Unverschämt statt verschämt katholisch

Rezension von Thomas May

Buch-Daten: Küble, Felizitas (Hg.): Der Löwe von Fulda. Ökumenische Würdigung eines guten Hirten, Komm-Mit-Verlag, 2. Aufl., Münster 2016, 207 S., 14,80 Euro, ISBN 978-3-921090-98-5

Der anno 2000 verstorbene Erzbischof von Fulda, DDr. Johannes Dyba, dessen Todestag sich am 23. Juli zum 20. Mal jährte, wurde schon zu Lebzeiten als „Löwe von Fulda“ verehrt. Die Bezeichnung ist angelehnt an den ihm wesensverwandten „Löwen von Münster“, den seligen Bekennerbischof Clemens August Graf von Galen, der den nationalistischen Machthabern furchtlos die Stirn bot.

Wie ein Leuchtturm ragt der Fuldaer Oberhirte aus dem Gros der kirchlichen Würdenträger in Deutschland seit der Nachkonzilszeit empor. Unbeeindruckt von Widerständen, Einschüchterung und Schmähungen verkündete er freimütig den authentischen Glauben seiner Kirche. Sein geistliches Erbe ist kaum vermindert aktuell.

Gedenkband und Hommage

Der von Felizitas Küble im KOMM-MIT-Verlag in 2. Auflage 2016

herausgegebene Sammelband vereint die Beiträge von 33 Autor(inn)en, die dem Leben und Wirken des „guten Hirten“ äußerlich und/oder innerlich verbunden sind und ihn in ökumenischer Weite würdigen. Bereits im Untertitel des Buches wird auf die seelsorgliche Kernkompetenz des volksnahen Dyba aufmerksam gemacht, der nicht nur bei den Gläubigen seiner Diözese (1983–2000), sondern auch bei den Soldaten im Amt des Militärbischofs (1990–2000) gut ankam.

Bunte Mischung von Autor(inn)en

Zu den Autor(inn)en zählen unter anderem Verwandte des Erzbischofs, seine Schwester, die Apothekerin Barbara Dyba-Roth, und sein (ihm wie aus dem Gesicht geschnittener) Neffe Msgr. Cornelius Roth; sein Nachfolger als Bischof Heinz Josef Algermissen, seine Amtskollegen Ludwig Schick (Bamberg) und Andreas Laun (Salzburg); die Publizisten Konrad Badenheuer, Mathias von Gersdorff, Martin Lohmann, Stefan Meetschen; Wissenschaftler wie die Soziologin Gabriele Kuby, der Sozialethiker Wolfgang Ockenfels und der Sozialwissenschaftler Manfred Spieker; die Gründungsmitglieder Hubert Gindert, Reinhard Dörner, Michael Schneider-Flagmeyer des „Forums Deutscher Katholiken“, das Johannes Dyba seinen entscheidenden Anstoß verdankt; Pfarrer und Patres; aber auch Konvertiten und „einfache“ Gläubige.

Von der evangelischen „Dyba-Fraktion“ bezeugen Missionswissenschaftler Peter Beyerhaus, Pastor Joachim Cochlovius, Pfarrer Werner Neuer sowie Kirchenrat Rolf Sauerzapf dankbare Anerken­nung für dessen kraftvolle überkonfessionelle Wahrnehmung des christlichen Wächteramts.

Rechts­anwalt Leo Lennartz skizziert den beruflichen Werdegang Johannes Dybas ab seiner Studentenzeit und gibt Seiteneinblicke, ergänzt um Erlebnisse des Ehrendomherrn Edmund Dillinger aus seinem 30-jährigen Fundus – und Erfahrungen des Sekretärs Dagobert Vonderau aus nächster Nähe.

Nicht ohne Selbstironie schildert die Psychotherapeutin Christa Meves (siehe Foto) ihre „eindrucksvolle“ Begegnung, als die aufgeregte Festrednerin stolperte und dem „verehrten Freund“ blutend zu Füßen fiel.

