Eine „Entweltlichung“ unserer Kirche begünstigt die Erneuerung des Glaubens

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der seit Jahrzehnten andauernde, beklagenswerte Zustand der deutschen Ortskirche hat nicht seine Ursache in zu wenig Geld, sondern dass sie zu viel davon hatte.

Die „Entweltlichung“, die Benedikt XVI. in Freiburg mit dem Wort angemahnt hatte: Eine „von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden“ fand nicht statt.

Jetzt geschieht, was Benedikt in Freiburg auch gesagt hat, dass „die Geschichte der Kirche durch Epochen der Säkularisierung zu Hilfe kam, die zu ihrer Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen haben“.

Ein bekannter Kirchenhistoriker hat einmal geäußert: Die Säkularisierung musste kommen, weil die Bischöfe in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mehr Reichsfürsten als loyale Mitarbeiter des Papstes waren.

Wie immer bei „Entweltlichung“ mussten in der Säkularisation auch gute Bischöfe und vitale katholische Klöster die Folgen mittragen, weil ungetreue Verwalter von sich aus nicht bereit waren, die Verhältnisse in Ordnung zu bringen.

Ein jüngeres Beispiel für vertane Entweltlichung ist der Weltbild-Verlag, der einmal im Eigentum und in der Verantwortung deutscher Bistümer stand. Der Weltbildverlag hat einen Teil seines Umsatzes mit Pornographie und Satanismus erwirtschaftet. Die verantwortlichen Bischöfe wurden durch umfangreiche Dokumentationen auf den Übelstand hingewiesen. Geändert wurde nichts, bis der finanzielle Crash das Problem löste.

Der massive Kirchensteuereinbruch wird überfällige Reformen erzwingen. Was soll mit dem weniger Geld geschehen?

Guido Horst (Vatikanmagazin, 6-7/2020, S.3) zitiert den Pastoraltheologen Dr. Andreas Wollbold. Dieser sprach sich dafür aus, „lebendige Zentren der Kirche zu stärken“. Einzelne glaubensstarke Gemeinschaften sollten in „schöpferischer Destruktion“ mit der verbleibenden Kirchensteuer gefördert werden.

Horst meint, „die Bischöfe sollten sich ein Herz fassen und in die Hot-Spots des Glaubens investieren. Der „Synodale Weg“, der nur in einer großen Frustration enden kann, ist das mit Sicherheit nicht. Nur: die große Mehrheit der Bischöfe steht hinter diesem „Synodalen Weg“. Der Versuch von Woelki und Voderholzer, ihn zu einem Hot-Spot umzuwandeln, wurde auf der Versammlung der Bischöfe am 15. September 2019 abgeschmettert. Voderholzer gab damals zu Protokoll „dass es zumindest eine Minderheit von Bischöfen gibt, die von der Sorge erfüllt ist, dass die wahren Probleme nicht angegangen werden“.

Horst meint, „die überwiegende Mehrzahl der Priester wäre bereit, mit missionarischem Geist einen Aufbruch in die Neuevangelisierung mitzutragen“. Auch viele Laien stünden bereit, die Geistlichen dabei zu unterstützen. Beides ist nicht so sicher. Aber die Reformer in der Kirche waren nie eine große Zahl. Es waren meist Einzelpersonen, die die ersten Schritte vielfach allein, aber mit dem Heiligen Geist gegangen sind. Der Startschuss muss kein lauter Knall sein.

Der Anfang einer Neuevangelisierung könnte nach Bischof Voderholzer (siehe Foto) auch so aussehen, dass reformwillige Gläubige die Möglichkeiten eines kirchlich gelebten Glaubens kennenlernen. Der Regensburger Oberhirte meint, die Katholiken sollten die Auskunftsfähigkeit über den Glauben stärken, sprachfähig und sprachwillig werden nach dem Wort „Seid bereit, jedem Rede und Antwort zu geben über den Grund eurer Hoffnung“ (vgl. 1 Petrus 3 15).

Ein weiterer Schritt wäre die Selbstvergewisserung im Glauben:

  • Wo zeigt sich der Glaube in meinem Leben?
  • Was würde mir ohne Gott und Kirche fehlen?
  • Warum ist mir die heilige Messe am Sonntag wichtig?
  • Wer hat mich eigentlich zum Glauben geführt?
  • Wer hat mir Christus nahe gebracht?
  • Welches Glaubenszeugnis hat mich so beeindruckt, dass ich ohne es nicht sein möchte?

