebe in seinen theologischen Äußerungen. Er verortet sein Wirken mal als überkonfessionell, mal als ökumenisch. Das ist aber nicht dasselbe. „Überkonfessionell“ ist mir zu unverbindlich, erinnert an Freikirche.“

Sodann erklärt der Bischof, er hoffe auf ein „ehrliches und konstruktives Miteinander“ und fügt hinzu:

„Jedenfalls wollen wir uns als Diözese vom Gebetshaus nicht instrumentalisieren lassen. Wir müssen im Gespräch bleiben, um der Menschen willen einander im Blick behalten und darauf achten, dass aus dem Gebetshaus nicht eine neue Art von Kirche entsteht.“


17 Kommentare on “Augsburg: Ernannter Bischof Meier zum „Gebetshaus“ und zur MEHR-Konferenz”

  1. Anonymous sagt:

    Bischof Bertram Meier war immer für das Gebetshaus und ist für Ökumene. Das weiß ich, weil er lange Zeit ein sehr förderndes und aktives Mitglied der ACK (Aktionsgemeinschaft Christlicher Kirchen) in Augsburg war.

    Das ist hier eher eine Frage der Terminologie. „Überkonfessionell“ betrifft die Mitarbeit im Gebetshaus. Man kann dort Mitarbeiter sein, ohne einer bestimmten Konfession anzugehören. In dem Augenblick, wo man im Gebetshaus konfessionelle Fragen in den Vordergrund stellen würde, wäre es zerstört. Der Ansatz solcher überkonfessioneller „Werke“ ist relativ einfach zu erklären:

    Man arbeitet zusammen, um eine bestimmte Aufgabe/ein bestimmtes Ziel zu verwirklichen. Im Falle des Gebetshauses ist es die Aufgabe, eine 24/7 Anbetung zu ermöglichen, aus der dann auch bestimmte geistliche Impulse und Aktionen zu erwarten sind. Grundlage ist natürlich die Überzeugung, dass es in allen Denominationen Menschen gibt, die Christus von ganzem Herzen in diesem Bereich dienen wollen. Ein solcher Impuls/eine solche Aktion ist die MEHR. Deren Nachhaltigkeit zu hinterfragen, ist deshalb etwas fragwürdig, weil ja gar nicht beabsichtigt ist, dass die MEHR als solche unabhängig von der Gebetshausbewegung Früchte bringt. Oder anders gesagt:

    Wer der ständigen Anbetung Gottes keine Priorität einräumt. wird auch von der MEHR nicht viel haben.

    Dass Meier die Sorge umtreibt, das Gebetshaus könne eine Art „rivalisierende Kirche“ sein, kann ich aus seiner katholischen Sicht schon verstehen. Oder anders gesagt: Wo bringen sich katholische Mitarbeiter des Gebetshauses in ihrer Pfarrei ein? Ich kenne die Antwort nicht. Schief wird es für Meier sicher dann, wenn das Gebetshaus katholische Gottesdienste ersetzt.
    Das ist aber eigentlich nicht möglich, da im Gebetshaus kein Zugang zu Sakramenten besteht und keine Eucharistie gefeiert wird. Übrigens: Bei der MEHR ist das ja anders, was die dort abgehaltenen katholischen Gottesdienste betrifft.

    Aber ich nehme an, Meier wird sich sicher mit Hartl treffen und austauschen.

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  2. Anonymous sagt:

    Meier war immer für das Gebetshaus und ist für Ökumene. Das weiß ich, weil er lange Zeit ein sehr förderndes und aktives Mitglied der ACK (Aktionsgemeinschaft Christlicher Kirchen) in Augsburg war.

    Das ist hier eher eine Frage der Terminologie. „Überkonfessionell“ betrifft die Mitarbeit im Gebetshaus. Man kann dort Mitarbeiter sein, ohne einer bestimmten Konfession anzugehören. In dem Augenblick, wo man im Gebetshaus konfessionelle Fragen in den Vordergrund stellen würde, wäre es zerstört. Der Ansatz solcher überkonfessioneller „Werke“ ist relativ einfach zu erklären:

    Man arbeitet zusammen, um eine bestimmte Aufgabe/ein bestimmtes Ziel zu verwirklichen. Im Falle des Gebetshauses ist es die Aufgabe, eine 24/7 Anbetung zu ermöglichen, aus der dann auch bestimmte geistliche Impulse und Aktionen zu erwarten sind. Grundlage ist natürlich die Überzeugung, dass es in allen Denominationen Menschen gibt, die Christus von ganzem Herzen in diesem Bereich dienen wollen. Ein solcher Impuls/eine solche Aktion ist die MEHR. Deren Nachhaltigkeit zu hinterfragen, ist deshalb etwas fragwürdig, weil ja gar nicht beabsichtigt ist, dass die MEHR als solche unabhängig von der Gebetshausbewegung Früchte bringt. Oder anders gesagt:

    Wer der ständigen Anbetung Gottes keine Priorität einräumt. wird auch von der MEHR nicht viel haben.