Eintreten für den Schutz der Ungeborenen

Für die meisten ist der Name des Erzbischofs untrennbar mit seinem kompromisslosen, beharrlichen Einsatz für den Schutz des ungeborenen Lebens verbunden. Unvergessen das Zeichen, das er an Weihnachten des Jahres 1988 setzte, als er am 28. Dezember, dem Tag der Unschuldigen Kinder von Bethlehem, in allen Kirchen seiner Diözese die Glocken läuten ließ.

Zutiefst davon überzeugt, dass die katholische Kirche sich nicht in ein Prozedere verstricken lassen darf, in dem mit der Ausstellung des „Beratungsscheins“ eine „Lizenz zum Töten“ erteilt wird, stieg er am 29. September 1993 als einziger deutscher Diözesanbischof aus der Einbindung in das staatliche Abtreibungssystem („Schwangerenkonfliktberatung“) aus und baute ein eigenständiges Beratungs- und Hilfsnetz auf.

Sein Alleingang wurde von Rom 1999 vollauf bestätigt: Auf Geheiß Papst Johannes Pauls II. und des Glaubenspräfekten Kardinal Ratzinger sahen sich die widerstrebenden Amtskollegen samt ihrem Vorsitzenden Bischof Karl Lehmann genötigt, Johannes Dybas Schritt zu folgen; ab 1. Januar 2001 wurden (außer in Limburg) keine „Beratungsscheine“ mehr ausgestellt.

Schwerpunkte der Verkündigung

Weitere Themenschwerpunkte des streitbaren Erzbischofs waren unter anderem – folgerichtig – seine Zurückweisung des assistierten Suizids, sein Eintreten für die Stärkung und Förderung der christlichen Ehe und Familie (programmatisch angelegt im „familiären“ Wahlspruch „Filii dei sumus“), die Verteidigung des Pflichtzölibats, die Ablehnung praktizierter Homosexualität und des Lebenspartnerschaftsgesetzes (in Kraft getreten 2001) – und dies im Einklang mit der Lehre der Kirche.

Bei seinem oft einsamen Einsatz für unverkürzten Glauben und unverfälschte Moral erntete er nicht nur Unverständnis, Widerspruch und Spott aus den eigenen Reihen, von Kollegen, Staatstheologen und Räten, sondern musste auch mit Kritik, Empörung und Anfeindung aus Kreisen der Politik, vonseiten der Medien, besonders des „Spiegels“ (den er als „Pressestelle des Teufels“ bezeichnete), und aus Teilen der Bevölkerung zurechtkommen.

Schäumenden Linken und Liberalen galt er als fundamentalistischer Hardliner und zynischer Autokrat, Feministinnen und gesinnungsethischen „Friedensbewegern“ war er ein Hassobjekt. Nach einem Gottesdienst wurde Johannes Dyba am 8. November 1991 auf dem Weg zum Marburger Schloss von Demonstranten der Homosexuellen-Bewegung unter Parolen wie „Schlagt das Schwein tot“ gejagt, getreten und bespuckt.

Unbeirrt stand der Oberhirte wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung und wurde nicht müde, seine Herde zu sammeln und vor den Wölfen zu schützen. Seine eindringlichen Predigten fanden beim Kirchenvolk stets Gehör: den Glauben erneuern, ihn freudig leben und furchtlos bekennen, ihn weitergeben an Kinder und Enkel, die christlichen Werte überall in unserer Gesellschaft einbringen – sein Auftrag an uns auch heute.

Karriere und berufliche Stationen

Erzbischof Dybas äußeres Wirken und seine Positionen zu Kirche, Gesellschaft und Politik sind ohne seine weltkirchlichen Erfahrungen nicht zu verstehen.

Als drittes Kind eines prinzipientreuen katholischen Lehrerehepaars 1929 in Berlin geboren, floh der frischgebackene Abiturient 1947 von Eichsfeld (Thüringen) über die sowjetische Zonengrenze nach Fulda. Nach einem Jurastudium in Bamberg und Heidelberg, unterbrochen durch ein Stipendiat in den USA, schloss er von 1953 bis 1957 in Köln ein Theologiestudium an. 1959 wurde er zum Priester geweiht.