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS

 


29 Kommentare on “Eine „Entweltlichung“ unserer Kirche begünstigt die Erneuerung des Glaubens”

  1. Es gibt keine Opposition
    vor 9 Stunden in Kommentar, 19 Lesermeinungen

    Auf dem synodalen Weg gibt es keine Opposition. Wer nicht mit den Reformforderungen heult, darf gar nicht mitspielen. Die Laienfunktionäre lassen nur ihre eigenen Funktionäre zu – Der Montagskick von Peter Winnemöller

    https://www.kath.net/news/72741

    Evangelische Allianz kritisiert Vorschlag, „Kinderrechte“ ins Grundgesetz aufzunehmen
    vor 11 Stunden in Deutschland, 2 Lesermeinungen

    „Kinder, auch Ungeborene, sind verfassungsrechtlich bereit jetzt (mit Ausnahme des Wahlrechts) umfänglich Grundrechtsträger“ – Allianz warnt: Vorschlag habe „nach Einschätzung von Verfassungsrechtlern ‚das Zeug zum Trojanischen Pferd‘

    https://www.kath.net/news/72751

    „Woelkis wirklich wichtige Wahrheiten wecken auf“
    vor 9 Stunden in Kommentar, 27 Lesermeinungen

    „Die Kirche habe sich nicht zurückgezogen, sie habe die Menschen nicht allein gelassen, so Bischof Bätzing wie ein trotziger Schuljunge. Ja, wo lebt der Mann denn!“ – kath.net-Kommentar von Peter Hahne

    https://www.kath.net/news/72742

    https://www.kath.net

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Pressefreiheit und Mediengleichschaltung
    Aus einer Festrede von John Swinton, dem Doyen der amerikanischen Presse und einstigen Redaktionsleiter der „New York Times“:

    Pressefreiheit + Mediengleichschaltung – © Ziolkowski“Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es und ich weiß es. Es gibt niemanden unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn er es tut, weiß er im Voraus, dass sie nicht im Druck erscheint. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin.
    Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde sofort auf der Straße und müsste sich nach einem neuen Job umsehen. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen.
    Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“
    Swinton’s Statement vor dem vornehmen New Yorker Presseclub wurde nicht nach dem 11.9.2001 abgegeben, es stammt aus dem Jahr 1880 – doch aktueller als heute war es wohl nie.

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  3. Holger Jahndel sagt:

    Das Volk der Ideologen
    Das Volk der Dichter und Denker, so hat man die Deutschen einst bezeichnet. Wie man sie heute mit dem gleichen Recht bezeichnen muß, darüber mag man gar nicht nachdenken. Wie ist es nur zu diesem abgrundtiefen Sturz aus so steiler Höhe gekommen? Ein wenig hat diese Höhe selbst zu diesem beispiellosen Niedergang beigetragen. Genauer gesagt: […] mehr »

    https://jungefreiheit.de/kolumne/2011/das-volk-der-ideologe

    Die Kirche und das Naturrecht

    https://philosophia-perennis.com/2017/08/02/der-heilige-stuhl-der-islam-und-die-un-menschenrechtscharta/

    Der Theologe und Journalist und Philosoph David Berge mit seinem Weblog „Philosophia Perennis“

    https://philosophia-perennis.com/

    Warum es in der neuen Völkerwanderung die Ideen der „Philosophia Perennis“ braucht

    https://philosophia-perennis.com/2017/11/12/philosophia-perennis/

    Prof. Alfred Maurice de Zayas – die EU interessiert sich nur für Macht und Geld

    https://philosophia-perennis.com/2018/10/28/prof-alfred-maurice-de-zayas-die-eu-interessiert-sich-nur-fuer-macht-und-geld/

    Konservativer Kämpfer für Meinungsfreihiet und Katholizismus Robert Spaemann ist tot

    https://philosophia-perennis.com/2018/12/11/konservativer-kaempfer-fuer-meinungsfreiheit-und-katholizismus-robert-spaemann-ist-tot/

    Kardinäle warnen vor NWO: Es gibt Mächte, die Corona für den Griff nach der Weltherrschaft mißbrauchen

    https://philosophia-perennis.com/2020/05/08/kardinaele-warnen-vor-nwo-es-gibt-maechte-die-corona-fuer-den-griff-nach-der-weltherrschaft-missbrauchen/

    https://philosophia-perennis.com/

    Die Gleichschaltung der katholischen Kirche

    https://philosophia-perennis.com/2020/07/09/30-prozent-der-deutschen-katholiken-erwaegen-kirchenaustritt/

    https://philosophia-perennis.com/

    NLP in den Medien – Angriffsziel Schule und Kirche

    https://www.zeit-fragen.ch/archiv/2012/nr25-vom-1162012/moechten-sie-zu-schule-und-bildung-eine-kleine-neurolinguistische-seelenmassage.html

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  4. Holger Jahndel sagt:

    Zeugen der Wahrheit“-Forum für katholische Traditionalisten, siehe auch Gloria.TV

    kath-zdw.ch

    http://www.kath-zdw.ch

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    • Anonymous sagt:

      Das ist ja katholische Esoterik in Reinform.

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      • Holger Jahndel sagt:

        GfA-Studie des Monats: Zufall, Synchronizität und Psi
        Andreas Müller17/05/2020
        Lesezeit: ca. < 1 Minute
        Symbolbild.
        Symbolbild.

