Die „Familie des Vaters“ von Dr. Prenner und das Verdrängen unseres Erlösers

Von Felizitas Küble

Im Christentum und vor allem in der katholischen Kirche gibt es eine große Vielfalt von Frömmigkeitsformen, Vorlieben und Schwerpunkten. 

So betonen die einen stärker Gott-Vater als den Schöpfer, viele andere – etwa bibelgläubige Evangelikale – stellen Christus in das Zentrum ihres Glaubens – und manche Gläubige wenden sich besonders gerne an den Heiligen Geist, was nicht nur für Charismatiker gilt, sondern z.B. auch der orthodox-ostkirchlichen Mentalität recht nahekommt.

So weit – so gut, denn im Hause Gottes gibt es viele Wohnungen – und auch die verschiedensten Ausrichtungen.

Das ist alles in Ordnung, solange die theologischen Gewichte nicht allzu bedenklich verschoben werden.

Dieser „schräge“ Eindruck entsteht aber bei der Initiative „Familie des Vaters“, die der österreiche Techniker Dr. Gottfried Prenner gemeinsam mit Aloisia Grabner 2016 in Pinkafeld gegründet hat. Diese geistliche Gemeinschaft aus dem Burgenland vereint Männern und Frauen,Priester, Familien und Alleinstehende unter ihrem Dach.

Der Laienmissionar Dr. Prenner ist ein Medjugorje-Bekehrter seit Jahrzehnten (er sprach mehrfach auf Medju-Jugendfestivals), studierte Theologie und reist vielfach mit Vorträgen durch die Lande – auch über Europa hinaus, vorwiegend in charismatischen Gruppen. 

Hier wird eine Selbstdarstellung seines Werkes präsentiert: http://www.pfarrepinkafeld.at/pfarre/1123/pfarrlebengruppen/geistlichegemeinschaften/article/2600.html

Das MottoGott ist unser Vater. Wir sind seine Familie“ ist zunächst nicht zu beanstanden. Etwas merkwürdiger klingt dann allerdings die vereinseigene Begründung hierfür: Aus dieser Vision heraus leben die Mitglieder in einer vertrauten Beziehung zum Vater, der uns alle liebt und für uns alle sorgt.“

Warum wird hier allein Gott-Vater erwähnt – und der Sohn „vergessen“ (der Hl. Geist sowieso auch noch)?

Unter dem Motto „Unsere Aufgaben“ heißt es weiter: „Durch Vorträge und Seminare bringen wir die Liebe des Vaters zu den Menschen. In der Anbetung beten wir mit Jesus zum Vater für die Rettung der Welt.“

Christen beten für die „Rettung der Welt“ nicht allein „zum Vater“, sondern auch zu Christus selbst – mindestens aber „durch Christus“ zum Vater.

Hier wird Jesus aber auf unsere geschöpfliche Ebene heruntergeholt, wenn es heißt, daß wir „mit Jesus“ zum Vater beten. Das könnte man so wohl hinsichtlich Maria sagen, denn die selige Jungfrau ist mit uns als Geschöpf in der Anbetung Gottes vereint – wohlgemerkt: angebetet werden alle drei göttlichen Personen der heiligen Dreieinigkeit!

Bei der Werbung für ein „Glaubensseminar“ für Dr. Prenner (siehe hier: https://www.arche-barmherzigkeit.at/die-arche-feiert-geburtstag) lesen wir Folgendes:

„Wenn du dich einlässt, findest du in Gott Vater das Glück und die Freude….Beim Vater findest du Erfüllung, Sicherheit, Freude und Geborgenheit.

Erneut auch hier kein Wort von Christus!

Abschließend heißt es: „Ein Seminar als Angebot, über Gott Vater mehr zu erfahren, über seine Liebe zu mir. Er hat einen Plan mit mir, er weiß, wohin mein Leben geht.“

Auch GOTT-SOHN hat einen Plan (genau denselben!) und weiß, wohin unser Leben geht, ebenso der Heilige Geist.

