Erinnerung, Schmerz und Versöhnung: Das Afrika der Großen Seen und seine Tragik

Von Stefan P. Teppert

Unter einer schmerzvollen Vergangenheit hat das Afrika der Großen Seen zu leiden. Besonders die Geschichte Ruandas und Burundis ist voll von Bürgerkriegen, Gräueltaten und Völkermord, die nie vollständig aufgegriffen und verarbeitet wurden.

Eine Tagung in der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg widmete sich am 11. September 2020 im Dialog zwischen Afrika und Europa der Frage, ob die Erinnerung der Vergangenheit ein Weg zur Schaffung eines nachhaltigen Friedens ist.

Im Namen des afrikanischen Netzwerks „Rapred Girubuntu“ begrüßte Tagungsleiter Pater Dr. Déogratias Maruhukiro (siehe Foto) aus Freiburg die Teilnehmer, deren Zahl wegen der Corona-Pandemie beschränkt war und deren internationale Vertreter nur online anwesend sein konnten.

Er sprach allen Institutionen seinen Dank aus, die zur Organisation dieser Tagung beitrugen, insbesondere der Deutschen Bischofskonferenz, der Erzbischof-Hermann-Stiftung und dem Land Baden-Württemberg als Förderer sowie der Universität Freiburg und der sudetendeutschen „Ackermann-Gemeinde“ als Kooperationspartner.

Deren Zusammenarbeit mit „Rapred Girubuntu“ trage bereits greifbare Früchte, wie sie sich etwa in der Entwicklung der „Girubuntu Peace Academy“ widerspiegeln. Diese Zusammenarbeit verdiene es, warb Pater Maruhukiro, unterstützt zu werden, indem man sich öffne für die aktive Beteiligung weiterer Institutionen, „um unseren gemeinsamen Traum zu verwirklichen: die Förderung von Frieden und Versöhnung“.

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine ähnliche Tagung in Freiburg stattgefunden, beide seien Teil einer Reihe weiterer Tagungen, die im Rahmen der „Girubuntu Peace Academy“ in Burundi, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo organisiert werden sollen. 

Erinnern  –  Verstehen – Versöhnen

Prof. Dr. Klaus Baumann (siehe Foto) vom Institut für Praktische Theologie der Universität Freiburg (seit 2004 Direktor des Arbeitsbereichs Caritaswissenschaft und Christliche Sozialarbeit) stellte einführende Überlegungen zum Tagungsthema an, zu dem Dreischritt „Erinnern – Verstehen – Versöhnen“.

Ausgeblendete und verdrängte Erinnerungen an überwältigende Erlebnisse und Widerfahrnisse voller Angst, Schmerz oder Wut seien – wie die Traumaforschung zeigt – gleichsam vergrabene Minen, die explodieren, wenn man ahnungslos darauf tritt. In kalten wie in heißen Konflikten herrsche schnell ein Schwarz-weiß-Denken vor mit einfachen Erklärungen, die einen selbst ent-schuldigen und die anderen beschuldigen.

Um die Beweggründe der Konfliktgegner zu verstehen, sei aber zunächst die Bereitschaft zu einem Prozess notwendig, das eigene Denken in verhärteten Kategorien aufweichen zu lassen. Eine Perspektivenübernahme könne auf beiden Seiten ehrliches Erinnern voraus- oder freisetzen. In der tatsächlichen Begegnung kann dann jede Seite mitteilen, was sie von der anderen verstanden hat.

Schmerzliche Fragen werden viele Tränen kosten. Wenn aber nicht Rache und Vergeltung, Lüge und Manipulation im Vordergrund stehen, sondern die Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit, könne es zum Verstehen kommen.

Doch Verstehen sei lediglich eine Vorstufe zum Vergeben oder Versöhnen. Nur durch freien Entschluss in persönlicher Bereitschaft auf beiden Seiten kann erreicht werden, dass man einander wieder gut ist. Den Feind zu lieben, könne man aber menschlich nicht fordern, räumte der Moraltheologe ein, Feindesliebe stehe in der Macht und Art Gottes.

