Auf hohem Roß: „Domradio“-Chef verkündet Bannstrahl gegen „Heuchler“-Präsident Trump

Von Felizitas Küble

Wenn Zeitgeister auf einem hohen Roß bzw. Thron sitzen und von dort ihren feurigen Bannstrahl gegen die „Heuchler“ loslassen, sich selbst dabei zugleich als Lordsiegelbewahrer des Evangeliums, des Wahren, Guten und Edlen präsentieren, dann dürfte es sich um eine besonders selbstgefällige Posse handeln. Eben dieser Eindruck entsteht bei einem kürzlichen Rundumschlag des Kölner „Domradio“ gegen den amerikanischen Präsidenten.
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Sachkritik an Trump ist das eine – wer sollte etwas dagegen haben?
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Aber Diffamierung und Hinterhertreten gegen jemanden, der noch dazu gerade sowieso von allen Seiten „verprügelt“ wird, ist das andere – was mit Mut und Zivilcourage nichts zu tun hat, aber viel mit Feigheit und williger Unterwerfung unter den Mainstream.
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So geschehen in einem Leitartikel vom 5. Juni 2020 auf dem kirchlichen „Domradio“ online: https://www.domradio.de/wochenkommentar/kirche-und-politik/2020-06-05/wehe-euch-ihr-heuchler

Unter dem „dramatisch“ gestrickten Titel „Trump als „blinder Führer“ – Wehe Euch, Ihr Heuchler!“ schreibt Online-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen sich seinen Frust über den amerikanischen Präsidenten von der Seele, dabei Mt 23,16 zitierend.

Er wirft Trump vor, die Heilige Schrift zu mißbrauchen, weil er sich „mit der Bibel in der Hand vor der Kirche“ präsentiert habe – noch dazu „vor den Kameras der Welt“, wobei er „stolziert“ sei „wie ein Gockel“ und seinen Glauben „nur billig zur Schau“ trage. –  Schreck laß aber auch nach!

Anscheinend weiß der entrüstete Chefredakteur, der natürlich selber ganz und gar kein „Heuchler“ ist (das sind immer die anderen!), haarklein Bescheid über die Motive und die innere Befindlichkeit des amerikanischen Präsidenten, der gar nicht bemerkt habe, „wie peinlich, ja widerlich sein Posing mit der Bibel in der Hand vor den Kameras der Welt“ sei, denn er „missbraucht die Bibel und den Glauben“ – und zwar „für seinen Wahlkampf“.

Es scheint Herrn Brüggenjürgen entgangen zu sein, daß er genau dies allen US-Präsidenten seit eh und je vorwerfen könnte, denn in den Vereinigten Staaten gehört das „Zur Schau tragen“ von Bibelgläubigkeit und Frömmigkeit zur Tagesordnung – und auch bei Parteitagen (nicht nur der konservativen Republikaner, sondern auch der liberalen Demokraten!) sind Gebete und Bibelsprüche normaler Bestandteils des Programmablaufs.

Natürlich ist dabei so manches tatsächlich „Heuchelei“, verbunden mit dem Wunsch, die nicht wenigen frommen Wähler zu gewinnen.

Allerdings ist Heuchelei  – „gesamtgesellschaftlich“ betrachtet –  durchaus das kleinere Übel zur dreisten Verdorbenheit, denn der „Pharisäer“ erkennt immerhin grundsätzlich die moralische Ordnung an – sonst würde er sie nicht proklamieren und „hochhalten“. Wenn er sich selber nicht daran hält, ist das zwar ärgerlich, aber noch schlimmer wäre es, die Zehn Gebote bzw. die christlich-humanen Werte prinzipiell infrage zu stellen.

Tatsache ist jedenfalls, daß führende evangelikale (evangelisch-konservative) Repräsentanten und Verbände sich positiv über Trumps „Bibel-Auftritt“ geäußert und ihn als christliches Signal in schwerer Zeit gewürdigt haben. 