        In Kooperation mit der Gesellschaft für Anomalistik e.V (GfA) stellt Grenzwissenschaft-Aktuell.de deren Rubrik “Studie des Monats” vor. In diesem Monat geht es um eine Studie zum Thema „Zufall, Synchronizität und Psi“.

        https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/gfa-studie-des-monats-zufall-synchronizitaet-und-psi20200517/

        https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/

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      • Holger Jahndel sagt:

        Ich möchte sie hiermit u.a. auch auf den Barnabas-Brief hinweisen, der im Urchristentum durchaus noch als apostolische Schrift vielfach zum biblischen Kanon gezählt wurde, dann aber in der katholischen Westkirche verloren ging.
        Er zitiert in der Tat auch aus 4. Esra als Bestandteil der Septuaginta-Bibel und der jüdisch-alexandrinischen ägyptisch-hellenistischen „Weisheitsliteratur“ (welche noch heute etwa zum breiteren und engeren Bibel-Kanon der Kopten-Äthiopiens gehört, wie auch das äthiopische Henoch-Buch der koptisch-äthiopischen Tewahedo-Kirche und das Jubiläen-Buch) und eben aus dem äthiopischen Buch-Henoch.
        Speziell zum Propheten Daniel als „Rab-Mag“ mit dem Amt des Obersten bzw. Vorstehers der sterndeutenden Magier-Priester bzw. „Magoi“ in der „Weisheitsliteratur“ des Alten Testamentes der Bibel verweise ich auf folgende unten stehende Links. Die „Magoi aus dem Osten“ im Neuen Testament der Bibel kannten und bestätigten diese Prophezeiung des Propheten Daniel vom Kommen des „Menschensohnes“ (ein spiritueller Hoheitstitel), welchen Titel auch Jesus Christus selbst noch im Neuen Testament der Bibel auf sich selbst anwandte, er zitierte auch persönlich direkt speziell aus der „Weisheitsliteratur“ der Bibel usw.

        Der Barnabas-Brief – bereits im Codex Sinaiticus als einer Bibel-Handschrift aus dem 4. Jahrhundert erhalten

        https://de.wikipedia.org/wiki/Barnabasbrief

        Er zitiert auch aus dem Henoch-Buch und dem 4. Buch Esra. In dem auch der Name des 4. Erzengels Uriel erhalten ist. Und das stets zur kompletten ursprünglichen Septuaginta-Bibel gerechtnet wurde.

        https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/weisheit-at/ch/a1e1bd748bb6b5326fcf7c72780593a4/

        https://www.bibelwissenschaft.de/de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/magie-at/ch/a4681cedb02cea4377e1d027bcc4e834/

        https://www.bibelwissenschaft.de/de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/daniel-danielbuch/ch/65395f4e6a1b318544bfe8404cada62e/

        Ich persönlich würde hinsichtlich des Status und der Stellung und des Ranges der sogenannten apokryphen Schriften der „Weisheitsliteratur“ in DIESER Hinsicht speziell dem Heiligen Augustinus folgen:
        https://katholizismus-in-der-heiligen-schtrift.page4.com/193/diskussion-ueber-die-von-den-protestanten-sog-apokryphen/

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      • Holger Jahndel sagt:

        1) Der Apostel Paulus zitiert im Neuen Testament der Bibel die beiden stoischen Philosophen und Dichter Aratos (zum höchsten Gott) und Kleanthes (zum göttlichen Logos, bei ihm die „Weltseele“ und „Weltvernunft“) aus ihren damals weithin bekannten und berühmten Werken als Stoikern der Philosophenschule der Stoa mit ihrer Lehre vom Logos als universellem harmonischen göttlichen Weltgesetz und allgemeiner natürlicher vernünftiger gesunder göttlicher Schöpfungs-Ordnung des Kosmos. Siehe auch Elias Erdmanns freie Online-Texte zur mystischen biblischen und hermetischen Symbolik und auch seinen Aufsatz zu Philo(n) von Alexandrien und seinen Aufsatz zur 4 bzw. 5 Elemente-Lehre von den Elemente-Prinzipien als „Principiis“ und den jüdischen Religions-Wissenschaftler Gershom Scholem zur jüdischen Merkaba- und Thronwagen-Mystik in den Propheten-Visionen des Alten Testamentes der Bibel und in leicht veränderter Form auch in der Johannes-Offenbarung bzw. Johannes-Apokalypse im Neuen Testament der Bibel und zur Henoch-Literatur nach dem Propheten Henoch und zur Baruch-Literatur nach dem Propheten Baruch und zur Hekhaloth-Literatur usw.

        2) Der Apostel Paulus zitiert im Neuen Testament der Bibel auch den jüdischen Theologen und Merkaba-Mystiker und hermetischen Philosophen bzw. Hermetiker Philo(n) von Alexandrien bzw. bezieht sich auf diesen. Wie auch der Barnabas-Brief, welcher wie auch der Hirtenbrief des Hermas noch im „Codex Sinaiticus“ enthalten war. Siehe dazu auch Justin den Märtyrer als Kirchenlehrer und Kirchenvater mit seiner Logos-Theologie und auch den Heiligen Irenaeus von Lyon, der diese von ihm übernahm und weiterentwickelte. Und auch noch den 1. Clemensbrief und den Hirtenbrief des Hermas zum Bibel-Kanon des Neuen Testamentes zählte. Die russisch-orthodoxe Kirche zählt auch heute noch diese beiden neben diversem Sondergut zum Bibel-Kanon des Neuen Testamentes.
        Und die alte syrische bzw. assyrische Kirche von Antiochia zumindest auch noch den 1. Clemensbrief, neben diversem Sondergut.