Im Grunde konzentriert sich in dieser „Familie des Vaters“ – wie schon der Name anzeigt – alles auf den Schöpfergott und das in einem Ausmaß, daß Christus eindeutig zu kurz kommt.

Durch die ständige Medjugorje-Werbung samt Hinweisen auf die Botschaften der angeblichen „Erscheinungen“ steht auch Maria erheblich zu stark im Zentrum dieser Frömmigkeit.

Gott-Vater und die Madonna – und das war es dann eigentlich im wesentlichen?!

In dieser geistlichen Gemeinschaft scheint theologisch einiges aus dem Ruder gelaufen zu sein!

Ja, Medjugorje-Bekehrung schützt vor Torheit nicht – dafür ist Dr. Prenner wahrlich nicht das einzige Beispiel – einmal abgesehen davon, daß unser Glaube sowieso nicht auf Privatoffenbarungen gründet, sondern auf der Heiligen Schrift und der apostolischen Tradition, also auf der göttlichen Offenbarung, wie sie die Kirche uns verkündet.


9 Kommentare on “Die „Familie des Vaters“ von Dr. Prenner und das Verdrängen unseres Erlösers”

  1. Holger Jahndel sagt:

    CHRISTENVERFOLGUNG WELTWEIT „Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. (…) Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen.“ – Joh. 15,18−20 Derzeit herrscht die größte Christenverfolgung aller Zeiten. Mehr als 200 Millionen Christen leiden unter einem hohen Maß an Verfolgung, weil sie sich zu Jesus Christus bekennen. Nutzen Sie Ihre Freiheit und informieren Sie sich über die verfolgte Kirche weltweit. Lesen Sie Berichte von Christen, die täglich einen hohen Preis für ihren Glauben an Jesus Christus zahlen und dennoch standhaft bleiben.

    https://www.opendoors.de/christenverfolgung

    JIhad Watch by Robert Spencer, Islam und Islamismus und Islamisten und Muslime usw.

    http://www.jihadwatch.org

    5 Millionen Christen in Nigeria fordern mehr Schutz durch die Regierung gegen Islamisten

    https://www.idea.de/menschenrechte/detail/nigeria-fuenf-millionen-christen-fordern-mehr-schutz-durch-die-regierung-111918.html

    Der Heilige Stuhl und der Islam und die UN-Menschenrechtscharta

    https://philosophia-perennis.com/2017/08/02/der-heilige-stuhl-der-islam-und-die-un-menschenrechtscharta/

    Der Theologe und Journalist und Philosoph David Berger mit seinem Weblog „Philosophia Perennis!

    https://philosophia-perennis.com/

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Historisch nachweisbare Tatsache ist, dass die Septuaginta-Bibel als griechischsprachiges Altes Testament mitsamt der gesamten darin enthaltenen „Weisheitsliteratur“ die ursprüngliche Urbibel des Urchristentums und sogenannte „Volksbibel“ des frühen Christentums war. Aus der auch das Neue Testament der Bibel sehr häufig wortwörtlich zitiert. Nachweisbar aus dem griechischen Text Septiaginta-Bibel und sich häufig darauf bezieht. Und eben gerade nicht aus dem hebräischen Urtext der hebräischen Bibel bzw. dem hebräischen Alten Testament als jüdische T(h)ora(h). Und siehe auch die Tatsache, dass Jesus Christus selbst mindestens zwei oder dreimal direkt auch speziell aus der „Weisheitsliteratur“ nachweislich zitiert. Neben zahlreichen indirekten Bezügen und Anklängen und Anspielungen wie „Geist der Weisheit und Offenbarung“ als Geist Gottes und Heiliger Geist im Neuen Testament der Bibel. Tatsache ist auch, dass der Apostel Paulus im Neuen Testament einmal den jüdischen Theologen und Merkaba-Mystiker und hermetischen Philosophen bzw.Hermetiker Philo(n) von Alexandrien zitiert bzw. sich auf diesen bezieht, ebenso auch der Barnabas-Brief welcher noch zum Bibel-Kanon des „Codex Sinaiticus“ des Neuen Testamentes gehörte. Der Apostel Paulus war es auch, welcher überhaupt erst den Personen-Begriff erfand, welcher eine der größten Neuerungen und Umwälzungen der abendländischen Philosophie-Geschichte darstellte.

