Zum Fest „Maria Heimsuchung“ am 2. Juli

Von Pfr. Felix Evers

Wie oft höre ich in den letzten Wochen diesen Satz: „Das kann ich nicht mehr sehen!“ 

Ein weiterer Brennpunkt im Fernsehen zur Coronakrise, Elendsbilder im Fernsehen und in der Zeitung, Hiobsbotschaften in aller Welt. Nein, das halten unsere Augen auf Dauer nicht aus. Deshalb halten sich Kinder bisweilen ihre Hände vor die Augen, um damit kundzutun: „Es genügt! Das kann und will ich nicht mit ansehen!“

Es gibt im großartigen Spielfilm Florian Henckel von Donnersmarcks „Werk ohne Autor“ die Szene, dass die Protagonistin Elisabeth zum Busbahnhof läuft und eine bittende Geste macht, woraufhin alle Busfahrer gemeinsam für sie hupen. Wie ein Priester in Adorantenhaltung steht sie da, hebt ihre Arme und genießt den Ton. Im Anschluss sagt sie ihrem Neffen Kurt, sie wünsche sich ein Bild, das sich so anfühlt; und sie lehrt ihren Neffen, niemals die Hand vor seine Augen zu tun, sondern immer hinzuschauen: „Sieh niemals weg! Schau immer hin!“

Nur deshalb wird aus dem kleinen Kurt ein weltberühmter Künstler. Künstler erblicken, sehen, schauen, beobachten, bilden ab. Kommen nicht viele Unheile dieser Welt von Menschen, die nicht hinsehen wollen, die wegschauen?  – „Ecce homo“ heißt übersetzt: „Seht, der Mensch!“

In der Krippe und am Kreuz erblicken wir elend, nackt und bloß den Gott, der genau hinschaut auf seine geliebte Schöpfung, sich all seiner Gewalt entäußert und uns alle liebevoll anblickt. Jesus ist das Bild Gottes; das alte Bilderverbot hebt Christus auf, indem er uns das Bild des erlösten Menschen zurückgibt.

Wer Jesus sieht, der sieht den Vater; nach seinem Bild sind wir alle erschaffen. Im Spiegel sehen wir nicht mehr nur einen hinfälligen alternden Zeitgenossen, sondern Gottes geliebtes Kind.

Das wohl schönste Bild für ein geradezu pränatales Angeschautwerden ist die biblische Aussage am Fest der Heimsuchung Mariens, dass „in jenen Tagen sich Maria auf den Weg machte und in eine Stadt im Bergland von Judäa eilte. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib“ (Lukas 1, 39 ff).

Johannes der Täufer schaut vor seiner Geburt das noch nicht zur Welt gekommene Christkind! Was für ein Trostbild mitten in einer krisengeschüttelten Welt.

Einer, der in seinem Leben unfassbar viel Leid schauen musste, war Paul Gerhardt. In Kursachsen hatte Familie Gerhardt unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges, konkret unter Hungersnot, Seuchen und Übergriffen von Soldaten, zu leiden. 1619 starb Paul Gerhardts Vater, 1621 seine Mutter.

In Wittenberg, wo viele Menschen vor den Folgen des Krieges Zuflucht gesucht hatten, wütete im Jahr 1636/37 die Pest; das Kirchenamt – Paul Gerhardts Bleibe in diesen Jahren – musste für die Pest-Toten eigene Sterbebücher anlegen.

Paul Gerhardts nahe gelegene Geburtsstadt wurde am 11. April 1637 von schwedischen Soldaten vollständig zerstört. Am 7. November 1637 rief Gott Gerhardts Bruder Christian zu sich. Am 11. Februar 1655 heiratete Paul Gerhardt Anna Maria Berthold. Im Jahr darauf bekam das Paar eine Tochter, Maria Elisabeth, die bereits ein halbes Jahr später starb; von weiteren vier Kindern verstarben drei (Anna Catharina, Andreas Christian und Andreas) viel zu früh.