        3) Die Urbibel des Urchristentums sogar noch vor den Evangelien und „Volksbibel“ des frühen Christentums war eben gerade die Septuaginta-Bibel als eben gerade griechischsprachiges Alten Testament mitsamt der gesamten darin enthaltenen „Weisheitsliteratur“. Das ist nachweisbar.
        Und ebenso nachweisbar ist, dass das Neue Testament aus dieser griechischen Septuaginta-Bibel immer wieder teils wortwörtlich zitiert, und eben gerade NICHT aus dem hebräischen Urtext des Alten Testamentes. bzw. dem Original-Texte auf Hebräisch in der jüdischen Thora(h).
        Nachweislich zitiert auch Jesus Christus selbst höchstpersönlich direkt speziell eindeutig mindestens zwei oder drei Mal aus der „Weisheitsliteratur“. Worin auch die Begriffe „Logos“ und „Sophia“ und „Anthropos Uranos“ als himmlischer Adam und „Baum des Lebens“ bzw. kabbalistischer „Lebensbaum“ wie in der Genesis als mystische Symbolik enthalten sind. Siehe dazu auch den 1. Clemensbrief und die mystische theologische „Sophiologie“ der russisch-orthodoxen Kirche Russslands usw.

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      • Holger Jahndel sagt:

        Es sei auch daran erinnert, dass in der Tat wissenschaftlich nachweisbar und auch längst bewiesen und nachgewiesen, die Septuaginta-Bibel die Urbibel des Urchristentums war und die sogenannte „Volksbibel“ des frühen Christentums. Mitsamt der gesamten darin enthaltenen „Weisheitsliteratur“. Der Apostel Paulus zitiert auch von Philo(n) von Alexandrien als jüdischen Theologen und Merkaba-Mystiker und hermetischen Philosophen und auch der Barnabas-Brief bzw. bezieht sich auf diesen (der Barnabas-Brief war auch wie dert „Hirtenbrief des Hermas“ im „Codex Sinaiticus“ enhalten usw.).

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      • Holger Jahndel sagt:

        Im frühchristlichen Mönchtum sind ekstatische Erlebnisse zwar nicht unbekannt, jedoch spielen sie keine herausragende Rolle. Die Mönche streben nach der Hesychia (Seelenruhe, Stille) und stellen bei Erlebnissen der ‚Begeisterung’ die Frage, ob sich ihnen der göttliche oder ein dämonischer Geist genähert hat.

        In die kirchliche Theologie hält die Wertschätzung der Ekstase erst durch die um 500 n. Chr. verfasste mystische Theologie des pseudonymen Dionysius Areopagita Einzug. Die Ekstase als das „freie und rein von allem gelöste Heraustreten“ ist für Dionysius das Mittel, „zum überwesentlichen Strahl des göttlichen Dunkels emporgehoben zu werden“.

        Diesen Ansatz greift die mittelalterliche Mystik des 13. Jahrhunderts auf. Bonaventura (1221-1274), der durch die Lebensgeschichte und Frömmigkeit des Franz von Assisi, der 1224 in mystischer Verzückung die Wundmale Christi empfing, religiös geprägt wurde, führt Ekstase bzw. Verzückung (verstanden als Entrückung von allen leiblichen Empfindungen) als systematische Elemente des kontemplativen Weges in die abendländische Mystik ein. In Anlehnung an die spirituelle Stufenfolge des Dionysius (Läuterung, Erleuchtung und Vervollkommnung) vollendet sich für Bonaventura der kontemplative Weg in mystischer Verzückung als Vertrautheit mit dem gekreuzigten Christus.

        Auch für Jan van Ruysbroek (1294-1381) folgt der mystische Weg einer spirituellen Stufenfolge. Der menschliche Geist hat über drei „Klippen“ zu steigen, um sich der göttlichen Ruhe anzunähern. In der Nachfolge Christi erlebt der Geist in der ekstatischen Hingabe die „Brautfahrt Christi“. Solchen schwärmerischen Erfahrungen verdankt Ruysbroek seinen Beinamen „doctor ecstaticus“.

        Stärker noch als unter männlichen Mystikern spielen Tranceerfahrungen in der Religiosität von Frauen eine Rolle. Die Anerkennung von Nonnen gründet in dieser Zeit häufig in ihrer charismatischen Autorität. Ekstatische Schilderungen finden sich etwa in den Aufzeichnungen der Mechthild von Magdeburg (ca. 1207 bis um 1282/94), die erotische Bilder des Hohenliedes aufgreift, um ihre mystischen Erfahrungen zu versprachlichen. Ähnliche erotisch-ekstatische Tendenzen herrschen bei Mechthild von Hackeborn (1242-1299) und Gertrud von Helfta (1256-1302) vor. Teresa von Avila (1515-1582) schließlich erfährt starke, auch körperlich geprägte Ekstasezustände und lehrt den mystischen Aufstieg von der Vereinigung über die Verzückung zur Liebeswunde.

