Montgomery und Streeck zu Corona: Keine „zweite Welle“, sondern Dauerwelle

Von Felizitas Küble

Seit Monaten wird von staatlicher und medialer Seite in puncto Corona vor einer „zweiten Welle“ gewarnt, was wohl vor allem für eine weitere „Begründung“ der Maskenpflicht wichtig erscheint.

Der medienpräsente „Chef-Virologe“ Dr. Drosten, seines Zeichens amtlicher Berater der Bundesregierung, spricht derzeit bereits von einer „zweiten Welle“ und wir wir damit umgehen sollen etc.

Dabei liegen die Infizierten-Zahlen immer noch x-fach niedriger als etwa in der Hochphase Anfang März. Somit kann es sich nicht um eine „zweite Welle“ handeln, vielmehr um eine Wellenbewegung, die mal etwas rauf und dann wieder leicht heruntergeht  – natürlich in Urlaubszeiten wie jetzt wieder ansteigend (als ob das überraschend wäre).

Es gibt aber auch Experten, die nüchtern bleiben und die Fakten angemessen abwägen.

Dazu gehört der Bonner Wissenschaftler Dr. Hendrik Streeck, der völlig zu Recht vor Panikmache warnt.

Wir seien in einer „auf- und wieder abschwingenden Dauerwelle“, erklärte er – und genau so erweisen es auch die Fallzahlen, denn von einem neuen Infektionsschub mit voller Wucht, der auch nur entfernt jenem vom März vergleichbar wäre, kann keine Rede sein.

„Es gibt keinen deutlichen Anstieg“, stellt Dr. Streek klar.

Dasselbe sagt der Präsident des Weltärztebundes, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Er sehe keine zweite Corona-Welle, als vielmehr eine dauerhafte Infektionswelle, erläuterte er im Deutschlandfunk: „Wir sind in einer Dauerwelle. Dieses Problem wird uns noch lange begleiten.“

.

 


Der (un)menschliche Hochmut bleibt eine Bedrohung für die Zukunft der Welt

Von Klaus Moshe Pülz

Der Ideenreichtum des himmelstürmenden Menschen ist seit dem Turmbau von Babel (hebr.: Bawel) hinlänglich bekannt.

Ja, es waren alles Innovationen von der Keule zum Schwert, vom Gewehr zum Maschinengewehr, von der herkömmlichen Bombe zur Atombombe.

Wer von Innovation spricht, sollte zwischen Gut und Böse unterscheiden können. Unser schöner blauer Planet ist seit seinem Bestehen noch niemals derart in seiner Existenz bedroht wie in unseren – trüben  – Tagen, wo Länder wie Pakistan, Nordkorea und  wohl bald auch der Iran über solche Massenvernichtungswaffen verfügen.

Denn die Gefahr geht auch und gerade in unserer Generation  vom Menschen aus. Dabei eifern die „Großmächte“ um  einen ersten Flug zum Mars. Mit diesen Kosten könnte nicht nur der Hunger in der Welt bekämpft werden, sondern auch der Naturschutz, wie der Erhalt des Regenwaldes, der für den Sauerstoffgehalt in unserer Atmosphäre sorgt.

Ohne Verantwortung vor Gott und der Menschheit sind die Tage des blauen Planeten gezählt.

Ich selbst bemühe mich seit 40 Jahren um einen Frieden im Nahen Osten angesichts der Äußerung von Ayatollah Ali Chamenei, es genüge eine einzige Atombombe, um den jüdischen Staat Israel zu eliminieren. Was also die Nazis nicht fertigbrachten, strebt nunmehr die iranische Führung an.

Diese Entwicklung gehört an den Pranger, da sie den technischen Fortschritt in der Welt nicht nur torpediert, sondern pervertiert.

So war der 6.August 1945 jener Tag, an dem zum ersten Mal im japanischen Hiroshima eine Nuklearwaffe zum Einsatz kam. An den Folgen leiden die Menschen noch heute. Eine Plutonium-Bombe folgte auf die japanische Stadt Nagasaki mit noch verheerenderen Folgen.

