Frankreich: Kritisches Buch über die „stigmatisierte“ Marthe Robin erschienen

Von Felizitas Küble

Am 8. Oktober 2020 ist in Frankreich ein Buch herausgekommen, das schwerwiegende Enthüllungen über die in diesem Land sehr bekannte „Mystikerin“ Marthe Robin enthält; ihr wird darin systematischer Betrug und Täuschung ihrer Anhänger nachgewiesen.

Der Autor Prof. Dr. Conrad De Meester ist freilich kein „investigativer“ Journalist, der es auf Sensationsberichte abgesehen hat, sondern ein wissenschaftlich gründlich arbeitender Karmelit aus Flandern.

Der Ordenspriester und angesehene Kirchenhistoriker befaßte sich jahrzehntelang mit den großen Mystikerinnen des 20. Jahrhunderts. Wohl nicht zuletzt deshalb erhielt er von bischöflicher Seite den Auftrag, die Schriften, Lebensweise und Botschaften der 1981 im „Rufe der Heiligkeit“ verstorbenen Marthe Robin theologisch und spirituell zu untersuchen, zumal für sie bereits ein Seligsprechungsverfahren in Rom lief.

Leider wurde das Buch über die gelähmte Frau aus der Drôme erst posthum (nach dem Tod) veröffentlicht, denn der Autor starb am 19.12. 2019. Es scheint bislang unklar, weshalb Prof. De Meester oder sein Ordensoberer mit der Veröffentlichung gezögert hat.

Die im 20. Jahrhundert bekannteste Mystikerin Frankreichs gründete mehrere Bewegungen, darunter ihre Foyers de Charité (70 Foyers in 40 Ländern) zu deutsch: Vorhof bzw. Herdfeuer der Nächstenliebe.

BILD: Eines der vielen euphorischen Bücher über Marthe, hier aus dem Stift Heiligenkreuz

Maßgeblich beteiligt war die zudem bei der Entstehung und Ausbreitung charismatischer Gruppen wie der „Gemeinschaft der Seligpreisungen“, der „Arche“, der Gemeinschaft Emmanuel oder der Johannes-Gemeinschaft.

Über diese Kommunitäten haben wir im CHRISTLICHEN FORUM seit Jahren kritisch berichtet, ebenso mehrfach über Marthe Robin – und dies bereits seit acht Jahren, also längst vor den erwähnten „Enthüllungen“.


4 Kommentare on “Frankreich: Kritisches Buch über die „stigmatisierte“ Marthe Robin erschienen”

  1. Pauline G. sagt:

    „foyer“ heißt schlicht „Haushalt“ oder „ein Zuhause“ – so wird es verstanden. Femme au foyer ist Hausfrau – eine traditionelle Frau, die ihren Haushalt führt und die Kinder erzieht.

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    • Lisje Türelüre aus der Klappergasse sagt:

      „La femme au foyer“ ist die „Frau am Herd“. Die Herkunft des Wortes vom lateinischen focus – focarius= Herd, Feuerstelle ist ja nicht zu leugnen.
      Der Ausdruck ist im Französischen sehr geläufig, etwa „Foyer des jeunes“ „Jugendzentrum“ usw. Aber wenn Marthe Robin den Ausdruck „Herdfeuer“ selbst gewählt hat, ist es etwas anderes.

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  2. Lisje Türelüre aus der Klappergasse sagt:

    Also „Foyers“ würde ich nicht mit Herdfeuer“ übersetzen. Es hat die Bedeutung von „Zentrum“ „Zentrum der Nächstenliebe“ , ansonsten bedeutet es „Empfang“, so wie: „Theaterfoyer“.

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    • Guten Tag,
      hier heißt es zur Herkunft von Foyer:

      [1] im 19. Jahrhundert vom französischen foyer → fr (Feuerstelle, Herd, Brennpunkt) entlehnt, dieses wiederum vom lateinischen focārius → la „zum Herd gehörig“, Ableitung von lateinisch focus → la „Feuerstelle“[1]
      Quelle: https://de.wiktionary.org/wiki/Foyer
      Daß es im deutschen Sprachgebrauch ein Empfangsraum ist, weiß ich auch.
      Ich kann ja Vorraum noch dazuschreiben.
      Im übrigen wird Foyers in Marthe-Büchern mit „Herdfeuer“ übersetzt – und zwar mit Berufung auf sie selbst.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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