FOLTER-Opfer in vielen Teilen der Welt, zB. Nordkorea – China – Kuba – Iran – Ägypten

Artikel 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verbietet die Anwendung von Folter. Trotzdem leiden Menschen in vielen Ländern auch heute noch immer unter Folter und unmenschlicher Behandlung.

Ob aus Nordkorea, China, Kuba, dem Iran oder Ägypten – die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erfährt regelmäßig von der Misshandlung von Bürgerrechtlern, die während ihrer Inhaftierung so gedemütigt oder zu Geständnissen gezwungen werden sollen.

Wie die IGFM weiß, sind solche grausamen Vorkommnisse in autoritären Staaten keine Einzelfälle, sondern haben System. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation erinnert anlässlich des Internationalen Tags zur Unterstützung der Folteropfer am 26. Juni an das Schicksal von Betroffenen weltweit und ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, die UN-Anti-Folterkonvention zu respektieren und durchzusetzen.

„Auch wenn der Fokus der Weltöffentlichkeit aktuell auf der Pandemie-Bekämpfung liegt, dürfen Folteropfer weltweit nicht vergessen werden. Denn Folter ist für autoritäre Regime eine Selbstverständlichkeit, dadurch sollen Menschen gebrochen werden. Folter ist aber eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung, die von allen Staaten aufs Härteste bestraft und international geächtet werden muss“, erklärt die IGFM.

Nordkorea – Folter sogar an Kindern

Abgeschottet von der restlichen Welt sind Millionen von Menschen in Nordkorea einer drastischen Unterdrückung durch die Regierung ausgesetzt, welche die Meinungs-, Glaubens-, Bewegungs- sowie Informationsfreiheit aufs Schärfste einschränkt. „Auffällige“ Bürger – darunter auch Kinder – werden verfolgt und unter unmenschlichen Bedingungen in Straflagern oftmals bis zum Tode foltert.

Daher fordert die IGFM schon seit längerem das Ende der Zwangsrückführungen von Flüchtlingen aus Nordkorea durch China. Denn bei einer Rückführung droht den Geflüchteten Gefängnis, Folter oder gar die Todesstrafe. Trotz der desaströsen Situation in Nordkorea werden die Geflüchteten durch chinesische Behörden inhaftiert und erhalten in der Regel keine Möglichkeit auf Asyl. Frauen, die zum Zeitpunkt ihrer Rückführung schwanger sind, werden häufig einer Zwangsabtreibung durch körperliche Gewalt, schwere körperliche Arbeit oder durch Verwendung von Chemikalien unterzogen.

China – Systematische Folter an der Tagesordnung

Der tibetische Mönch und Blogger Gendun Sherab ist am 18. April 2020 im Alter von 50 Jahren an den Folgen der Folter, der er vor drei Jahren während der politischen Gefangenschaft ausgesetzt war, gestorben. Ouyang Qiuping wurde mit 24 Jahren das erste Mal wegen ihrer Mitgliedschaft in der Kirche des Allmächtigen Gottes verhaftet und auf Anweisung der Regierung von Polizeibeamten misshandelt – ihr wurde eiskaltes Wasser über den Kopf geschüttet, sie wurde gefesselt, angekettet und drohte beinahe zu ersticken. Zwei Beispiele, die zeigen, dass in China schwerste Menschenrechtsverletzungen wie systematische Folter immer noch an der Tagesordnung sind.

Obwohl offiziell verboten, wird Folter von chinesischen Behörden besonders gegenüber Bürgerrechtlern, Gewerkschaftern, Aktivisten der Demokratiebewegung, Angehörigen christlicher Kirchen und Vertretern von ethnischen Minderheiten, wie Tibetern und Uiguren, angewandt. So sind eine Million Uiguren in Umerziehungslagern permanent physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt.