Von Kardinal Frings zur Ausbildung für den Dienst in der römischen Kurie freigestellt – die zentrale berufliche Weichenstellung –, absolvierte er die Päpstliche Diplomatenakademie und arbeitete anschließend fünf Jahre im Innendienst und zehn Jahre im Außendienst (1962 – 1977). Seine Tätigkeit führte ihn in mehrere Länder Lateinamerikas und Afrikas.

Nach einem kurzen Intermezzo als Vizesekretär der Päpstlichen Kommission „Justitia et Pax“ in Rom konnte Johannes Dyba als Apostolischer Pronuntius in Liberia und Gambia und Apostolischer Delegat in Guinea und Sierra Leone (bei gleichzeitiger Ernennung zum Titularerzbischof von Neapolis in Proconsulari in Nordafrika) noch weitere Jahre „anhängen“, die seinen weltkirchlichen Horizont erweiterten.

In dieser Zeit lernte er viel Elend, Hunger, Armut und Krankheit, Gewalt und Christenverfolgung kennen, so dass er, nachdem er 1983 Bischof von Fulda geworden war, für die endlosen „Dialoge“, für Gremien- und Sitzungskatholizismus mit überquellenden Papierbergen und fruchtlose Strukturdebatten kein Verständnis aufbringen konnte, vielmehr die deutschen Brüder und Schwestern in „Problemtrance“ (Dyba-Roth) taumeln sah.

Profil und Privates

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die „Axt Gottes“ (so der „Spiegel“) – eine Anspielung auf den eichenfällenden heiligen Bonifatius – die Geister in der deutschen Kirche (und darüber hinaus) schied und Spreu von Weizen trennte.

Mit dem Bekennermut des einsamen „Rufers in der Wüste“ folgt Johannes Dyba der Spur seines Namenspatrons, von dem er einmal sagte: „Wenn Johannes der Täufer sich verhalten hätte wie die deutschen Bischöfe, wäre er im Bett gestorben.“ Absolute Furchtlosigkeit, Geradlinigkeit, Entschiedenheit bescheinigen ihm seine Mitstreiter. Dabei war der tapfere Mann, der in Afrika überfallen und krankenhausreif geschlagen wurde, von körperlich kleiner Statur.

Doch seine Persönlichkeit weist auch andere Seiten auf. Dank seines fröhlichen Naturells überrascht er sein Gegenüber mit unbändiger Lebensfreude und dem Charme seines jungenhaften Lachens; dynamisch, flott, sehr selbstbewusst, weltläufig tritt er auf. Seine Gesprächspartner schätzen an ihm Herzlichkeit, Humor,

Schlagfertigkeit, rhetorische Gewandtheit bis hin zur überspitzten Formulierung.

Andere Autor(inn)en rühmen den Blick des Sensiblen für das Wesentliche, sein „starkes Freiheitsgefühl“, seine „innere Unabhängigkeit“, die aus einem unerschütterlichen Gottvertrauen erwuchs, seine „selbstverständliche Frömmigkeit ganz ohne Pathos“ (Lohmann); er „leuchtete von innen her“. Erzbischof Dyba verstand es, Unbeugsamkeit im Glauben und Freude am Glauben zu verbinden und zu leben. Er war glaubensfroh.

Sein Bild wird noch facettenreicher, wenn wir in den Bereich des Alltäglichen und Privaten gelangen. Der Erzbischof ist ein leidenschaftlicher Sammler, seien es wertvolle Ansichtskarten oder Speisepilze, zu deren „Jagd“ er sich im Herbst frühmorgens aufmacht und die er taschenweise nach Hause bringt. Das während seines diplomatischen Dienstes gepflegte Billardspiel will er auch im Fuldaer Bischofshaus nicht missen.