Als einziger überlebte Gerhardts Sohn Paul Friedrich seine Eltern. Nach Paul Gerhardts Weigerung, das Toleranzedikt zu unterzeichnen, verfügte der Kurfürst am 4. Februar 1667 die endgültige Entlassung Gerhardts, der fortan ohne Einkommen war. In Lübben schließlich wirkte und lebte er bis zu seinem Tod im 70. Lebensjahr am 27. Mai 1676 in bescheidenen Verhältnissen.

Wieviel Leid mussten Gerhardts Augen schauen?

Alle, die meinen, heute seien „nie dagewesene Schreckenszeiten“ und die ein lautes „Warum?“ gen Himmel schreien, sollten sich dieses Patrons mit wachen Augen von vor 400 Jahren erinnern, dem wahrlich alles schicksalshaft genommen wurde – und der im Angesicht des Leids die Kirchenlieder gedichtet hat, die wir alle kennen.

In ihnen will uns Gerhardt Trostbilder anvertrauen, die heilen und bergen können. In seinem Passionslied „O Haupt voll Blut und Wunden“ finden wir die Worte: „Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und lass mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot.“

Genau dieses Trostbild haben zwei Päpste verkörpert, um inmitten unerträglicher Schreckensbilder ein anderes Bild auf unsere Augen und in unser Herz zu legen:

Papst Franziskus hat am 27. März um 18 Uhr alleine auf dem menschenleeren Petersplatz den eucharistischen Segen „Urbi et orbi“ gespendet – Trost in schwerer Zeit. Dieses Trostbild wird neben dem von Krankheit gezeichneten Papst Johannes Paul am Karmittwoch 2005 und dem vom Wind aufgewehten Evangeliar während des Requiems für Johannes Paul in die Geschichte eingehen:

Der in weiß gekleidete Papst mit der Monstranz zwischen Pestkreuz und Schutzmadonna, wacklig auf den Beinen, segnet die unsichtbar anwesende Weltbevölkerung: Vera Icona! Das wahre Bild des Menschen auch in Coronazeiten hat uns dieser Papst zurückgegeben: Wir sind Gottes geliebte Kinder.

Papst Benedikt hat jüngst seinen todkranken Bruder in Regensburg besucht und uns zum Abschied gesegnet; sein Lächeln, zum letzten Mal in seiner geliebten Heimat zu sein, überstrahlte alle Hiobsbotschaften in unseren gebeutelten Land. Ein Trostbild, das es auf die Titelseiten aller Zeitungen verdient hätte.

Zwei Päpste, zwei Trostbilder – hoffentlich erblicken viele sie so, wie sich Johannes und Jesus vor ihren Geburten angeblickt haben – und so, wie Paul Gerhardt „seinen Tröster Jesus“ je neu erblickt hat und dadurch im Leid nicht Gott infrage gestellt, sondern Gott die Leidfrage in sein Angesicht gestellt hat und beten konnte: „Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.“

 

 

 


Sommerfest in Haus Assen mit klassischer Liturgie und feierlicher Prozession

Von Felizitas Küble

Das Haus Assen ist ein imposantes Wasserschloß in Ostwestfalen (Lippetal), das unter der Trägerschaft des SJM-Ordens (Diener Jesu und Mariens) steht: https://www.haus-assen.de/home.html

Seit Jahren werden dort Exerzitien, Seminare und Tagungen für jung und alt sowie Freizeiten für Familien durchgeführt – in Coronazeiten wurden die Angebote natürlich stark eingeschränkt.

Haus Assen liegt sehr reizvoll und idyllisch am Rande einer Waldlandschaft. Die religiöse Ausrichtung der SJM-Patres ist theologisch konservativ und hält sich treu an die kirchliche Lehre. Gefeiert wird dort eine ehrfurchtsvolle Liturgie, teils im alten, teils im neuen Ritus, aber immer solide und volksnah zugleich.