        In die Reformationsbewegung findet ein mystisch-ekstatischer Ansatz Eingang durch die beiden von Martin Luther (1483-1546) besorgten Ausgaben der Theologia Deutsch (1516 und 1518), obwohl er sich in späteren Jahren von der Mystik zunehmend distanziert. Fruchtbar wird dieser Ansatz unter den Täufern, die nach einer direkten, unvermittelten Aneignung des Göttlichen suchen. Ihr religiöses Ziel ist die mystische Vereinigung mit dem Göttlichen auf der Grundlage der Einwohnung Gottes in der menschlichen Seele. Die Täufer wollen ‚das Zeugnis des Geistes in sich’ verspüren.

        In nachreformatorischer Zeit führt diesen Ansatz in Deutschland Jakob Böhme (1575-1624) weiter, für den ekstatische Erfahrungen in der Vereinigung mit Christus oder Sophia (der göttlichen Weisheit) gipfeln. Böhme beeinflusst Angelus Silesius (1624-1677) und Gottfried Arnold (1666-1714). In England löst der Wanderprediger George Fox (1624-1691) auf Versammlungen Massenekstasen aus, die bei vielen Hörern zu einem Zittern (engl. quake) führen, weswegen seine Anhänger auch als Quäker bezeichnet werden. John Wesley (1703-1791) ruft eine geistliche Erneuerungsbewegung ins Leben, die auf die Vergewisserung des eigenen Glaubens und die Erfahrung des Angenommenseins durch Gott zielt und zur Begründung des Methodismus führt. Auch bei methodistischen Evangelisationen kommt es in der Frühzeit zu Massenekstasen, die geradezu als Prüfstein des Missionserfolges gewertet werden können.

        Methodistische Einflüsse spielen eine auslösende Rolle bei der Entstehung der Pfingstbewegung im frühen 20. Jahrhundert. Neben Bekehrung und Heiligung bildet für die Pfingstler die Geisttaufe die dritte geistliche Erfahrung. Sie ist mit verschiedenen Geistesgaben verbunden, besonders mit der ekstatischen Zungenrede (Glossolalie). Die Pfingstbewegung wiederum beeinflusst die Entstehung der charismatischen Bewegung in der Mitte des 20. Jahrhunderts in den USA, für die „die Taufe im Heiligen Geist“ im Zentrum der religiösen Erfahrung steht. Durch diese „Taufe“ werden weitere Geistesgaben wie Heilung, Prophetie und Zungenrede freigesetzt, die in der Praxis zu einer ekstatischen Frömmigkeit führen. Charismatische Kirchen sind die derzeit am stärksten wachsenden christlichen Gemeinschaften weltweit.

        Valentin Weigel als protestantischer Mystiker mit Einfluss auf Angelus Silesius und andere

        https://www.anthroweb.info/rudolf-steiner-werke/ga07-mystik/ga-07-weigel-und-boehme.html

        https://de.wikipedia.org/wiki/Valentin_Weigel

        https://www.grin.com/document/270192

        Christuswege

        http://www.christuswege.net

        http://www.berndsenf.de

        Himmelsboten

        http://www.himmelsboten.de

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  5. Holger Jahndel sagt:

    Kreuzgang-Forum

    https://www.kreuzgang.org

    „Zeugen der Wahrheit“-Forum für katholische Traditionalisten, siehe auch Gloria.TV

    http://www.kath-zdw.ch

    „Zeugen der Wahrheit“ (ZDW)-Forum und auch das Kreuzgang-Forum für katholischer Traditionalisten und Traditionskatholiken bieten auch allerlei Informationen über den katholischen Exorzismus, den großen Exorzismus dürfen nur kirchlich autorisierte und offiziell ernannte amtliche kirchliche Exorzisten ausüben. Siehe auch den“Bund katholischer Ärzte“ (BKA) Deutschland

    https://www.bkae.org/

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  6. killema sagt:

    Eins ist doch sicher. Die Entweltlichung der Kirche ist doch so alt wie die Kirche besteht.Sie, die Kirche war nicht für die Gläubigen, sondern für die Herrschenden.(K_H Deschner Kriminalgeschichte des Christentums). Sie müssen jetzt nicht jammern über das Gewesene und das Zukünftige.

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    • cherusciano sagt:

      Pseudo-historischen Phrasen sind keine Antwort auf die Probleme der Gegenwart!

