Geistlicher Missbrauch durch öffentliche „Beichte“ nicht nur in „Integrierter Gemeinde“

Von Felizitas Küble

Die Katholisch Integrierte Gemeinde (IG), die vor allem in München jahrzehntelang gewirkt hat und großes Ansehen in kirchlichen Kreisen bis hinauf in den Vatikan genoß, ist jetzt ins Gerede gekommen.

Sogar Benedikt XVI. hat sich nunmehr öffentlich von der IG distanziert und seine frühere Unterstützung bedauert, die sich über dreißig Jahre erstreckte. (Vgl. hier: https://www.amazon.de/Wegbegleitung-Ratzinger-Benedikt-Katholische-Integrierte/dp/3932857402)

Die Vorwürfe gegen die intellektuell und theologisch durchaus anspruchsvolle Gemeinschaft beziehen sich auf überzogene Kontrolle der Mitglieder, Manipulation des Privatlebens, seelsorgliche Mißstände – kurzum: es geht um geistlichen Missbrauch.

Dr. Benjamin Leven hat sich ausführlich mit dieser Causa befaßt und auf CNA über seine Recherchen über die IG informiert, die von Frau Traudl Wallbrecher in München gegründet wurde: https://de.catholicnewsagency.com/story/die-katholische-integrierte-gemeinde-und-papst-benedikt-ein-interview-7170

Ein besonders schwerwiegender Kritikpunkt ist aus meiner Sicht jener, wonach in der IG „die ordentliche Beichte in der Gemeinde durch öffentliche Bußgespräche im Rahmen von Versammlungen ersetzt“ worden sein soll. Dies wäre tatsächlich – das sagt Dr. Leven zu Recht – ein „schwerwiegender Missbrauch des Sakraments“.

Allerdings sollte in der jetzigen Debatte um die IG nicht übersehen werden, daß es genau diese Problematik auch in anderen „neuen geistlichen Bewegungen“ gibt – und zwar schon lange, vor allem im „Neokatechumenat“ und etwas abgemildert in einigen charismatischen Gruppen wie z.B. der „Gemeinschaft der Seligpreisungen“.

In unserem CHRISTLICHEN FORUM berichten wir seit langem über solche strukturellen Fehlentwicklungen, die den geistlichen Missbrauch geradezu begünstigen, so daß man sich über seelsorgliche Übergriffe und gruppendynamische Manipulationen nicht zu wundern braucht.

Siehe hierzu als Beispiel unsere folgenden drei Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/30/oeffentliche-beichten-eine-sumpfbluete-die-pastoralen-missbrauch-beguenstigt/

https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/29/religioeser-missbrauch-durch-die-laienbeichte/

https://charismatismus.wordpress.com/2019/02/10/meine-erfahrungen-bei-der-gemeinschaft-der-seligspreisungen-in-warstein/

HIER v i e r z i g Beiträge über geistlichen Missbrauch (darunter sowohl Grundsatzartikel wie Erlebnisberichte von Aussteigern): https://charismatismus.wordpress.com/category/geistlicher-pastoraler-missbrauch/


4 Kommentare on “Geistlicher Missbrauch durch öffentliche „Beichte“ nicht nur in „Integrierter Gemeinde“”

  1. dorrotee sagt:

    https://www.domradio.de/themen/papst-franziskus/2020-10-27/stille-nacht-im-vatikan-papst-will-weihnachtsfeiern-ohne-glaeubige-abhalten

    Hier werden schon die ersten Stimmen laut: keine Weihnachtsfeierichkeiten.
    Papst F. speckte schon von Jahr zu Jahr die Feierlichkeiten ab. Als wenn es ihm auf den Geist gehen würde, wenn eine festliche Messe abgehalten wird.

    Still im Kämmerlein eine kleine Messe scheint ihm zu reichen.
    Die Corana-Krise kommt von daher wohl gelegen.

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  2. dorrotee sagt:

    Vielen Dank für den Artikel und Ihre Aufklärung zu diesem Thema.

    Leider wird es aber nun auch für uns nüchtere Christen eng in den Corona-Zeiten.
    Es wird für diesen besonnenen Glauben immer schwieriger. Denn vom allgemeinen Gemeindeleben ist nicht viel übrig in diesen Zeiten.

    Nun heißt es für uns durchhalten.

    Bei vielen auch nüchteren Christen wird Frust aufkommen.
    Ich dachte, die Kirchen lernen was aus der Krise, aber das Gegenteil ist eingetreten. Messkürzungen, Beichtgelegenheiten abgeschafft, Veranstaltungen abgesagt. Übertriebene Hygienteams, die alles kontrollieren, MNS Pflicht in der Kirche für jedenmann u. v. m.

    Ich befürchte, dass wir Weihnachten genauso vor dem Fernsehen sitzen und die Online-Christmette schauen werden wie zu Ostern in diesem Jahr.
    Hier wird keine Messe m e h r angeboten.

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  3. Gabriele Kuby, Soziologin, Gender Ideologie und Gender Mainstreaming

    http://www.gabriele-kuby.de

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    • Siehe zur Homosexualität auch Judith Reisman und James DeMeo aus den USA und den Psychologen Wilhelm Reich und das internationale Schiller-Institut und den Internetauftritt von Eva Hermann und die christliche Psychologin Christa Meves.

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