AfD-Fraktion kritisiert Umbenennungsdebatte um „belastete“ Straßennamen

Der Fraktionsvorsitzende der AfD im Deutschen Bundestag, Dr. Alexander Gauland, kommentiert die aktuelle Debatte um die Umbenennung vermeintlich belasteter Straßenbezeichnungen:

„Die Denkmalstürmerei in Deutschland und im gesamten Westen nimmt immer wahnhaftere Züge an. Symptomatisch ist die Posse um die von der Berliner Verkehrsgesellschaft angekündigte Umbenennung der U-Bahn-Station ‚Mohrenstraße‘:

Gegen den Alternativ-Vorschlag ‚Glinkastraße‘ wird jetzt der Einwand laut, der Schöpfer der ersten russischen Nationaloper Michail Iwanowitsch Glinka, der vor mehr als anderthalb Jahrhunderten in Berlin gestorben ist, sei ein Antisemit gewesen.

Nach diesen Kriterien wäre dann erst recht die Umbenennung der Karl-Marx-Straße und der Karl-Marx-Allee überfällig. Schließlich hat sich der  Urvater des Kommunismus nicht nur durch antisemitische Ausfälle, sondern auch durch abwertende Äußerungen über eine ganze Reihe anderer Nationen hervorgetan.

Wie absurd es ist, Maßstäbe heutiger politischer Korrektheit an Persönlichkeiten der Vergangenheit anzulegen, die unser historisches und kulturelles Erbe geprägt haben, zeigt die jüngste groteske Idee aus den USA:

Dort schlägt ausgerechnet die Hauptstadtzeitung ‚Washington Post‘ vor, den Namen der ‚Washington and Lee University‘ zu ändern, weil George Washington ebenfalls ein Sklavenhalter gewesen sei. Konsequent müsste die US-Hauptstadt dann auch gleich umbenannt werden.

Führt man diesen Unfug bis zum bitteren Ende, bleibt womöglich bloß noch übrig, die gesamte historische Erinnerung über Bord zu werfen und die Straßen unserer Städte lediglich mit Buchstaben und Zahlen durchzunumerieren.“


6 Kommentare on “AfD-Fraktion kritisiert Umbenennungsdebatte um „belastete“ Straßennamen”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Ein nachdenklicher Artikel von Jens Berger zur Thematik vom „Nachdenkseiten“-Weblog

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=62742

    https://www.nachdenkseiten.de/

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  2. Renomenitis: Die zwanghaft kollektive Manie zur Umbenennung von öffentlichen Straßen und Plätzen, in der Regel verbunden mit der Zielsetzung, vermeintlich historisch belastete Namen und Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Gedächtnis zu tilgen. Gab es schon bei den alten Ägyptern, welche die Namen der in Ungnade gefallenen Pharaonen aus den Statuen ausmeißelten.

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  3. Peter Kiefer sagt:

    Wohl dem Land (oder der Stadt), das keine größeren Probleme hat, als Straßen und U-Bahn-Stationen umzubenennen. Man muss Herrn Gauland nicht unbedingt mögen, aber „wo er recht hat, hat er recht!“ Höchste Zeit also, in Firmen zu investieren, die Schilder herstellen, denn Deutschland wird auch in diesem besonderen Fall die führende Kraft werden wollen, und die Chance für ein noch größeres Geschäft ist gerade günstig, denn die fabelhafte deutsche Regierung hat für die nächsten sechs Monate die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union inne. Sollten die 500 Milliarden, die Frau Macron und Herr Merkel – Geschlechter spielen ja keine Rolle mehr! – verschenken wollen, nicht reichen, kann beliebig ‚draufgesattelt‘ werden, eingedenk der KanzlerInnen-Worte: „Dieses Europa ist zu Großem fähig“!

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  4. Klöckner Gerti sagt:

    Brauchen wir noch Geschichtsunterricht bei so mancher Denkweise !?

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