Das diesjährige Sommerfest am 28. Juni fand „virusbedingt“ in einer abgespeckten Version statt, die sonst übliche Freiluft-Theateraufführung blieb aus, aber die feierliche heilige Messe am Vormittag mit darauffolgender Prozession zog viele Menschen an, darunter vor allem Familien und Jugendliche aus der KPE (Kath. Pfadfinderschaft Europas).

Danach konnten sich die Teilnehmer auf der großflächigen Wiese mit jeweils großem Abstand niederlassen, ihre Decken ausbreiten und ihr mitgebrachtes Essen verspeisen.

Das Sommerfest wird jährlich stets an einem Sonntag Ende Juni oder Anfang Juli veranstaltet, denn das Patrizonium der Schloßkapelle gilt der „Heimsuchung Mariens“, dem kirchlichen Fest vom 2. Juli.

Der entsprechende Abschnitt aus dem Lukas-Evangelium, der vom Besuch Mariens bei ihrer Verwandten Elisabeth berichtet, wurde verlesen und zugleich darüber gepredigt. Pater Roland Schindele – er ist Hausleiter von Schloß Assen  – sprach über die Bedeutung dieser Bibelperikope unter dem Gesichtspunkt des göttlichen Segens für die Menschen.

So wie sich einst Abraham auf Gottes Geheiß hin auf den Weg machte und dadurch zum zukünftigen Segensträger für Israel und die Welt erwählt wurde („in Dir sollen gesegnet werden alle Völker auf Erden“), gilt diese Verheißung für die Mutter unseres HERRN noch stärker, denn sie war sogar Christusträgerin, trug sie doch den göttlichen Erlöser in ihrem Leib, als sie sich auf den beschwerlichen Weg zu Elisabeth und Zacharias machte.

Pater Schindele erläuterte, auf diese Weise sei das Fest Maria Heimsuchung gleichsam ein „Muttertag“ im direkten und im geistlichen Sinne, zumal alle Menschen ihr Dasein vor allem ihrer Mutter verdanken.

Der Geistliche rief die Männer, ob jung oder alt, dazu auf, allen Mädchen und Frauen mit Ehrfurcht und Ritterlichkeit zu begegnen. Die Frauen wiederum sollen Gott dankbar sein für ihre Möglichkeit der Mutterschaft, denn der Allmächtige habe ihnen damit eine heilige Aufgabe anvertraut, etwas ganz Großes.

BILD: Prozession um das Wasserschloß mit Geistlichen, Pfadfindern und Familien

Durch die christliche Ehe und Familie könnten Männer und Frauen zum Segensträger für Kirche und Welt werden. Der heilige Kirchenvater Augustinus von Hippo habe dies auf den Punkt gebracht und gesagt: Gebt mir betende Mütter und ich rette die Welt.

Der Besuch der Gottesmutter bei ihrer Cousine Elisabeth verweise vor allem auf zwei Eigenschaften der Madonna: Ihre Demut und ihre Nächstenliebe. Aus Demut habe sie ihrer betagten Verwandten dienen wollen, aus Nächstenliebe habe sie sich trotz eigener Schwangerschaft „eilends“ auf den Weg über das Gebirge gemacht, alle damit verbundenen Mühen und Beschwerden tatkräftig und ohne jedes Zögern auf sich genommen.

So habe sie ihr Wort „Ich bin die Magd des HERRN“ zur Tat werden  lassen, denn ohne Werke sei der Glaube nur ein „leeres Gerede“.

Nachdem Maria das göttliche Kind in ihrem Mutterleib zu ihren Verwandten bringt, wird Elisabeth – so heißt es im Evangelium  – vom „Heiligen Geist erfüllt“ und preist Maria als die „Gesegnete unter den Frauen“ und als „Mutter meines HERRN“ – und (an)erkennt sie damit als Gottesmutter.

Dies gilt analog – in entsprechender Weise – auch für uns Gläubige: Wir sollen durch unser Apostolat Christus zu den Menschen bringen – und mit IHM auch zugleich den Heiligen Geist und seine Gaben. So werden wir mit Gottes Hilfe zum „Christopherus“, zum Christusträger – und damit auch zu Segensträgern, ja gleichsam zu einer „Monstranz“ für den Ewigen selbst.