Doch ebenso wie das Christsein koste die Arbeit für Frieden und Versöhnung Mühe und „Studium“, weil sie sehr wertvoll, zugleich aber ein von der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue Gottes getragenes Geschenk ist.

Diözesanreverend Dr. Dieter Brandes (siehe Foto), Pfarrer und Ökonom, ehem. Direktor der ökumenischen Stiftung „Reconciliation in South East Europe“, Projektleiter „Healing of Memories zwischen Kirchen, Kulturen und Religionen in Rumänien“ sowie Beauftragter des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), blickte zurück auf die Vergangenheitsbewältigung in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands.

Offiziell waren davon 44 Kriegsgegner-Staaten berührt. Den ca. 6,4 Mill. Deutschen stehen 50 bis 60 Mill. Kriegsopfer anderer Staaten gegenüber, darunter ca. 27 Mill. in der Sowjetunion, 6 Mill. in Polen (einschließlich 3 Mill. Juden).

Es gab Kriegsverbrechen der Wehrmacht und der SS, den Holocaust an Juden, den Porajmos an Sinti und Roma, die Euthanasie genannten Krankenmorde, ca. 3 Mill. weitere KZ-Opfer sowie mehrere Mill. Zwangsarbeiter. Für Deutschland war die Schuldfrage eindeutig.

Demgegenüber stehen Erinnerungen an alliierte Bombardierungen, an die Vertreibung von 12 – 14 Mill. Deutschen etc. Brandes zog Linien von den ersten Schuldbekenntnissen und Gedenkformen in Staat und Kirchen der 50er Jahre über Dokumentationen und Denkmäler hin zur heutigen deutschen Erinnerungskultur und deren Ausdrucksformen einschließlich des Unbehagens an ihrer Institutionalisierung.

Er nannte u. a. die Auschwitz-Prozesse, den Élysée-Vertrag mit Frankreich von 1963 als Beginn eines europäischen Friedensprojektes, die viel schwierigere Versöhnungsgeschichte mit Polen, beginnend mit der Annäherung von kirchlicher Seite seit 1957 bzw. 1965, wobei der Briefwechsel der katholischen Bischöfe zur emotionalen Grundlage für den Warschauer Kniefall Willy Brandts 1970 wurde; die noch schwierigere Annäherung in der Sudetenfrage zwischen Tschechen und Deutschen mit den heute noch bestehenden Beneš-Dekreten.

Mag. Elizaveta Getta (siehe Foto) vom Institut der Translationswissenschaft an der Prager Karls-Universität lieferte online zugeschaltet als Frucht ihrer Masterarbeit einen Beitrag über „Interkulturelle Kommunikation in Namibia und Tansania während der Kolonialzeit“.

Das „Schutzgebiet“ Namibia, von 1884 bis 1915 eine deutsche Kolonie, brauchte seit seiner Gründung eine effiziente Kommunikation zwischen der lokalen Bevölkerung und den Kolonialherren. Die ersten sprachpolitischen Bemühungen, beiden Seiten gegenseitig Kenntnisse zu vermitteln oder eine Lingua franca einzuführen, seien aus kulturellen und finanziellen Gründen gescheitert. Überwiegend mussten Dolmetscher die Kommunikation indirekt leisten, vor allem in Justiz, Religion und Diplomatie, was zu zahlreichen Missverständnissen führte.

Der deutsche Einfluss verbreitete sich in diesem Gebiet schnell, man gründete deutsche Vereine, Pressehäuser und ein Netz von (Missions-) Schulen, deren Aufgabe sowohl in Sprachunterricht als auch der Umerziehung zu den „deutschen Tugenden“ bestand. Spuren der deutschen Kultur sind bis heute sichtbar in Architektur, Kultur, Wissenschaft, Fernsehen und Presse. Bis 1990 war Deutsch eine der drei Amtssprachen. Heute herrsche eine Tendenz, alles Deutsche zu beseitigen und die deutsche Minderheit in ihr Ursprungsland abzuschieben angesichts unerfüllter Entschädigungsansprüche wegen „Völkermordes“ an den Herero und Nama.

