Marthe und das „neue Pfingsten“ der Kirche…

Von Felizitas Küble

Der erscheinungsbewegte, gerne auf „wundersame“ Ereignisse fixierte Blogger Hermann Hitthaler veröffentlicht auf seiner Seite „Gott liebt uns“ einen begeisterten Bericht über die bekannte „Mystikerin“ Marthe Robin: http://www.gottliebtuns.com/hl_marthe_robin.htm

Der Titel „Braut des Erlösers“ (gemeint ist damit bei ihm aber nicht die Kirche, sondern Marthe) deutet bereits an, wie hingerissen der Autor von dieser französischen „Stigmatisierten“ ist, deren „Botschaften“ jedoch unlängst von einem Theologieprofessor, den der zuständige Bischof als Zensor eingesetzt hatte, als Betrug bzw. Kopien aus alter Literatur entlarvt wurden. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2020/10/06/historiker-kritisiert-geistigen-diebstahl-durch-die-visionarin-marthe-robin/)

Aufschlußreich an Hitthalers langer Lobrede auf Marthe Robin sind vor allem die letzten Abschnitte seines Aufsatzes:

Dort heißt es zu ihrer inhaltlichen Richtung:

„Mit etwas Abstand wird immer deutlicher werden, dass Marthe die Sendung hatte, dazu beizutragen, die Kirche für das Neue Pfingsten hervorzubringen, und dass ihre Hingabe der Bedeutung dieses

Ereignisses angemessen war. Denn Maria gab ihr zu verstehen, dass dieses zweite Pfingsten ein Ausmaß annehmen würde, das es in der Geschichte der Kirche noch nie gegeben hat.“

Mit „Maria“ sind die Madonnenvisionen gemeint, die Marthe angeblich des öfteren zuteil wurden.

Freilich sollte man der Gottesmutter keinen theologischen Unsinn in den Mund legen. Für die letzten Zeiten (und die Phase davor) hat uns die Heilige Schrift kein „neues Pfingsten“ angekündigt, sondern das genaue Gegenteil: einen zunehmenden Glaubensabfall – und zwar innerhalb der Christenheit, also genau das, was wir derzeit vor Augen haben.

Typisch charismatische Schwärmereien über eine künftige weltweite Erweckung und einen pentekostalen (pfingstlerischen) Sieg und Triumph der Kirche klingen natürlich angenehmer in den Ohren als das nüchterne biblisch-prophetische „Endzeitprogramm“…

Höchst merkwürdig erscheinen sodann auch die Hitthaler-Hinweise auf das irdische Ende der französischen „Mystikerin“ Robin am 6.2.1981:

„Sie wusste, dass Satan sie bis zum Schluss verfolgen würde…In der Tat, als Pater Finet an jenem Freitagabend Marthes Zimmer betrat, war alles durcheinandergeworfen und Marthe lag mitten im Zimmer leblos auf dem Boden.

Nachdem der Menschenmörder ihr einige Zeit zuvor die Wirbelsäule verbogen hatte, hatte er ihr nun das Leben genommen. Die Rufe des Paters vermochten genauso wenig wie die Medizin.
Als Pater Finet meine Frau und mich später empfing, versicherte er uns nochmals, dass er bei ihrem Leichnam wirklich Marthes Stimme vernommen habe: «Er hat mich umgebracht.»

Zunächst einmal bestimmt GOTT unsere letzte Stunde – und nicht sein Widersacher, der niemanden gegen den Willen des Höchsten „umbringen“ kann.

