Bischof Genn will die Stellung der Priester schwächen und die „Laien“ stärken

Von Felizitas Küble

Die Westfälischen Nachrichten haben am 11. Dezember 2020 ein Interview mit Bischof Dr. Felix Genn veröffentlicht. Der Oberhirte des Bistums Münster wird darin gefragt, ob die Kirche in der Lockdown-Debatte genügend präsent gewesen sei.

„Das vermag ich nicht zu sagen“, antwortete er und fügte hinzu: „Vielleicht werden wir im nachhinein noch einmal genau untersuchen, ob wir uns da oder dort noch stärker hätten einbringen müssen.“

Während Bischof Genn (siehe Foto) eher verhalten und verschwommen reagiert, wenn es um das überfällige Kehren vor der eigenen kirchlichen Haustür geht, wenn ehrlicher Klartext zu den offensichtlichen Versäumnissen in Coronazeiten angesagt wäre, wird er viel deutlicher, wenn er in weiter Ferne aufräumen kann, zumindest verbal:

„Es bedrückt mich sehr, unter dem nun abgewählten Präsidenten eine Schwächung der Demokratie in Amerika miterleben zu müssen und solche Machthaber wie Trump oder auch Putin zu erleben.“

Das klingt angepaßten Medienkonsumenten und Zeitgeistsurvern wunderbar in den Ohren, erst recht, wenn Felix Genn noch hinzufügt, als moderiere er gerade die ARD-Tagesthemen: „Es nimmt mich zugleich sehr mit, dass es soviel Populismus bei uns gibt.“

Den Kirchenmann bedrückt also die angeblich unter Trump „geschwächte“ (wie und wo und warum?!) Demokratie in den Vereinigten Staaten, er vergleicht den amerikanischen Präsidenten kurzerhand mit dem russischen Autokraten Putin und ist zudem noch „mitgenommen“ vom Populismus – alles fernsehübliche Sprüche, die auch von den Grünen stammen könnten.

Da paßt es dann, daß Genn das „Sterbehilfe“-Urteil des Bundesverfassungsgerichts pro Suizid nur „sehr bedenklich“ findet, dabei ist es ethisch und politisch eine komplette Katastrophe, ein Ärgernis sondergleichen, das sogar Liberale hierzulande in Erstaunen versetzte und Ärzteverbände die Stirne vernehmlich runzeln ließ.

Wie man aus der Not eine Tugend macht, können wir vom Münsteraner Bischof lernen, an Sprechblasen dazu fehlt es nicht:

„Ich habe in der Coronazeit unglaublich viel an Kreativität und Engagement in den Gemeinden erleben dürfen….Von Jung bis Alt sehe ich viel Aktivität und solidarisches Miteinander…“ – Wie wunderbar, bloß die Gläubigen haben davon seltsam wenig mitbekommen.

Die Krönung des Zeitungsgesprächs ist aber seine Demontierung des Priesterstandes.

Nachdem der Bischof im Zuge der Pfarreien-Fusionen massenhaft Pfarrer, die vorher kirchenrechtlich voll installiert waren, gleichsam zu Hilfspriestern degradierte (die lediglich noch den Ehrentitel „Pastor“ tragen), lamentiert er nun munter drauflos:

„Wenn weniger Leitende Pfarrer im Dienst sind, müssen wir schauen, wie wir alternative Leitungsformen entwickeln.“

Das vom Bischof bewußt und systematisch vorangetriebene Verringern von leitenden Pfarrern wird jetzt als Vorwand benutzt, um die Priester noch weiter von ihren Führungsaufgaben zu verdrängen, die ihnen als „Vater“ der Gemeinde von Amts wegen zukommen.

Damit Gemeinden „lebendig“ blieben, müsse jetzt eine „Sensibilisierung der Laien für ihre Aufgaben einhergehen„, betont der Münsteraner Oberhirte.

Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen!

Wer es immer noch nicht begriffen hat, wird mit dem nächsen Satz von Genn eines Schlechteren belehrt: „Ich möchte von der Vorstellung abrücken, als ob alles daran hinge, dass es einen Priester gibt, auf den sich alles konzentriert.“

Ob eine Gemeinde „lebendig“ sei, hänge nicht nur vom Pfarrer ab, sondern „genauso(!) von den „übrigen“ (!) „Seelsorgerinnen und Seelsorgern“ sowie den ehrenamtlich Engagierten.

Alles klar? „Seelsorgerinnen“ (wie bitte?!) und sonstige Laien sind „genauso“ wichtig für die Kirchengemeinde wie der Pfarrer selbst?!

