Für die mystische Marthe Robin ist Gandhi „wie ein zweiter Jesus“

Von Felizitas Küble

Man ist wahrlich Kummer gewohnt, wenn es um theologische Aussagen von selbsternannten „Begnadeten“ geht, die im oberfrommen Lager gerne als „Sühneseelen“ oder – der Deutlichkeit halber – gar als „Sühneopferseelen“ verehrt werden.

Zu den bekanntesten Damen dieses „wunderbaren“ Spektrums gehört zweifellos die französische Stigmatisierte und Visionärin Marthe Robin, hat sie doch nicht „nur50 Jahre angeblich allein von der hl. Hostie gelebt (also eine Art übernatürlich motivierte Hungerkünstlerin), sondern sie ist zugleich Wegbereiterin zahlreicher charismatischer Bewegungen, die im Frankreich der 70er Jahre ihre ersten (Sumpf-)Blüten trieben, darunter „Die Arche“, die Gruppe „Emmanuel“ und die „Gemeinschaft der Seligpreisungen“.

Letztgenannte Gruppe wurde gegründet von „Bruder Ephraim“, der sich später ebenso wie einige seiner leitenden Mitstreiter in Sexaffären verstickte.

Aber davon soll hier nicht die Rede sein, sondern von Ephraims Buch „Martha“ (siehe Foto), einem einzigen Lobgesang auf Marthe Robin, seine geistliche Ziehmutter und Wegbegleiterin jene „Seherin“ also, deren Botschaften unlängst als Betrug entlarvt wurden (sie hat den Inhalt nicht von „oben“ diktiert bekommen, sondern aus alten „mystischen“ Schriften zusammenkombiniert).

Nun wird keiner behaupten wollen, der von Marthe hingerissene Bruder Ephraim habe sie etwa in ein ungünstiges Zwielicht setzen wollen – ganz im Gegenteil.

Umso aufschlußreicher sind manche Passagen seiner im Vier-Türme-Verlag (Münsterschwarzach) erschienenen Biografie.

Zu den Zeugnissen pro Marthe gehört auch Georges Baudonnel aus der von ihr inspirierten Gemeinschaft „Die Arche“. Dieser schreibt auf S. 107 folgendes:

„Ich stellte Martha die Frage, ob sie Ghandi kennen und was sie von ihm halte? – Ihre Antwort lautete zur ersten Frage: „Oh ja, ich kenne Ghandi“. Zur zweiten: „Ja, Ghandi ist wie ein zweiter Jesus.“

Nebst theologisch derart irrigen Aussagen enthält das Buch eine Reihe sinnloser Mirakel – wie etwa auf S. 153 von Mai Tau berichtet:

Er erwähnt einen vietnamischen Priester, der nicht habe glauben wollen, „daß die Hostie sich der Hand des Priesters entzog und Martha in den Mund stürzte.“ – Als dieser Geistliche dann im Zimmer der Stigmatisierten eine hl. Messe feierte, „beschloß er, bei den Worten „Seht, das Lamm Gottes“ die Hostie gut festzuhalten. Diese entzog sich seinen Händen und er sah sie in Marthas Mund verschwinden.“

Und welcher theologische „Sinn“ liegt nun in dieser scheinbar wundersamen Geschichte? – Eben dies verrät uns der Autor leider nicht.

Merkwürdig erscheint nüchternen Lesern aber auch folgende Schilderung einer angeblichen Jesus-Vision – und zwar in einer ihr sehr wohlgesonnenen Medjugorje-Zeitschrift (https://www.medjugorje.org/echo/e198ge.pdf) auf S. 6:

„Im Jahr 1930 frägt Jesus sie: Willst du sein wie ich?“. – Marthe antwortet: „Ich möchte sterben, damit sie das Leben haben“ .

Da Christus bekanntlich GOTT ist, lautet die Frage letztlich: „Willst du sein wie Gott?“ – und ihre Antwort verrät, daß sie sich gleichsam in einer „erlösenden“ Stellung sieht – das aber ist theologisch und spirituell höchst bedenklich.

Wir schreiben hier im CF bereits seit 2012 – also längst vor den derzeitigen Betrugs-Enthüllungen – kritisch über die „Botschaften“ dieser Seherin: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/robin-marthe-mystikerin/


5 Kommentare on “Für die mystische Marthe Robin ist Gandhi „wie ein zweiter Jesus“”

  1. mariaskind sagt:

    Ich hatte grade eine Diskussion mit einem Charismatiker und Robin-Anhänger, der sich katholisch schimpft, aber der katholischen Lehre widerspricht. Er sagte einmal, die Hölle sei nicht ewig. Ich belegte ihm, dass Marthe Robin sagte, Ghandi sei wie ein zweiter Jesus (Gottmensch!). Dann sagte er, das sei meine Interpretation. Dann musste ich erwidern, dass sie doch diese Aussage, Ghandi sei wie ein zweiter Jesus (Gottmensch) doch selbst gesagt hat. Darauf erwiderte er: „Nein, das in Klammern hat sie nie gesagt.“ Dann musste ich ihm sagen, dass Martha dann nicht katholisch war, weil die katholische Kirche lehrt, dass Jesus Gottmensch ist. Hier war dann die Diskussion beendet.