In Deutsch-Ostafrika (damals Tansania, Burundi und Ruanda, 1885 bis 1915 deutsche Kolonie) wurde, so Getta, dagegen keine gezielte Germanisierung angestrebt, weil es dort schon zuvor mit dem Swahili eine Verkehrssprache unter den zahlreichen Ethnien gab und das Dolmetschen in arabischer Sprache stark vertreten war. Die Deutschen nutzten diese Kolonie vor allem zu Handelszwecken. Das Deutsche spielt daher heute kaum eine Rolle.

Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven (siehe Foto) vom Institut für Theologie und Frieden (itf) in Hamburg reflektierte das Problem der Versöhnung als Voraussetzung für Frieden. Unter Individuen bestehe Versöhnung auf der einen Seite aus der Einsicht in persönliche Schuld, der Anerkenntnis des Unrechts, Reue und der Bereitschaft zur Wiedergutmachung seitens des Täters. Dem entspreche auf der anderen Seite das Opfer durch Vergebungsbereitschaft.

Die Versöhnung zwischen Opfern und Tätern sei als dialogisches Geschehen zu begreifen, das nicht hergestellt werden kann, sondern ein freies Geschehen zwischen Individuen mit einem wesentlichen Moment der Unverfügbarkeit sei. Weil Täter ihr Unrecht nicht ungeschehen machen können, bleibe menschliches Versöhnungsgeschehen unvollständig. Erst im Blick auf die durch Christus geschenkte Versöhnung mit Gott könne wirkliche Versöhnung geschehen.

Letzter Grund der Versöhnungsbereitschaft sei also die Offenbarung Gottes, insofern die Endgültigkeit der Schuld durch die alles menschliche Handeln noch einmal umgreifende Liebe Gottes überwunden werden kann. Bei der Analyse kollektiver Versöhnungsprozesse zeigte Justenhoven zwei Arten auf: erstens solche Vorgänge, in denen es um die Übernahme persönlicher Schuld und die auf einen individuellen Täter zielende Vergebung geht.

Davon zu unterscheiden sei eine zweite Art kollektiver Versöhnungsprozesse, an denen Täter und Opfer nicht mehr beteiligt sind. In diesem Fall handle es sich um das Eingeständnis der Schuld einer vorausgehenden Generation als Fundament einer Zukunft, die nicht von den Geistern der Vergangenheit versklavt wird.

Der burundische Intellektuelle David Gakunzi (siehe Foto) war online zugeschaltet und sprach über die Möglichkeiten, in seinem Heimatland einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Gakunzi ist bekannt für seine engagierte geistige Reise zur Förderung des Friedens und der Menschenrechte, des sozialen Wandels und eines besseren Zusammenlebens in Burundi.

Der ehemalige internationale Beamte, Journalist, Schriftsteller und Lehrer hat in Afrika, Europa, Nord- und Südamerika gelebt und gearbeitet und viele gleich gesinnte Persönlichkeiten kennen gelernt wie Julius Nyerere, Dom Helder Camara, Nelson Mandela, Pierre Fatumbi Verger, Graca Machel, über die er auch geschrieben hat. Zahlreiche Initiativen gehen auf ihn zurück, so das internationale Martin-Luther-King-Zentrum und die afrikanische Friedensuniversität. Er leitet derzeit das Paris Global Forum, eine unabhängige Institution, die den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen Afrika und dem Rest der Welt fördert.

Das kollektive Gedächtnis in Burundi sei fragmentiert, polarisiert und verworren, sagte Gakunzi. Man müsse sich zuerst den Brutalitäten und der Barbarei stellen, die das Leben von Hunderttausenden seiner Landsleute erschüttert, zerrissen und zerstört haben. In erster Linie müssen Verbrechen qualifiziert und Verantwortlichkeiten individualisiert werden. Vordringlich sei es ebenfalls, sich von der Logik der erblichen Schuld zu lösen.

