Der Star-Charismatiker John Wimber und seine irreführenden „Prophetien“

Von Alexander Seibel

Wenn man den Weg von John Wimber etwas verfolgt, muß man feststellen, daß man ein ständiges Hin und Her beobachten kann. Aussagen werden widerrufen, mit neuer Kühnheit formuliert, abgeändert, theologisch schmackhafter verpackt usw.

Als einer der bekanntesten Evangelikalen Englands, David Watson, an Krebs erkrankte, kam Wimber eigens angeflogen und verkündigte, wie Gott ihm gezeigt habe, Watson werde gesund.

Als dann Watson doch starb, versuchte man „Schadensbegrenzung“, so gut es ging. Die Leichtgläubigkeit der Anhänger, besonders, aber nicht nur aus dem charismatischen Umfeld, ermöglichte es ihm, ziemlich unbeschadet weiterzumachen.

Dabei hätte man nach biblischen Test (5 Mose 18, 22) erkennen können könne, daß hier ein falscher Prophet agiert. Doch solche Aussagen galten als zu negativ bzw. lieblos.

Dann wurde die große Erweckung für England angekündigt, die ebenfalls ausblieb.

BILD: Eines der zahlreichen Bücher des pfingstlerischen Predigers John Wimber

Clifford Hill, der sich selber zur charismatischen Szene rechnet und an den Dienst der Geistesgaben glaubt, schreibt darüber:

„Letzten Sommer (1990 Anm.) riet ich Wimber ab, im Oktober nach England zurückzukehren, weil soeben eingestanden wurde, daß 15 Bereiche des Irrtums in ihrem (Wimber und sein Team von Propheten, Anm.) Dienst vorlagen und dies brauchte Zeit, um aufgearbeitet zu werden…

Dennoch war John Wimber entschieden, Versammlungen in England im Oktober zu leiten, weil Paul Cain, Bob Jones und andere geweissagt hatten, daß eine große Erweckung in diesem Monat ausbrechen werde.

Ich hatte bereits erklärt, daß diese Prophezeiungen falsch sind und daß es keine Erweckung in England geben würde ohne Buße, aber Wimber glaubte ihnen so restlos, daß er seine Kinder und Enkelkinder von den USA mitbrachte, damit sie die erwartete Erweckung bezeugen könnten.

Als nichts geschah in dieser Woche, in einem letzten Versuch, Gott zu überreden, die Flammen der Erweckung zu schicken, rief er am letzten Tag in London, in der letzten Versammlung zur Stille auf. Als der mächtig rauschende Wind sich nicht einstellte, beendete John Wimber die Versammlung eine halbe Stunde früher und kehrte nach Hause zurück, wobei er viele Leute enttäuscht und desillusioniert zurückließ.“ (Prophecy Today, „Which Army?“ Volume 7, Jan./Febr. 91, S. 10)….

Doch die meisten waren weiterhin von Wimbers Charme bezaubert und vergaßen darüber die biblischen Kriterien der Prüfung.

Eine Generation, die immer mehr videotisiert und von daher emotionalisiert ist, sieht auch wenig Anlaß, anhand des Wortes Gottes zu prüfen. Persönliche, freundliche und positive Eindrücke zählen da mehr und sind offensichtlich gewichtiger.

Zu Wimbers fragwürdigen Lehren bzw. Praktiken listet Dr. John D. Hannah u.a. auf:

Er betet über Objekten, daß sie „geheilt“ (übernatürlich repariert) werden, z.B. Kühlschränken, Autos, Waschmaschinen etc.

Er behauptet außerdem, daß Jesus Einblicke durch „Worte der Erkenntnis“ bekommen habe. Auch ruft John Wimber den Heiligen Geist, um auf besondere Leute in einer Versammlung herabzukommen. (Dr. John D. Hannah, „The Signs and Wonders Movement, The Vineyard Movement or The Third Wave“, Lesson 30, S. 14).

Eine Zeitlang behauptete Wimber, um übernatürliche Manifestationen für jeden Christen schmackhaft zu machen: „Alles, was er (Jesus, Anm.) tat, können auch wir tun. Schließlich war Christus so begrenzt in seiner menschlichen Natur, daß er sich nicht viel von uns unterschied. Deshalb, wenn Er, mit der Hilfe des Geistes, mit einem Wort heilte, warum können wir nicht das gleiche tun?“ (Sword & Trowel“, 2. Nov. 1987, S. 30).