Kuba – Folterhölle statt Urlaubsparadies

Eingefallene Wangen, der ganze Körper abgemagert, der Kopf kahl geschoren – sein Körper zeigte deutlich die Torturen, die er hinter sich hatte. José Daniel Ferrer, Kubas bekanntester politischer Gefangener war am 3. April 2020 aus der Haft entlassen, aber zu viereinhalb Jahren Hausarrest verurteilt worden. Der Gründer und Präsident der kubanischen Oppositionsbewegung UNPACU befand sich seit 1. Oktober 2019 in Haft. Er wurde in seiner Zelle angekettet und misshandelt. Besonders in den ersten drei Monaten seiner Haft wurde er oft geschlagen und gefoltert sowie ständig erniedrigt, wie die IGFM erfahren hatte. Durch einen Hungerstreik machte Ferrer auf die katastrophalen Haftbedingungen aufmerksam.

Denn Kubas Regime verfolgt, unterdrückt und inhaftiert Bürgerrechtler seit Jahrzehnten und schüchtert jeden ein, der sich für demokratische Veränderungen auf der Insel einsetzt. Die Inhaftierten werden von der Staatssicherheit oder der Polizei fast immer misshandelt. Das „Urlaubsparadies“ Kuba sei für Bürgerrechtler in Wahrheit eine Folterhölle, so die IGFM.

Iran – Frauenrechtlerinnen besonders im Fokus

Angehöriger ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierung ausgesetzt. Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen, Verurteilungen ohne faire Gerichtsprozesse sowie zu Misshandlungen und Hinrichtungen von Andersdenkenden. Mit drakonische Strafen und Folter versucht das iranische Regime seit langem, Bürgerrechtler einzuschüchtern.  Besonders auch Frauen und Mütter, die sich für Gleichberechtigung in ihrer Heimat einsetzen, sind dem iranischen Regime ein Dorn im Auge.

So wurde zum Beispiel die Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh aufgrund ihres Einsatzes für Frauen und gegen den Kopftuchzwang zu 33 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt. Die Journalistin Narges Mohammadi, die Vizepräsidentin und Sprecherin des Zentrums für Menschenrechtsverteidiger, sitzt derzeit eine 16-jährige Haftstrafe ab und wurde jüngst vom Gefängnisdirektor so stark verprügelt, dass sie Verletzungen an Händen und Kopf davontrug.

Ägypten – Koptische Christen zunehmend in Gefahr

Unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi ist die Menschenrechtssituation in Ägypten auch aufgrund des zunehmenden islamischen Fundamentalismus verheerend. Besonders Kopten, Nubier, Frauen und Journalisten werden zunehmend diskriminiert, verfolgt, gefoltert und inhaftiert.

Das fundamentale Menschenrecht der Religionsfreiheit wird in Ägypten durch die Scharia stark eingeschränkt, denn diese gilt als Basis der Gesetzgebung. Obwohl Artikel 64 der Verfassung Glaubensfreiheit garantiert, sind Konvertiten – die sich zum Christentum bekennen – nicht von der Verfassung geschützt. Besonders betroffen sind die koptischen Christen, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung stellen.

Weitere Infos unter www.igfm.de.


Texte von SELK-Theologen jetzt frei zugänglich

Pressemeldung dere SELK (Selbständig evang.-luth. Kirche):

Im 21. Jahrhundert wird die Online-Zugänglichkeit von wissenschaftlicher Literatur zu einem wesentlichen Faktor.

Um diese zu steigern, hat der Fachinformationsdienst Theologie der  Universitätsbibliothek Tübingen, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, vor zwei Jahren ein Projekt gestartet, in dem Wissenschaftlern angeboten wird, bereits publizierte Texte im Rahmen der vom deutschen Urheberrechtsgesetz gegebenen Möglichkeiten als Zweitveröffentlichungen zu digitalisieren und über die Seite des Index Theologicus (https://ixtheo.de/) recherchierbar und zugänglich zu machen.

Auch Professoren der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) machen von dieser Möglichkeit Gebrauch, sodass bereits jetzt knapp 150 Aufsätze und Rezensionen der Oberurseler Dozenten recherchierbar sind – Tendenz steigend.