Als wahres Füllhorn erweist sich der Bischofsgarten mit Gemüse aus biologischem Anbau und Früchten der Pfirsichbäume, die der stolze Hausherr seinen Gästen anbietet. An den Mauern lässt der einem Glas guten Rotweins nicht abgeneigte Kenner sogar Rebstöcke pflanzen, aus denen ein paar Flaschen mit dem Namen „Michaelsberger Bischofsmütze“ gewonnen werden.

Kerngedanken und „Sager“

Was das Buch vor allem auszeichnet, sind Zitate aus Predigten, Vorträgen und Interviews, mit denen der redegewaltige Oberhirte, der C. S. Lewis seinen „Leib- und Magenautor“ nennt, nicht zu knapp zu Wort kommt. Sie unterstreichen sein Verständnis von Glaube, Kirche und Hirtenamt. Ein paar von ihnen seien hier wiedergegeben:

„Ich werde in mehr oder weniger kurzer Zeit vor Gott in der Ewigkeit stehen. Da werde ich doch jetzt keine Zeit mehr dazu verschwenden, faulen Kompromissen nachzujagen oder um Mehrheiten, in welchen Gremien auch immer, besorgt zu sein. Die Stunde ist da, um Gottes Botschaft – und dazu gehören auch seine Gebote – in Klarheit und Wahrheit zu verkünden“ (26)

„Ich scheue nicht davor zurück, harte Wahrheiten klar zu sagen; aber es sind ja Wahrheiten, die den Menschen in die Freude und in die Liebe und in die Erlösung führen sollen. Nur die falschen Propheten haben dem Volk immer nach dem Mund geredet, die echten sind stets auf Widerspruch gestoßen“ (107)

„Wahrer Friede ist die Frucht der Bekehrung zu Gott. Erst die Umkehr, dann der Friede“ (48)

„Richte den Blick auf die Ewigkeit und lebe danach“ (59)

„Der Glaube verlangt vom Menschen die Entscheidung für Gott und für ein Leben mit Gott. Das ist absolut nicht nach dem Geschmack der modernen Welt“ (46)

„Ohne Glaube können wir keine Werte haben und ohne Werte keine wirklich funktionierende Moral“ (53)

„Es kommt auf den Glauben an! Die Werte existieren nicht irgendwie für sich, und die gibt es nicht auf der grünen Wiese, sondern der Glaube bestimmt, welche Werte wir haben. Wenn wir jetzt eine Wertekrise haben, dann deshalb, weil viele Jahre lang die Weitergabe des Glaubens gestört war – in den Familien, in den Schulen, ja sogar bis hin in die theologischen Fakultäten, und natürlich von den Medien gar nicht zu sprechen“ (91)

„Die Kirche hat eine riesige Botschaft: Das Heil, das endlose Glück des Menschen. Deswegen sollte sie nicht dastehen, als würde sie alte Semmeln verkaufen. Sie muss mit mehr Selbstbewusstsein auftreten, sie sollte unverschämt katholisch sein“ (57)

„Wir haben heute in der Kirche viele Pastoralexperten – aber wenige Heilige; viele Medienexperten – aber kaum noch Propheten; viele Theologen – aber wenig Priester; viel Engagement und finanzielle Opfer – aber wenig Gehorsam; viel Kritik – aber wenig Begeisterung; einen riesigen kirchlichen Apparat – aber schrumpfendes kirchliches Leben“ (70)

„Was unsere Kirche heute braucht, sind nicht so sehr Pharisäer, die sie dauernd auf die Probe stellen, nicht so sehr Schriftgelehrte, die sie dauernd kritisieren, nicht so sehr Tempelbeamte, die selbst das Allerheiligste nicht betreten und auch die anderen noch davon abhalten – nein, was diese Kirche braucht, sind vielmehr Jünger, die dem Herrn folgen mit der ganzen Hingabe ihrer selbst, Jünger, die einander lieben und in dieser Liebe Kirche bauen und Kirche bilden in unserer Zeit“ (60)