Als Dr. Jack Deere zu ihm stieß, der sich dann später (1992) wieder von der Vineyard-Bewegung distanzierte, wurde versucht, diese Zeichen- und Wunderansprüche  –  nun etwas biblischer –  durch die Charismen von 1. Kor. 12 zu legitimieren. (…)

Wimbers Vorstellung von einer endzeitlichen Erweckung greift wiederum Clifford Hill auf:

„Gemäß John Wimber ist es eine Art von ‚Armee Joels‘, die allen Widerstand überwinden und die Nationen unterwerfen wird. Diese Lehre ist Teil dessen, was als ‚Herrschaftstheologie‘ bekannt ist…Es sollte offensichtlich sein, sogar für jene, die keine Ahnung von biblischer Exegese haben, daß dies eine Armee der Zerstörung ist“.

Man hat bis in die Exegese hinein das Gerichtshandeln Gottes mit Segen bzw. Erweckung verwechselt. Der „Toronto-Segen“ demonstriert dies auch praktisch mehr als deutlich. So ist Wimber ein warnendes Beispiel für einen Zickzackkurs, der dem Geist Gottes nicht entspricht. Man beruft sich auf Vollmacht und Geistesleitung bzw. besondere Geistesfülle, Eingebungen und Offenbarungen und wird trotzdem einmal so und dann wieder genau anders geführt.

R. McConnell als Fürsprecher und Teilhaber der Charismatischen Bewegung hat genau diesen Punkt angesprochen:

„Die Hauptursache für diese notorischen Richtungsänderungen bei der Lehre ist nur allzu deutlich erkennbar. Von ihren Anfängen bis in die Gegenwart hat die Charismatische Bewegung eine fehlerhafte Offenbarungslehre vertreten. Wir Charismatiker haben uns zu wenig dem Prinzip verpflichtet, daß die Bibel der einzig unfehlbare Maßstab für Glaube und Praxis ist…

Solange wir uns nicht ernsthaft dem Prinzip verpflichten, daß Lehre und Praxis einer hermeneutisch sauberen Auslegung des Wortes Gottes entstammen muß, wird unsere Bewegung für eine endlose Serie prophetischer Offenbarer und ihren bizarren Lehren ein willfähriges Opfer sein“ („Ein anderes Evangelium“, Verlag C.M. Fliß, 1990, S. 237).

John Wimber ist inzwischen gestorben. Doch ist zu befürchten, daß auch weiterhin alle theologischen und biblischen Ungereimtheiten bzw. Differenzen mit seinem nachwirkenden Charme zu kitten versucht wird…

Und dies ist es, was die Leute anspricht und hören wollen. Des HERRN Feststellung „Du hast geprüft, die da sagen, sie seien Apostel und sind’s nicht – und hast sie als Lügner erfunden“ (Offb. 2,2), ist da schon weniger gefragt.

Quelle und vollständiger Text des Artikels hier: https://horst-koch.de/john-wimber/

Alexander Seibel über die Charismatik: https://www.alexanderseibel.de/beginn_der_charismatischen_bewegung.htm

 


9 Kommentare on “Der Star-Charismatiker John Wimber und seine irreführenden „Prophetien“”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Im frühchristlichen Mönchtum sind ekstatische Erlebnisse zwar nicht unbekannt, jedoch spielen sie keine herausragende Rolle. Die Mönche streben nach der Hesychia (Seelenruhe, Stille) und stellen bei Erlebnissen der ‚Begeisterung’ die Frage, ob sich ihnen der göttliche oder ein dämonischer Geist genähert hat.

    In die kirchliche Theologie hält die Wertschätzung der Ekstase erst durch die um 500 n. Chr. verfasste mystische Theologie des pseudonymen Dionysius Areopagita Einzug. Die Ekstase als das „freie und rein von allem gelöste Heraustreten“ ist für Dionysius das Mittel, „zum überwesentlichen Strahl des göttlichen Dunkels emporgehoben zu werden“.

    Diesen Ansatz greift die mittelalterliche Mystik des 13. Jahrhunderts auf. Bonaventura (1221-1274), der durch die Lebensgeschichte und Frömmigkeit des Franz von Assisi, der 1224 in mystischer Verzückung die Wundmale Christi empfing, religiös geprägt wurde, führt Ekstase bzw. Verzückung (verstanden als Entrückung von allen leiblichen Empfindungen) als systematische Elemente des kontemplativen Weges in die abendländische Mystik ein. In Anlehnung an die spirituelle Stufenfolge des Dionysius (Läuterung, Erleuchtung und Vervollkommnung) vollendet sich für Bonaventura der kontemplative Weg in mystischer Verzückung als Vertrautheit mit dem gekreuzigten Christus.

