Fragwürdige Reproduktionsmedizin mit Einfrieren der Eizellen liegt im Trend

Von Dr. med. Edith Breburda

Der Wandel moderner Reproduktionstechniken, macht das Einfrieren von Eizellen nicht nur zu einer Art „Boutique-Erfahrung“, sondern gibt Frauen eigene Macht über ihre Zukunft.  

Im Laufe der Jahre wurde das Einfrieren von Eizellen, die man im Fachjargon Oozyte cryopreservation bezeichnet, gründlich verändert. Die in den 80iger Jahren entwickelte Methode war anfänglich dazu gedacht, kranken Frauen eine Möglichkeit der Behandlung zu geben, ohne ihre Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Sie legten buchstäblich ihre Eizellen auf Eis.

Bereits im Jahre 2012 hat die Amerikanische Gesellschaft für Reproduktive Medizin ein ursprünglich experimentelles Verfahren der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Damit wurde der Weg zu einer Art „Makeover“ geebnet, der in der Gesellschaft einen starken Einklang fand. Es befreite nicht nur Frauen von ihrer tickenden biologischen Uhr, sondern machte es gleichsam zu einer alltäglichen Notwendigkeit, die fast schon zum guten Ton gehört.

Die beteiligten Pharmafirmen Kindbody, Prelude Fertility, Ova usw. haben das Einfrieren von Eizellen von einem strikt medizinischen Eingriff, der an ein klinisches Umfeld gebunden war, zu einem Boutique-Erlebnis gemacht. Es wird nicht nur bequem, sondern bietet vor allem Komfort. Darüber hinaus können Frauen nun – so die Werbung – endlich selbst bestimmen, wann und mit wem sie ihren Nachwuchs haben wollen. Notfalls shoppen sie einen begehrten Samenspender, den sie im Internet ohne weiteres finden können.

Die Vermarktung des Einfrierens von Eizellen findet in Happy-Hour- Infoveranstaltungen, exklusiven Büros bis hin zu Instagram-Anzeigen statt. Es wird das Gefühl vermittelt, dass es sich bei der Reproduktionstechnologie nicht um eine große Sache handelt. Sie sei keineswegs beängstigend und fällt nunmehr unter die Rubrik der Selbstverwirklichung und des Wellness (Wohlfühlens). [1]

Diese Reklame einer New Yorker Fruchtbarkeitsklinik (siehe Foto) verglich die Kosten des Prozedere mit dem Sparen auf eine Maniküre oder eine gefrorene Acaischale. In ihrer Werbung heißt es: Entweder gibst Du einige Dollars am Tag für eine Eisschale aus oder sparst für das Einfrieren deiner Eizellen. [2]

Andere Anbieter locken Frauen damit, dass sie die „Zukunft besitzen“, wenn sie ihre Eizellen einfrieren.

Als Valerie Landis ihre Eizellen 2015 einfrieren ließ, war sie mit 33 Jahren die Jüngste. Die vielbeschäftigte Frau, deren letzte ernsthafte Beziehung schon ein paar Jahre zurück lag, wollte sich mit dem Kinderbekommen etwas Zeit kaufen. Damals waren die Frauen mindestens 37 Jahre alt, die sich dieser Prozedur unterzogen. Heute ist das ganz anders. Man kann durchaus 25-Jährige unter der Klientel finden. Es ist dies eine neue Welle der Feministinnen. Ein Trend, der auf die Unabhängigkeit von Frauen verweist.

Gina Bartasi, die Geschäftsführerin von Kindbody, bemerkt: „So viele Gebiete in der Wellness und der eigenen Gesundheitsvorsorge sind proaktiv. Wir denken an ein ausgewogenes Essen; auf unseren Cholesteringehalt zu achten und genug Fitness zu betreiben. Dabei lassen wir unsere Fruchtbarkeit aus und warten so lange, bis das Kinderkriegen zum Problem wird.“

Die Eizellen einzufrieren erscheint als eine Art von Selbstvorsorge.