„Ein Volksbegehren ist politisch, kommt von der Basis her. Volk GOTTes werden wir aber dadurch, dass wir auf GOTT hören und GOTT folgen – und nicht dadurch, dass wir GOTT wählen. CHRISTUS sagt: ‚Nicht ihr habt Mich erwählt, sondern Ich habe euch erwählt.‘ ER hat die grundlegenden Strukturen der Kirche festgelegt, die wir in apostolischer Tradition bewahren“ (87)

„Ich glaube, dass Gott, wenn er denn Priesterinnen in seiner Kirche gewünscht hätte, das bereits dem Petrus klargemacht hätte. Genauso schnell und direkt, wie er den überraschten Petrus durch Vision und den Hauptmann Kornelius wissen ließ, dass der Zugang zur Kirche nicht den Juden vorbehalten sei, sondern auch den Heiden offenstehe [Apg 10], hätte der Heilige Geist dem Petrus auch klarmachen können, dass der Zugang zum Priestertum nicht auf Männer beschränkt sei, sondern auch den Frauen offenstehe. Wie wir wissen, ist aber eine solche Intervention nie erfolgt, weshalb wir an der von Christus grundgelegten Tradition festhalten“ (105)

„Die Märtyrer der Kirche haben dieses Schicksal nicht erlitten, weil sie auf sanfte Weise Mehrheitsmeinungen verkündet haben, sondern weil die Leute so wütend über die christliche Herausforderung waren, dass sie ihnen – wie dem heiligen Bonifatius – dem Schädel eingeschlagen haben“ (107)

„Ich fordere nicht die Abschaffung der Kirchensteuer. Aber ohne sie überlebt die Kirche auch. Wir hatten jahrzehntelang zu viel Geld und zu wenig Mut“ (47)

„Wenn die Kirchen nicht die sittlichen Grundlagen unserer Gesellschaft garantieren, dann geht diese Gesellschaft buchstäblich zum Teufel“ (106)

„Wenn man am Rande des Abgrunds steht, ist ein Schritt zurück ein Fortschritt“ (43)

Erzbischof Dybas „Sager“ polarisieren auch 20 Jahre nach seinem Tod – den einen Zeugnis seines untrüglichen Wahrheitsblicks und unumstößlicher Glaubensgewissheit, anderen Beweis seiner  starrköpfigen Ewiggestrigkeit, für Verfechter des „Synodalen Wegs“ und ihre Agenda Kampfansage und schallende Ohrfeige zugleich. Der Wunsch wächst nicht von ungefähr, dass aus der Mitte der Vollversammlung ein „neuer Dyba“ aufsteht und wie ein reinigendes Gewitter über ihr niedergeht.

Unterschriften für die Seligsprechung

Die singuläre Gestalt des heroischen Fuldaer Oberhirten – sein vorbildliches Eintreten für den authentischen katholischen Glauben und wahrhaftige Moral, seine große Liebe zur Kirche, seine sittliche Integrität – ließ schon bald nach dem Tod den Ruf nach seiner Seligsprechung laut werden.

Pfarrer Franz Weidemann, der mit einer Dissertation über Leben und pastorales Wirken Johannes Dybas promoviert wurde und im vorliegenden Band dessen missionarische und prophetische Rolle thematisiert, hat in dem unlängst erschienenen Büchlein „Erzbischof Johannes Dybas geistige Silhouette“ (Kisslegg 2020) anhand der göttlichen Tugenden und Kardinaltugenden im Leben und Wirken des „Kandidaten“ sowie seiner Heiligkeit im (Berufs-)Alltag aufzuweisen versucht, dass er wichtige Kriterien erfüllt, um zur Ehre der Altäre erhoben zu werden. Zweifellos wäre der ausgewiesene Dyba-Kenner in einem kanonischen Verfahren als Postulator prädestiniert.

Inzwischen haben sich Prominente, Wissenschaftler, Würdenträger und namhafte Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft für die Seligsprechung des „Löwen von Fulda“ ausgesprochen. Auch „normale“ Weltchristen können das Begehren mit ihrer Unterschrift unterstützen und sich in die Liste eintragen.