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    • Holger Jahndel sagt:

      @Killema:

      Erinnerung an ein goldenes Zeitalter ohne Wucher und Zinsknechtschaft – das mittelalterliche England – siehe auch Chesterton und Hermann Benjes Buch „Wer hat Angst vor Silvio Gesell?“ und Prof. Wolfgang Berger und Prof. Margrit Kennedy und Helmut Creutz und Silvio Gesell – siehe vor allem auch die Historiker Thomas E. Woods und Michael Hesemann und siehe auch Judith Reisman aus den USA und Dr. Hans Weitkamps Buch „Das Mittelalter – ein Geschenk des Geldwesens“ als Online-PDF

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    • Anonymous sagt:

      Sicher ist da gar nichts. Karl Heinz Deschner war kein ernst zu nehmender Kirchenhistoriker. Dies beginnt schon bei seiner einseitig fanatischen Motivation:

      „Deschner beschrieb einmal seine Motivation zum Schreiben so: „Ich schreibe aus Feindschaft. Denn die Geschichte derer, die ich beschreibe, hat mich zu ihrem Feind gemacht“. Dazu sagte der emeritierte Professor für Kirchengeschichte an der Universität Bamberg, Georg Denzler, der selbst mit kirchenkritischen Texten hervorgetreten ist: „Eine solche Motivation kann niemals die Basis für eine ernst zu nehmende Geschichtsschreibung sein.“

      https://de.wikipedia.org/wiki/Karlheinz_Deschner#Ablehnung

      Deschner pickte sich nur die nach seinem Verständnis negativen Seiten der Kirchengeschichte heraus, freilich ohne diese in ihrem historischen Zusammenhang zu würdigen, sondern allein zu dem Zweck die katholische Kirche in ein schlechtes Licht zu rücken. So etwas ist nicht ernst zu nehmen.

      Allein richtig ist, dass mit Beginn der konstantinischen Wende die Kirche mit dem Problem konfrontiert war, dass weltliche Herrscher sich ihrer bedienten und vice versa. Erst durch die Aufklärung und die Trennung von Staat und Kirche hat hier eine wohltuende Entzerrung begonnen. Das Konfliktfeld Staat und Kirche ist aber nicht das Wesentliche des Christentums. Und das ließ Deschner völlig außer Acht.

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  7. Thomas May sagt:

    Für die wohlstandsverfettete deutsche Amtskirche, die von keinem Oberhirten so augenfällig verkörpert wird wie dem ehemaligen DBK-Vorsitzenden und Münchener Erzbischof Kardinal Marx, kann es nur ein Segen sein, wenn ihr jetzt infolge der vor allem durch die massiven Kirchenaustritte wegbrechenden Steuereinnahmen das Geld zur Finanzierung glaubensfeindlicher und selbstzerstörischer Projekte und Veranstaltungen fehlt; insofern sind die Voraussetzungen für eine heilsame „Entweltlichung“ durchaus gegeben.
    „Lebendige Zentren der Kirche“, wie etwa der Wallfahrtsort „Maria Vesperbild“, für den ein überdurchschnittlich hoher Empfang des Bußsakraments und eine verbreitete würdige eucharistische Praxis belegt sind, verdienen Stärkung in jeder Hinsicht; leider sind sie dünn gesät.
    Ob ein „Aufbruch in die Neuevangelisierung“ amtlicherseits tatsächlich gewünscht ist und gar Förderer findet, sei dahingestellt. Der neue Augsburger Bischof Dr. Bertram Meier zum Beispiel hatte nach seinem Amtsantritt nichts Eiligeres zu tun, als zum „Gebetshaus Augsburg“ (und seinem Leiter Dr. Johannes Hartl), das ja mit „Mehrkonferenz“, „Mission Manifest“ und seinen weitgestreuten Gruppen ein Art Epizentrum der Neuevangelisierung darstellt, auf Distanz zu gehen, nachdem zuvor über Weihbischof Florian Wörner ein ungetrübtes Einvernehmen bestand. Hier scheint man die Ausbreitung und den Erfolg von „Neuevangelisierung“ („neue Art von Kirche“) eher zu fürchten, weil sie als unliebsame Konkurrenz wahrgenommen wird und dem heruntergewirtschafteten Establishment aus dem Ruder laufen könnte.
    Soll nicht die Formel „Tolle missam, tolle ecclesiam“ traurig-bittere Wirklichkeit werden, ist die vollständige Wiederherstellung der Liturgie der heiligen Messe für eine Neubelebung des kirchlichen Lebens unverzichtbar. Es ist schlicht unerträglich, mit welcher Unterwürfigkeit, Vergessenheit und Abgestumpftheit im Zuge der „Corona-Maßnahmen“ von bischöflicher Seite die staatlichen Eingriffe in das UNANTASTBARE, HEILIGE Messopfer hingenommen und zum Teil von ihnen noch unterstützt wurden.
    Wer sind säkulare Politiker und Regierungen, dass sie sich wie Rohlinge über elementare Bestandteile des Messritus wie Weihwasser, Singen, Gesangslautstärke, Kommunionempfang, Messdiener uvam. Entscheidungskompetenz anmaßen und ihn amputieren?
    Hier stünde es der Deutschen Bischofskonferenz gut an, sich den Forderungen des Aufrufs „Veritas liberabit vos!“ anzuschließen:
    „Lassen Sie uns … als Hirten, die für die Herde Christi verantwortlich sind, daran erinnern, dass die Kirche mit Nachdruck Autonomie in der Leitung, im Gottesdienst und in der Verkündigung beansprucht. Diese Autonomie und Freiheit der Kirche ist ein Grundrecht, das der Herr Jesus Christus ihr gegeben hat, damit sie die Ziele verfolgen kann, die ihr eigen sind. Aus diesem Grund beanspruchen wir als Hirten nachdrücklich das Recht, über die Feier der Heiligen Messe und der Sakramente unabhängig entscheiden zu können. Wir fordern ebenso die Anerkennung unserer uneingeschränkten Autonomie in allen Angelegenheiten, die in die unmittelbare Zuständigkeit der kirchlichen Autorität fallen, wie beispielsweise die liturgischen Normen und die rechtlichen Vorgaben zur Spendung der heiligen Kommunion sowie zur Verwaltung der Sakramente. Der Staat hat keinerlei Recht, sich aus welchem Grund auch immer in die Souveränität der Kirche einzumischen. Kirchliche Autoritäten haben sich nie verweigert, mit dem Staat zusammenzuarbeiten, aber eine solche Zusammenarbeit ermächtigt die Zivilbehörden nicht, ganz gleich in welcher Form, Verbote oder Einschränkungen des öffentlichen Gottesdienstes und der Seelsorge zu verhängen. Die Rechte Gottes und der Gläubigen sind das oberste Gesetz der Kirche, das sie weder aufheben kann noch will. Wir fordern daher, dass die Beschränkungen für die Feier öffentlicher Gottesdienste aufgehoben werden.“
    Freilich benötigten wir für eine solche geharnischte Ansage Bischöfe anderen Zuschnitts, weshalb sich zwangsläufig die Frage stellt, inwieweit nicht katholischer Glaube und katholisches Leben künftig in „lebendigen Zellen“ außerhalb des kirchlichen Rahmens besser bewahrt, gepflegt und gefeiert werden können: in privaten Räumen mit treuen Priestern, die im Einklang mit Lehre und Liturgie sprechen und handeln.
    Vom sogenannten „Synodalen Weg“ ist für gläubige Katholiken Verabschiedung angesagt, je eher, desto besser. Aussteigen, wie Weihbischof Schwaderlapp es vorgemacht hat.
    Diese Totgeburt kann man nur ihrer Fäulnis anheimstellen.