Diese Aussagte steht im Gegensatz zu dem, was Fruchtbarkeitsspezialisten darüber denken. Sie wollen nicht, dass sich junge Frauen grundlos der Prozedur unterziehen. Weder Angst noch Verharmlosung sei angebracht. Es ist zudem falsch, eine Art Hoffnung zu vermittelt, welche diese Art der Reproduktionsmedizin ganz nach dem Willen der Frau und ihrem „Zeitfenster“ ermöglichen würde.  

„Ich nenne es ganz unkonventionell DAS ABGREIFEN“, sagt Paul Lin, Geburtshelfer und Gynäkologe sowie Leiter der Gesellschaft für Reproduktionstechnologie. Es klinge ganz so wie: „Hey, du bist eine unabhängige Frau. Schnapp dir deine Fruchtbarkeit und machen es einfach.“ – Und all das geschieht mit dem Hintergedanken, dass diese lockere Art der „Reklame“ bestimmt Patienten einbringt.“

Aber eigentlich sind es ja keine Patienten, sondern Kunden. Denn Frauen, die ihre Fruchtbarkeit auf diese Weise hinauszögern, sind nicht krank!  

Eizellen für eine spätere erfolgreiche Schwangerschaft einfrieren zu lassen, hängt zudem von vielen Faktoren ab. Je mehr Eizellen gespendet werden, desto höher die Chancen einer späteren Schwangerschaft. Gerade dieser Vorgang ist jedoch nicht so einfach. Am Ende überleben nicht mal alle Eizellen den Einfriervorgang. Die „Qualität“ der Eizellen nimmt mit der Lagerung ab, und je älter sie werden, desto wahrscheinlicher haben sie genetische Anomalitäten.

„Alter ist überall der limitierende Faktor für jemanden, der schwanger werden will“, sagt Dr. Josh Klein, Gründer von Extend Fertility. „Der Zusammenhang für mich war immer klar. Eizellen von jüngeren Frauen sind von Vorteil.“

2017 ließen sich 23-mal so viele Frauen ihre Eizellen einfrieren wie noch 2009. Firmen in Silicon Valley wie Facebook und Google bieten „egg freezing“ als eine Sozialleistung für ihre Mitarbeiter an. Das Attraktive dabei ist, Zeit „stehlen“ zu können, bis man den richtigen Partner findet; mit seiner Ausbildung fertig ist oder das finanzielle Umfeld stimmt.

Der Hauptgrund liegt laut Yale darin, keinen Partner zu haben. „Ein bisschen kommt auch ein gewisser sozialer Druck und Gruppenzwang dazu“, sagt Dr. Pasquale Patrizio, Leiter des Yale Fertility Center und des Fertility Präservation Programm‘s. „Deshalb müssen wir sehr vorsichtig sein, wie wir das Einfrieren von Eizellen anbieten.“ Auch er betont: „Wir dürfen das Geschäft nicht auf Ängsten aufbauen und mit dem einzigen Hintergedanken, schnell an Geld zu kommen.“

Bartasi von Kindbody widerspricht dieser Ansicht. Es sei nichts Falsches daran, Frauen zu ermutigen, eher früher als später über ihre Fruchtbarkeit nachzudenken:

„Wir wollen einfach keine Optionen vorenthalten. Frauen sollten aufgeklärt und ermutigt werden, ihre eigene Fruchtbarkeit proaktiv zu verstehen, wenn sie noch die meisten verfügbaren Optionen haben“, sagte Bartasi. „Sobald sie diese Information haben, liegt die Wahl bei ihnen.“

Was für Gründe Frauen auch immer haben, das Einfrieren der Eizellen ist nicht gerade billig. Alles inclusive kostet es zwischen 15.000 bis 20.000 US- Dollars.

Die Erfolgsrate hängt davon ab, wieviel Eizellen man einfriert und wie alt die Frauen sind. Bei 15 eingefrorenen Eizellen liegt die Chance bei 85 Prozent, eine spätere Schwangerschaft zu haben, sofern die Frauen 35 Jahre oder jünger sind. Bei 10 Eizellen liegt die „Rate“ bei 61% und bei 5 Eizellen sind wir bei 15 %, sagen die Mediziner.

