Zieh mich heraus aus dem Verderben!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 69 (68),15-16.30-31.33-34.

Entreiß mich dem Sumpf, damit ich nicht versinke.
Zieh mich heraus aus dem Verderben, aus dem tiefen Wasser!
Lass nicht zu, dass die Flut mich überschwemmt,
die Tiefe mich verschlingt,
der Brunnenschacht über mir seinen Rachen schließt.
Ich aber bin elend und voller Schmerzen;
doch deine Hilfe, Gott, wird mich erhöhen.
Ich will im Lied den Namen Gottes loben,
ich will ihn mit Dank erheben.

Die Gebeugten haben es gesehen und sie freuen sich!
Ihr, die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf!
Denn der HERR hört auf die Armen,
seine Gefangenen verachtet er nicht.

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Terroranschlag auf die Kathedrale von Managua im sozialistischen Nicaragua

Als „Terrorakt“ hat der Erzbischof von Managua, Kardinal Leopoldo Brenes, einen Brandanschlag auf die Kathedrale der Hauptstadt verurteilt. Ein unbekannter Mann hatte am Freitag einen Brandsatz in der Kirche entzündet und ein kostbares, 400 Jahre altes Kruzifix fast völlig zerstört.

Der Anschlag beleidige die katholische Gemeinschaft zutiefst. Er sei Teil einer ganzen Reihe von Aggressionen gegen die Kirche in den letzten Monaten, die von großem Hass zeugten und deren Urheber ausfindig gemacht werden müssten.

Nicaragua erlebt seit April 2018 eine Krise mit landesweiten Protesten gegen das linksgerichtete Regime von Präsident Daniel Ortega.

Seit Beginn kamen hunderte von Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Nicaraguas Kirche kritisierte immer wieder in scharfer Form die Menschenrechtsverletzungen der Regierung.

Im Kontext der Spannungen stand auch die Kirche selbst mehrfach im Visier. So stürmten etwa im November 2019 Anhänger des sandinistischen Präsidentenpaares Daniel Ortega und Rosario Murillo die Kathedrale von Managua, nachdem dort Angehörige politischer Gefangenen einen Hungerstreik begonnen hatten, um die Freilassung der Inhaftierten zu fordern.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-08/nicaragua-anschlag-brand-kathedrale-managua-brenes-terrorismus.html


Warum natürliche Hierarchien in Familie, Schule und Kirche sinnvoll sind

Von Christa Meves

Dass Älteste und Einzelkinder zu Altklugheit neigen, bedarf keiner statistischen Absicherung. Nur allzu oft hat sich das an der konkreten Beobachtung bewahrheitet.

Und mit etwas gesunder Nachdenklichkeit ist auch herauszufinden, warum diese Eigenschaft bei den Zweiten in der Geschwisterreihe kaum noch, bei den Mittleren einer Orgelpfeifenfamilie überhaupt nicht mehr in Erscheinung tritt.

Das hat bestimmte Ursachen: Die Ältesten haben vorrangig Erwachsene als Vormacher, die Jüngeren hingegen nehmen sich, kaum dass sie krabbeln können, dasjenige Geschwister zum Vorbild, das ihnen – anders als die Erwachsenen oder sehr viel ältere Geschwister – nur um ein paar Jährchen voraus ist. Das geht meist mit außerordentlicher Rasanz vor sich. Das „Ich auch“ des kleinen Nachläufers ist oft von einer Durchschlagskraft, die die Eltern zweier Kinder geradezu verblüfft.

Diese kleinen, aber den Charakter stark prägenden Vorgänge sind Teil eines allgemeinen psychischen Gesetzes. Unser Nachahmungstrieb zieht die kleinen Schritte den großen Schritten von Lern- und Entwicklungsprozessen vor, und das nach Möglichkeit den kontinuierlichen Stufungen einer Treppe ähnlich.

Die Steilwand ist für den Lebensanfänger unorganisch und führt unter Umständen zum Versagen und Verzagen, weil das allzu hohe Vorbild zu fern, zu unerreichbar ist. Allein die unterschiedliche Körperlänge der familiären Vormacher ist deshalb bereits hinsichtlich der hierarchischen Grundanordnung in der Struktur unserer seelisch-geistigen Wachstumsprozesse sinnreich.

Hierarchische Anordnungen sind in jeder Institution, in der gelernt werden soll –  ganz egal, ob in Familie, Schule oder Kirche – das den Menschen natürliche, zugeordnete Prinzip.

Es entmutigt nicht, es macht von Stufe zu Stufe Teilerfolge möglich. Es fördert, stützt und orientiert, statt am Überanspruch zu überfordern und zu Scheinreife = Altklugheit zu führen.

Die Verleugnung der natürlichen Hierarchie zwischen Lehrern und Schülern – durch Lehreranbiederung – hat deshalb im Schulalltag des antiautoritären Zeitalters immer zum pädagogischen Misserfolg geführt. Die ihres eigentlich höherstehenden Vorbilds beraubten Schüler begannen, ihre Lehrer zu verachten und mit Unruhe und Opposition zu antworten.

Auch die hierarchische Struktur der katholischen Kirche entspricht deshalb mehr den psychischen Bedürfnissen und Möglichkeiten des Homo sapiens als der Versuch des Luthertums, jeden beliebigen Gläubigen zum Laienpriester zu befähigen. Es werden auf diese Weise die Unterschiedlichkeit der Entwicklungsstadien und auch die verschiedenen Möglichkeiten von Begabungen und Begnadungen außer Acht gelassen.

Es täte dem superklugen Selbstbestimmer unserer Moderne gut, sich an diese Grundgegebenheiten unseres Lebens zu erinnern, um nicht an der Urversuchung zur Überheblichkeit zu scheitern.

Die Eltern aber bekommen durch Grundwahrheiten dieser Art direkt von unserem Schöpfer eine fundamentale Berechtigung zur  Familie mit mehreren Kindern.