Lernen zuhause: Ist Homeschooling in den USA ein Vorbild auch für Deutschland?

Überraschend wurde Homeschooling durch die Schutzmaßnahmen zur aktuellen Pandemie für alle deutschen Familien und Lehrkräfte zum Thema.

Da regulärer Heimunterricht bisher nicht erlaubt ist, fehlen hier die Erfahrungen und Ressourcen. In den USA erlebt Homeschooling derweil einen enormen Aufschwung: Inzwischen werden rund zwei Millionen Kinder zu Hause unterrichtet – Tendenz steigend.

Mit dem Buch ‚Portrait des amerikanischen Homeschoolings‘ von Margot Heike Melas-Geiger liegt im Verlag für Kultur und Wissenschaft nun eine gründliche Studie vor, die den aktuellen US-Trend und die dahinterstehende Bildungsbewegung aus deutscher Sicht analysiert.

Der Verleger, Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, sagte anlässlich der Veröffentlichung:

„Während unsere bisherigen vier Titel eher ein erziehungswissenschaftliches Pro und Contra für Homeschooling lieferten, veröffentlichen wir diesmal ein sympathisch-kritisches Portrait. Man muss etwas zunächst einmal kennen, bevor man es kritisieren kann.

Es geht dem Verlag dabei nicht darum, Schulen flächendeckend durch Homeschooling zu ersetzen, sondern um ein Ausloten des Innovationsschubes gerade des digitalen Homeschoolings sowie von Alternativen für bestimmte Gruppen von Jugendlichen, die mit der Schule nicht klar kommen.

In den USA bieten Schulen Hilfen und Onlinekurse für Homeschooler an, Kombi-Angebote werden normaler. Deutschland verliert viel an Innovation, wenn es an seinem starren Entweder-Oder festhält.“

Seit 1993 ist Homeschooling in allen 50 US-Bundesstaaten legal und findet auch dank wachsender digitaler Angebote immer mehr Zulauf. Längst ist hier ein Millionengeschäft mit Materialien, Kursen und Komplettpaketen entstanden.

Melas-Geiger gibt einen ausführlichen Überblick zum Forschungsstand: Was sind die Motive der Eltern aus allen Bevölkerungs- und Einkommensschichten, die ihre Kinder zu Hause unterrichten? Welche Methoden und Hilfsmittel nutzen sie? Wie wirkt sich dieses Vorgehen auf das Sozialverhalten und das weitere Leben der Kinder aus?

Im zweiten Teil des Buches stellt die Autorin das Fallbeispiel einer typischen Homeschooling-Familie mit drei Kindern vor, die sie über Jahre begleitet hat – vom Ausstieg aus dem Schulbetrieb bis zum erfolgreichen Studium der ältesten Tochter.

Quelle: https://www.bucer.de/ressource/details/bonner-querschnitte-332020-ausgabe-651.html


4 Kommentare on “Lernen zuhause: Ist Homeschooling in den USA ein Vorbild auch für Deutschland?”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Idea Magazin

    https://www.idea.de/

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  2. Heinrich Blezinger sagt:

    Hier besteht ein Interesse der Verwaltung, Geld zu sparen. Die Mär von der „schwarzen Null“ wird zum „schwarzen Schmarotzerkostenfaktor“ HB

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  3. Bernhard sagt:

    Ich bin der Ansicht, Homeschooling ist nur für die unteren Klassen möglich. Denn die Eltern sind normalerweise gar nicht in der Lage, ihren Kindern in allen Fächern die nötigen Kenntnisse zu vermitteln (Ausnahmen mag es immer geben).

    Wenn – wie im Artikel angedeutet – allerdings Onlinekurse genutzt werden, mag das wieder anders aussehen; das ist dann aber kein Homeschooling mehr, sondern einfach Unterricht, den die Schüler von zu Hause mitverfolgen.

    „Jugendliche, die mit der Schule nicht klarkommen“? Die kommen dann mit Homeschooling wohl noch weniger klar (weil die Autorität der Eltern in der Regel noch weniger akzeptiert wird, als die eines Lehrers). Und wenn sie mit der Schule deswegen nicht klarkommen, weil sie mit ihren Mitschülern nicht zu Rande kommen, dann ist für sie der Hausunterricht natürlich eine bequeme Alternative; sie werden aber nie lernen, mit anderen Gleichaltrigen außerhalb ihrer Familie oder ihres Milieus zurecht zu kommen.
    In vielen Fällen dürfte der Grund für den Hausunterricht aber eher darin liegen, dass die Eltern mit der Schule nicht klarkommen und nicht die Schüler.

    In der Mehrzahl der Fälle dürfte die Entscheidung für Homeschooling darin begründet sein, dass die Eltern gegenüber dem Lehrplan öffentlicher Schulen Vorbehalte haben. Wenn dann aber die Eltern nicht in der Lage sind, die gleichen Inhalte gleich gut zu vermitteln wie die Schule und die Bildung der Schüler darunter leidet, dann ist es meiner Meinung nach keine gute Sache.

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