    Auch für Jan van Ruysbroek (1294-1381) folgt der mystische Weg einer spirituellen Stufenfolge. Der menschliche Geist hat über drei „Klippen“ zu steigen, um sich der göttlichen Ruhe anzunähern. In der Nachfolge Christi erlebt der Geist in der ekstatischen Hingabe die „Brautfahrt Christi“. Solchen schwärmerischen Erfahrungen verdankt Ruysbroek seinen Beinamen „doctor ecstaticus“.

    Stärker noch als unter männlichen Mystikern spielen Tranceerfahrungen in der Religiosität von Frauen eine Rolle. Die Anerkennung von Nonnen gründet in dieser Zeit häufig in ihrer charismatischen Autorität. Ekstatische Schilderungen finden sich etwa in den Aufzeichnungen der Mechthild von Magdeburg (ca. 1207 bis um 1282/94), die erotische Bilder des Hohenliedes aufgreift, um ihre mystischen Erfahrungen zu versprachlichen. Ähnliche erotisch-ekstatische Tendenzen herrschen bei Mechthild von Hackeborn (1242-1299) und Gertrud von Helfta (1256-1302) vor. Teresa von Avila (1515-1582) schließlich erfährt starke, auch körperlich geprägte Ekstasezustände und lehrt den mystischen Aufstieg von der Vereinigung über die Verzückung zur Liebeswunde.

    In die Reformationsbewegung findet ein mystisch-ekstatischer Ansatz Eingang durch die beiden von Martin Luther (1483-1546) besorgten Ausgaben der Theologia Deutsch (1516 und 1518), obwohl er sich in späteren Jahren von der Mystik zunehmend distanziert. Fruchtbar wird dieser Ansatz unter den Täufern, die nach einer direkten, unvermittelten Aneignung des Göttlichen suchen. Ihr religiöses Ziel ist die mystische Vereinigung mit dem Göttlichen auf der Grundlage der Einwohnung Gottes in der menschlichen Seele. Die Täufer wollen ‚das Zeugnis des Geistes in sich’ verspüren.

    In nachreformatorischer Zeit führt diesen Ansatz in Deutschland Jakob Böhme (1575-1624) weiter, für den ekstatische Erfahrungen in der Vereinigung mit Christus oder Sophia (der göttlichen Weisheit) gipfeln. Böhme beeinflusst Angelus Silesius (1624-1677) und Gottfried Arnold (1666-1714). In England löst der Wanderprediger George Fox (1624-1691) auf Versammlungen Massenekstasen aus, die bei vielen Hörern zu einem Zittern (engl. quake) führen, weswegen seine Anhänger auch als Quäker bezeichnet werden. John Wesley (1703-1791) ruft eine geistliche Erneuerungsbewegung ins Leben, die auf die Vergewisserung des eigenen Glaubens und die Erfahrung des Angenommenseins durch Gott zielt und zur Begründung des Methodismus führt. Auch bei methodistischen Evangelisationen kommt es in der Frühzeit zu Massenekstasen, die geradezu als Prüfstein des Missionserfolges gewertet werden können.

    Methodistische Einflüsse spielen eine auslösende Rolle bei der Entstehung der Pfingstbewegung im frühen 20. Jahrhundert. Neben Bekehrung und Heiligung bildet für die Pfingstler die Geisttaufe die dritte geistliche Erfahrung. Sie ist mit verschiedenen Geistesgaben verbunden, besonders mit der ekstatischen Zungenrede (Glossolalie). Die Pfingstbewegung wiederum beeinflusst die Entstehung der charismatischen Bewegung in der Mitte des 20. Jahrhunderts in den USA, für die „die Taufe im Heiligen Geist“ im Zentrum der religiösen Erfahrung steht. Durch diese „Taufe“ werden weitere Geistesgaben wie Heilung, Prophetie und Zungenrede freigesetzt, die in der Praxis zu einer ekstatischen Frömmigkeit führen. Charismatische Kirchen sind die derzeit am stärksten wachsenden christlichen Gemeinschaften weltweit.