Alle in diesem Projekt digitalisierten und bereitgestellten, aber auch darüber hinaus im Open Access zugänglichen theologischen Texte sind unter folgendem Link recherchierbar: https://ixtheo.de/Search/Results?type=AllFields&filter%5B%5D=is_open_access%3A%22open-access%22 


Abschaffung des EU-Sonderbeauftragten für Religionsfreiheit ist ein fatales Signal

Scharfe Kritik am offiziellen Aus für das Amt des EU-Sonderbeauftragten für Religionsfreiheit außerhalb der Europäischen Union übt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Die Entscheidung der EU-Kommission erfolge „zu einer Zeit, in der es in vielen Staaten weltweit lebensgefährlich ist, seine Religion auszuüben, die Religion zu wechseln oder gar keiner Religion anzugehören. Das Signal, das von einer Beendung dieses Auftrags nach bereits vier Jahren ausgeht, ist fatal“, erklärt Edgar Lamm, Vorsitzender der IGFM.

Das Amt war im Mai 2016 geschaffen worden, nachdem das Europäische Parlament rund drei Monate zuvor die Errichtung mittels einer Resolution eingefordert hatte. Der frühere slowakische Minister und ehemalige EU-Kommissar Ján Figel bekleidete die Position seither. Europa hat selbst einen langen blutigen Weg hinter sich gebracht, bis es auf dem Kontinent zu einem umfassenden Schutz dieses Rechts gekommen ist.

Menschenrechtsverletzungen nehmen derzeit massiv zu, insbesondere die Missachtung der Religionsfreiheit, beobachtet die IGFM. Bei der Verteilung von Hilfen in der Pandemiekrise werden Minderheiten gravierend benachteiligt. Diktaturen missbrauchen die Bestimmungen zur Eindämmung der Seuche, um Opposition, darunter Verteidiger der Religionsfreiheit, zum Schweigen zu bringen.

„Bei der Ausreise der wegen Blasphemie zunächst verurteilten und später freigesprochenen Christin Asia Bibi aus Pakistan spielte der Sonderbeauftragte eine entscheidende Rolle. Angesichts eng begrenzter Mittel habe er beachtliche Aktivitäten entwickelt. Figel hätte vielmehr noch Verstärkung und eine Aufstockung seiner Mittel benötigt,“ sagt Lamm.


Seehofer vor Merkel eingeknickt: Stuhlkreis statt Anzeige gegen die linke „taz“

In einer Pressemitteilung erklärt Bundesinnenminister Horst Seehofer, dass er sich zwar gegen die Kolumne der taz, in der Polizisten übel verächtlich gemacht wurden, wende, eine Anzeige stelle er aber – entgegen seiner ersten Ankündigung –  nicht.

Der stellv. Bundessprecher der AfD, Stephan Brandner, zeigt sich wenig überrascht davon, dass Seehofer lieber eine Diskussion mit der taz anstrebe und auf eine Anzeige verzichte:

„Ein Bundesinnenminister, der auf Stuhlkreise, statt auf eine funktionierende Justiz setzt, macht sich und sein Ministerium gleichermaßen lächerlich.

Offenbar hat Bundeskanzlerin Merkel ihren Innenminister wieder mal zurückgepfiffen, um sich nicht bei der linken Szene in Ungnade zu bringen.

Der randalierende Mob wird sich durch dieses Vorgehen ein weiteres Mal bestätigt fühlen.

Für die Polizisten in Deutschland, die jeden Tag ihr Leben und ihre Gesundheit für unser Land aufs Spiel setzen, ist die Reaktion des Bundesinnenministers ein Schlag ins Gesicht. Ihnen nutzen keine Lippenbekenntnisse, keine Gesprächsrunden und auch keine öffentlichen Bekundungen, sondern nur ein klares und entschiedenes Vorgehen von ganz oben bis ganz unten.