    Dass Meier die Sorge umtreibt, das Gebetshaus könne eine Art „rivalisierende Kirche“ sein, kann ich aus seiner katholischen Sicht schon verstehen. Oder anders gesagt: Wo bringen sich katholische Mitarbeiter des Gebetshauses in ihrer Pfarrei ein? Ich kenne die Antwort nicht. Schief wird es für Meier sicher dann, wenn das Gebetshaus katholische Gottesdienste ersetzt.
    Das ist aber eigentlich nicht möglich, da im Gebetshaus kein Zugang zu Sakramenten besteht und keine Eucharistie gefeiert wird. Übrigens: Bei der MEHR ist das ja anders, was die dort abgehaltenen katholischen Gottesdienste betrifft.

    Aber ich nehme an, Meier wird sich sicher mit Hartl treffen und austauschen.

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  3. mk sagt:

    Ich frage mich schon längere Zeit, wie nachhaltig ein Event wie die Welt-Jugend-Tage sind. Ein frohes Pfingstfest!

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  4. Bernhard sagt:

    „Überkonfessionell“ ist mir zu unverbindlich, erinnert an Freikirche.“ – Ob Freikirchen dieses Wort oft verwenden, weiß ich nicht; was ich von Freikirchlern aber oft gehört habe, sind Sprüche wie „bei uns spielt es keine Rolle, ob einer katholisch oder evangelisch ist; einzig entscheidend ist, dass man mit Jesus Christus eine Beziehung hat“ (oder noch typischer: „ihn als seinen persönlichen Erlöser angenommen hat“).

    Das bedeutet dann aber nicht, dass man auf konfessionelle Gepflogenheiten oder Überzeugungen der einzelnen Teilnehmer Rücksicht nimmt. Vielmehr hat man seine eigenen theologischen Überzeugungen, und wer die nicht teilt, ist kein „richtiger“ Christ (oder gar keiner). Dass dann die formale Mitgliedschaft in einer Kirche keine Rolle mehr spielt, ist einleuchtend; aber es ist nicht, was ich unter einem ehrlichen Miteinander verstehe.

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    • Anonymous sagt:

      Hallo Bernhard,

      das ist etwas schief und einseitig. Ich denke, man sollte zwei Sachverhalte unterscheiden:

      (1) Wenn Sie eine Freikirche besuchen wollen, gilt das fast überall:

      „Bei uns spielt es keine Rolle, ob einer katholisch oder evangelisch ist; einzig entscheidend ist, dass man mit Jesus Christus eine Beziehung hat“

      Ohne eine „Lebensübergabe“ und ein christliches Bekenntnis, dass die Beziehung zu Jesus Christus als oberste Priorität begreift, werden Sie erst gar nicht Mitglied in einer Freikirche. Deswegen spielen dann in der Freikirche selbst „konfessionelle Gepflogenheiten oder Überzeugungen der einzelnen Teilnehmer“ keine Rolle. Das ist doch logisch. Sonst wäre es ja keine Freikirche.

      Natürlich gibt es ganz verschiedene Freikirchen. Auch solche, die einem Katholiken das Christsein rundweg absprechen. Genau so übrigens wie es ganz unterschiedliche Katholiken gibt. Welche, die auch Freikirchlern zugestehen, an Jesus zu glauben. Und solche, die behaupten, man müsse unbedingt katholisch werden, um gerettet zu werden. Die ganzen Bandbreiten von Akzeptanz als Bruder/Schwester im Herrn bis hin zur totalen Ablehnung einschließlich inakzeptabler verbaler Abgrenzung finden Sie sowohl bei Katholiken wie bei Nichtkatholiken.

      Und dann haben sie nicht wenige Freikirchler, die mal katholisch waren und einen Rucksack an Verletzungen aus dieser Zeit mit sich herum schleppen. Die sind dann nicht mehr so wahnsinnig „offen“. Nur zur Klarstellung: Ja, auch in Freikirchen werden Menschen verletzt.

      (2) Wenn Sie keine Freikirche besuchen, sondern als Katholik auftreten, dann geht es allein darum, wie Sie individuell eingeschätzt werden. Und da hat jeder so seine Kriterien. Auch viele Katholiken haben diese Kriterien. Der derzeitige Papst hat übrigens gesagt, er liebe ernsthafte Protestanten und Katholiken und lehne sowohl laue Protestanten als auch laue Katholiken ab. Das nenne ich mal einen brauchbaren Ansatz.