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  3. Holger Jahndel sagt:

    BUNDESWEITE UMFRAGE
    Für den Schutz der Kinder, der Familie und der christlichen Wurzeln Deutschlands

    https://www.aktion-kig.eu/umfrage-christliche-wurzeln_m/?gclid=EAIaIQobChMI_ODclIrB6gIViAaLCh1RbA5DEAEYASAAEgLU4vD_BwE

    https://www.aktion-kig.eu/

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  4. Holger Jahndel sagt:

    Und Moses war laut Neuem Testament auch in aller Weisheit der Ägypter kundig. Es gibt eben diese Weisheitslehren und Weisheitstraditionen der göttlichen Geheimnisse und Mysterien als Mysterien-Kulte, siehe auch Weiheitsliteratur. „Sopia“ und „Logos“ sind dort wichtige Begriffe – siehe aber auch „Mysterion“ und „Mysterion“ und „Mysterium“ als göttliche Geheimnisse beim Apostel Paulus usw. Siehe auch die mystische theologische „Sophiologie“ der russisch-orthodoxen Kirche Russlands. Deren alte byzantinische Messe auch von der katholischen Kirche als legitim und gültig anerkannt wurde. Der Heilige Irenaeus von Lyon zählte übrigens auch noch den 1. Clemensbrief (wie auch die syrische Kirche noch heute) und den Hirtenbrief des Hermas zum Bibel-Kanon des neuen Testamentes bzw. den kanonischen biblischen Schriften. Wie auch die russisch-orthodoxe Kirche noch heute neben anderem Sondergut, siehe auch die Thomas-Kirchen und Thomas-Christen Indiens nach dem Apostel Thomas und die Thaddäus-Akten und Thomas–Akten usw, dort gibt es auch ein traditionelles christliches Yoga usw.

    Sophia, die Weisheit Gottes – Orthpedia

    01.02.2010 – Die Ikone „Sophia, die Weisheit Gottes“ hat in der Russischen Orthodoxen Kirche eine besondere Stelle inne. Die Ikone stellt die Gottesmutter …

    Sophia – Gottes weibliches Gesicht – Kirche heute
    https://www.kirche-heute.ch/kirche-heute/beitraege/5impuls/2011-33-Impuls.php
    13.08.2011 – Als Gott den Himmel festmachte, war die Weisheit dabei; als er den Horizont abgrenzte über der Urflut. (Foto: Stefan Laszczyk). Sprüche 8,22– …

    Weisheit (Personifikation) (AT) – Lexikon ::
    https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/34659/
    … Weisheit · 1.2.5. Sophia und Philosophie in hellenistischer Zeit … Esr 7,25 verwendet die Weisheit Gottes als Synonym zum Gesetzbuch. Vollendet wird die …

    Weisheit – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Weisheit
    Weisheit (engl. wisdom, altgr. σοφία, lat. sapientia, hebr. hokhmah) bezeichnet vorrangig ein … Während noch Homer, Pindar oder Heraklit sophia in ihrer ursprünglichen Bedeutung … In der Bibel wird Weisheit als Geschenk Gottes dargestellt.

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  5. Cornelia Vogt sagt:

    ALLERDINGS BRAUCHT GOTT KEINE WERBUNG.
    Ich schaute mal nach dieser Institution in Ihrem Link.
    Da wird etwas verkauft.
    Wozu das auch immer sei, ES HILFT NICHT.
    ABHAKEN.
    SOLCHE GIBT ES WIE SAND AM MEER.