Und schließlich darf und kann es nicht sein, dass man ganz schnell einen persönlichen Termin beim Bundesinnenminister bekommt, wenn man nur primitiv genug die Polizei beschimpft.“


Die Foyers de Charité distanzieren sich von Marthe Robins Seelenführer George Finet

Von Felizitas Küble

Mehrfach haben wir in den letzten Jahren kritisch über die französische „Seherin“ Marthe Robin berichtet, die angeblich stigmatisiert war und viele zukünftige Ereignisse vorausgesehen haben will: https://charismatismus.wordpress.com/2019/03/07/die-st-johannes-gemeinschaft-ist-mit-sexaffaeren-ihres-gruendervaters-belastet/

Umso mehr darf man sich wundern, daß die katholische Visionärin in eigener Sache derart blind war, denn sie inspirierte Anfang der 70er Jahre mehrfach zur Gründung charismatischer Gemeinschaften, deren auffälliges gemeinsames Merkmal darin besteht, daß es dort seitens der geistlichen Leitung besonders häufig zu sexuellen Übergriffen kam – und zwar teils auch an Kindern und Jugendlichen.

Diese Problematik betrifft z.B. die schwarmgeistige „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ wie auch die eher mystisch-spirituell geprägte „St.-Johannes-Gemeinschaft“ bzw. die „Brüder vom Hl. Johannes“, beides französische Gründungen mit Zweigstellen auch in deutschsprachigen Ländern und teils weltweiten Niederlassungen.

Nun ist inzwischen sogar der GAU eingetreten bzw. noch Schlimmeres enthüllt worden, denn diesmal geht es nicht nur um Vereinigungen, die von der Seherin inspiriert und gefördert wurden, sondern um die von ihr selber gegründete Gemeinschaft der Foyers de Charité  – also jener „Häuser der Nächstenliebe“, in denen bis heute in weltweit 78 Niederlassungen vor allem Exerzitien und Seminare stattfinden, so daß der breitgefächerte Teilnehmerkreis weit über die eigenen unmittelbaren Anhänger hinausgeht.

BILD: Französische Biographie über Marthe Robin

Bereits im Vorjahr gab es dutzende Vorwürfe gegen den 1990 verstorbenen Pater George Finet, jahrzehntelanger Seelenführer von Marthe Robin und eine Art „Schutzpatron“ und vielverehrtes Idol der internationalen Foyers de Charité.

Daraufhin setzte die von Marthe Robin gegründete Gemeinschaft eine unabhängige Untersuchungskommission ein, die den Sachverhalt inzwischen bestätigte. Anfang Mai 2020 distanzierte sich die Leitung der Foyers von Pater Finet, der jahrzehntelang geistlicher Führer dieser Laienvereinigung war.

In einer Pressemitteilung heißt es, man stehe „unter Schock“, denn es seien 26 sexuelle Übergriffsopfer identifiziert worden und man verurteile ohne Wenn und Aber die Handlungen des Geistlichen, „die ernsthaft gegen das Gesetz und den Respekt vor den Menschen verstoßen“ hätten.

Wenn es nur „das“ wäre:

Die meisten dieser verbalen bzw. oft auch körperlichen sexuellen Belästigungen  – wenngleich keine Vergewaltigungen –  des vielverehrten Paters, zu dessen Beerdigung fünftausend Personen gekommen waren, geschahen der hauseigenen Stellungnahme zufolge ausgerechnet während des Sakraments der Beichte – und zudem meist bei kindlichen Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren, die meist zu den Niederlassungen der Gemeinschaft gehörten.

Damit hatte der Pater sowohl geistlichen wie auch sexuellen Missbrauch begangen, da er zusätzlich seine priesterliche Autorität missbrauchte.

In solchen Fällen stellt sich immer die Frage: Wie konnte es soweit kommen?!

Wie war bis zu Tod des angesehenen Paters dieser jahrzehntelange Missbrauch möglich, ohne daß jemand etwas bemerkt haben wollte?

Die Antwort ist meist relativ einfach und fast immer dieselbe:

1. Solche Gründerfiguren scheinen über eine besondere „Aura“, ein spezielles Charisma zu verfügen, das nicht infrage gestellt wird, ist es doch der Ast, auf dem das neue Werk sitzt.

2. Wenn es sich um eine charismatische und/oder erscheinungsbewegte Gemeinschaft handelt, ist die Gefahr noch größer, denn die Leitungsperson scheint dem Allmächtigen gleichsam auf dem Schoß zu sitzen, erhält Inspirationen direkt „von oben“ und verfügt über besondere Geistesgaben und „Charismen“ etc.-  Es handelt sich quasi um einen „Propheten“, den man selbstverständlich in seinem Ansehen nicht „antasten“ darf….