Zwar folgten nach Ende des Zweiten Weltkrieges Abrüstungsverhandlungen, aber gleichzeitig ging das Wettrüsten weiter. Neun Länder – USA, Rußland, England, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea – verfügen inzwischen  über  14.465 Atomwaffen, fast 2000 davon befinden sich in einem Zustand hoher Alarmbereitschaft.

Diese Entwicklung apokalyptischen Ausmaßes belegt die Verantwortungslosigkeit des Menschen mit seiner vermeintlichen Genialität.

Gerade am Geschehen um Israels Existenz kumuliert sich ein Spannungsfeld, wonach das hehre Ziel islamistischer Kräfte die Rückeroberung Jerusalems (arab.: al-quds = die Heilige) ist.

Das prophetische Wort in der Bibel, insbesondere im 38. Kapitel des Propheten Hesekiel ist bereits vom Krieg „Gog aus dem Lande Magog“ die Rede, wonach Rußland am Ende der Tage sich anschicken wird, Israel anzugreifen. Doch der ungleiche Kampf wird entschieden durch das Eingreifen Gottes selbst, der sich durch den Wahnwitz des himmelstürmenden Menschen herausgefordert fühlt.

Möge somit der Schöpfer Himmels und der Erde dem üblen Treiben der gottlosen Menschen alsbald Einhalt gebieten, damit der Ewige Seinen Verheißungen entsprechend das Jahrtausend  des Friedens schaffen wird mit Israel als „Missionsvolk für alle Völker“ (hebr.: mamlechet kohanim, 1.Mos. 12,3; 2.Mos. 19,6).

Unser Gastautor Klaus Mosche Pülz ist deutsch-israelischer Judenchrist, Publizist, Vorsitzender des ZeLeM-Vereins und der „Messianischen Bekenntnisgemeinschaft“ in Israel: http://www.zelem.de


Kritik an Entlassung des Basketballers Saibou

Zur Kündigung des Basketball-Spielers Joshiko Saibou durch seinen Verein Telekom Baskets Bonn nach der Teilnahme Saibous an der Corona-Demonstration in Berlin erklärt der  sportpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Jörn König:

„Das ist eine Bestrafung aus politischen Gründen und dazu eine klare Verletzung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit. Dieses Grundrecht steht eindeutig über möglicherweise existierenden, dann allerdings fragwürdigen Regelungen in Arbeitsverträgen von Profisportlern, auf die sich Bonns Basketballpräsident Wolfgang Wiedlich als Begründung für die fristlose Kündigung beruft.

Auf der einen Seite wird immer wieder die Forderung nach dem ‚mündigen Athleten‘ gestellt. Wenn ein Athlet dann aber eine vom Mainstream abweichende Meinung vertritt, wird er sanktioniert.

Präsident Wiedlich, im Hauptberuf Journalist, der schon im Mai eine Meinungsäußerung Saibous in einem Video kritisiert hatte, begründet dessen Kündigung damit, dass man ‚ein permanentes Infektionsrisiko, wie es der Spieler Saibou darstellt, weder gegenüber seinen Arbeitskollegen in unserem Team noch gegenüber anderen BBL-Teams verantworten‘ könne.

Fakt ist aber, dass die Telekom Baskets als Team derzeit weder zusammen spielen noch trainieren. Die Pokalrunde soll ab Mitte Oktober ausgetragen werden. Der Beginn der Meisterschaft ist für Anfang November geplant.

Hier entsteht der Eindruck, dass Präsident Wiedlich die Gelegenheit genutzt hat, einen Spieler loszuwerden, der ihm mit seiner politischen Meinung nicht passt.“


Der Star-Charismatiker John Wimber und seine irreführenden „Prophetien“

Von Alexander Seibel

Wenn man den Weg von John Wimber etwas verfolgt, muß man feststellen, daß man ein ständiges Hin und Her beobachten kann. Aussagen werden widerrufen, mit neuer Kühnheit formuliert, abgeändert, theologisch schmackhafter verpackt usw.

Als einer der bekanntesten Evangelikalen Englands, David Watson, an Krebs erkrankte, kam Wimber eigens angeflogen und verkündigte, wie Gott ihm gezeigt habe, Watson werde gesund.