Man könne aber nicht vom eigenen Leiden geheilt werden, indem man das Leiden anderer leugnet. Es gehe wesentlich darum, die Kultur der Verschwiegenheit und des Ungesagten zu brechen, das Wort im Geiste der bürgerlichen Verantwortung mit dem Ziel der kollektiven Heilung zu befreien. Denn das Wort sei ein Akt, der sowohl verletzen wie auch rehumanisieren kann. Dieser Weg führe von der Wahrheit über die Gerechtigkeit zur Versöhnung. Dabei sei aber Vergebung weder eine Pflicht noch ein erlassenes Gebot, sondern werde frei und ohne Druck von außen gewährt.

Zum Abschluss der Tagung legten bei einer Podiumsdiskussion drei Personen ihre Standpunkte dar zu der Frage: „Die Kultur der Erinnerung als ‚Eckstein’ für gesellschaftlichen und politischen Frieden?

Dr. Rainer Bendel (siehe Foto), Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft katholischer Vertriebenenorganisationen, Lehrbeauftragter für Kirchengeschichte an der Universität Hohenheim und Vorsitzender des Instituts für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa, moderierte die Diskussion.

Die Kulturvermittlerin und Autorin Kateřina Kovačková (siehe Foto) studierte Germanistik, deutsche Literatur und Kunsterziehung in Böhmen, Bayern und Berlin, promovierte über die Figuren der „Anderen“ an der LMU München, gehört heute dem Lehrstuhl für Germanistik und Slawistik an der Philosophischen Fakultät der Westböhmischen Universität in Pilsen an.

Sie beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Deutsche aus Böhmen. Getragen von dem Gedanken, dass persönliche menschliche Schicksale für die Geschichte mehr sensibilisieren als historische Abhandlungen, hat sie zahlreiche Gespräche mit ihren deutschen Landsleuten geführt, ließ sich die Geschichten ihrer Vertreibung erzählen und gab sie in Sammelbänden heraus („Böhmisches. Allzu Böhmisches?“ 2017, „Mai 1945 in der Tschechoslowakei“ 2020, soll 2021 auch in tschechischer Sprache erscheinen).

Diese Lebenserinnerungen nimmt sie auch in das Audio-Archiv namens Pamet národa (Memory of Nations) mit über 6.000 öffentlich zugänglichen Zeitzeugen-Interviews der tschechischen NGO Post Bellum auf. Versöhnung kann, ja muss von unten stattfinden, in der persönlichen Konfrontation, im Erleben von Mensch zu Mensch, so Kovačkovás dezidierte Meinung. Sie bekennt sich zur heute weitgehend verschwiegenen gemeinsamen deutsch-tschechischen Kulturgeschichte, lebt die alte Zweisprachigkeit. Den immer noch präsenten deutschen Einfluss in Tschechien hält sie für eine Bereicherung, lehnt Schubladendenken und Segregation ab und plädiert dafür, sich die Geschichte und Kultur des jeweils anderen anzueignen.

Nicht anklagen, nicht Schuld zuweisen, sich nicht von den immer gleichen Methoden der Populisten und Nationalisten blenden lassen, sondern die Karten auf den Tisch legen und einander zuhören sei nötig. Man könne sich als Opfer auch stilisieren, eine Gnade oder Erleuchtung dagegen sei wohl die gelassene oder großherzig entgegenkommende Haltung oft gerade bei denjenigen, die am meisten gelitten haben.

Fremdheit und Andersartigkeit müsse man nicht unbedingt überwinden, sie können statt als Manko auch als anregender Mehrwert aufgefasst werden. Gemeinsam, sagt sie, können wir etwas Neues entstehen lassen und dadurch auch ein Stück weit die alten Traumata verarbeiten.

Dieser Haltung konnte sich auch Prof. Dr. Michael Albus (siehe Foto), Honorarprofessor für Religionsdidaktik der Medien an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg im Breisgau, nahtlos anschließen. Bei langwierigen Versöhnungsprozessen seien neben dem persönlichen Dialog nicht nur Vernetzung, sondern auch Institutionen nützlich und unentbehrlich, aber im Wesentlichen müsse man als Einzelkämpfer vorgehen, schon deshalb, weil als Gruppe schlecht an den Einzelnen heranzukommen ist. Wir müssen uns mit der Geschichte beschäftigen, so Albus, auch wenn der Mensch (nach Erich Fromm) sich als zu träge erweist, um aus ihr zu lernen.