Nach der heiligen Messe im überlieferten Ritus wurde eine feierliche Prozession zur Anbetung des Altarsakramentes und zu Ehren der Madonna durchgeführt. Der andächtige Gebetszug um das Wasserschloß und zurück zum Freiluft-Altar begann mit dem eucharistischen Lied: „Das Heil der Welt, Herr Jesus Christ, wahrhaftig hier zugegen ist…“ 

Zum Abschluß sangen die Gläubigen das grandiose „Te Deum“ (Großer Gott, wir loben dich) und das ergreifende Lied „Segne Du, Maria, segne mich, dein Kind….“. Die Sakramentsprozession mit dem Priester und dem Allerheiligsten unter dem „Himmel“, der von vier Männern getragen wurde, wurde als eine eindrucksvolle Ergänzung und Vertiefung der vorherigen Festmesse empfunden.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Der Frevler darf nicht bei Gott verweilen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 5, 5-6.7-8a.8b.9a.9c.

Du bist kein Gott, dem das Unrecht gefällt;
der Frevler darf bei dir nicht verweilen.
Wer sich brüstet, der besteht nicht vor deinen Augen;
denn dein Abscheu trifft alle, die Böses tun.
 

Du lässt die Lügner zugrunde gehen,
Mörder und Betrüger sind dem HERRN ein Gräuel.
Ich aber darf dein Haus betreten
dank deiner großen Güte.
 

Ich werfe mich nieder in Ehrfurcht
vor deinem heiligen Tempel.
Leite mich, HERR, in deiner Gerechtigkeit,
ebne deinen Weg vor meinen Augen!


Synodaler Weg: Es geht um „alles oder nichts“

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Bistumszeitung „Konradsblatt“ Nr. 25 vom 21.6.2020 zitiert unter „Pressestimmen“ die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Dort heißt es:

“Der Synodale Weg‘ …mit seinen Themen Macht, Frauen und Sexualmoral (wird) nun endgültig zur Arena, in der es für die katholische Kirche …um Alles oder Nichts geht“.

Das hat die FAZ richtig beobachtet.

In der Vorbereitung des „Synodalen Prozesses“ wurde bereits deutlich, dass der sexuelle Missbrauch instrumentalisiert wird, um eine „andere Kirche“ zu schaffen. Die Themen, die in keinem ursächlichen Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch stehen, wie mehrfach festgestellt wurde, dienen als Rammböcke, um das katholische Lehrgebäude zum Einsturz zu bringen.

Die Bereitschaft, auch Vorlagen, die im Widerspruch zur Lehre der Kirche stehen, zur Abstimmung zu bringen, beweist diese Intention.

Der Regensburger Bischof Voderholzer hat sich nach der Abstimmung auf der Bischofskonferenz am 25. September 2019  sich klar dazu geäußert. Wer sich darüber näher informieren will, kann das bspw. im Februarheft 2020 der katholischen Monatszeitschrift „Der Fels“ tun.

Voderholzer war in seiner Stellungnahme bereits klar, dass es beim „Synodalen Weg“ für die katholische Kirche um „Alles oder Nichts“ geht.


Verteidigung Deutschlands ohne die NATO?

Von Peter Kiefer

Die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten Trump, Teile der in Deutschland stationierten Truppen abzuziehen, rief bei deutschen Politikern völlig gegensätzliche Reaktionen hervor:

Die einen begrüßten den Entschluss und forderten die USA auf, gleich alle Truppen abzuziehen und die in Deutschland gelagerten Atomwaffen mitzunehmen, die anderen bangen um die Sicherheit Deutschlands, wenn nicht mindestens 35.000 amerikanische Soldaten im Land bleiben.

Friedensbewegte aller Couleur träumen von einer Welt ohne Waffen, die zweifellos schön wäre, leider aber nicht realisierbar ist.

Pazifisten gehen – ebenso wie die Sozialisten – von der Prämisse aus, dass alle Menschen nicht nur gleich, sondern auch gut seien  –  und das ist leider falsch.