Soviel zum „Kirchenbild“ dieses ganz besonderen Oberhirten, der seine Kirche mehrfach flapsig als „Laden“ bezeichnete (sogar in seinem amtlichen Fastenhirtenbrief 2019), womit er seinem progressiven Hofhistoriker Hubert Wolf aufs Wort folgte. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/03/10/bischof-genn-bezeichnet-die-kirche-amtlich-als-laden-erneut-kein-wort-von-der-beichte/)

Auf die Frage nach den „viri probati“ – also den in Beruf und Familie bewährten Männern, die zu Priestern geweiht werden könnten – antwortet Genn „zurückhaltend“, wie er sagt. Aber da freue man sich nicht zu früh, denn seine Begründung lautet: „Weil ich zunächst die Laien stärken will.“

Klar, bei soviel angesagtem Laientum sind Priesterfragen – wie herum auch immer – eine zu vernachlässigende Angelegenheit.

Sodann erklärt er weiter: „Ich warte die Entwicklung ab und bleibe offen für alle Fragen“.

Anscheinend kennt der Bischof immer noch nicht den uralten Sponti-Spruch: „Wer nach allen Seiten offen ist, der ist nicht ganz dicht.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Gedenktag des sel. Berthold von Regensburg

Anlässlich des Gedenktags des seligen Berthold von Regensburg hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Montagabend im Dom St. Peter ein Pontifikalamt gefeiert.

In den vergangenen Jahren war der Gottesdienst in der Minoritenkirche gefeiert worden, in der der Selige gewirkt hatte und auch zunächst bestattet worden war. Aufgrund der Situation fand der Gottesdienst in diesem Jahr im Dom statt.

Auch diese Verlegung ist eine Verwirklichung des bereits sprichwörtlichen „Wir lassen nichts ausfallen, wir lassen uns etwas einfallen“.

Bischof Dr. Gerhard L. Müller hatte als Oberhirte von Regensburg die Tradition begründet, in der seit rund 200 Jahren profanierten Kirche wieder die heilige Messe zu Ehren des Seligen zu feiern.

Berthold von Regensburg war weit über die Mauern der Stadt hinaus als kräftiger Prediger bekannt. Bischof Rudolf nannte ihn „einen der großen Prediger und besonders auch Bußprediger“. Er gratulierte allen, die den Namen des Seligen tragen, so z.B. Diakon Berthold Schwarzer, der an diesem Abend am Altar assistierte.

Die Reliquien des seligen Berthold waren eigens aus der Bischofsgruft empor getragen worden. Der Holzschrein, der die sterblichen Überreste des Seligen enthält, wurde nur vom Schein zahlreicher Kerzen erleuchtet.

In seiner Predigt verwies der Bischof auf die sehr dunkle Zeit, in der der Text des Adventsliedes „O Heiland reiß die Himmel auf“ aus der Feder des Jesuiten Friedrich von Spee (1591 – 1635) entstanden war. Von Spee hatte ihn während des grausamen Dreißigjährigen Krieges getextet. Schwierige Zeiten: Er hatte sich gegen das Phänomen des Hexenwahns gestellt, das in der Neuzeit wiederholt aufgetreten war.

Überhaupt gelte es, die christliche Hoffnung, auch und gerade in schweren Zeiten nicht aufzugeben, sagte der Bischof von Regensburg.

Zur Vita des seligen Berthold: Wohl um 1210 in Regensburg geboren, trat Berthold im Jahre 1226 in die Gemeinschaft der Minderbrüder, der Franziskaner, ein. Hunderte, gar tausende Zuhörer nennen die Chronisten bei den Predigten des seligen Berthold von Regensburg, der sich als wortgewaltiger und weitgereister Prediger einen Namen machte. Von ihm sind rund 400 lateinische und 70 mittelhochdeutsche Mitschriften von Predigten in ganz Europa überliefert. Die Volkspredigt war in Zeiten, in denen nur wenige Menschen des Lesens und Schreibens mächtig waren, ein Massenmedium.

Berthold verstarb wohl am 13. oder 14. Dezember 1272 in Regensburg und wurde zunächst in der Minoritenkirche im südlichen Seitenschiff beigesetzt. Im Zuge der Klosterauflösung vor gut 200 Jahren im Rahmen der Säkularisation wurde seine Grabplatte in einem Privathaus verbaut, 1862 wiederentdeckt und dann im Domkreuzgang platziert. Bertholds Grabplatte hat heute ihren Platz wieder zentral im Chorraum der Minoritenkirche.

Quelle (Text / Fotos): Bistum Regensburg


Präsident Rivlin sprach mit Papst Franziskus

Presse-Erklärung aus dem Amt des israelischen Staatspräsidenten:

Staatspräsident Reuven Rivlin sprach am Montag (14.12.) telefonisch mit Papst Franziskus.

„Als wir uns beim letzten Mal trafen, beteten Sie für Frieden im Nahen Osten und glücklicherweise wurden Ihre Gebete erhört. Es gibt eine neue Ära der Friedensvereinbarungen im Nahen Osten,“ sagte der Präsident zu Beginn des Gesprächs.

BILD: Rivlin mit Papst Franziskus im Vatikan

Er wünschte dem Papst und den Christen weltweit und in Israel frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr. Der Papst dankte dem Präsidenten und wünschte auf Hebräisch Chanukka sameach (frohes Chanukka).

