Kriminalstatistik 2019: Politiker freuen sich, aber nicht die betroffene Polizei

Die Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr bringt für die Polizei keine Entwarnung, im Gegenteil. „Bei den Einsatzkräften der Polizei stellt sich keine Freude darüber ein, dass rein statistisch die Zahl der registrierten Straftaten gesunken ist, die Angriffe gegen die Polizei haben ein dramatisches Ausmaß angenommen!“, stellte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt (siehe Foto), fest.

Der Rückgang registrierter Delikte wird keinerlei Einfluss auf das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung haben, ist sich Wendt sicher.

BILD: Eines der Wendt-Bücher mit dem Titel „Deutschland in Gefahr“

In Berlin erklärte er: „Das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung steigt, die Kriminalitätsfurcht auch, daran werden die Zahlen nichts ändern, sie schildern ohnehin nur die registrierten Straftaten, die von der Polizei bearbeitet wurden. Was nicht von Geschädigten zur Anzeige gebracht oder von der Polizei entdeckt wurde, kommt in der Statistik nicht vor.

Jährlich neue Rekorde bei der Gewalt gegen die Polizei, acht Prozent mehr sind ein neuer Höchststand. 

Es zeigt sich, dass die Akzeptanz staatlichen Handelns weiter abnimmt und die Einsatzkräfte der Polizei dies tagtäglich zu spüren bekommen. Dazu zählt auch, dass diese Gewalt nahezu alltäglich geworden ist und es keine gängigen Täterprofile gibt.

Die politisch motivierte Gewalt ist bedrohlich und die Polizei steht auch hier mitten in der Auseinandersetzung. Bei Demonstrationen wird nicht mehr davor zurückgeschreckt, lebensbedrohliche Angriffe auf einzelne Polizisten und hasserfüllte Attacken auf den Staat insgesamt und alle ihn repräsentierenden Institutionen zu verüben.

Es ist interessant, dass politisch Verantwortliche mehr Personal für die Sicherheitsbehörden und einen starken Rechtsstaat fordern. Sie schließen sich damit gewerkschaftlichen Forderungen an, die sie vorher jahrzehntelang ignoriert haben. 

Schon in den nächsten Haushaltsberatungen werden sie für die Forderungen auch Flagge zeigen müssen, wir haben kein Verständnis dafür, dass in einigen Parlamenten und Regierung schon jetzt über Kürzungen bei Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nachgedacht wird, so stärkt man den Staat jedenfalls nicht!“

Quelle: https://www.dpolg.de/aktuelles/news/politik-freut-sich-die-einsatzkraefte-der-polizei-nicht/


4 Kommentare on “Kriminalstatistik 2019: Politiker freuen sich, aber nicht die betroffene Polizei”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Polizei: Prügelknaben der Nation
    MEDIEN 25. Juni 20200
    Die neue Ausgabe der „Jungen Freiheit“ erscheint heute. Und die Redaktion hat – wie könnte es anders sein – die Terrornacht von Stuttgart zu ihrem Schwerpunktthema gemacht. Im Unterschied zu den vielen Beiträgen, die…
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    https://philosophia-perennis.com/2020/06/25/polizei-pruegelknaben-der-nation/

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  2. Anonymous sagt:

    Hier geht es um zwei Punkte, die auseinander zu halten sind, um ihnen gerecht zu werden:

    (1) Der Anstieg von Kriminalität gegen Polizeibeamte

    Das ist tatsächlich schlecht. Und es hat wahrscheinlich zumindest zum Teil als Ursache, dass grundsätzlich Autoritäten immer geringer geschätzt werden. Das Bewusstsein, dass der Staat legitime Autorität ausübt, schwindet. Daran sind übrigens sowohl rechts- wie linksextreme Kräfte beteiligt. Denn beide betrachten den Staat und seine Organisation zunehmend als Feind, gegen den man sich zur Wehr setzen müsse. Staatliche Maßnahmen sind nach dieser Logik feindliche Handlungen gegen den Bürger. Im rechten Bereich sind hier vor allem auch die sogenannten „Reichsbürger“ zu nennen, die dem Staat jegliche Legitimation absprechen. Neben dieser politisch motivierten Feindseligkeit gegen staatliches Handeln gibt es natürlich AUCH, aber NICHT NUR die Früchte „antiautoritärer Erziehung“.

    (2) Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung

    Obwohl nach der Statistik – mit Ausnahme von Punkt 1 (Gewalt gegen Polizeibeamte) – fast überall Straftaten zurück gehen, korrespondiert das nicht unbedingt mit dem Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Mir liegen zwar jetzt keine aktuellen Umfragen dazu vor. Aber eines ist klar.

    Die objektive und die gefühlte Realität sind nicht deckungsgleich:

    „Wieso haben wir Angst vor einer Bedrohung, selbst wenn sie in vielen Bereichen geringer wird?
    Weil Angst ein Gefühl ist. Und Gefühle kümmern sich nur in eingeschränktem Maße um Statistiken.“

    https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/So-sicher-fuehlen-sich-die-Deutschen

    Angst ist immer erst mal ein Gefühl. Und abgesehen von einer akuten Situation ist es daher hilfreich, sich klar zu machen: Wovor habe ich eigentlich Angst? Und wie groß ist realistisch betrachtet, die Wahrscheinlichkeit, dass das eintritt, wovor ich mich fürchte. Mir hat das jedenfalls geholfen, überdrehte Ängste in den Griff zu bekommen. Und dann natürlich mein Glaube an Jesus Christus:

    „In der Welt habt ihr Angst, aber ich habe die Welt überwunden.“ Und in und mit ihm sind wir mehr als Überwinder. Wir können zuversichtlich und furchtlos sein. „Fürchte Dich nicht!“ ist deshalb eine sehr häufige Aufforderung Gottes an sein Volk in der ganzen Bibel. „Denn wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein?“ Das fragt Paulus, der mehrmals gesteinigt, sodann gefangen gehalten und schließlich hingerichtet wurde.

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