Dies ist online mittels Herunterladen eines entsprechenden Formulars möglich (http://forum-deutscher-katholiken.de/aufruf/); das von der Herausgeberin des Buches geleitete „Christoferuswerk e. V.“ bietet ein Sammelblatt (http://www.medrum.de/files/Unterschriftenblatt%20Dyba.pdf) zum Ausdruck an.

Äußere Gestaltung des Buches

Der Sammelband, in dem die Autor(inn)en von ganz unterschiedlichen Ausgangspunkten her einzelne Mosaiksteine herbeitragen, sodass sie sich in der Summe zu einem leuchtenden Porträt des Erzbischofs fügen, überzeugt nicht zuletzt durch seine äußere Gestaltung.

Über 20 Aufnahmen zeigen ihn in verschiedenen Lebensphasen und -situationen, zum Teil mit Personen aus dem familiären oder kirchlichen Umfeld. In jedem der Beiträge, die jeweils zwischen 2 und 15 und insgesamt 207 Seiten umfassen, wird zu Beginn der Verfasser mittels Foto und eines umrahmten Service-Kastens, der Infos zu seiner Person, Beruf bzw. Tätigkeitsbereichen enthält, vorgestellt.

Aussagekräftige Zwischenüberschriften auf fast jeder Seite lockern den Lauftext auf und garantieren anstrengungsfreien Lesefluss. Alle Artikel sind in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben. Erwähnenswert ist noch die ansprechende Aufmachung des Hardcovers mit hochwertigem Papier zu einem günstigen Preis (14,80 €).

Rundum ein schmuckes Buch.

Unser Autor Thomas May ist Lehrer i. R. – Er unterrichtete die Fächer Deutsch und Katholische Religionslehre. Der in Sendenhorst (Münsterland) lebende Autor ist ein Neffe des bekannten Prälaten und Kirchenrechtlers Prof. Dr. Georg May (Mainz).

Dieses Dyba-Buch „Der Löwe von Fulda“ wird von uns frei Haus (= portofrei) geliefert: Bestellung per Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de


3 Kommentare on “Unverschämt statt verschämt katholisch”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Das Volk der Ideologen
    Das Volk der Dichter und Denker, so hat man die Deutschen einst bezeichnet. Wie man sie heute mit dem gleichen Recht bezeichnen muß, darüber mag man gar nicht nachdenken. Wie ist es nur zu diesem abgrundtiefen Sturz aus so steiler Höhe gekommen? Ein wenig hat diese Höhe selbst zu diesem beispiellosen Niedergang beigetragen. Genauer gesagt: […] mehr »

    https://jungefreiheit.de/kolumne/2011/das-volk-der-ideologe

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Buch

    Beile Ratut hinterfragt in einem Essay das „westliche Denken“ der Kirchen
    Von
    PP-Redaktion –
    20. März 20190

    Die deutsch schreibende Finnin Beile Ratut, für Matthias Matussek die „wahrscheinlich … unterschätzteste Autorin des gegenwärtigen Literaturbetriebs“, rechnet in ihrem Essay „Das Fanal des Ego auf den Stufen zur Kirche“ knallhart und eloquent mit dem Denken der Kirchen der westlichen Welt ab. Ein Gastbeitrag von Rainer Buck

    https://philosophia-perennis.com/2019/03/20/beile-ratut-hinterfragt-in-einem-essay-das-westliche-denken-der-kirchen/

    https://philosophia-perennis.com/

    .

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  3. dorrotee sagt:

    Einen herzlichen Dank an den Autor mit dieser ausführlichen und interessanten Buchrezension.
    Gerne schaue ich daraufhin erneut in das Buch, welches ich schon direkt nach Herausgabe bekommen habe.
    Auch die Bilder zum Artikel sind gut gewählt. Man erinnert sich gerne an die Ausstrahlung, die Bischof Dyba auf die Mitmenschen hatte. Eine Gabe Gottes.

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