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  8. Holger Jahndel sagt:

    „Zeugen der Wahrheit“ (ZDW) Website

    https://kath-zdw.ch/

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  9. Anonymous sagt:

    Die katholische Kirche wird nicht dazu lernen. Die Reformation ist ein weiteres Beispiel:

    Hätte man sich ernsthaft der berechtigten Anliegen des jungen Martin Luther angenommen, anstatt die Kirche zu verteidigen, dann wäre die Spaltung abzuwenden gewesen. Aber nein, man musste ja Härte zeigen und dogmatisch starr bleiben.

    Das Gleiche mit dem sexuellen Missbrauch und andere Mißständen. Statt sofort selbst federführend gegen Mißstände anzugehen, musste man sich in Wagenburgmentalität und falsch verstandener „Treue“ zur Kirche die Ohren zuhalten, bis der Lärm so laut wurde, dass er nicht mehr ignoriert werden konnte.

    Das Selbe auch mit anderen Aufbrüchen in der Kirchengeschichte. Nachdem der Heilige Geist in der katholischen Kirche nicht wehen durfte wie er wollte, suchte er sich andere treue Jünger Jesu. Z.B. in der Azusa Street. Über 60 Jahre später konnte die katholische Kirche das nicht mehr ignorieren und besann sich zumindest zum Teil wieder auf die Charismen des Heiligen Geistes im Rahmen der charismatischen Erneuerung.

    Es gibt die berühmten sieben Worte einer sterbenden Kirche:

    Das. Haben. Wir. Schon. Immer. So. Gemacht.

    Mit dieser Haltung haben einst die Pharisäer Jesus ans Kreuz nageln lassen.

    Aber nur zu. Die „konservativen“ Katholiken werden ihre Erstarrung weiter betonieren, während sie gleichzeitig versuchen, mit rechten Nationalisten ins gleiche Bett zu hüpfen. Es wird nicht funktionieren.

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    • cherusciano sagt:

      „Anonymous“ und viele andere scheinen Veranstaltungen wie den „Synodalen Weg“ für ein geeignetes Mittel zu halten, um z.B. der großen Zahl von Kirchenaustritten entgegenzuwirken. 170 000 allein im vergangenen Jahr. Daran werden weder „Konservative“ noch „Reformer“ etwas ändern, weil sich hinter diesen Zahlen einerseits eine tiefgreifende Glaubenskrise verbirgt, und anderseits die Tatsache, dass sich in unserer individualistisch geprägten Gesellschaft immer mehr Menschen ihr spirituelles Eigenheim selbst zurechtzimmern und die Bewahrung der christlichen Botschaft durch eine Institution für entbehrlich halten, die überdies noch Steuern erhebt. Reformen werden, wie immer in der Kirchengeschichte, zu gegebener Zeit heiligmäßen Männern und Frauen ausgehen und nicht von gutgemeinten, aber wirkungslosen regionalen Reformveranstaltungen.