„Was für ein schreckliches Investment“, beschwert sich die Photographin und Filmproduzentin Gwen Schroeder. „Du musst $ 15.000 hinlegen, um später eine 15% Chance zu haben, ein Kind zu bekommen.“

Sie hat ihre Eizellen eingefroren, als sie 35 Jahre alt war. Sie hatte das Geld erst durch das Erbe ihres Vaters bekommen. Sechs Monate später traf sie jemanden und nun haben sie eine Tochter. Ihre entnommenen Eizellen liegen immer noch auf Eis. „Dieses Investment gibt mir ein bisschen Sicherheit“, sagt sie. „Ich will sie auf jeden Fall behalten, man weiß ja nicht, was das Leben einem noch so bietet.“

Die meisten Frauen, die sich der Prozedur unterzogen haben, werden diese Eizellen dennoch nicht nutzen. Aktuell sind es nur 3 – 9% der Frauen, die wirklich auf sie zurückgreifen.

Die ganze Angelegenheit ist alles andere als einfach, denn je jünger die Frauen sind, desto besser sind zwar die Eizellen, aber umso weniger der davon machen von ihnen Gebrauch. Je älter die Frauen wiederum sind, desto mehr greifen sie auf ihre gefrorenen Eizellen zurück, je geringer ist bei ihnen jedoch die Wahrscheinlichkeit, ein Kind zuzutragen.

Nach Dr. Patrizios Ansicht sollten Frauen ihre Eizellen zwischen 33 bis 35 Jahren einfrieren.  Ein schwieriges Unterfangen, wenn man kein Geld hat und nicht jeder eine GoFundMe-Kampagne auf dem Internet starten will, was einige der Frauen durchaus tun.

Was bleibt, ist die ethische Frage dieser Prozedur, die Frage, wer der Erzeuger des Lebens ist. Denn allzuoft geben wir diese Rolle an die Reproduktionsmedizin ab. Grob vereinfacht wird ein Embryo durch In-Vitro-Fertilisation erzeugt. Meist ist es aber nicht ein Embryo, sondern man nimmt wahrscheinlich alle Eizellen und selektiert am Ende die „Besten“ heraus, um eine Schwangerschaft zu induzieren.

Was ist, wenn die Eizellen nicht benutzt werden? Ihre Lagerung muss bezahlt werden. Sicher ist es einfacher, wenn es sich um eine Eizelle handelt als um einen Embryo. Dennoch stellt sich die Frage: würde man nichtbenutzte Eizellen der Forschung weitergeben? Diese könnten Embryos schaffen, um an ihnen zu experimentieren!  Es ist schwer genug, an menschliche Eizellen zu kommen – und in vielen Ländern sind Eizellen für Forschungszwecke begehrt. (1)

[1] Grant R.: How egg freezing got rebranded as the ultimate act of self-care. US News, 30. September 2020
[2] Sadovi K.: Wall Street greed’s latest target: fertility clinics. Take on Wall St. August 7, 2019


Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Lk 1,68-69.70-71.72-73.74-75.

Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels!
Denn ER hat sein Volk besucht und ihm Erlösung bereitet;
ER hat uns einen starken Retter erweckt
im Hause seines Knechtes David.

So hat ER verheißen von alters her
durch den Mund seiner heiligen Propheten.
ER hat uns errettet vor unseren Feinden
und aus der Hand derer, die uns hassen;

ER hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet
und an seinen heiligen Bund gedacht.
ER hat an den Eid gedacht,
den ER unserm Vater Abraham geschworen hat.

ER hat uns gewährt, dass wir
aus Feindeshand befreit ihm furchtlos dienen
in Heiligkeit und Gerechtigkeit
vor seinem Angesicht all unsere Tage.


Neue Sumpfblüten des „Antirassismus“: Melchior darf nicht mehr schwarz aussehen

Die Ulmer Regionalstelle des katholischen Kindermissionswerks „Sternsinger“ hat sich gegen die traditionelle Melchior-Kostümierung ausgesprochen.

Kinder sollen sich künftig das Gesicht nicht mehr schwarz schminken, wenn sie in der Rolle des dunkelhäutigen Königs unterwegs sind. Die „Gleichsetzung von Hautfarbe und Herkunft“ sei heute nicht mehr zutreffend, sagte eine Sternsinger-Sprecherin dem SWR.