      Zusatz:

      Was die „konfessionellen Gepflogenheiten oder Überzeugungen der einzelnen Teilnehmer“ betrifft, stelle ich querbeet fest, dass Stereotypen verwendet werden, weil nicht zugehört wird. Oder anders gesagt: Viele Katholiken verstehen nichtkatholische konfessionelle Gepflogenheiten oder Überzeugungen nicht und beziehen sich nur auf ihre Vorurteile, Und genau das Gleiche andersherum machen viele Nichtkatholiken mit katholischen konfessionellen Gepflogenheiten oder Überzeugungen. Da schenkt man sich leider nicht viel.

      In wenigen Bereichen wird das Liebesgebot Jesu derart missachtet wie hier.

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      • Holger Jahndel sagt:

        Siehe auch den Lutheraner Horch Koch und seinen Internetauftritt zu Schwarmgeistereien und der charismatischen Bewegung und Pfingst-Kirchen und Pfingstlern und auch die „Zeugen der Wahrheit“ Website und das Idea-Magazin und die Pietisten nach Fräulein Katharina von Klettenberg

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      • Anonymous sagt:

        Herr Jahndel,

        um „Schwarmgeister“ geht es hier nicht. Das ist nämlich ganz offensichtlich nicht das Problem von Bischof Meier.

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    • Holger Jahndel sagt:

      Für Christen ist das Neue Testament der BIbel verbindlich. Siehe auch die Logos-Theologie nach Justin dem Märtyrer als Kirchenlehrer und Kirchenvater und dem Heiligen Irenaeus von Lyon, der diese von ihm übernahm und weiterentwickelte und auch noch den 1. Clemensbrief und den Hirtenbrief des Hermas zum Bibel-Kanon des Neuen Testamentes der Bibel zählte.

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      • Anonymous sagt:

        Meiner bescheidenen Meinung nach war die Verknüpfung griechischer Philosophie mit dem christlichen Glauben immer irreführend und falsch. Der „logos“ im Johannesevangelium ist nicht der „logos“ griechischer Philosophen.

        Was den ersten Clemensbrief betrifft: Nur die Syrische Kirche rechnete ihn zur Heiligen Schrift. In den anderen Regionen erreichte er jedoch kein kanonisches Ansehen.

        Irenaeus von Lyon ist eigentlich für die orthodoxe Kirche grundlegend, nicht aber für die katholische Kirche.

        Das aber alles gehört hier gar nicht zum Thema.

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      • Holger Jahndel sagt:

        Im Christentum löst der Neue Bund des Neuen Testamentes nach Jesus Christus den alten mosaischen Bund des alten Testamentes ab und tritt an dessen Stelle.

        Christen sind nicht mehr unter dem alten unvollkommenen mosaischen Gesetz. Auch wenn die 10 Gebote immer noch Gültigkeit für sie haben.

        Und natürlich die staatlichen Gesetze, so weit sie nicht Gottes Geboten und der Vernunft und dem Naturrecht widersprechen. Siehe auch die Logos-Theologie usw. Leider verstehen viele Christen die Logos-Theologie und damit auch einen Gutteil der Bibel und der Heiligen Schrift nicht wirklich.

        Aber eben dafür studiert man ja auch Theologie, es gibt im Christentum die Verschwisterung der christlichen Theologie mit der griechischen Philosophie von der Wurzel an. Von Anfang an.

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      • Holger Jahndel sagt:

        @Someone:

        Der 1. Clemensbrief wird auch von der russisch-orthodoxen Kirche, neben anderem Sondergut, zum Bibel-Kanon des Neuen Testamentes der Bibel gezählt. Siehe auch den Logos-Begriff in der „Weisheitsliteratur“ des Alten Testamentes der Bibel, und beim jüdischen Theologen Philo(n) von Alexandrien, den der Apostel Paulus zitiert, neben den beiden griechischen Philosophen und Dichtern Aratos (zum höchsten Gott) und Kleanthes (zum göttlichen Logos, bei ihm die „Weltseele“ und „Weltvernunft“) auf dem Areopag in Athen im Neuen Testament der Bibel aus ihren damals weithin bekannten Werken als Stoiker der Philosophenschule der Stoiker mit ihrer Lehre der Stoa zum göttlichen Logos als universelles harmonisches göttliches Weltgesetz und allgemeine natürliche göttlicher Schöpfungs-Ordnung des Kosmos.
        Siehe auch Elias Erdmanns Aufsatz im Netz zu Philo(n) von Alexandrien und seine anderen freien Online-Texte zur biblischen mystischen und hermetischen Symbolik usw.

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