    Wer also sagt, dass irgendein Mensch wie ein zweiter Jesus sei, der sagt, dass er wie ein zweiter Gottmensch sei, weil Jesus ja Gottmensch ist (Was soll ER denn sonst sein?). Unfassbar diese Gotteslästerung Robins!

    Gefällt mir

    • mariaskind sagt:

      Mir ist noch was eingefallen:

      Ghandhi ist wie ein zweiter Jesus – heißt:

      – Ghandhi, ein Heide, ist wie ein zweiter Gottmensch

      – Ghandhi, ein Heide, ist wie ein zweiter Erlöser

      – Ghandhi, ein Heide, ist wie ein zweiter HERR und KÖNIG über ALLE Dinge

      – Ghandhi, ein Heide, ist wie ein zweiter Richter

      Denn das alles ist ja Jesus!

      Wäre Marthe Robin katholischen Glaubens gewesen, hätte sie so einen Irrsinn niemals von sich geben können!

      Gefällt mir

  2. In der Tat war Mahatma Ghandi ein wichtiger Bürgerrechtler, der sich wie später nach ihm und von ihm mitinspiriert auch Martin Luther King und Nelson Mandela von Christi Weg der Gewaltlosigkeit und des gewaltlosen Widerstandes als Vorbild inspirieren ließ.
    Er war einerseits ein tiefgläubiger Hindhu, welcher ein spirituelles sakrales Mantra des Hindhu-Gottes Vishnu benutzte, als dessen Inkarnationen u.a. auch Krishna (siehe die Bhagavad-Gita und die Advaita Vedanta Philosophie) und eben bei den Hindhus in der Tat auch Jesus Christus angesehen werden.
    Aber selbst Ghandi hatte, wie auch Martin Luther King, der auch außereheliche Affären hatte, sehr schwerwiegende menschliche Schwächen. So zum Beispiel eine unkrontrollierte, außer Kontrolle geratene Sexualität bzw. einen extrem starken Sexualdrang und eine Sucht und Gier nach Sex, die er lange Zeit nicht mehr unter Kontrolle hatte und unter der er auch sehr litt und die er auch zurecht als negativ empfand.
    Er war zwar eine große und bedeutende Persönlichkeit, die sich von Christus spirituell zum Wege der Gewaltlosigkeit inspirieren ließ, aber eben auch ein Mensch mit Schwächen, der als Hindhu das Kasten-System mit der UNterdrückung der kastenlosen Parias zwar reformieren, aber eben nicht abschaffen wollte, weil er befürchtete, dass dies die Religion und Gesellschaft des Hindhuismus zerstören würde. Auch das Wesen der Frau und ihre Weiblichkeit sah er durchaus kritisch und als problematisch an. Der berühmte Philosoph und Buddhist Arthur Schopenhauer machte auch die Aussage, dass die Frau das ganz und gar Ungeistige und Geistlose sei. Das weibliche Wesen neige zum Kleineren und zur Oberflächlichkeit, ihr fallen eher die kleineren Dinge und Details auf. Frauen sind zwar soziale Wesen, aber gerade deswegen häufig auch Opportunisten, die zum Anpassertum und Mitläufertum neigen.

    Gefällt 1 Person

  3. Siehe auch den Weblog „Philosophia Perennis“ von David Berger als Theologen und Journalisten und Philosophen zum Islam und Islamismus und den Islamisten und siehe Gerhoch Reisegger und den INternetauftritt der Wertkonservativen Eva Hermann und das internationale Schiller-Institut und Judith Reisman und James DeMeo aus den USA.

    Zeugen der Wahrheit (ZDW) Website

    http://www.kath-zdw.ch/

    Gefällt mir

  4. "GsJC" sagt:

    Da wird geklotzt und nicht gekleckert!

    „Im Jahr 1930 frägt Jesus sie: Willst du sein wie ich?“. – Marthe antwortet: „Ich möchte sterben, damit sie das Leben haben“ .

    Welch zarte Seele wird da nicht innerlich zittern, so sie diese Zeilen vernimmt?

    Unter dem Schirm derer, die erkannt haben und deshalb nicht minder begnadet sind, dass es sich dabei nur um eine besonders auserwählte Seele handeln kann, dürfen diese Begnadeten unreflektiert jeden Unsinn verbreiten und die Sache nimmt ihren Lauf.
    Passt der verbreitete Unsinn nicht genau, – wird er passend gemacht. Dass sich Seher verhören oder die himmlischen Eingaben aufgrund ihrer Menschlichkeit nicht richtig verstehen und deuten können, dient dann als Rettungsanker für alle kommenden Unsinnigkeiten usw. …

    Wer sich in diesen Kreisen verfangen hat, der wird sich nur sehr schwerlich daraus wieder lösen.

    MfG

    Gefällt 1 Person


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s