3. In diesem Falle war der Geistliche auch noch jahrzehntelanger Vertrauter und Seelenführer der „stigmatisierten“ und visionär erfahrenen Marthe Robin, um die sich seit langem ein besonderer Kult etabliert hat – und zwar keineswegs auf Frankreich beschränkt. Vor allem marianische Kreise fühlen sich zu ihr hingezogen, denn Marthe erhielt  – eigenen Angaben zufolge  –  zahlreiche Botschaften der himmlischen Jungfrau Maria und sie propagierte die „Marienweihe“ nach Ludwig von Montfort.

Somit liegt es auf der Hand, wo der Hund bzw. Autoritätsmissbrauch begraben liegt: in dem verstiegenen Anspruch des Leiters samt seiner Gemeinschaft, unter einem ganz besonderen Segen Gottes zu stehen, sozusagen ein direktes Werk des Allmächtigen zu sein. 

Speziell problematisch ist ohnehin vielfach die Konstellation eines „Teamworks“ zwischen einer „Begnadeten“ und ihrem Beichtvater. Es wird zwar gerne gesagt, eine Seherin benötige doch einen dauerhaften Seelenführer, damit ihre Visionen gewissermaßen unter eine kirchliche Kontrolle kämen, was an sich zu wünschen ist, damit die Sache nicht völlig phantasievoll ausufert.

Aber wenn der Herr Beichtvater wie so häufig in diesen Fällen unkritisch ist  – sei es, weil er sich geschmeichelt fühlt, Seelenführer einer „Begnadeten“ zu sein, sei es, weil er einer gefährlichen religiösen Neugier hinsichtlich besonderer „Offenbarungen erliegt – dann handelt es sich  nicht um ein kirchliches Grenzensetzen, sondern um das glatte Gegenteil: Der Beichtvater und die Seherin bestätigen sich ständig gegenseitig – und das von ihnen gegründete Werk befindet sich voll in diesem Banne. 

Auf dem erscheinungsbewegten und charismatisch geprägten Portal „Kathpedia“ (einer Nebenabteilungn von „kath.net“) heißt es denn auch wohlwollend:

„Der Grundstein für die Entstehung der Foyers de Charité wurde in Frankreich beim ersten Treffen zwischen Marthe Robin und Père George Fines am 10. Februar 1936 in Châteauneuf de Galaure gelegt. Die Gründung der Foyers de Charité basierte auf einer Intuition, einer göttlichen Inspiration, welche Marthe Robin an Père Finet mitteilte. Sie kündigte Père Finet ein „neues Pfingsten der Liebe” an, bei dem so genannte „Foyers de Lumière, de Charité et d’Amour” einen wichtigen Beitrag leisten sollten.“        (Quelle http://www.kathpedia.com/index.php?title=Foyers_de_Charit%C3%A9)

Natürlich findet sich in diesem Kathpedia-Beitrag bis heute kein kritisches Wort über den seit über einem Monat bekannten Super-GAU in puncto Pater Finet.

Der weltweite Generalsekretär der Foyers, Thierry Coustenoble, erklärte hingegen inzwischen sehr nüchtern:  „Pater Finets Aura und unsere Verehrung haben zweifellos unseren kritischen Geist gegenüber ihm gemindert.“

Dieser Personenkult um charismatische Gründerfiguren hat sich einmal mehr als verhängnisvoll erwiesen, denn selbstverständlich begünstigt eine solche Schwärmerei das Doppelleben von Tätern im geistlichen Gewand.

Die Foyers haben inzwischen eine theologische Kommission eingerichtet, die des Paters Lehren im Lichte dieser „Geschehnisse“ untersuchen soll.

Dies ist besonders nötig, denn es genügt keineswegs, die Vorgänge allein als persönliches Versagen einer leitenden Person zu betrachten – vielmehr gehört auch dessen „Spiritualität“ unter die Lupe, seine theologische Linie und seine besonderen religiösen Vorlieben etc.