So erlebte ich den „Marsch für das Leben“

Von Lucia Tentrop

In Berlin war wieder der „Marsch für das Leben“. Meine Freundin Maria hat bei den Vorbereitungen mitgearbeitet. Sie hatten auf 1.500 Mitgänger gehofft, aber es waren ca. 3.000. Auf der einen Seite des Brandenburger Tors waren die eigentlichen Demonstranten – auf der anderen die Gegendemonstranten.

Letztere verweigerten jede Meinungsäußerung an den Reporter. Die kommen nur zum Stören und werden fürs Sitzblockaden und Dabeisein bezahlt, können und dürfen aber keine Auskünfte geben.

Die Störungen waren wegen der Trennung durch das Brandenburger-Tor nicht so schlimm wie früher. Da mussten die Gegendemonstranten aus dem Marsch polizeilich herausgeholt werden

Ich habe das mal selbst direkt hinter mir erlebt und hatte ziemliche Angst. Man durfte sich ja nicht wehren, weil immer die Gefahr besteht, dass die Christen in der Presse als Randalierer dastehen. In Münster war das mal ganz schlimm.

Foto Axel Nickolaus

Der Berliner Erzbischof Koch und ein paar andere Oberhirten wie der Regensburger Bischof waren dabei. Natürlich auch jede Menge Polizisten.

Der zwischendurch eingeschaltete Radio Horeb Sender berichtete, dass in den USA bereits eine Gruppe anstrebt, die Tötungserlaubnis über die Geburt hinaus zu verlängern, sofern das Wohlergehen der Eltern durch das Kind gefährdet ist. – Was dazu treibt, ist wohl der Konflikt zwischen der zunehmenden Bevölkerung und Zerstörung unserer Erde durch den Menschen – und seinem Wunsch, für die bereits Situierten den Wohlstand zu erhalten.

Die Fernsehübertragung erfolgte nur über RTDeutsch (Russland)  und EWTN (USA). In den Berlin-Nachrichten von RBB um 19 Uhr wurde die Demo für einige Sekunden erwähnt, in den ARD-Nachrichten um 20 Uhr – wie üblich – totgeschwiegen. Trotzdem wächst die Gruppe von Jahr zu Jahr weiter.

Ich komme mir in Berlin manchmal vor wie in einer Neuauflage des Nazi-Regimes – nur dass die Diktatur von links zu kommen scheint, weil da auch die Feministinnen sind. Die moderne Selbstabwertung des Menschen, die mir heute wieder bewusst wurde, ist mir unheimlich. Vielleicht profitiert von diesem Versinken unserer eigenen Kultur eine ganz andere Macht.

Es war aber auch etwas sehr Positives dabei: Eine sehr natürliche und weibliche Frau um die 40 berichtete öffentlich von ihrem Schicksal, dass ihr 4. Kind, das sie erwartete, mit einem fehlgebildeten Kopf zur Welt kommen und nicht lange leben würde. Da schien eine Abtreibung nahezuliegen.

Aber die Ärztin und ihr Mann standen zu ihr, damit sie das Kind austrug. Sie nahm die Situation an, obwohl sie wusste, dass das Kind bald nach dere Geburt sterben würde – was dann auch geschah.

Das war so beeindruckend, wie diese durch und durch beseelte und blühende Frau ihr Leiden schilderte und verkraftet hat, dass ich das nie vergessen werde. Gut, dass es auch solche Menschen gibt. Was sind dagegen diese ewig unzufriedenen Emanzen!

Unsere Autorin Lucia Tentrop ist katholische Theologin, Pädagogin, Malerin und Musikerin; sie lebt in Berlin  –  hier ihre Homepage: www.lucia-tentrop.de


6 Kommentare on “So erlebte ich den „Marsch für das Leben“”

  1. Holger Jahndel sagt:

    ‚Wo bleibt Ihr Aufschrei, Ihr bigotten Religionsschauspieler?‘

    18. Dezember 2018 in Prolife

    Ehemaliger Bild am Sonntag-Chefredakteur und jetziger AFD-Politiker Nicolaus Fest übt scharfe Kritik an den Kirchen, weil diese zur JUSO-Foderung nach Abtreibung bis zum 9. Monat schweigen

    https://www.kath.net/news/66262

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Psyche und Seele: „Ich bin für die strenge Trennung von Psychotherapie und Seelsorge“

    https://www.deutschlandfunk.de/psyche-und-seele-ich-bin-fuer-strenge-trennung-von.886.de.html?dram:article_id=484615

    Verborgen im Untergrund: Wie römische Klöster Juden beschützten und retteten und verbargen

    https://www.deutschlandfunk.de/verborgen-im-untergrund-wie-roemische-kloester-juden.2540.de.html?dram:article_id=484528

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  3. Holger Jahndel sagt:

    Beile Ratut hinterfragt in einem Essay das „westliche Denken“ der Kirchen
    Von
    PP-Redaktion –
    20. März 20190
    Die deutsch schreibende Finnin Beile Ratut, für Matthias Matussek die „wahrscheinlich … unterschätzteste Autorin des gegenwärtigen Literaturbetriebs“, rechnet in ihrem Essay „Das Fanal des Ego auf den Stufen zur Kirche“ knallhart und eloquent mit dem Denken der Kirchen der westlichen Welt ab. Ein Gastbeitrag von Rainer Buck
    https://philosophia-perennis.com/2019/03/20/beile-ratut-hinterfragt-in-einem-essay-das-westliche-denken-der-kirchen/
    https://philosophia-perennis.com/

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  4. Holger Jahndel sagt:

    Siehe auch Judith Reisman aus den USA und die Epoch Deutschland Zeitung und den Internetauftritt von Eva Hermann und den „Bund Katholischer Ärzte“ (BKA) Deutschland.

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  5. killema sagt:

    Letztere verweigerten jede Meinungsäußerung an den Reporter. Die kommen nur zum Stören und werden fürs Sitzblockaden und Dabeisein bezahlt, können und dürfen aber keine Auskünfte geben.
    Von „Menschen“, die hohl im Kopf sind, kannst du keine Antwort erwarten. Es ist immer dasselbe. Die größten Hohlköpfe sind die, die sich für schmutzige Sachen einspannen lassen.

    Gefällt 1 Person

    • Thomas May sagt:

      In der Tat.
      Als mehrjährigem Teilnehmer am „Marsch für das Leben“ in Berlin fällt es auch mir schwer, die Gegendemonstranten als ernsthafte, streitbare Kontrahenten wahrzunehmen.
      Das sind Leute, die nicht diskutieren, sondern nur zerstören, kaputtmachen, mit allen Mitteln wie Sitzblockaden verhindern wollen, dass der Demonstrationszug voran und ans Ziel kommt.
      Das ist Gosse.
      Vulgäre und obszöne Sprache beherrschen ihre Plakate und „Sprechgesänge“.
      „Lecken statt nageln“. Wie innovativ.
      Oder:
      Eine unbekleidete Marienpuppe, die sich zwischen die Beine greift und mit dem Finger selbst befriedigt. Ekelhaft.
      So inszeniert sich die linksgrüne „Gegenkultur“!

      Gefällt 1 Person


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