Die großen Katastrophen der Vergangenheit, wie auch die heutigen ‚aktiven‘ Kriege (z. B. Jemen) und Bürgerkriege (z. B. Ukraine) zeigen die Realität. Träumen ist nicht verboten, aber politische Entscheidungen sollten möglichst auf Fakten beruhen, aber die sind längst nicht allen präsent.

Deutschland ist in seiner Entscheidungsfreiheit aufgrund vielfältiger vertraglicher Bindungen eh‘ ziemlich eingeschränkt; die Wurzeln liegen mehr als 70 Jahre zurück.

Die Charta der 1945 gegründeten Vereinten Nationen bestätigt Sonderrechte für die Siegermächte des 2. Weltkriegs, die bis heute nicht außer Kraft gesetzt wurden, obwohl mittlerweile alle damaligen ‚Feindstaaten‘ nun selbst Mitglied der UNO sind und die fraglichen Paragraphen offiziell als obsolet gelten.

Präziser und wesentlich jüngeren Datums sind die Einschränkungen im Zwei-plus-vier-Vertrag (1990), der zur Wiedervereinigung Deutschlands geschlossen wurde (z. B. endgültige Festlegung der Grenzen, Beschränkung der Truppenstärke usw.).

Obwohl behauptet wird, dass Deutschland mit diesem Vertrag die volle äußere und innere Souveränität erlangt habe, ist das nicht der Fall, denn ältere Verträge behielten ihre Gültigkeit (z. B. das Truppenstatut).  

Die Bundesrepublik mit heute über 82 Millionen Einwohnern entwickelte sich aus den Trümmern des 2. Weltkriegs zu einem wirtschaftlichen Schwergewicht – zeitweise Export-Weltmeister – und damit wuchs auch die politische Bedeutung, was in den Nachbarländern nicht auf ungeteilte Bewunderung stieß.

Deshalb achteten besonders Frankreich   – der Nachbar im Westen mit einem permanenten Sitz im UN-Sicherheitsrat  –  und auch Großbritannien darauf, dass Deutschland gewissermaßen ‚eingehegt‘ wurde durch Einbindung in internationale Verträge und Institutionen.  

Im Jahr 1955 wurde die BRD, die bis dato unter dem (Atom-)Schutzschirm der US-Amerikaner prosperierte und auf deren Territorium die Westmächte ihre Truppen stationiert hatten, in die NATO aufgenommen und noch im gleichen Jahr die Bundeswehr gegründet.

Weil die Bundesrepublik im Zeitalter des kalten Krieges ein Frontstaat zur gegnerischen Sowjetunion war, wurde die Wiederbewaffnung nicht nur erlaubt, sondern sogar gewünscht. In der sowjetischen Besatzungszone waren damals über 500.000 sowjetische Soldaten stationiert, in den westlichen Besatzungszonen waren Soldaten aus den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Belgien stationiert, deren Stärke im Laufe der Zeit abgebaut wurde.

BILD: Ein Bundeswehrsoldat mit seinem Ränzel auf dem Weg nach Hause

Während noch 2006 über 72.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert waren, sind es heute nur noch 34.500, die Zahl der britischen Soldaten ist im selben Zeitraum von über 20.000 auf 342 gesunken, usw. (Daten siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4ndische_Milit%C3%A4rbasen_in_Deutschland).

Mit dem Aufbau der Bundeswehr konnte die Anzahl der Besatzungstruppen verringert werden, was auch im ökonomischen Interesse der Besatzer-Staaten lag. Als voll-gültiges Mitglied der NATO beteiligte sich die BRD an militärischen Aktionen, die weder im deutschen Interesse waren, noch dem Vertragstext entsprachen, einzig und allein, um gewisse Bündnispartner zufriedenzustellen.

Das Engagement in Afghanistan war noch nie in deutschem Interesse, und der SPD-Star Peter Struck („Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“) ist aus ganz anderen Gründen so oft nach Kabul geflogen!

