Carlo Acutis: Leichnam war nicht unversehrt

Von Felizitas Küble

Die „Neue Zürcher Zeitung“ brachte in ihrer Print-Ausgabe vom 5. Dezember 2020 einen ausführlichen Pilgerbericht über eine Wallfahrt nach Assisi. Darin heißt es, nachdem zunächst viel über den hl. Franz geschrieben wurde, über den kürzlich seliggesprochenen Carlo Acutis (siehe Foto):

„In der Kirche Santa Maria Maggiore liegt in einem gläsernen Sarkophag ein Junge in Jeans, Sweatshirt und Turnschuhen. Er sieht aus wie soeben eingeschlafen….Carlo Acutis war 15-jährig, als er 2006 an Leukämie starb, nach einem kurzen Leben mit viel Gebet und Einsatz für andere...

Als man sein Grab 2019 für die Umbettung geöffnet habe, sei der Leichnam unversehrt gewesen, raunten einige Kleriker. Dem widersprach der Erzbischof Domenico Sorrentino, man habe die Überreste mit «Kunst und Liebe» hergerichtet.“

Es ist gut und auch notwendig, daß der katholische Erzbischof diese Klarstellung veröffentlicht hat, um einer falschen, unbesonnenen Wundersucht zu widersprechen. Als Gläubige haben wir keine unechten Mirakel nötig.

Der Körper des Seliggesprochenen habe den „normalen Prozess der Verwesung“ durchlaufen, sagte der Oberhirte in einer Predigt. Und er wies zu Recht darauf hin, was auch der katholische Aschermittwoch-Ritus bekräftigt: „Staub bist Du und zum Staub kehrst Du zurück“.

Der Leichnam Acutis wurde vor der Umbettung anläßlich der Seligsprechung zwar komplett zusammenhängend mit den Organen, aber nicht unversehrt im Grab aufgefunden. Auch sein Gesicht wurde „restauriert“ bzw. verbessert.

Den materiellen Verfall unseres Leibes, der aber einst zur Auferstehung berufen ist, betrachten die Gläubigen gemäß der Heiligen Schrift als eine Auswirkung des Sündenfalls. Auch Selige und Heilige sind davon nicht ausgenommen, sondern sie unterliegen ebenfalls den üblichen Folgen der Erbsünde.


3 Kommentare on “Carlo Acutis: Leichnam war nicht unversehrt”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Die Alte Messe – lichtreich und schön
    22. NOVEMBER 2019

    https://www.thecathwalk.de/2019/11/22/die-alte-messe-lichtreich-und-schoen/

    Schönheit zieht an – Ein Beitrag zur Liturgie
    25. OKTOBER 2018

    https://www.thecathwalk.de/2018/10/25/schoenheit-zieht-an-ein-beitrag-zur-liturgie/

    Alte Messe und Tradition: Das Leben als Tradi
    28. JULI 2019

    https://www.thecathwalk.de/2019/07/28/alte-messe-und-tradition-das-leben-als-tradi/

    Mit 15.000 jungen Pilgern nach Chartres: Heute die Kirche von morgen sehen
    13. JUNI 2019

    https://www.thecathwalk.de/2019/06/13/mit-15-000-jungen-pilgern-nach-chartres-heute-die-kirche-von-morgen-sehen/

    Junge Menschen wollen Alte Messe und Tradition
    9. SEPTEMBER 2018

    https://www.thecathwalk.de/2018/09/09/junge-menschen-alte-messe-und-tradition/

    Glaube, der nicht peinlich ist: Alte Messe und traditionelle Frömmigkeit
    30. JANUAR 2019

    https://www.thecathwalk.de/2019/01/30/glaube-der-nicht-peinlich-ist-alte-messe-und-traditionelle-frommigkeit/

    Die Tradition ist die Zukunft der Kirche
    3. OKTOBER 2018

    https://www.thecathwalk.de/2018/10/03/tradition-zukunft-kirche/

    https://www.thecathwalk.de/

    http://www.pi-news.net/

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Beile Ratut hinterfragt in einem Essay das „westliche Denken“ der Kirchen
    Von
    PP-Redaktion –
    20. März 20190

    Die deutsch schreibende Finnin Beile Ratut, für Matthias Matussek die „wahrscheinlich … unterschätzteste Autorin des gegenwärtigen Literaturbetriebs“, rechnet in ihrem Essay „Das Fanal des Ego auf den Stufen zur Kirche“ knallhart und eloquent mit dem Denken der Kirchen der westlichen Welt ab. Ein Gastbeitrag von Rainer Buck

    https://philosophia-perennis.com/2019/03/20/beile-ratut-hinterfragt-in-einem-essay-das-westliche-denken-der-kirchen/

    Katholische Fragen und Antworten

    https://www.katholisch.com/

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  3. Konnersreuther Pilger sagt:

    Es spricht für die Redaktion vom Christlichen Forum, daß so ein seltsames, irritierendes Thema so wertungsfrei und respektvoll vorgebracht wird. Kritik wird zurückgehalten, es wird aber auch nicht lobpreisend dem Kult hinterher gelaufen. Sachlich werden Informationen gegeben, welche für sich sprechen.

    Ich persönlich finde so einen Kult abstossend. Es ist doch einfach schrecklich, den Verwesungsgrad eines Menschen, der zu einem Kult erhoben werden soll, als Wunder im Detail den Gläubigen zu verkünden. Und dann noch einen mumifizierten Leichnam in Jeans und Turnschuhen in einem Glassarg auszustellen. Wer will so etwas verantworten? Wenn schon die Angehörigen des Verstorbenen aus Eigeninteresse so einen seltsamen Kult fördern, welche kirchlichen Kreise unterstützen so etwas? Ich fühle mich von so etwas nur abgestossen.

    So ein Kult um einen Leichnam setzt das persönliche Glaubenzeugnis in den Hintergrund.
    Möchte ich bei so einem Anblick mehr darüber wissen?
    Denn hier könnte die Überlieferung genauso unecht und übergangen sein, wie die sterbliche Hülle dieser Person. Eigeninteresse und einseitiger Personenkult sind hier einfach zu vordergründig, um ein eigenes Wunder und einen Kult zu etablieren. Haben die Angehörigen so ein ungesundes Interesse, ihren Verwandten so auszustellen? Wenn ja – Warum lässt die Kirche das zu?
    Wer hat Interesse an Details des Verwesungsvorganges?
    Was ist mit der Würde des Verstorbenen?
    Hat das noch mit Respekt gegenüber einer verstorbenen Person zu tun?

    Ein nur teilweise verwester Körper soll zum Wunder stilisiert werden? Hätte da Gott nicht ein Wunder reduziert? Würde Gott solches „vollständiges Wunder“ wirken, damit Menschen zum Glauben finden?

    Wer soll sich dadurch angesprochen fühlen?
    Solche Wunder hatten die Heiden im Altertum auch.
    Personenkult, bei dem das eigentliche Glaubenszeugnis dieser Person zweitrangig wird.
    Und völlig würdelos: Gegenüber der verstorbenen Person und deren gelebtem Glaubenszeugnis.

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