Es lebten heute beispielsweise viele weiße Menschen in Schwarzafrika. Zudem könnten sich Personen mit dunkler Hautfarbe verletzt fühlen, wenn schwarz geschminkte Kinder bei ihnen klingeln.

Ein Sprecher des Hilfswerks hatte noch im Januar betont, daß die Verkleidung nicht rassistisch motiviert sei. Die hl. drei Könige symbolisierten lediglich die drei Erdteile Europa, Afrika und Asien.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2020/ulmer-sternsinger-schwarz/


Für die mystische Marthe Robin ist Gandhi „wie ein zweiter Jesus“

Von Felizitas Küble

Man ist wahrlich Kummer gewohnt, wenn es um theologische Aussagen von selbsternannten „Begnadeten“ geht, die im oberfrommen Lager gerne als „Sühneseelen“ oder – der Deutlichkeit halber – gar als „Sühneopferseelen“ verehrt werden.

Zu den bekanntesten Damen dieses „wunderbaren“ Spektrums gehört zweifellos die französische Stigmatisierte und Visionärin Marthe Robin, hat sie doch nicht „nur50 Jahre angeblich allein von der hl. Hostie gelebt (also eine Art übernatürlich motivierte Hungerkünstlerin), sondern sie ist zugleich Wegbereiterin zahlreicher charismatischer Bewegungen, die im Frankreich der 70er Jahre ihre ersten (Sumpf-)Blüten trieben, darunter „Die Arche“, die Gruppe „Emmanuel“ und die „Gemeinschaft der Seligpreisungen“.

Letztgenannte Gruppe wurde gegründet von „Bruder Ephraim“, der sich später ebenso wie einige seiner leitenden Mitstreiter in Sexaffären verstickte.

Aber davon soll hier nicht die Rede sein, sondern von Ephraims Buch „Martha“ (siehe Foto), einem einzigen Lobgesang auf Marthe Robin, seine geistliche Ziehmutter und Wegbegleiterin jene „Seherin“ also, deren Botschaften unlängst als Betrug entlarvt wurden (sie hat den Inhalt nicht von „oben“ diktiert bekommen, sondern aus alten „mystischen“ Schriften zusammenkombiniert).

Nun wird keiner behaupten wollen, der von Marthe hingerissene Bruder Ephraim habe sie etwa in ein ungünstiges Zwielicht setzen wollen – ganz im Gegenteil.

Umso aufschlußreicher sind manche Passagen seiner im Vier-Türme-Verlag (Münsterschwarzach) erschienenen Biografie.

Zu den Zeugnissen pro Marthe gehört auch Georges Baudonnel aus der von ihr inspirierten Gemeinschaft „Die Arche“. Dieser schreibt auf S. 107 folgendes:

„Ich stellte Martha die Frage, ob sie Ghandi kennen und was sie von ihm halte? – Ihre Antwort lautete zur ersten Frage: „Oh ja, ich kenne Ghandi“. Zur zweiten: „Ja, Ghandi ist wie ein zweiter Jesus.“

Nebst theologisch derart irrigen Aussagen enthält das Buch eine Reihe sinnloser Mirakel – wie etwa auf S. 153 von Mai Tau berichtet:

Er erwähnt einen vietnamischen Priester, der nicht habe glauben wollen, „daß die Hostie sich der Hand des Priesters entzog und Martha in den Mund stürzte.“ – Als dieser Geistliche dann im Zimmer der Stigmatisierten eine hl. Messe feierte, „beschloß er, bei den Worten „Seht, das Lamm Gottes“ die Hostie gut festzuhalten. Diese entzog sich seinen Händen und er sah sie in Marthas Mund verschwinden.“

Und welcher theologische „Sinn“ liegt nun in dieser scheinbar wundersamen Geschichte? – Eben dies verrät uns der Autor leider nicht.