Genau so wenig ist der Einsatz in Mali in deutschem Interesse; während es in Afghanistan vorwiegend im amerikanischen Interesse war, ist es in Mali vorwiegend im französischen (das Mandat wurde kürzlich verlängert und ausgeweitet, auch mit den Stimmen der angeblichen ‚Pazifisten-Partei‘!).

Was würde Deutschland ohne die NATO machen? Wer oder was könnte die Sicherheit Deutschlands gewährleisten? Gegen die „bösen Russen“? Mit U-Booten, die nicht tauchen können  –  und Hubschraubern, die nicht fliegen können?

Nun, das Verteidigungsministerium war in entsprechend „guten“ Händen – erinnert sei an den Adeligen von der CSU , der die Wehrpflicht abschaffte – und danach zwei in militärischen Dingen äußerst kompetenten Damen von der CDU.

Der langen Rede kurzer Sinn: Es gibt keine Alternative (wie bei der Kanzlerin)!

Zudem hat es seinen Reiz, in einem Pakt, der sich   –   so das Verteidigungsministerum   –  als „Wertegemeinschaft freier demokratischer Staaten“* versteht, mit so „bedeutsamen“ Ländern wie Albanien und Montenegro verbündet zu sein – ganz zu schweigen von so ‚demokratischen‘ Staaten wie der Türkei.


Kardinal Marx bietet einen Rundumschlag statt geistiger Auseinandersetzung

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Reinhard Marx hat am 25. Mai 2020 sein neues Buch vorgestellt. Der Titel heißt „Freiheit“.

Was Marx darin sagt, stellt Britta Schultejans in der Allgemeinen Augsburger Zeitung (AZ) vom 25. Mai vor. Zusammenfassend heißt es:

„Eine neue Theologie, mehr Menschlichkeit, mehr Freiheit, ein neues Zeitalter des Christentums“.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Das hört sich wie die Ankündigung einer neuen politischen Utopie an – recht unkonkret. Schultejans meint an späterer Stelle: „Das klingt zum Teil ungemein progressiv, ganz konkret wird Marx aber nicht“.

Diese Unkonkretheit zieht sich in diesem „Rundumschlag“ (Untertitel) durch den gesamten Text.

„Freiheit“ lässt sich gut instrumentalisieren. Alle Ideologen arbeiten damit, auch, wenn sie diese missbrauchen, nachdem sie die Macht erobert haben.

Wir kennen das vom „kommunistischen Manifest“ des Karl Marx, auf den sich alle Marxisten berufen haben  –  von Lenin, Stalin bis zu Mao Tse-tung und Pol Pot, die ihre Gegner ausgerottet haben.

Die „neue Theologie“ wird in der Besprechung nicht näher ausgeführt. Sie sollte eigentlich zu einem tieferen Verständnis der Botschaft Jesu führen.

Das „neue Zeitalter des Christentums“ wird nicht konkret sichtbar. „Freiheit“ ist schon etwas abgegriffen.

Es könnte trotzdem einen interessanten Aspekt bringen, wenn z.B. dargelegt würde, dass Freiheit für Christen hieße, frei werden von den Fesseln der Sünde, von Furcht und Angst, die Menschen bedrängen.

Marx fordert laut Schultejans-Artikelm, „zur Erneuerung“ gehöre zwingend, moderne Freiheiten als gesellschaftliche Errungenschaften zu betrachten.

Es gehe „nicht an, die Freiheitsgeschichte der modernen Welt als Irrweg zu verdammen oder gar als Bedrohung des Glaubens und der Kirche zu sehen“.

Da auch das nicht konkretisiert wird, wäre zu fragen, ob Marx „gesellschaftliche Errungenschaften“ in assistiertem Suizid, in Abtreibung, in Ehe für Alle, in Genderideologie, in der Selektionsmethode PND, in Leihmutterschaft, in Gleichsetzen aller Formen von Sexualität und im Verbot von Konversionstheorien sieht?