Präsident Rivlin fuhr fort: „Chanukka und Weihnachten sind Feste, an denen Familien und Gemeinden zusammenkommen. Durch die Corona-Beschränkungen ist das Feiern für uns alle schwer und schwierig. Letzten Monat traf ich die Oberhäupter der christlichen Glaubensgemeinschaften und wir arbeiten alle eng zusammen, um Lösungen zu finden, die die Religions- und Hygieneanforderungen berücksichtigen.“

Zum Abschluss danke Präsident Rivlin dem Heiligen Vater für seine enge Freundschaft und lud ihn ein, das Projekt „Land der Klöster“ einzuweihen, an dem er seit vielen Jahren arbeitet und über das er bei seinen zwei Besuchen im Vatikan mit dem Papst gesprochen hat.

Der Papst dankte dem Präsidenten für seine Bemühungen, Vertrauen zwischen den Völkern aufzubauen und sagte ihm, dass er ihn immer in seine Gebete als Mann des Friedens einschließt.

„Land der Klöster“ ist ein umfangreiches Projekt, um Tourismus im Umfeld der Klöster und Kirchen entlang des Jordan-Flusses zu fördern, in dem Jesus von Johannes getauft wurde.

Quelle und vollständiger Text hier: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Praesident-Rivlin-spricht-mit-Papst-Franziskus.aspx


Kritik am BND-Gesetz: Immer noch kein wirksamer Grundrechtsschutz

Der am Mittwoch (16.12.) vom Bundeskabinett verabschiedete Entwurf zur Reform des BND-Gesetzes bleibt aus Sicht von Reporter ohne Grenzen (RSF) deutlich hinter den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts zurück. RSF hatte die Reform zusammen mit Journalisten aus dem Ausland mit einer erfolgreichen Verfassungsbeschwerde erzwungen.

„Die Bundesregierung will sich mit einer oberflächlichen Reform durchmogeln, statt den BND zu einem wirksamen, verfassungskonformen Schutz der Pressefreiheit zu verpflichten“, sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr.

„Das Verfassungsgericht hat dem Gesetzgeber aufgetragen, die vertrauliche Kommunikation von Journalisten und ihren Quellen vor der Massenüberwachung des BND zu schützen. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung genügt den höchstrichterlichen Anforderungen nicht. Jetzt ist der Bundestag gefordert, im weiteren Gesetzgebungsverfahren klare und transparente Vorgaben sowie effektive Kontrollen zum Schutz der Pressefreiheit in die Arbeit des Geheimdienstes einzuziehen.“

Weite Befugnisse zur Datenweitergabe

RSF hatte in einer ausführlichen Stellungnahme konkrete Empfehlungen zum Referentenentwurf des Bundeskanzleramts für die Reform vorgelegt. Höchst problematisch bleibt aus Sicht von RSF unter anderem, dass der BND auch nach dem jetzt vom Kabinett beschlossenen Entwurf weiterhin Verkehrsdaten wie Informationen über Kommunikationsverbindungen oder die Betreffzeilen von E-Mails sammeln und ungefiltert an ausländische Geheimdienste weitergeben dürfte.

Solche Verkehrs- oder Metadaten machen einen Großteil der vom BND erhobenen Daten aus. Seit den Enthüllungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden ist bekannt, welch hohe Bedeutung sie für die Arbeit der Geheimdienste haben. Denn solche Daten sind leicht auf einzelne Personen zurückzuführen und lassen weitreichende Rückschlüsse zum Beispiel darüber zu, mit wem eine Journalistin oder ein Journalist in Kontakt steht.

In nicht rechtsstaatlich regierten Ländern könnten diese Informationen deshalb leicht zur Verfolgung kritischer Medienschaffender verwendet werden.

Außerdem soll laut dem Entwurf weitgehend dem BND die Entscheidung übertragen werden, wer als Journalistin oder Journalist gelten kann und damit Anspruch auf besonderen Schutz vor Überwachung hätte. Die Entscheidungsgrundlage soll in einer geheimen Dienstvorschrift näher dargelegt werden; eben diese Praxis, zentrale Vorgaben im Geheimen zu regeln, hatte das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil explizit kritisiert.

RSF-Stellungnahme zum Referentenentwurf für eine Reform des BND-Gesetzes (PDF)

Mehr zum Einsatz von Reporter ohne Grenzen für die Informationsfreiheit im Internet


Der König regiere durch gerechtes Walten

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 72 (71),1-2.3-4ab.7-8.17.

Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König,
dem Königssohn gib dein gerechtes Walten!
Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit
und deine Armen durch rechtes Urteil.

Dann tragen die Berge Frieden für das Volk
und die Höhen Gerechtigkeit.
Er wird Recht verschaffen den Gebeugten im Volk,
Hilfe bringen den Kindern der Armen.

Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen
und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist.
Er herrsche von Meer zu Meer,
vom Strom bis an die Enden der Erde.

Sein Name soll ewig bestehen;
solange die Sonne bleibt, sprosse sein Name.
Glücklich preisen sollen ihn alle Völker
und in ihm sich segnen.