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  6. Cornelia Vogt sagt:

    Es ist DER VATER, WELCHER ALLE FÄDEN IN SEINEN HEILIGEN HÄNDEN HÄLT AUF EWIGLICH.
    S E I N GEIST IST DESHALB HEILIG ZU NENNEN.
    UND JA, SEIN REICH KOMMT.
    UND JA, S E I N WILLE GESCHIEHT .
    JESUS SAGTE EINST, EINZIG DER VATER WISSE
    DIE WIEDERKUNFT
    WAR NIE EIN LEERES WORT.
    DIE KIRCHENFÜRSTEN KÖNNEN NICHT MEHR REGIEREN.
    AUFBAUEN, NEU ERRICHTEN DURCH MENSCHENGEMACHTE REFORMEN IST EIN UNDING.
    WAHRHEIT IST DAS KEINE MEHR.
    DAS WIRD GOTT AHNDEN .

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  7. Holger Jahndel sagt:

    In der Tat gibt es systematische und organisierte Bestrebungen, die christliche Dreifaltigkeit bzw. göttliche Trinität abzuschaffen – mit den beiden göttlichen Mittlern und Vermittlen zu Gott-Vater, dem Schöpfer Jesus Christus als Logos und himmlischen Adam „Anthropos Uranos“, den Heiligen Geist als Geist Gottes und „Geist der Weisheit und Offenbarung“ und Paraklet und Tröster.
    Siehe dazu auch die sogenannten angeblichen „Zeugen Jehovas“, die auch das Kreuz Jesu Christi verleugnen und verleumden und ablehnen. Entgegen dem Neuen Testament der Bibel.
    Siehe auch die Logos-Theologie nach Justin dem Märtyrer als Kirchenlehrer und Kirchenvater und nach dem Heiligen Irenaeus von Lyon dazu, der diese von ihm übernahm und weiterentwickelte.

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  8. Anonymous sagt:

    Zu Dr. Prenner kann und will ich nichts sagen.

    Wer aber das Neue Testament liest, dem fällt vor allem im Johannesevangelium auf, wie sehr Jesus es betont, dass es seine Mission ist, den VATER zu verkünden. Das steht für Jesus vorrangig zu seiner Verkündigung des Reichs Gottes. Tatsächlich verknüpft er dies im Vater Unser untrennbar:

    Vater unser im Himmel,
    geheiligt werde dein Name.
    Dein Reich komme.
    Dein Wille geschehe,
    wie im Himmel so auf Erden.

    Und danach kommt, was das bedeutet:

    Göttliche Versorgung, Schuldvergebung, Erlösung und am Ende:

    Denn dein ist das Reich und die Kraft
    und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

    Das Evangelium Jesu ist also völlig „Vater-zentriert“.

    Paulus spricht oft von der Kindschaft der Christen, die nun Gott zum Vater haben. Im Gleichnis des verlorenen Sohnes geht es eigentlich um den verlassenen Vater. Den Vater und Jesus, den er gesandt hat, zu kennen, ist ewiges Leben. Er, Jesus, und der Vater sind eins. Niemand solle Vater genannt werden, denn der Vater-Name ist Jesus außerordentlich heilig. Usw. usf.

    Ich glaube in der Tat, dass das Anliegen Jesu, den Vater zu offenbaren, in der Geschichte des christlichen Glaubens etwas unter den Tisch gefallen ist. Was notwendigerweise dazu geführt hat, dass viele Christen ihre Identität als Kinder dieses wunderbaren Vaters nicht ausreichend kennen und annehmen können.

    Damit will ich nicht sagen, dass man Jesus oder den Heiligen Geist außer Acht lassen darf. Aber es kann meines Erachtens nicht schaden, sich einmal eine Zeit lang intensiv auf den Vater zu konzentrieren. Er wird dann von selbst auf Jesus und den Heiligen Geist zu sprechen kommen.

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