Marx geht, so heißt es in der Buchvorstellung, mit „konservativen Widersachern hart ins Gericht“.  Diese Gegner sieht er wohl bei denen, die z.B. im sogenannten Reformprozess eine andere Meinung als er vertreten.

Denn „er (Marx) galt ohnehin schon als treibende Kraft hinter dem Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland, der ‚Synodaler Weg‘ genannt wird und sich mit der Sexualmoral, dem Zölibat und der Stellung der Frau befassen soll“.

Als „konservative“ Gegner werden in der Buchbeschreibung namentlich Kardinal Woelki, Bischof Voderholzer und Kardinal Müller genannt. Nirgends wird „konservativ“ näher definiert. Das ist diese schlüpfrige, effektheischende Diktion, die einer geistigen Auseinandersetzung aus dem Weg geht.

Reinhard Marx äußert: „Wenn Freisein und Katholischsein nicht zusammengehören können, ist der Weg des Glaubens in die Zukunft versperrt“.

Mit der Forderung nach mehr Freiheit zeigt sich Marx als ein erfahrungsresistenter Analyst. Bekanntlich rühmen sich die Protestanten ihrer größeren Freiheiten gegenüber den Katholiken. Bringt das aber mehr Zukunft?

Die Protestanten verlassen in größerer Zahl als die Katholiken ihre Kirche. Kirchenaustritte sprechen nicht für Zukunft. Marx äußert, der Kirche dürfe „nichts Menschliches fremd sein“. Richtig! Als die Katholiken noch regelmäßig zum Beichten gingen, war der Kirche vermutlich nichts fremd. Heute muss sie die Befindlichkeit von Soziologen, Psychologen und aus der Statistik erfahren. Fortschritt?

Schließlich meint Marx: Eine Kirche, „die sich in einer rein negativen Sicht der Moderne verharrt und sich zurückträumt in eine idealisierte Vergangenheit… ist nicht nur überholt, sondern sogar zu verhindern… dass solche Stimmen zum Teil vermehrt zu hören sind, beunruhigt mich“.

Marx ist dafür bekannt, dass er kräftig austeilt, wenn er Gegenwind spürt. Er hütet sich aber auch hier, Ross und Reiter zu nennen. Das gibt allen Spekulationen Raum, vermeidet aber eine geistige Auseinandersetzung.

Andersdenkende werden mit „Fundamentalismus“ und „autoritäre Restauration“ abgekanzelt. Die Artikelüberschrift in der AZ lautet: „Klare Kante gegen Kirchen-Konservative“. Sie liest sich wie ein letzter Rundumschlag eines angezählten Boxers. Ein „deutliches Signal“ ist es nicht.


Israel arbeitet gemeinsam mit Vereinigten Arabischen Emiraten gegen Coronakrise

​Der Staat Israel und der Staat der Vereinigten Arabischen Emirate haben sich auf eine Zusammenarbeit im Kampf gegen das Coronavirus geeinigt.

Der israelische Premierminister Netanyahu erklärte dazu:

„Die Gesundheitsminister der Vereinigten Arabischen Emirate und der Staat Israel werden eine Kooperation im Kampf gegen das Coronavirus bekanntgeben.

Diese Kooperation wird in der Forschungs- und Technologie-Entwicklung stattfinden, in Bereichen, die die Gesundheitssicherheit der gesamten Region verbessern wird.”

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Unionsfraktion beklagt „monströses Ausmaß“ im Missbrauchsfall Bergisch-Gladbach

Im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach sind die Ermittler nach Angaben des NRW-Justizministeriums auf Spuren von mehr als 30.000 Verdächtigen gestoßen. Dabei gehe es nicht nur um die Verbreitung und den Besitz von Kinderpornografie, sondern auch um schweren Kindesmissbrauch.

Hierzu erklärt der Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei:

„Die neuerlichen Erkenntnisse aus dem Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach mit nunmehr 30.000 unbekannten Tatverdächtigen zeigen monströse Ausmaße, die jede Vorstellungskraft übertreffen.

Einmal mehr wird klar: Wir müssen diesen Sumpf aus sexuellem Kindesmissbrauch und Kinderpornographie ein für alle Mal trockenlegen.