Merkwürdig erscheint nüchternen Lesern aber auch folgende Schilderung einer angeblichen Jesus-Vision – und zwar in einer ihr sehr wohlgesonnenen Medjugorje-Zeitschrift (https://www.medjugorje.org/echo/e198ge.pdf) auf S. 6:

„Im Jahr 1930 frägt Jesus sie: Willst du sein wie ich?“. – Marthe antwortet: „Ich möchte sterben, damit sie das Leben haben“ .

Da Christus bekanntlich GOTT ist, lautet die Frage letztlich: „Willst du sein wie Gott?“ – und ihre Antwort verrät, daß sie sich gleichsam in einer „erlösenden“ Stellung sieht – das aber ist theologisch und spirituell höchst bedenklich.

Wir schreiben hier im CF bereits seit 2012 – also längst vor den derzeitigen Betrugs-Enthüllungen – kritisch über die „Botschaften“ dieser Seherin: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/robin-marthe-mystikerin/


Maronitischer Patriarch begrüßt geplantes Grenzabkommen zwischen Israel und Libanon

Der maronitische Patriarch Bechara Boutros Rai begrüßt die Nachricht von einem künftigen Rahmenabkommen zwischen dem Libanon und Israel über die Festlegung der Land- und Seegrenzen.

Am 4. Oktober betonte der Primas der maronitischen Kirche im Patriarchat von Bkerké, diese Lösung könne eine „Reihe von Angriffen und Konflikten zwischen dem Libanon und Israel gemäß der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates“ beenden.

Details zu der geplanten Rahmenvereinbarung, die bereits am 9. Juli verhandelt wurden, wurden erst in den letzten Tagen bekannt. Die zwischen den beteiligten Parteien geplanten Treffen finden in Naqoura auf der UN-Einsatzbasis im Südlibanon statt.

Der Grenzstreit zwischen dem Libanon und Israel betrifft ein Gebiet von etwa 850 Quadratkilometern, das von beiden Ländern beansprucht wird.

In Bezug auf die aktuelle Krisensituation erinnert Patriarch Rai daran, dass es im Libanon „keine Regierung, keinen Wiederaufbauplan, keine Reformen, keine Achtung der Verfassung und keine Skrupel gibt“. Dies zwinge dazu, „diese Blockade zu durchbrechen“, ohne von den Interessen anderer Länder abhängig zu sein.

Quelle: Fidesdienst


Vor allem Christen sind besorgt über Verharmlosung der „DDR“-Diktatur

43 Prozent der Deutschen bereitet eine Verharmlosung der DDR-Diktatur Sorgen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage Erfurter Meinungsforschungsinstituts INSA, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde.

Gleichzeitig gaben 28 Prozent der Befragten an, nicht besorgt zu sein. 19 Prozent wissen nicht, wie sie dazu stehen.

Im Westen ist der Anteil derjenigen, denen eine Verharmlosung der DDR-Diktatur Sorgen bereitet, etwas höher als im Osten (45 zu 37 Prozent).

Sowohl bei katholischen wie auch bei protestantischen Befragten ist die Sorge überdurchschnittlich hoch: 51 Prozent der Katholiken und 52 Prozent der Protestanten gaben an, diesbezüglich besorgt zu sein. Dagegen sind 23 Prozent der Katholiken und 25 Prozent der Protestanten nicht besorgt. Von den freikirchlichen Befragten gaben nur 30 Prozent an, besorgt zu sein.

Die Erhebung, für die 2.058 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 2. und dem 5. Oktober befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Partei-Affinität auf. Demnach gaben Anhänger aller Parteien mit Ausnahme der Linkspartei mehrheitlich an, besorgt zu sein.

Webseite der DT: www.die-tagespost.de


Buch-Tip: Deutsche Spuren in Rom

Unbekannte Facetten der Ewigen Stadt

Trotz verschiedener Reisewarnungen machen sich die Menschen wieder auf den Weg. Auf den Weg in den Sommerurlaub. Gerade Rom scheint den Ansturm von Touristen kaum noch zu verkraften. Warteschlangen bei den Hauptsehenswürdigkeiten sind mittlerweile die Regel.

Aber was wäre, wenn man auf geheimen Pfaden wandert?