In der schwärmerischen „Martha“-Biographie von Bruder Ephraim wird ähnlich Schauriges berichtet. Ihrem jahrzehntelangen Seelenführer Pater Finet soll sie kurz vor dem Sterben anvertraut haben: „Diese Nacht hat der Teufel mich zu Fall gebracht und mit dem Kopf auf den Boden geschlagen.“ – Nach ihrem Tod geschah angeblich folgendes: „Hingeworfen vom Teufel und schon ganz erkaltet liegt Martha am Boden.“ (S. 29)

Ganz anders aber heißt es in Hebr 13,7 hinsichtlich der Gerechten und Vorbilder: „Schaut auf ihr Ende und folgt ihrem Glauben nach“ denn diese sind auch beim Sterben in Gottes Hand – und nicht in jener des Teufes.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


8 Kommentare on “Marthe und das „neue Pfingsten“ der Kirche…”

  1. wolfsattacke sagt:

    Ich frage mich, ob es auf die Christenheit, bzw, namentlich die evangelisch-lutherische Kirche aktuell nichts dringlicheres gibt, als die Wort, der das Wirken der Marthe Robin zu „attackieren“. irgenwie wäre es wohl in unserer Zeit einer ehrwürdigen hl. Hildegard von Bingen auch nicht gut ergangen, denn die fortlaufende Kritik an Marthe Robin legt nahe, daß jede Form von Visionen in Zweifel gezogen werden.

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  2. Die Alte Messe – lichtreich und schön
    22. NOVEMBER 2019

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    25. OKTOBER 2018

    https://www.thecathwalk.de/2018/10/25/schoenheit-zieht-an-ein-beitrag-zur-liturgie/

    Alte Messe und Tradition: Das Leben als Tradi
    28. JULI 2019

    https://www.thecathwalk.de/2019/07/28/alte-messe-und-tradition-das-leben-als-tradi/

    Mit 15.000 jungen Pilgern nach Chartres: Heute die Kirche von morgen sehen
    13. JUNI 2019

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    https://www.thecathwalk.de/2018/09/09/junge-menschen-alte-messe-und-tradition/

    Glaube, der nicht peinlich ist: Alte Messe und traditionelle Frömmigkeit
    30. JANUAR 2019

    https://www.thecathwalk.de/2019/01/30/glaube-der-nicht-peinlich-ist-alte-messe-und-traditionelle-frommigkeit/

    Die Tradition ist die Zukunft der Kirche
    3. OKTOBER 2018

    https://www.thecathwalk.de/2018/10/03/tradition-zukunft-kirche/

    https://www.thecathwalk.de/

    http://www.pi-news.net/

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  3. „Zeugen der Wahrheit“ (ZDW) Website

    http://www.kath-zdw.ch/

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  4. Konnersreuther Pilger sagt:

    Die angeblich über Jahrzehnte nahrungslos lebende und völlig auf die Pflege durch ihr Umfeld angewiesene Marthe Robin wurde von ihren Angehörigen regelrecht abgeschirmt. Niemand hat sie angeblich essen sehen, Ausscheidungen wird sie auch nicht gehabt haben – woher auch.
    Näheres hat ihr Umfeld immer verschwiegen. Zeugen für Nahrungs- und Ausscheidungslosikgeit von Marthe Robin sind nur ihre Angehörigen gewesen. Dies gilt auch für die Umstände ihres Todes und ihre angeblichen Äusserungen, welche sie unmittelbar davor getan haben soll. Ich persönlich hätte da meine Zweifel, ob sie das wirklich gesagt hat, oder ob das der Schlussatz einer jahrelangen, von ihrem Umfeld mit durchgezogenen hysterischen Inszenierung war, einen Satz, welchen man ihr sozsusagen nachträglich in den Mund gelegt hat. Das Schlußwort einer hysterien Insznierung.
    Auch ob die Nahrungslosikgeit ärztlich erwiesen ist, durch klinische Untersuchen wäre von Interesse. Meist hat das Umfeld solch einer begnadeten Person kein Interesse daran und verhindert vehement klinische Untersuchungen, selbst wenn diese von kirchlichen Behörden gefordert werden.