Deshalb ist es gut, dass die Bundesjustizministerin angekündigt hat, noch in dieser Woche ihren Entwurf zum Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch vorzulegen. Wir müssen und werden diesen Entwurf äußerst zügig beraten und verabschieden.

Es muss klar sein: Kein Kinderschänder darf in Deutschland mehr eine ruhige Minute haben. Hier muss der Rechtsstaat seine volle Härte zeigen.“


Das SURE-Projekt der EU unter der Lupe

Von Peter Kiefer

Die Bundesregierung schmeißt zur Zeit mit Geld nur so um sich, allen voran der zum Finanzminister geadelte G20-Hafengeburtstags-Organisator („wumms“). Und die EU macht es genauso, dort wird allerdings nicht nur von Milliarden gesprochen, sondern von Billionen („Green Deal“).

Die Dame an der Spitze der EU-Kommission hat ja in ihrem letzten Job schon gezeigt, dass sie im Geld-Ausgeben talentiert ist. Jetzt ist ein Projekt (Verordnung 672/20) geplant, das außerdem den Vorteil hat, nur 100 Milliarden zu kosten, also längst nicht soviel, wie sie als Bundesverteidigungsministerin für externe Berater ausgegeben hat.

Das Konstrukt ist streng genommen ein weiterer Verstoß gegen ‚eine fundamentale Klausel  der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion‘ (Art. 125), aber, und das hat sie von ihrer Busenfreundin im Bundeskanzleramt gelernt: Verträge sind nur Papier  –  und wie der Volksmund schon sagt: „Der Zweck heiligt die Mittel“!

In einigen Bereichen ist Deutschland ja durchaus innovativ, so z. B. bei der Implementierung des Kurzarbeitergelds, und andere Staaten werden nicht daran gehindert, wirkungsvolle Verfahren zu kopieren, aber das bedeutet nicht auch gleich eine Finanzierung durch Deutschland.

Mit der „VERORDNUNG (EU) 2020/672 DES RATES vom 19. Mai 2020 zur Schaffung eines Europäischen Instruments zur vorübergehenden Unterstützung bei der Minderung von Arbeitslosigkeitsrisiken in einer Notlage (SURE) im Anschluss an den COVID‐19‐Ausbruch“ soll aber genau das festgeschrieben werden.

Das Ziel der jetzigen Bundesregierung ist die sog. ‚Stärkung‘ der Europäischen Union, die während der Corona-Krise eher hilflos operierte.

Weil  aber der Begriff ‚Schulden-Union‘ beim Publikum nicht besonders ankommt, hält man sich an den Rat des charismatischen Vorgängers aus Luxemburg:

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

Die gemeinsame Arbeitslosenversicherung liegt schon in der Schublade, zunächst wird jetzt das gemeinsame Kurzarbeitergeld eingeführt, das hört sich gut an und hat ja in Deutschland durchaus positive Wirkung gezeigt – wenn da eben nicht der Haken wäre!

 


Polizeikritische taz-Autorin sucht Polizeischutz

Wie bereits im CHRISTLICHEN FORUM berichtet, hat die Autorin Hengameh Yaghoobifarah in der linken Tageszeitung „taz“ aus Berlin die Polizei in Deutschland auf die  „Müllhalde“ gewünscht und ihnen faschistische Gesinnung unterstellt.

Scharfe Kritik an dieser Diffamierung bzw. Verunglimpfung kam vor allem von der Deutschen Polizeigewerkschaft unter Rainer Wendt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wollte zunächst Anzeige gegen die Publizistin erstatten, war aber unter Druck der Kanzlerin von seinem Vorhaben abgerückt.

Inzwischen hat die „taz“-Journalistin die Polizei um Hilfe gebeten, denn sie habe nach Veröffentlichung ihres Artikels viele Anfeindungen erhalten, wie das Nachrichtenmagazin FOCUS berichtet. In der taz-Redaktion seien zahlreiche bedrohliche Telefonate und Mails eingegangen