Jörg Ernesti, dessen Promotion sich bereits mit der Kirchengeschichte Roms beschäftigte, nimmt uns in seinem neuen Buch mit in die Ewige Stadt und zeigt uns geheime Orte, die der Massentourismus noch nicht entdeckt und an denen man die Stadt noch für sich hat.

Die italienische Kulturgeschichte ist kaum zu denken ohne deutsche Einflüsse und umgekehrt. Diese enge Verbundenheit wird an keinem anderen Ort so deutlich wie in Rom. Männer und Frauen aus dem deutschen Sprachraum sind als Pilger, Kirchenleute, Künstler und Gelehrte in die Stadt gekommen und haben ihre Spuren hinterlassen.

Manche davon sind berühmt, andere sind nur Insidern bekannt.
Sommerzeit ist Reisezeit – auch in diesem, sehr außergewöhnlichen Jahr. Aber nicht jede Reise muss ein Risiko sein, denn auch die Vorstellungskraft kann uns an ungewöhnliche Orte führen…

Dieser Band will aber nicht nur Reiseführer im klassischen Sinn sein, sondern auch ein Rombuch für Liebhaber. Texte und Bilder laden dazu ein, die beschriebenen Spaziergänge mitzugehen: daheim oder vor Ort.

Zum Autor Jörg Ernesti: Studium in Paderborn, Wien und Rom, 1993 Priesterweihe, 1997 Promotion in Kirchengeschichte in Rom und 2007 in Ökumenischer Theologie in Paderborn, 2003 Habilitation in Mainz, seit 2013 Professor für Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der Universität Augsburg.

BESTELLUNG hier: https://www.herder.de/religion-spiritualitaet-shop/deutsche-spuren-in-rom-gebundene-ausgabe/c-38/p-19301/


Auch „Kathpedia“ hängt am Tropf der charismatischen „Mystikerin“ Marthe Robin

Von Felizitas Küble

Das Portal „Kathpedia“ ist ein Ableger der erscheinungsbewegten katholischen Nachrichtenseite „Kathnet“, die seit jeher von Medjugorje schwärmt und auch sonst kaum eine Erscheinung ausläßt, die vorschnell propagiert wird. Auch charismatische Phänomene werden gerne ungeprüft hochgejubelt.

BILD: Eine der zahlreichen Jubel-Biografien über Robin – hier vom Stift Heiligenkreuz herausgegeben

Ein typisches Beispiel für diese un-nüchterne, wundersüchtige Haltung ist das euphorische Kathpedia-Lebensbild der französischen Pseudo-Mystikerin und Betrügerin Marthe Robin: http://www.kathpedia.com/index.php/Marthe_Robin

Offenbar hat es sich noch nicht bis zur dortigen Redaktion in Linz herumgesprochen, daß die Neuoffenbarungen dieser 1981 verstorbenen Visionärin nicht von „oben“ stammen, sondern größtenteils per geistigem Diebstahl zusammengestückelt wurden (meist der mystischen Literatur des 19. Jahrhunderts entnommen).
Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2020/10/06/historiker-kritisiert-geistigen-diebstahl-durch-die-visionarin-marthe-robin/

Treudoof-naiv heißt es auf Kathpedia, Robin habe die „Wundmale Jesu“ empfangen und sich 50 Jahre lang „nur von der hl. Eucharistie ernährt“ – zweifellos wäre allein das schon ein Phänomen sondergleichen für sensationsgierige (Aber-)Gläubige.

Zudem habe sie – was freilich stimmt – mittelbar in vielfältiger Weise eine „Erneuerung der Kirche angeregt“ (gemeint ist die Entstehung schwärmerischer Bewegungen), die als ein „neues Pfingsten“ (!) mehr und mehr spürbar werde. – Anscheinend ist das Portal noch nicht ganz in der Gegenwart angekommen?!

Robins Sendung sei es, so heißt es weiter, die „Mission der „kleinen Thérèse“ im 20. Jahrhundert fortzuführen, zumal sie schon früh Marienerscheinungen erlebt habe und 50 Jahre ihres Lebens krank im Bett verbracht habe, wobei sie ihren „Leidensweg“ Jesus aufgeopfert habe (also die übliche spirituelle „Karriere“ einer sog. „Sühneseele“).