Als dann Watson doch starb, versuchte man „Schadensbegrenzung“, so gut es ging. Die Leichtgläubigkeit der Anhänger, besonders, aber nicht nur aus dem charismatischen Umfeld, ermöglichte es ihm, ziemlich unbeschadet weiterzumachen.

Dabei hätte man nach biblischen Test (5 Mose 18, 22) erkennen können könne, daß hier ein falscher Prophet agiert. Doch solche Aussagen galten als zu negativ bzw. lieblos.

Dann wurde die große Erweckung für England angekündigt, die ebenfalls ausblieb.

BILD: Eines der zahlreichen Bücher des pfingstlerischen Predigers John Wimber

Clifford Hill, der sich selber zur charismatischen Szene rechnet und an den Dienst der Geistesgaben glaubt, schreibt darüber:

„Letzten Sommer (1990 Anm.) riet ich Wimber ab, im Oktober nach England zurückzukehren, weil soeben eingestanden wurde, daß 15 Bereiche des Irrtums in ihrem (Wimber und sein Team von Propheten, Anm.) Dienst vorlagen und dies brauchte Zeit, um aufgearbeitet zu werden…

Dennoch war John Wimber entschieden, Versammlungen in England im Oktober zu leiten, weil Paul Cain, Bob Jones und andere geweissagt hatten, daß eine große Erweckung in diesem Monat ausbrechen werde.

Ich hatte bereits erklärt, daß diese Prophezeiungen falsch sind und daß es keine Erweckung in England geben würde ohne Buße, aber Wimber glaubte ihnen so restlos, daß er seine Kinder und Enkelkinder von den USA mitbrachte, damit sie die erwartete Erweckung bezeugen könnten.

Als nichts geschah in dieser Woche, in einem letzten Versuch, Gott zu überreden, die Flammen der Erweckung zu schicken, rief er am letzten Tag in London, in der letzten Versammlung zur Stille auf. Als der mächtig rauschende Wind sich nicht einstellte, beendete John Wimber die Versammlung eine halbe Stunde früher und kehrte nach Hause zurück, wobei er viele Leute enttäuscht und desillusioniert zurückließ.“ (Prophecy Today, „Which Army?“ Volume 7, Jan./Febr. 91, S. 10)….

Doch die meisten waren weiterhin von Wimbers Charme bezaubert und vergaßen darüber die biblischen Kriterien der Prüfung.

Eine Generation, die immer mehr videotisiert und von daher emotionalisiert ist, sieht auch wenig Anlaß, anhand des Wortes Gottes zu prüfen. Persönliche, freundliche und positive Eindrücke zählen da mehr und sind offensichtlich gewichtiger.

Zu Wimbers fragwürdigen Lehren bzw. Praktiken listet Dr. John D. Hannah u.a. auf:

Er betet über Objekten, daß sie „geheilt“ (übernatürlich repariert) werden, z.B. Kühlschränken, Autos, Waschmaschinen etc.

Er behauptet außerdem, daß Jesus Einblicke durch „Worte der Erkenntnis“ bekommen habe. Auch ruft John Wimber den Heiligen Geist, um auf besondere Leute in einer Versammlung herabzukommen. (Dr. John D. Hannah, „The Signs and Wonders Movement, The Vineyard Movement or The Third Wave“, Lesson 30, S. 14).

Eine Zeitlang behauptete Wimber, um übernatürliche Manifestationen für jeden Christen schmackhaft zu machen: „Alles, was er (Jesus, Anm.) tat, können auch wir tun. Schließlich war Christus so begrenzt in seiner menschlichen Natur, daß er sich nicht viel von uns unterschied. Deshalb, wenn Er, mit der Hilfe des Geistes, mit einem Wort heilte, warum können wir nicht das gleiche tun?“ (Sword & Trowel“, 2. Nov. 1987, S. 30).