    Valentin Weigel als protestantischer Mystiker mit Einfluss auf Angelus Silesius und andere

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    • Es gibt übrigens auch das echt christliche traditionelle spirituelle Dhyana(m)-Yoga bei den Thomas-Christen Indiens bzw. den Thomas-Kirchen in der Nachfolge der Apostels Thomas.
      Teile dieser Thomas-Christen bilden eine Kirchenunion mit der alten syrischen bzw. assyrischen Kirche von Antiochia in der Nachfolge des Apostels Thaddäus und auch des Apostels Petrus, in echter apostolischer und bischöflicher Tradition und Nachfolge und Sukzession der Apostel und Bischöfe also. Siehe auch den 1. Clemensbrief bei diesen, den der Heilige Irenaeus von Lyon – wie auch den Hirtenbrief des Hermas – noch zum Bibel-Kanon des Neuen Testamentes zählte. Und als liturgischen Schatz die Jakobus-Liturgie nach dem Apostel Jakobus. Siehe auch Elias Erdmanns freie Online-Texte zu mystischen biblischen und hermetischen Symbolik und die wiederentdeckte Mysterien- und Bogumil-Theologie des Benediktiners Odo Casel und auch den jüdischen Religionswissenschaftler Gershom Scholem. Siehe auch das internationale Schiller-Institut und den Weblog „Philosophia Perennis“ des Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger und so weiter usw.

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  2. Anonymous sagt:

    Zum „Gravesoaking“

    in diesem Video lehnt Bill Johnson das sog. „Gravesoaking“ eindeutig ab. Die diesbezügliche Frage von Dr. Brown beginnt etwa ab Minute 16:45 Die Antwort erfolgt etwa ab Minute 17:05. Sein Co-Pastor Kris Vallotton lehnt das ebenfalls in dem unten verlinkten Beitrag auf facebook ab.

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  3. Guten Tag,
    Sie werfen dem Autor mehrfach Unwahrheit vor, ohne dies zu belegen. Ein Hinweis auf Wimbers Witwe ist kein Beweis, zumal Sie nicht einmal dies quellenbelegen. Zudem kommt es nicht auf seine Witwe an, sondern auf die damaligen Augenzeugen.
    Hierzu heißt es auf der evangelischen Aufklärungsseite Reli-Info: „Eine Krise in Wimbers Einsatz für den Heilungsdienst ergab sich durch das im Januar 1983 durchgeführte, erfolglose Heilungsgebet für den anglikanischen Charismatiker David Watson.“ (Quelle: https://www.relinfo.ch/vcf/infotxt.html#44)
    Eine „Krise“ wohlgemerkt – und die entstand wohl nicht von selbst – zumal in seinen eigenen Kreisen!
    Im übrigen ist es in der Schwärmerszene gang und gäbe, daß falsche Heilungsversprechen abgegeben werden. Ich weiß es von Betroffenen selber.
    So hat etwa der indische Charismatikerpater Manjackal dem Kirchenhistoriker Volker Jordan vor Zeugen erklärt, er (Jordan) werde von seinem Krebs geheilt. Ein halbes Jahr später verstarb er.
    Ähnlich erfuhr ich es vor einigen Jahren in Fulda beim Kongreß „Freude am Glauben“ von einer Freundin, deren verstorbene Bekannte dasselbe erlebt hatte: die Charismatiker-Nonne Sr. Valappila hatte ihr Heilung angekündigt, die aber nicht eintraf.
    Da hilft es auch nicht, über „Motive“ solcher Heilungsprediger zu spekulieren, es geht allein darum, daß falsche Hoffnungen und damit tiefste Enttäuschungen bei den Betroffenen hervorgerufen werden.
    Mir können Sie hier kein X für ein U schönreden, ich habe seit Jahrzehnten zu viele Kontakte mit Geschädigten!
    Es hat übrigens keiner behauptet, Wimber habe sich auf Erweckungshoffnungen „beschränkt“ – aber er hat sich diesbezüglich geirrt, auch was seine Ankündigungen für England betrifft.
    Gerade die Chose mit der „Weltweiten Erweckung“, die uns noch bevorstände, kann man ja allenthalben nachlesen – sowohl in der evang. Zeitschrift „Charisma“ wie im katholischen CE-Blättchen (beide beziehe ich seit vielen Jahren – ich kenne mich in der dortigen Literatur recht genau aus).
    Die Wimber-Story mit der Abtreibungsprognose beeindruckt mich nicht, denn das kann man sich leicht vorstellen, daß bei einer Großveranstaltung 100 betroffene Frauen mit dabei sind.
    Personen können auch falschprophetisch reden, wenn sie sich nicht ausdrücklich als „Propheten“ bezeichnen – was soll denn diese Ausflucht?!
    Wimber hat für sich das „Wort der Erkenntnis“ reklamiert (und gerade Sie schrieben ihm doch auch „Vollmacht“ zu!) – also sparen Sie sich bittschön diese Wortklaubereien.
    Die von Wimber gegründete Vineyard-Bewegung hat noch vor drei Jahren in Bern ausgerechnet Bill Johnson als Redner eingeladen, dessen Bethel-Church z.B. das „Grabsaugen“ praktiziert:
    https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/07/grabsaugen-gravesucking-fuer-eine-salbung-durch-verstorbene-charismatiker/
    Freundlichen Gruß!
    Felizitas Küble