Zugleich brauche es eine Erinnerungskultur auf der Basis von authentischen Zeitzeugen. Wir müssen Generationen übergreifend voneinander wissen, uns gegenseitig unterstützen und ergänzen, uns im Alltag erleben und näherkommen. Albus erzählte symptomatische Erlebnisse, um seine Auffassung zu illustrieren.

Bekannt wurde der Theologe schon durch seine Pressetätigkeit beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken und beim ZDF, als Kommentator bei „heute“ und „heute-journal“, als Moderator von Magazinsendungen und Live-Diskussionen, aber mehr noch durch drei Kulturreportagereihen: „Wohnungen der Götter“, über die Heiligen Berge der Weltreligionen (zusammen mit Reinhold Messner); „Frühe Stätten der Christenheit“, auf den Spuren des Apostels Paulus; sowie „Wohnungen Gottes“, über mystische Orte der drei monotheistischen Religionen.

Außerdem hat Albus 20 Jahre lang die Zeitschrift „Ost-West“ mitgestaltet und schreibt noch heute Beiträge für sie. Zusammen mit mehr als 150 Theologen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterzeichnete er im Februar 2011 ein Memorandum, in dem neben der Zulassung von Frauen im kirchlichen Amt und der Beteiligung des Kirchenvolks bei der Ernennung von Pfarrern und Bischöfen auch die Abschaffung des Zölibats gefordert wurde.

Juliette Nijimbere (siehe Foto) gehört dem Frauenkollektiv für Frieden und Demokratie in Burundi (Collectif des femmes pur la paix et de la démocratie au Burundi) an und setzt sich für die  Integration der Migranten in Belgien ein. Sie erklärte, im livestream von Brüssel zugeschaltet, was alles ein Vermittler oder Moderator oder engagierter Bürger sein und beachten muss, um in Burundi auf Versöhnung hinwirken zu können.

Er muss sich vor allem des ihm übertragenen Vertrauens und der ihm zugewiesenen Funktion würdig erweisen und nicht in parteipolitischem Interesse, sondern in dem des ganzen burundischen Volkes handeln. Der Konflikt nach der erzwungenen dritten Amtszeit von Präsident Pierre Nkurunziza gegen die Verfassung und die Arusha-Abkommen macht die Aufgabe des Vermittlers in diesem Konflikt nicht gerade einfacher.

Er muss sich, so Nijimbere weiter, im Dialog für die Förderung des Gedenkens an die Opfer einsetzen und sich verpflichten, aller Opfer ohne irgendeinen Unterschied mit gleichem Einfühlungsvermögen zu gedenken, denn alle haben Mitgefühl und Anerkennung ihres Leidens verdient, unabhängig von ihrem Glauben und was immer sie sein mögen.

Darüber hinaus muss sich der Vermittler verpflichten, eine Botschaft der Hoffnung für alle zu geben, um die Spirale von Gewalt, Hass, Misstrauen, Unsicherheit und Tod zu beenden. Durch den Verzicht auf den mörderischen Wahnsinn jeglicher Ideologie entscheidet sich der Vermittler für das Leben in einem besseren Burundi, wo Frieden und Sicherheit herrschen. Er arbeitet weiterhin für ein Burundi, in dem Hutu, Tutsi, Twa und Ganwa zum Gedenken zusammenkommen.

Er soll die Protagonisten aller Seiten dazu bringen, sich gegenseitig zuzuhören und zu verstehen, mit gegenseitigem Respekt. Auf diese Weise wird er die Mauer aller tödlichen Ideologien niederreißen, eine Mauer, die von den verschiedenen Tätern in verbrecherischer Absicht errichtet wurde.

Er wird im Anderen keinen Feind sehen, sondern einen Gleichgesinnten. Schließlich setzt er sich für Fairness und Gerechtigkeit ein, die zur Geburt einer friedlichen Generation beitragen werden.

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