Als Dr. Jack Deere zu ihm stieß, der sich dann später (1992) wieder von der Vineyard-Bewegung distanzierte, wurde versucht, diese Zeichen- und Wunderansprüche  –  nun etwas biblischer –  durch die Charismen von 1. Kor. 12 zu legitimieren. (…)

Wimbers Vorstellung von einer endzeitlichen Erweckung greift wiederum Clifford Hill auf:

„Gemäß John Wimber ist es eine Art von ‚Armee Joels‘, die allen Widerstand überwinden und die Nationen unterwerfen wird. Diese Lehre ist Teil dessen, was als ‚Herrschaftstheologie‘ bekannt ist…Es sollte offensichtlich sein, sogar für jene, die keine Ahnung von biblischer Exegese haben, daß dies eine Armee der Zerstörung ist“.

Man hat bis in die Exegese hinein das Gerichtshandeln Gottes mit Segen bzw. Erweckung verwechselt. Der „Toronto-Segen“ demonstriert dies auch praktisch mehr als deutlich. So ist Wimber ein warnendes Beispiel für einen Zickzackkurs, der dem Geist Gottes nicht entspricht. Man beruft sich auf Vollmacht und Geistesleitung bzw. besondere Geistesfülle, Eingebungen und Offenbarungen und wird trotzdem einmal so und dann wieder genau anders geführt.

R. McConnell als Fürsprecher und Teilhaber der Charismatischen Bewegung hat genau diesen Punkt angesprochen:

„Die Hauptursache für diese notorischen Richtungsänderungen bei der Lehre ist nur allzu deutlich erkennbar. Von ihren Anfängen bis in die Gegenwart hat die Charismatische Bewegung eine fehlerhafte Offenbarungslehre vertreten. Wir Charismatiker haben uns zu wenig dem Prinzip verpflichtet, daß die Bibel der einzig unfehlbare Maßstab für Glaube und Praxis ist…

Solange wir uns nicht ernsthaft dem Prinzip verpflichten, daß Lehre und Praxis einer hermeneutisch sauberen Auslegung des Wortes Gottes entstammen muß, wird unsere Bewegung für eine endlose Serie prophetischer Offenbarer und ihren bizarren Lehren ein willfähriges Opfer sein“ („Ein anderes Evangelium“, Verlag C.M. Fliß, 1990, S. 237).

John Wimber ist inzwischen gestorben. Doch ist zu befürchten, daß auch weiterhin alle theologischen und biblischen Ungereimtheiten bzw. Differenzen mit seinem nachwirkenden Charme zu kitten versucht wird…

Und dies ist es, was die Leute anspricht und hören wollen. Des HERRN Feststellung „Du hast geprüft, die da sagen, sie seien Apostel und sind’s nicht – und hast sie als Lügner erfunden“ (Offb. 2,2), ist da schon weniger gefragt.

Quelle und vollständiger Text des Artikels hier: https://horst-koch.de/john-wimber/

Alexander Seibel über die Charismatik: https://www.alexanderseibel.de/beginn_der_charismatischen_bewegung.htm

 


Vor 70 Jahren wurde die Charta der deutschen Heimatvertriebenen verabschiedet

Am heutigen Mittwoch vor 70 Jahren unterzeichneten die Vertriebenenverbände und ostdeutschen Landsmannschaften in Stuttgart die „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“. 

Dazu erklären Thorsten Frei, Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sowie Eckhard Pols, der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten:

Thorsten Frei: „Nur fünf Jahre nach dem Sieg über das nationalsozialistische Deutschland und nach dem durch Willkür und Gewalt herbeigeführten Verlust ihrer Heimat unterzeichneten die Vertriebenenverbände die Charta der Heimatvertriebenen. Die meisten Vertriebenen hatten unsägliches Leid erfahren und mussten feststellen, dass viele Westdeutsche über Jahre hinweg die von Ihnen erbrachten Opfer nicht wirklich anerkannten.

Heute erinnern wir daran, dass die Charta zu einem der Gründungsdokumente der Bundesrepublik und einem der Ausgangspunkte für das friedliche Europa geworden ist: Dieses Dokument beinhaltet nicht nur die Rechte und Pflichten der Flüchtlinge und Vertriebenen, sondern auch den Verzicht auf Rache und Vergeltung sowie den Einsatz für ein geeintes Europa und den Wiederaufbau Deutschlands.“

Eckhard Pols: „Das Wirtschaftswunder der jungen Bundesrepublik hätte ohne die bedingungslose Integrationsbereitschaft und den Fleiß der Vertriebenen nie jene Höhenflüge überreicht, für die es noch immer bewundert wird. Dafür gilt ihnen bis heute unsere höchste Anerkennung und unser Dank.