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    • Anonymous sagt:

      Ich habe niemanden „mehrfach“ die Unwahrheit vorgeworfen. Und ich habe mich auch nicht auf Wimbers Witwe berufen, sondern auf die Witwe von David Watson. Den entscheidenden Punkt aber übersehen Sie:

      Nicht ich, sondern Sie und Koch und Seibel haben erstmal zu belegen, Wimber habe David Watson die körperliche Heilung zugesagt. Genau das hat aber David Watsons Witwe, eine Augenzeugin, bestritten.

      Ihre Quelle bei relinfo behauptet auch gar keine solche angebliche Zusage. Hier wird nur von einem „erfolglosen Heilungsgebet“ gesprochen. Natürlich wurde um Heilung gebetet. So wie es uns Christus aufgetragen hat. Ist das verwerflich, auch wenn die Heilung dann ausbleibt?Hier geht es aber nicht um ein Gebet um Heilung. Sondern um die Behauptung, Wimber habe Watson prophetisch die Heilung zugesagt. Dazu lesen Sie unter Randziffer 44 Ihrer Quelle bei relinfo:

      „Wimber betete mit Mitarbeitern für den krebskranken Watson. Unklar ist, ob Wimber in diesem Zusammenhang die Heilung Watsons proklamiert hat oder nicht. Wimber bestreitet dies in H 11ff.“

      Relinfo macht sich daher NICHT Ihre Behauptung zu eigen, Wimber habe die Heilung proklamiert. Die Quelle beweist also Ihre Behauptung NICHT. Dass angeblich eine Krise wegen des erfolglosen Heilungsgebets eingetreten sei, halte ich übrigens für unzutreffend. Aber es spielt auch für Ihre Behauptung keine Rolle.

      Was sonst Ihrer Meinung nach „gang und gäbe“ ist und was ein Herr Manjackal oder eine Sr Valapilla gemacht haben sollen, spielt für die Bewertung des Dienstes von John Wimber keine Rolle. Denn es gibt keine „Sippenhaft“. Und wer einen Sprecher einlädt, ist damit noch lange nicht mit allem einverstanden, was dieser Sprecher angeblich denkt. Und schon gar nicht John Wimber. Denn der ist schon lange tot.

      Nur kurz zum gravesoaking:

      Bethel „praktiziert“ das nicht als Gemeinde. Leute, die dort sind, haben das „privat“ so gemacht. Bill Johnson und sein Copastor Kris Vallotton lehnen das auch ab. Die Quellen dafür nenne ich gerne bei Bedarf.

