Was bei der Kirchenzeitung untern Tisch fällt

Von Felizitas Küble

Das Bistumsblatt von Münster mit dem Titel „Kirche und Leben“ (KuL) gehört seit Jahrzehnten zu den besonders reformeifrigen Kirchenzeitungen. Das progressive Blatt bringt gerne spaltenlange Leserbriefe im Sinne der eigenen redaktionellen Linie, doch bei kritischen Stimmen kann die Großzügigkeit recht schnell zu Ende sein.

So veröffentlichte KuL z.B. am 31. Mai auf Seite 3 eine geharnischte Zuschrift von Heinz Jansen gegen die „alte Messe“, worin sich der Autor beschwert, daß die Kirchenzeitung einen kleinen Hinweis auf TV-Übertragungen des überlieferten Ritus gebracht hatte (es war damals die Corona-Zeit ohne öffentliche hl. Messen). 

Unter dem Titel „Toleranz ist nicht teilbar“ schrieb ich am 2. Juni einen Leserbrief an das Münsteraner Bistumsblatt, der bis heute  – sieben Wochen später  – nicht veröffentlicht wurde. Hier folgt der Wortlaut meines Schreibens:

Der Verfasser teilt mit, sich über die „kritischen und progressiven Artikel“ in der Kirchenzeitung zu freuen, jetzt aber „enttäuscht“ zu sein über einen Hinweis, wonach auch von K-TV Fernsehgottesdienste übertragen würden. Dies sei ein „konservativer“ Sender, wobei der Autor die dort ausgestrahlten „Messen nach dem alten Ritus“ als „besonders ärgerlich“ empfindet: „Die lateinische Sprache, die vielen Kniebeugen und Segnungen wirken wie Hokuspokus.“

Auf mich wirkt der hier bekundete Zorn ziemlich verwunderlich. Wer mit dem früheren Ritus nichts anfangen kann, muss ihn weder besuchen noch im Internet anschauen. Soviel Toleranz sollte aber möglich sein, jenen Gläubigen einen Hinweis auf Online-Übertragungen zu gönnen, die sich der überlieferten Messform verbunden fühlen, zumal auch Papst Benedikt sie gewürdigt und zudem großzügiger als sein Amtsvorgänger erlaubt hat.

Dieser traditionelle Ritus mag für manche Katholiken, die ihn nicht gewohnt sind oder gleich allergisch darauf reagieren, vielleicht wie „Hokuspokus“ erscheinen, doch liegt dies dann im Auge des Betrachters. So können z.B. die „vielen Kniebeugen und Segnungen“ von anderen Gläubigen als Ausdruck für die Ehrfurcht vor Gott und als würdige Feierlichkeit in der Liturgie wertgeschätzt werden.

In der Kirche ist heute viel von Toleranz, Vielfalt und Verständnis die Rede – dies sollte sich aber nicht auf das eigene reformkatholische Spektrum beschränken, denn echte Toleranz ist nicht teilbar, sie fängt gerade dort an, wo andere Auffassungen beginnen.

Felizitas Küble, 48167 Münster


7 Kommentare on “Was bei der Kirchenzeitung untern Tisch fällt”

  1. Holger Jahndel sagt:

    In der Tat, der neue Götze heißt „Political Correctness“ in unserer Medien- und Ego-Kultur und Gesellschaft, siehe auch das internationale Schiller-Institut und Judith Reisman und James DeMeo aus den USA dazu und den Weblog „Philosophia Perennis“ des Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Siehe auch die „Zeugen der Wahrheit“ (ZDW) Website und das Kreuzgang-Forum und Gloria.TV und den „Bund Katholischer Ärzte“ (BKA) Deutschland und den Catwalk-Weblog und den Kirchfahrter Archangelus und Kath.Net und den Weblog „Philosophia Perennis“ und den Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger und Gerhoch Reiseggers Bücher.

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  3. dorrotee sagt:

    Ach ja, die KuL-Bistumszeitung, die ich schon vor ca. 3 Jahren abbestellte, weil dort auch ein Artikel erschienen ist, der eine Freundschaft (sogar das Zusammmenleben) von einem Flüchtling mit einem ganz jungen deutschen Mädchen als blumig und schön präsentierte. Die Eltern des Asylbewerbers wurden dabei sogar hintergangen, weil sie als Moslems nichts erfahren durften von dieser intimen Beziehung.

    Ich beschwerte mich per Mail und gab auch an, warum ich die KuL abbestelle. Der Redakteur rief tatsächlich zurück und ich konnte deutlich sagen, dass sowas nichts in einer Kirchenzeitung zu suchen hat – und erwähnte auch, wie gefährlich diese Beziehungen zwischen Christen und Moslems werden können.

    Der Redakteur hatte keine Probleme mit dem Artikel und somit war es die letzte Ausgabe der Zeitung für mich.

    Auch typisch, das Fr. Kübles Leserbrief nicht erscheint. Das Kirchenblatt ist derart reformkatholisch, wie man es sonstwo selten erlebt hat.

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  4. Willibald Reichert sagt:

    Als mit einer Münsterländerin verheirateter Rheinland-Pfälzer kann ich zur kirchlichen Entwicklung dort während der letzten vierzig Jahre auf den Toyota-Slogan verweisen:
    NICHTS IST UNMÖGLICH! Deshalb spreche ich auch nur noch vom Monsterland.
    Der uns seinerzeit in Lembeck trauende Pastor Bonse würde mit Schrecken konstatieren,
    was aus dem früheren katholischen Münsterland geworden ist.

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  5. Gerd sagt:

    KuL das steht für: Keine unliebsame Lesermeinung!
    Der Name ist Programm!

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  6. Es ist für mich mehr als befremdlich, wenn sog. Christen Kniebeugen innerhalb der Eucharistie bemängeln, aber gleichzeitig vor einem schwarz-amerikanischen Rechtsbrecher blasphemisch niederknien.
    Wie war das noch bei Moses und der „Anbetung des goldenen Kalbs“ (2. Moses 32:19)?

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    • Holger Jahndel sagt:

      @Norbertbeutel:

      In der Tat, der neue Götz heißt „Political Correctness“ in unserer Medien- und Ego-Kultur und Gesellschaft, siehe auch das internationale Schiller-Institut und Judith Reisman und James DeMeo aus den USA dazu und den Weblog „Philosophia Perennis“ des Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger und das Zeit-Fragen Magazin aus der Schweiz und die Bücher von Gerhoch Reisegger und E den Orientalisten Hans-Peter Raddatz mit „Von Gott zu Allah?“
      http://www.zeit-fragen.ch

      Jihad Watch by Robert Spencer, siehe auch die Artikel des internationalen Gatestone-Institutes http://www.jihadwatch.org

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