Bewegende Bundestags-Rede von Martin Hohmann am 1. Oktober: JA zum Leben!

Hier folgt der vollständige Wortlaut einer fünfminütigen Ansprache im Deutschen Bundestag vom 1.10.2020, die der AfD-Parlamentarier Martin Hohmann (siehe Foto) gehalten hat.

Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Das Justizministerium ist für die Prüfung und den rechtmäßigen Vollzug von Gesetzen zuständig. Insofern obliegt ihm ein Wächteramt. Auch gehen nicht wenige Gesetzesinitiativen vom Justizministerium aus. Wir haben eben aus dem Mund der Ministerin einige Ankündigungen in dieser Richtung gehört.

Auch meine Ausführungen gehen in diese Richtung. In der Coronakrise haben sich unerwartet hochbrisante Fragen der Abwägung neu gestellt. Was ist das einzelne Leben wert?

Es wurde entschieden, dass die potenzielle Gefährdung eines Lebens jeden volkswirtschaftlichen Schaden aufwiegt. Diese Beurteilung lässt eine andere Frage, die in der alltäglichen Praxis und im

Gesetzesvollzug längst entschieden ist, in einem neuen Licht erscheinen.

Ich meine die Frage des § 218 Strafgesetzbuch. Es wird Sie überraschen, dass ich ähnlich wie die Kräfte des linken Spektrums für eine Abschaffung dieser Vorschrift plädieren möchte, aber von einer anderen Perspektive her.

Ich habe die Wunschvorstellung, den Traum, dass nach einem Prozess des Umdenkens und der Umerkennung sich ein neues Selbstverständnis einstellt, das den § 218 überflüssig macht. Dieses Verständnis ist davon geprägt, in erster Linie die Chancen zu sehen, die in jedem jungen Leben angelegt sind.

Im Johannesevangelium heißt es: „ … ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“.

Von dieser Fülle darf man sich einen neuen Wolfgang Amadeus Mozart oder eine neue Mutter Teresa erwarten. Diese Fülle beinhaltet auch eine optimistische Zukunftssicht. Ja, es liegt an uns. Ja, wir können eine Wende herbeiführen.

Dabei kann die Überlegung helfen, dass wir das, was wir geschenkt bekommen haben, was wir in vollen Zügen genießen, das Leben, Menschen im Frühstadium nicht vorenthalten dürfen. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit.

Jedem Leben steht von Anfang an die gleiche Chance zu. Dazu ist nötig, im Elternhaus, in den Schulen und im gesamten öffentlichen Leben die Empathie für das Leben in den Mittelpunkt zu stellen. Als Volk sind wir auch aufgefordert, unsere Probleme aus eigener Kraft zu lösen und nicht durch Abwerben von Menschen aus anderen Ländern oder Kontinenten.

Denken Sie nächste Woche daran: nachhaltige Politik eben. Wenn wir auf diese Weise den Wert des ungeborenen Lebens neu entdecken und stärker als bisher staatliche Ressourcen für diese Zukunftsaufgabe bereitstellen, dann ist Optimismus angebracht.

Meine Damen und Herren, ich lehne es prinzipiell ab, die eigene Familie, das persönliche Umfeld in die Politik, die politische Arbeit hineinzuziehen. Heute möchte ich mit folgender abschließender Schilderung eine Ausnahme machen:

Ich saß vor rund einem Jahr am frühen Abend zu Hause am

Küchentisch und las. Ich höre, wie sich kleine Schritte von außen der Küchentür nähern. Langsam wird der Türgriff heruntergedrückt. Meine dreijährige Enkelin – sie wohnt mit ihrer Familie eine Etage höher – kommt herein. Ich wende mich ihr zu. Sie kommt heran. Sie steht vor mir, wir sehen uns an. Sie legt ihre Hände und ihr Köpfchen auf meine Knie. Ich streichle über ihre Haare. Wir blicken uns erneut an. Sie geht zur Tür, verlässt den Raum und schließt die Tür. Während dieser kurzen Szene fiel kein Wort.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Begegnung erfüllt mich bis heute mit tiefer, kreatürlicher Dankbarkeit.

Ich wünsche Ihnen allen ähnlich glückhafte, gesegnete Momente. Ich möchte eine entsprechende Initiative der Neubesinnung anregen. Danke.

Quelle: https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7473776#url=aHR0cHM6Ly93d3cuYnVuZGVzdGFnLmRlL21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NDczNzc2&mod=mediathek


3 Kommentare on “Bewegende Bundestags-Rede von Martin Hohmann am 1. Oktober: JA zum Leben!”

  1. Holger Jahndel sagt:

    „Bund Katholischer Ärzte“ (BKA) Deutschland – siehe auch Judith Reisman und James DeMeo aus den USA und den INternetauftritt von Eva Hermann etwa zur Hildegard-Medizin und die christliche
    Psychologin Christa Meves und siehe auch das internationale Nexus-Magazin und die Raum&Zeit Zeitschrift

    https://www.bkae.org

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  2. Thomas Müller sagt:

    Gute Rede und gute Argumentation für die Abschaffung des § 218. Ein Notwehrrecht der Schwangeren im Falle ihres eigenen drohenden Todes gibt es bereits. Damit wäre die medizinische Indikation abgedeckt. Aber bei allen anderen Bereichen – von einer Vergewaltigung abgesehen – ist ein Embryo immer nicht gegen Wissen oder Willen der Frau entstanden, so dass es keine Entschuldigung für die Tötung eines Ungeborenen gibt.

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  3. Adolf Breitmeier sagt:

    Selbst diese bewegende Ree wird die Abtreibungsbefürworter, also die Embryomörder, nicht davon abhalten, weiterhin die Abtreibung zu fördern und zu befürworten. Was mich irgendwie ärgert: Warum hassen diese Leute ihre Mütter? Warum haben die Mutter jedes Einzelnen nicht so gedacht? Weil sie sich für das Leben, das sie in sich trugen, Verantwortung übernommen haben und nicht zu Mördern ihres eignen Kindes werden wollten. Natürlich gehört ,,mein Bauch mir“ , auch meine Wohnung gehört mir > und wenn ich einen ,,Untermieter“ habe, gehört sie nicht mehr mir allein. Embryos sind heranwachsende Menschen, man schlägt doch auch kein Kind tot, weil es sich in der Trotzphase trotzig verhält und unbequem ist. Es gibt so viele Möglichkeiten, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhüten (außer bei Vergewaltigung, da kann ich verstehen, dass eine eine Abtreibung vornimmt, oder bei Gefahr für Leib und Leben).

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