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      • Thomas May sagt:

        Laut dem am 26.06.2020 von der DBK veröffentlichten „Flyer – Kirchliche Statistik 2019“ betrug die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche im vergangenen Jahr exakt 272.771.
        „Spitzenreiter“ ist wieder einmal, wie in den Jahren zuvor, München-Freising (obwohl nach Köln, Münster, Freiburg und Rottenburg-Stuttgart nur das fünftgrößte deutsche Bistum nach Katholiken) mit 27.124 Austritten; nirgendwo lässt sich der Marx-Malus so klar ablesen wie an den Kirchenaustrittszahlen.
        Extrem schlecht schneidet auch das Bistum Limburg des neuen DBK-Vorsitzenden Bätzing mit einem Verlust von 1,59 Prozent der Gläubigen ab.
        Am schlimmsten ist der Rückgang in den „Diaspora-Bistümern“ Berlin und Hamburg mit einem Bestand von jeweils ca. 400.000 Katholiken (über 2 Prozent).
        Es gibt aber auch Bistümer mit Verlusten unter einem Prozent, zum Beispiel Regensburg und Passau (jeweils 0,93 Prozent) oder Münster (0,91 Prozent) und Paderborn (0,89 Prozent), das kleinste Bistum Görlitz sogar mit 0,79 Prozent.
        Bemerkenswert ist auch, dass das Bistum Regensburg mit 14,2 Prozent Gottesdienstteilnehmern die höchste Quote von allen Bistümern der alten Bundesländer verzeichnet (gesamtdeutscher Schnitt: 9,1 Prozent).

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      • Anonymous sagt:

        Ich habe nirgends behauptet, dass ich „Veranstaltungen wie den „Synodalen Weg“ für ein geeignetes Mittel halte, um z.B. der großen Zahl von Kirchenaustritten entgegenzuwirken.“ Ich weiß nicht, wie Sie zu dieser Einschätzung gelangen. Ich sage nur, dass ein „Einbetonieren“ in Konservativismus und Traditionsfrömmelei keinen Erfolg bringen wird.

        Ich teile vielmehr die Auffassung von Karl Rahner, die ich SINNGEMÄSS wie folgt zitiere:

        Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein, einer, der etwas mit Gott erlebt hat, oder er wird kein Christ mehr sein.

        Die katholische Kirche hat hier in der charismatischen Erneuerung eine Chance, auf Menschen zuzugehen. Es gibt daneben auch andere hilfreiche Impulse. Dazu darf ich aus einem Pfarrbrief zitieren:

        „Christlicher Glaube ist eben nicht einfach eine Tradition oder eine gute Gewohnheit, keine Verhaltensnorm und kein Gefühl. Christ sein heißt, in einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus zu leben. Unser Glaube beruht nicht einfach auf Lehren oder Gesetzen oder Schriften, sondern auf einer Person. Wer Jesus nicht kennt, kennt letztlich nichts.“

        Klicke, um auf Pfarrbrief15.09.06.Nr.37.pdf zuzugreifen

        Dieser Pfarrer hat das Wesentliche verstanden, das Jesus selbst so ausdrückt:

        „Das ist das ewige Leben, dass sie Dich„ den einzigen wahren Gott, erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast“ (Johannes 17,3)

        Im gesamten Johannesevangelium geht es immer wieder um diesen Punkt:

        Jesus ist gekommen, den Vater zu offenbaren und wer ihn sieht, der sieht den Vater und hat eine Beziehung zu ihm durch Christus.“

        Damit aber geht es um lebendige Kindschaft. Die meisten Christen sind aber so etwas wie Waisen, die zwar einen Vater haben, ihn aber nie kennen lernen, weil er irgendwo „im Ausland“ lebt. Und aus dieser Waisenmentalität heraus kann man keinen lebendigen Glauben entwickeln. Es geht einfach nicht. Wie kann ich jemandem von meinem Vater erzählen – so wie Jesus das getan hat – wenn ich ihn nicht kenne? Die Welt sieht das sehr genau: Wie hohl unsere Worte oft sind, weil kein göttliches Leben daraus sprudelt, sondern nur auswendig Gelerntes. Und das Tragische ist, dass wir in falscher Demut meinen, dieses auswendig Gelernte in Verbindung mit ein paar „guten Werken“, die wir uns mühsam abringen, sei alles, um das es gehe, weil wir ja nicht im Schauen, sondern im Glauben leben würden. Dabei wird dieses Wort in seiner Bedeutung fast verdreht.

        Und ganz offensichtlich reicht die Teilnahme an der Eucharistie für die meisten Katholiken auch nicht aus, um eine solche Beziehung zu haben. Sonst würde von Katholiken eine ganz andere Dynamik ausgehen und in deren Gefolge auch eine echte Heiligkeit. Aber die meisten Katholiken (aber auch Protestanten) leben nicht anders wie der „heidnische“ Nachbar nebenan. Es ist ja schon bezeichnend, dass der Katholizismus ständig auf der Suche nach Heiligen ist, die von der Mehrzahl der Gläubigen vielleicht bewundert werden, aber doch insgeheim als unerreichbar gelten.

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