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      • Guten Tag,
        Sie haben sehr wohl dem Autor „mehrfach“ die Unwahrheit vorgehalten – oder lesen Sie Ihre eigenen Texte nicht?
        In Ihrem ersten Kommentar schreiben Sie nach dem ersten Vorwurf der Unwahrheit gleich weiter:
        „Der Rest ist von anticharismatischer Voreingenommenheit geprägt und wird deshalb weit über Gebühr aufgebauscht und verzerrt.
        womit Sie sogar den ganzen Beitrag als Text, der „verzerrt“, diffamieren.
        Die Äußerung Seibels zu Watson finden Sie auch auf Wiki zitiert, das Sie sonst soo gerne verlinken: https://de.wikipedia.org/wiki/Vineyard
        Warum sollte es wegen dieses Vorgangs zu einer „Krise“ der Bewegung gekommen sein, wenn keine Heilungszusage Wimbers vorlag?
        Dies wäre unsinnig, wenn dabei lediglich sein Krankengebet nicht „gewirkt“ hätte, denn dann wäre Wimbers Anhängerschaft ja noch viel verstiegener und euphorischer als er selber.
        Dieser Aspekt ist wichtiger als eine angebliche Äußerung der Witwe, sei es jene Wimbers oder Watsons, zumal gerade Watson selber ein bekannter Charismatiker war. Zudem führen Sie auch für diese Witwe-Behauptung keinen Beleg an.
        Sodann tun Sie so, als habe die Bethel-Church an sich mit dem Grabsaugen nichts zu tun, Bill Johnson lehne es angeblich sogar ab.
        Haben Sie das Gravesoaking-Foto seiner Frau übersehen, das in dem verlinken Artikel veröffentlicht wurde?
        Und ebenso das ausführliche Zitat Johnsons, mit dem er diese Praxis zumindest begünstigt?
        Wie schwarmgeistig Wimber gesinnt war, zeigen seine eigenen Bücher, z.B. heißt es in „Heilung in der Kraft des Geistes“ über die Wirkung der Geistesgaben auf S.209:
        „Oft geraten Seele und Leib in einen rauschähnlichen Zustand…Menschen in diesem Zustand fühlen sich „schwer“, manche können nicht aufstehen oder brauchen jemanden, der sie stützt, um gerade gehen zu können, um nicht zu taumeln. Auch die Sprache wird oft schwerfällig.“
        Hingegeben ermahnt Paulus seine Gemeinde, zumal die Korinther, immer wieder zu Nüchternheit, Besonnenheit und Wachsamkeit.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  4. Anonymous sagt:

    Die Behauptung bezüglich David Watson ist schlicht und ergreifend unwahr. Die Witwe von David hat sich klar dazu geäußert.

    Der Rest ist von anticharismatischer Voreingenommenheit geprägt und wird deshalb weit über Gebühr aufgebauscht und verzerrt. Als hätte sich Wimbers Wirken auf irgendwelche Erweckungshoffnungen beschränkt. Wimber hat sich auch selbst nie als „Prophet“ gesehen. Sondern als jemand, der allen Gaben des Heiligen Geists gegenüber offen war. Er selbst hat auch nichts prophezeit. Und er hat auch nicht – entgegen Anderen – eine mediale Präsenz erzeugt, in der er sich als Prediger hervorgetan hat.

    John Wimber hatte den Mut, für seinen Glauben Risiken einzugehen, die auch seinen persönlichen Ruf betrafen. Er hatte keine Angst davor falsch zu liegen. Das lag an einer Erinnerung, die er während seiner Bekehrung hatte:

    Er war eines Tages in einer größeren Stadt, als er einen Mann mit zwei Werbetafeln sah, die sich vor dessen Bauch und hinten an seinem Rücken befanden. Auf der vorderen Tafel stand:

    „I am a fool for Christ.“ Deutsch: „Ich bin ein Narr um Christi willen.“

    Und auf der Rückseite stand:

    „Whose fool are you?“ Deutsch: „Wessen Narr bist Du?“

    Und da erkannte er, dass das Gottes Anfrage an ihn war: Bist Du bereit, ein Narr für mich zu sein? Deinen Ruf um meinetwillen aufs Spiel zu setzen?

    Und das hat John Wimber gelebt. Wimber hatte keine Probleme, Fehler einzugestehen. Man kann sich natürlich dem Aspekt des Übernatürlichen im christlichen Glauben entziehen, um ja nichts falsch zu machen. Wimbers Sache war das aber nicht. Denn er nahm ernst, dass Jesus alle seine Jünger aufforderte, für die Kranken zu beten, Dämonen auszutreiben usw.

    Ich habe selbst einmal an einer Konferenz mit John Wimber Anfang der 90er in der Schweiz teilgenommen. Es waren ca. 4.000 Teilnehmer. Höhepunkt(e) waren für mich nicht die teilweise spektakulären körperlichen Heilungen, obwohl ich sie „hautnah“ mitbekam. Wobei zu sagen ist, dass Wimber permanent die Teilnehmer aufforderte, selbst für die Umstehenden zu beten, die Gebet wünschten, weil er gerade kein charismatischer Alleinunterhalter sein wollte. Es ging also nicht um ihn und seine Gaben.