Auch wenn die aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie nicht mit der Nachkriegszeit vor 70 Jahren zu vergleichen sind, wird auch heute jedem von uns vor Augen geführt, dass die Werte, für die die Charta der Vertriebenen steht – Verzicht, Hingabe, die Bereitschaft zur Rücksichtnahme –, nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben.“


Iran: Sorge um coronakranke Mohammadi

 
Reporter ohne Grenzen (RSF) ruft den Iran auf, die an Covid-19 erkrankte Menschenrechtlerin Narges Mohammadi (siehe Foto) sofort aus der Haft zu entlassen.
Selbst nachdem die gefährliche Lungenkrankheit bei der schwer vorerkrankten Mohammadi diagnostiziert worden ist, verweigert ihr die Justiz bislang die Verlegung in ein Krankenhaus, in dem sie angemessen versorgt werden könnte.
„Wenn Narges Mohammadi nicht umgehend in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses verlegt wird, könnte ihr Leben in akuter Gefahr sein“, sagte RSF-Vorstandssprecherin Katja Gloger. „Die verzweifelte Lage dieser mutigen Frau zeigt die ganze Menschenverachtung des iranischen Regeims mit seinem Unterdrückungsapaarat. Narges Mohammadi hätte für ihre friedliche Menschenrechtsarbeit niemals eingesperrt werden dürfen. Nun verweigert ihr die iranische Justiz in höchster Not selbst das elementare Recht auf eine angemessene Gesundheitsversorgung.“

Irans Justiz verweigert der 48-Jährigen Mohammadi, die seit 2015 im Gefängnis sitzt, seit Jahren eine angemessene Behandlung ihrer schweren körperlichen und psychischen Leiden. Schon zu Beginn der Coronavirus-Pandemie, die den Iran besonders schwer getroffen hat, warnten RSF und andere deshalb vor den besonderen Gefahren einer Ansteckung für Mohammadi und weitere vorerkrankte politische Häftlinge in Irans überfüllten Gefängnissen.

Mohammadi hatte am 29. Juni erste Symptome einer Covid-19-Erkrankung gezeigt. Danach verschlechterte sich ihr Zustand schnell, und am 5. Juli verlor sie zeitweise das Bewusstsein. Drei Tage später wurde sie auf Covid-19 getestet, am 11. Juli wurde bei ihr schließlich die Krankheit festgestellt.

In einem offenen Brief vom 13. Juli prangerte Mohammadi die schlechten Haftbedingungen im Zentralgefängnis von Sandschan an, in das sie im Dezember verlegt worden war. Zu wenig Platz und mangelnde ärztliche Versorgung hätten zusammen mit der Nachlässigkeit der Gefängnisleitung zur Ausbreitung des Coronavirus in der Haftanstalt beigetragen.

Seit ihrer Diagnose sei sie ebenso wie elf Mitgefangene bettlägerig, berichtete Mohammadi weiter. Sie zeige Symptome wie extreme Müdigkeit, Unterleibsschmerzen, Durchfall und Erbrechen, erhalte aber keine angemessene Behandlung. Bilder des staatlichen Fernsehens, auf denen sie in einer Nachrichtensendung am 16. Juli in vermeintlich guter Verfassung präsentiert wurde, bezeichnete Mohammadi als inszeniert und ohne ihr Einverständnis aufgenommen.

In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten 16 UNO-Menschenrechtsberichterstatter die Bilder als Verletzung von Mohammadis Privatsphäre und zeigten sich besorgt über mögliche weitere Covid-19-Fälle in Irans Gefängnissen, da viele vorsorglich freigelassene Häftlinge inzwischen zurückbeordert würden.

Fortsetzung der Meldung hier: www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/sorge-um-covid-19-kranke-narges-mohammadi