Sodann schwärmt Kathpedia von ihrem Hingabegebet an Gott, in welchem es u.a. heißt: „Nimm meinen Willen ganz und gar, ich lösche ihn für immer in Deinem Willen aus.“

Niemand hat die „Vollmacht“, den eigenen Willen mittels einer Anrufung gleichsam „auszulöschen“ in den Willen Gottes hinein.

Weiter wird mehrfach ihr jahrzehntelanger Seelenführer Père Georges Finet positiv erwähnt, der sich aber unlängst als Missbrauchstäter herausstellte (was Kathpedia freilich unerwähnt läßt): https://charismatismus.wordpress.com/2020/06/25/die-foyers-de-charite-distanzieren-sich-von-marthe-robins-seelenfuehrer-george-finet/

Natürlich wurde der Visionärin die „Gnade der Schauung“ zuteil – bis hin zur sog. „Herzensschau“ (in Wirklichkeit ein Hellseher-Phänomen), die in der Heiligen Schrift als Gabe des Hl. Geistes überhaupt nicht vorkommt.

Als die „Begnadete“ am 6.2.1981 stirbt, strömen zu ihrer Beerdigung – und das ist in solchen „wundersamen“ Fällen typisch – sechs Bischöfe, hunderte Priester und etwa 7000 Menschen aus aller Welt….

Ja – und wie zutreffend „Kathpedia“ weiter feststellt:

„Marthe Robin trug wesentlich zum Entstehen neuer, geistlicher (Ordens-) Gemeinschaften bei. Sie ist vor allem in Frankreich sehr bekannt und gilt als Schlüsselfigur des 20. Jahrhunderts in der Glaubenserneuerung Frankreichs und Europas.“

Hinsichtlich der von ihr inspirierten Bewegungen werden sodann aufgezählt:

Bei der charismatischen „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ und der Johannes-Gemeinschaft sind sexuelle Affären bzw. Missbrauchstaten der Gründerpersönlichkeiten inzwischen erwiesen.


Neuer Lebensrechts-Film in den USA gestartet: The Order of Rights

In den USA läuft seit dem 2. Oktober ein Spielfilm der Stone Road Productions, der sich ähnlich wie „Unplanned“ mit dem Drama der Abtreibung befaßt und hier besonders die Rolle der Väter miteinbezieht. Es bleibt zu hoffen, daß der ergreifende Streifen es in die europäischen und deutschen Kinos schafft.

Sein Titel lautet: „The Order of Rights“ = Die Ordnung der Rechte.

Der Pro-Life-Film wirft die Frage auf, ob das Kind im Mutterleib eine Person mit allen Grundrechten ist oder nicht.

Es geht hierbei um eine junge alleinstehende Frau namens Emma Stein, die schwanger geworden ist und von ihrer Mutter in Richtung Abtreibung gedrängt wird. Der Kindsvater Ethan Carpenter will seiner Partnerin helfen, das Baby auszutragen. Doch Emma hat sich bereits für eine Abtreibung entschieden.

Ethan und seine Familie reichen eine Klage im Namen des Lebensrechts für alle ein – und daraus wird ein national beachteter Gerichtsfall. Die Richter müssen ein Urteil fällen, ob das ungeborene Kind eine Person mit allen ihr dann zustehenden Rechten ist oder nicht.

Dabei steht das Recht auf Leben in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung an erster Stelle: Recht auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück – daher der Titel „Die Ordnung der Rechts“ – es könnte auch von einer „Hierarchie“ der Grundrechte die Rede sein, auf der die amerikanische Verfassung beruht.

Filmregisseur Jim Ball erklärt, bei den meisten Abtreibungen werde das Recht auf Leben vom „Glücksstreben“ der Mutter und ihres Umfeldes verdrängt. – Produzent Steve Ball pflichtet ihm bei: „Wir hoffen, daß dieser Film diejenigen ergreift, die eine Abtreibung hinter sich haben, damit sie wissen, daß sie Vergebung erhalten und Heilung erfahren können.“