Am Schluß schreibt der Herr Chefredakteur: „Bleibt nur die Hoffnung, dass vor dem Gericht Gottes die bibelkundigen Wähler ihren Präsidenten abwählen und er dann genügend Zeit hat, die Bibel auch mal von innen zu studieren!“

Erstens weiß man nicht, wie gründlich der Autor selbst die Heilige Schrift „von innen studiert“ hat, zweitens scheint er über das „Gericht Gottes“ (das über Trump ergeht?!) genau Bescheid zu wissen, drittens unterwirft er sich in Wirklichkeit billig dem medienweit üblichen „Draufhauen“ auf Trump, viertens dokumentiert er damit seine diesbezügliche Einseitigkeit, denn mit keinem Wort hat er hier oder anderswo darüber Klage geführt, daß die Demokraten-Politikerin Nancy Pelosi im September letzten Jahres öffentlichkeitswirksam eine Ansprache in der Kathedrale von Washington hielt (siehe Foto):

Dies geschah noch dazu bei der Beerdigung einer bekannten Journalistin namens Cokie Roberts, die sich der Pro-Abtreibungsbewegung verbunden fühlte – genau wie Pelosi selbst, ihres Zeichens Sprecherin des US-Repräsentantenhauses und nach wie vor entschiedene Befürworterin der Abtreibungslegalisierung.

Soviel Heuchelei war selten, Herr Brüggenjürgen!

 


13 Kommentare on “Auf hohem Roß: „Domradio“-Chef verkündet Bannstrahl gegen „Heuchler“-Präsident Trump”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Philosophia Perennis: Startseite

    https://philosophia-perennis.com

    -Philosophia Perennis versteht sich als liberal-konservativer Blog, der durch den katholischen Hintergrund seines Gründers geprägt ist. -Grundlage für unser

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    • Holger Jahndel sagt:

      Ist in der Kirche noch Platz für den Glauben?
      36 Lesermeinungen

      Kardinal Müller wurde daran gehindert, in der Bochumer Kirche St. Elisabeth zu reden. Elisabeth Hartmann-Kulle von Maria 2.0: Kardinal Müllers Meinungen seien menschenverachtend. Ein Gastkommentar von P. Engelbert Recktenwald FSSP [mehr]

      http://www.kath.net/news/69695

      Aktuelles 12 November 2019, 13:00
      Der Große Lügner zerstört aus Neid und Hass auf den Gottessohn
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      Franziskus in Santa Marta: der Teufel sät Hass und zerstört den Menschen, weil Gott Mensch geworden ist wie wir. Wer sagt, der Teufel existiert nicht, widerspricht der klaren Aussage des Evangeliums. Von Armin Schwibach [mehr]

      http://www.kath.net/news/69704

      Franziskus würdigt Benedikt XVI. als „Theologen und Hirten“
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      Lob für seinen Vorgänger bei Verleihung des Ratzinger-Preises an kanadischen Politikwissenschaftler und Philosophen Charles Taylor sowie Theologen Paul Bere (53) aus Burkina Faso
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      http://www.kath.net/news/69684

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      • Holger Jahndel sagt:

        Das Problem war auch, dass die Pharisäser das Gesetz Gottes verdrehten bzw. sich rabulistisch und sophistisch so zurechtdrehten, wie sie es gerade brauchten, ihren egoistischen Interessen gemäß und opportunistisch und um Wucher treiben zu können usw.
        So blieben sie zwar dem Buchstaben nach dem Gesetze treu, aber nicht dem Geiste nach.
        Nicht dem eigentlichen vernünftigen und göttlichen Sinn des Gesetzes nach bzw. dem Logos nach. Die Talmudisten sind die direkten Nachfolger der Pharisäser und Schriftgelehrten. Siehe aber auch die Tatsache, dass es mit den Karäern auch die Thora(h)-treuen Juden gab und gibt. Welche den babylonischen Talmud klar ablehnen. Und auch Überlieferungen der Essener und Sadduzäer bzw. Zaddokiten bewahrt haben usw.

