Streit unter Virologen: Prof. Kekulé beharrt auf seiner Kritik an der Drosten-„Studie“

Der bekannte Virologe Prof. Alexander Kekulé äußert sich nach wie vor kritisch über eine Veröffentlichung seines seit Monaten in Medien präsenten Berufskollegen Prof. Christian Drosten aus Berlin.

Dieser hatte behauptet, vom Coronavirus infizierte Kinder seien wahrscheinlich genauso ansteckend sind wie Erwachsene und er hat sich hierbei auf (s)eine Studie berufen.

Prof. Kekulé erklärt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk: „Wir wissen durch die Studie weder mehr noch weniger.“   (Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/virologe-kekule-zu-drosten-studie-auf-der-auswertungsseite.694.de.html?dram:article_id=477623)

Hierzu läuft seit Tagen eine öffentliche Kontroverse unter Virologen, die an Schärfe zunimmt.

Prof. Alexander Kekulé leitet das Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums in Halle.

Er schrieb im „Tagesspiegel“, Drosten hätte seine Veröffentlichung zu der in Wirklichkeit unzureichenden Untersuchung zurückziehen müssen.

Drosten wirft ihm nun vor, er betreibe Stimmungsmache, seine Darstellung sei tendenziös.

Kekulé erklärt im DLF-Interview, genau genommen handle es sich nicht einmal um eine wissenschaftliche „Vorstudie“, sondern lediglich um ein „Preprint“, also einen Vorabdruck. Den Inhalt könne man keineswegs „eins zu eins übernehmen“.

Er habe aber zunächst gezögert, „einen Virologenstreit anzetteln“: „Sie wissen, wie Herr Drosten vorher mit Herrn Streeck umgegangen ist.“

Die Kernaussage des Drosten-Preprints lautete, Kinder seien wahrscheinlich genauso Corona-infektiös wie Erwachsene. Laut Kekulé trifft diese These nicht zu.


5 Kommentare on “Streit unter Virologen: Prof. Kekulé beharrt auf seiner Kritik an der Drosten-„Studie“”

  1. Maria Dreiling sagt:

    Kinder sind deshalb nicht betroffen, weil sie kaum „medizinisch vorbehandelt“ sind durch Operationen (mit nachfolgender Lungenembolie und eben auch Lungenentzündung): keine Operationen in puncto Galle, Magen, Leistenhernie, Darm, Hüftgelenke, Kniegelenke – höchstens mal ein Blinddarm!
    Meine Feststellung vor etwa 25 Jahren war: Kein Herzinfarkt ohne Operation in der unteren Körperhälfte!
    Dabei kennt der Pschyrembel überhaupt keine Embolien in die Herzkranzarterien!
    Was der Pschyrembel noch weiß: 80 % der leichten Embolien verlaufen stumm. Wer hat denn das jemals erforscht? Dann könnten wir aber gleich 5 Mal so viele Embolien MIT Corona haben.

    Auf alle Fälle ist eine Embolie mit Zwerchfellhochstand nichts zum Beatmen. Da können nur sämtliche Alveolen platzen und die Lunge taugt nur noch zur Obduktion bzw. ist für Prof. Püschel in Hamburg geeignet.

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  2. dorrotee sagt:

    Also dieser Virologenstreit läuft schon seit Anfang der Pandemie. Manchmal ein paar Wochen so und dann wieder ein paar Wochen anders und widerlegt. Der eine sagt, das Virus überlebt 3 Tage, der andere 1 Tag u. v. m.

    Das Neueste aus dem EU-Land (meine aus Spanien) ist nun, man bräuchte nicht 14 Tage Quarantäne. Es reichen auch 7 Tage. Dann weiß man, ob man infiziert ist.
    Da wird jetzt zum Sommer und Reisen das nächste Fass aufgemacht.
    Nee also, was soll man noch glauben.

    Beim Abstand halten sind sich ja alle Virologen durchgängig einig. Das mache ich auch brav.
    Und in den Arm husten und niesen ist auch unstrittig. Händeschütteln meiden.

    So werde ich durch den Sommer gehen.

    Ich hoffe nur, dass es auf eine nur dringliche Empfehlung der Maske hinausläuft (statt Zwang). Das ist mein einziger Wunsch an die Virologen. Seit euch bitte einig in Sachen Masken. Kann doch nicht so schwer sein.

    Kapiert ja sogar Lieschen Müller, dass die Masken Virenschleudern sind.

    Prof. Kekule hat für mich eigentlich immer recht sinnige Sachen zum Thema gebracht.

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    • Anonymous sagt:

      „Manchmal ein paar Wochen so und dann wieder ein paar Wochen anders und widerlegt“ (…) „Nee also, was soll man noch glauben.“ —
      Natürlich ändern sich die Aussagen ständig! Das nennt man Wissenschaft! Wissenschaftler lernen ständig dazu. Sie stellen Hypothesen auf, formulieren daraus Theorien, analysieren ständig neue, zuverlässigere Daten, verwerfen bisherige Theorien, stellen neue Hypthesen auf und so weiter und so fort…
      Gut, dass Wissenschaftler bereit sind, ihre früheren Erkenntnisse im Licht neuer Daten zu überdenken und überarbeiten!

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      • Bernhard sagt:

        Das stimmt natürlich, auf wissenschaftlicher Ebene.
        Wenn aber die offiziellen (oder inoffiziellen) Chef-Wissenschaftler Deutschlands jede Woche andere Empfehlungen herausgeben, die sich zum Teil widersprechen, ist das kontraproduktiv.

        Ein Beispiel ist die Sache mit den Atemmasken: Die mehr oder weniger einhellige Aussage der deutschen Wissenschaftler war lange Zeit „Masken bringen nichts!“ Christian Drosten machte auch Witze darüber. Und plötzlich kommt die Maskenpflicht für bestimmte Orte.
        Ja, die Maske ist nur ein Stück Stoff, und es fällt keinem ein Zacken aus der Krone, wenn er sie trägt. Und ja, formal hat Christian Drosten seine Meinung nicht geändert. Aber wenn er Masken für sinnlos hält bzw. von dem Tragen medizinischer Masken abrät, müsste er doch diese neue Regelung kritisieren. Tut er aber nicht, sondern er hält sich irgendwie bedeckt. Das erhöht nicht unbedingt das Vertrauen in die Wissenschaftler.

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