    Im Falle unserer nahrungslosen Resl aus Konnersreuth war es etwas anders. Diese hatte trotz Nahrungslosikgeit, ohne zu trinken, noch ein paare Jahre lange Urinausscheidungen. Eine Urin-Untersuchung in einem Labor brachte ein für ein Wunder ungünstiges Ergebnis – mit der Folge, dass ab jetzt die Urin-Ausscheidungen ausfielen. Die Nahrungslosigkeit begann 1927, die Urinausscheidungen gingen noch bis 1936……Ein neues Wunder!
    Die nächsten Angehörigen unserer Resl wurden unter kirchlichem Eid über die angebliche Nahrungslosigkeit befragt. Stereotype Aussage: „In meinem Beisein hat die Resl niemals Nahrung zu sich genommen“. Das kann alles heißen.
    Die Aussagen einer Nichte der Konnersreuther Wunder-Resl, Theres Härtl, spätere Benediktinerschwester Martha in Eichstätt, hat eine umstrittene Aussage darüber in den vierziger Jahren gemacht, wurde von der Familie gedrängt, diese zurückzunehmen und wurde nochmals 1987 beeidigt vor einer kirchlichen Kommission im Bistum Regensburg – und hat sehr menschliche Aufschlüsse über die Wunder ihrer Tante Therese gegeben.
    Diese belastenden Aussagen aus der Vernehmung aus den 80er Jahren werden natürlich bis heute nicht veröffentlicht, die Nonne Sr. Martha auf Lebenszeit mit einem Schweigegelübde darüber belegt, der Seligsprechungsprozess läuft mit dem Segen des Bischofs von Regensburg und ausdrücklich mit dem Segen von Kardinal Müller……
    In der Konnersreuther Pfarrkirche bin ich selbst Zeuge gewesen, wie da Unwahrheiten, längst widerlegte Behauptungen teilweisse wissentlich als Verdummung der Gläubigen von geistlichen und weltichen Personen vorgetragen wurden.
    Die letzten Worte unserer Resl?
    Sie erlitt einen Herzinfarkt, wollte noch etwas sagen und konnte sich nicht mehr artikulieren und starb. Wir wissen nicht, was sie uns noch hat sagen wollen.

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  5. "GsJC" sagt:

    Ein Ratschlag von Hermann Hitthaler:

    „ABER bitte die ganzen Prophezeiungen etwas mit Vorsicht genießen denn sie führen einem gerne in die Irre wenn zuviel Neugier dahintersteckt. Wir Menschen müssen unser Fundament auf Christus, die Kirche und die Sakramente bauen.“

    http://www.gottliebtuns.com/in_eigener_sache.htm#3

    Lieber Hermann, da liegen Sie vollkommen richtig. „Genießen“ Sie mit Vorsicht und vertrauen Sie auf das eigene Gebet.
    Ich würde solche Damen wie Marthe nicht fragen, um ihren Rat einzuholen. Jemand, der vorgibt einen besonders heißen Draht nach oben zu haben, ist grundsätzlich mit Vorsicht zu „genießen“, wenn nicht überhaupt sehr distanziert zu betrachten.

    MfG

    P.S:

    «Er hat mich umgebracht.»

    Und nu? Was darf der geneigte Anhänger diesem Sätzchen entnehmen? Marthe sollte jetzt beim HERRN sein. Ist das so schlimm?

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    • "GsJC" sagt:

      „Im Jahr 1930 frägt Jesus sie: Willst du sein wie ich?“. – Marthe antwortet: „Ich möchte sterben, damit sie das Leben haben“ .

      Hat sich erfüllt!
      Somit gibt es keinen Grund für die Anhänger, traurig oder aufgebracht zu sein, denn der Widersacher diente als Erfüllungsgehilfe.

      MfG

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      • "GsJC" sagt:

        «Er hat mich umgebracht.»

        Allein dieser Satz bietet mehr. „ER“ kann Marthe nicht umgebracht haben. Besser hätte Sie gesagt:“Das Werk ist vollbracht!“

        Na ja – kleiner verzeihlicher Schnitzer, denn in solch geistigen Höhen ist die Luft besonders dünn.

        MfG

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