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  2. Arnold Weßling sagt:

    Würde man wenigstens die gesamte Ansprache von Präsident Trump zur Kenntnis nehmen und sich wie er eindeutig gegen Gewalt, Bedrohung, Plünderung und Angriffe auf Leib und Leben aussprechen dann müßte die Stellungnahme anders ausfallen. Mit dem Meinungsstrom zu schwimmen und Urteile zu fällen, ohne alle Gesichtspunkte zu würdigen, ist nur peinlich.

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  3. "GsJC" sagt:

    „Das ist ein guter Rat!“

    Am Schluß schreibt der Herr Chefredakteur: „Bleibt nur die Hoffnung, dass vor dem Gericht Gottes die bibelkundigen Wähler ihren Präsidenten abwählen und er dann genügend Zeit hat, die Bibel auch mal von innen zu studieren!“

    Da macht sich ist ein besonders Frommer am Schreibtisch Sorgen um das Gericht. Würde ich auch, bei Modenschauen und sonstigem Profanspektakel in seiner Kirche.

    Von daher ist ein guter Rat, die Bibel von innen zu studieren und mächtig vor der eigenen Haustür zu kehren.

    MfG

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  4. Willibald Reichert sagt:

    Ideologen nenne ich Faktenschinder. Sie machen sich die Welt, wie sie ihnen gefällt.
    Im Deutschland 2020 sind solche regierungsaffiven Schreiber gemeinnützig und ihr Arbeitgeber zählt zu der Gruppe der Qualitätsmedien. Daß Kardinal Woelki hier nicht einschreitet, zeigt , wie er politisch tickt.

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  5. Holger Jahndel sagt:

    Siehe auch die christliche Psychologin Christa Meves und den INternet-Auftritt von Eva Hermann als Wertkonservativer und auch die Soziologin Gabriele Kuby und Judith Reisman und James DeMeo aus den USA und den Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger mit „Philosophia Perennis“.

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  6. Dieser Herr weiss wohl nicht, dass die Linken in Spanien zuerst die Kirchen stürmten und Priester umbrachten, um nachher ihre Verbündeten, die Anarchisten, umzubringen.

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    • Holger Jahndel sagt:

      Diese sogenannten „Rotfaschisten“ und Kommunisten haben auch in Russland und der Ukraine bzw. Sowjetunion ihre einstigen Verbündeten und Mitstreiter, die Anarchisten, umgebracht, und als totalitäre Bolschewisten und Stalinisten dann etwa im „Holodomor“ den Tod von etwa 5 Millionen Ukrainern und ukrainischen Bauern durch systematisches Verhungern und erfrieren lassen und von etwa 2 Millionen Kasachen und kasachischen Bauern verursacht. Siehe zu diesen totalitären Ideen und Ideologien und Kommunismus und Sozialismus und Maoismus und der KP Chinas und Menschenrechten und Totalitarismus auch die Epoch Times Deutschland Zeitung usw.

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  7. killema sagt:

    Man kann das sehen, wie man will.

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  8. Ja, nu? Der hauptamtliche Apparat der offiziellen Kirchenstruktur in Deutschland (als da wären Ordinariate, Theologische Fakultäten, Verbandsgeschäftsstellen und eben auch kirchliche Medien) ist eben seit langem fest integrierter Bestandteil des politisch-medialen Komplexes. Seine Agitationsthemen sind daher identisch mit denen der Funktionseliten: Pro Gender, pro Open Border, pro „Klimawandel“, Anti-AfD, Anti-Trump etc. Die Beispiele sind Legion und würden mehrere Beiträge füllen.

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  9. Klöckner Gerti sagt:

    Wie heißt es noch? „Der werfe den ersten Stein!…

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