    Der Höhepunkt war folgendes WAHRES „Wort der Erkenntnis“:

    „i sense the Lord tells me that in this room are 100 people who were inflicted in abortion. And I ask you to come forward to receive forgiveness.“ Deutsch: Ich empfinde, dass in diesem Raum (es war eine Art Kongresshalle) 100 Menschen sind, die in Abtreibung verstrickt waren. Und ich bitte Euch, nach vorne zu kommen, um Vergebung zu empfangen.

    Danach fingen einzelne Konferenzteilnehmer und Teilnehmerinnen an, im Mittelgang nach vorne zu gehen. Fast alle weinten und schluchzten bitter. Es gab Gebetsteams, die sie dort im Empfang nahmen und mit ihnen in etwas ruhigere Bereiche gingen, um mit ihnen zu beten. John Wimber hatte wohl gezählt, wie viele nach vorne kamen. Die Zahl 100 schien mir ziemlich dem zu entsprechen, was ich sah. Da sagte er: „Da fehlen noch zwei. Kommt alle nach vorne und empfangt Vergebung. Der Vater möchte, dass alle kommen und Vergebung empfangen.“ Neben mir standen plötzlich zwei Personen auf. Tränen liefen über ihre Gesichter. Und da ich auf einer Art Empore war, mussten die eine Strecke gehen, um zur Bühne vor zulaufen. Und dabei habe ich sie beobachtet. Und was ich sah, war echt.

    Das erste Mal in meinem Leben hatte ich miterleben können, was für ein wunderbarer Vater Gott ist. Und das deshalb, weil Wimber den Mut hatte, einen persönlichen Eindruck öffentlich zu machen. Und zwar auf das Risiko hin, dass sich niemand oder nur wenige bewegt hätten.

    Für mich ist das vorbildhaft. Ich erwarte keine Perfektion in diesen Sachen. Und da darf auch jemand mal mit seinem Eindruck daneben liegen, ohne gleich ein „Falschprophet“ zu sein. Ich erwartete von keinem John Wimber und von niemandem, der heute noch lebt, dass alles, was er oder sie von sich gibt, 100 % Gottes Reden ist. Diese Vorstellung ist mir völlig fremd. Sie entspricht nicht der Lebenswirklichkeit von Christen.

    Es ist deshalb auch unsinnig, irgend welche Stellen aus dem AT heran zu ziehen:

    Propheten im Alten Testament hatten ein öffentliches AMT. Sie waren die einzigen Sprachrohre Yahwes. Sie wurden von Königen und Herrschern konsultiert, die ihre Politik danach ausrichteten (oder auch nicht).

    Deshalb war es so bedeutend, dass sie ganz genau in ihren Aussagen waren. Die Gläubigen hingen davon ab, dass die Prophetien zutrafen. Das ändert nichts daran, dass diese Propheten eine Schule durchliefen, in der sie lernten, Gottes Reden von ihrem eigenen Reden abzugrenzen. Denn auch sie waren nicht perfekt.

    In der Zeit neutestamentlicher Gnade, in der wir jetzt leben, ist das nicht mehr so. Die Gläubigen haben den Heiligen Geist und Jesus Christus innewohnend und können und sollen (!) deshalb für sich alles prüfen. Auf der anderen Seite „beschränken“ sich neutestamentliche Prophetien auf Dinge, die nicht Lehre über Gott betreffen. Demzufolge spricht Paulus, wenn er über das Prophezeien redet, keine Warnung mehr davor aus, dass jede unzutreffende Prophetie schlimmste Konsequenzen hat. Er ermutigt vielmehr die Ausübung dieser Gaben.

    John Wimber hat für sich aber NIE das Amt eines Propheten reklamiert oder sich als Prophet bezeichnet. Schon deshalb ist der gegen ihn gerichtete Vorwurf haltlos.

    John Wimber lebte dafür, teilzuhaben am Reich Gottes und dabei Gottes Mitarbeiter zu sein und andere Gläubige dafür frei zu setzen, ebenfalls Mitarbeiter im Reich Gottes zu sein. Über seinen Erfolg oder Misserfolg wird ein anderer urteilen als Frau Küble, Herr Koch oder Herr Seibel. Und dieser wahre Richter Jesus Christus, wird nicht nach dem richten, was man äußerlich sieht und hört. So hat er es selbst gesagt. Sondern er wird das Herz John Wimbers sehen und seine Motive. Beides ist Frau Küble, Herrn Koch oder Herrn Seibel verborgen.

    P.S. Meine Zitate sind aus dem Gedächtnis und sinngemäß.

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