Regensburger charismatische CE würdigt Ames

Pfarrvikar Markus Hochheimer ist einer der drei Diözesan-Sprecher der „Charismatischen Erneuerung“ (CE) im bayerischen Bistum Regensburg.

Diese CE ist sozusagen der offiziösere Teil der pentekostalen (pfingstlerischen) Bewegung in der kath. Kirche.

Daneben gibt es eher „wilde“ Triebe und neben den Blüten nicht wenige Sumpfblüten, wobei eine strikte Trennung der beiden „Flügel“ ohnehin nicht möglich ist, denn zwischen der gemäßigt erscheinenden CE-Richtung und den völlig schwärmerischen Gruppen gibt es fließende Übergänge – sowohl personell wie spirituell.

Ein typisches Beispiel hierfür bietet der diesjährige Weihnachtsrundbrief des bereits erwähnten Priesters Hochheimer. Der CE-Sprecher schreibt allerlei Richtiges und Bedenkenswertes zu den Herausforderungen der Corona-Zeit.

Aber er wäre wohl kein Charismatiker, wenn er es dabei belassen hätte. Vielmehr würdigt er mittendrin das ihn „faszinierende“ Zeugnis von Carper Alan Ames, den er als „bekannten katholischer Autor und Sprecher aus Australienvorstellt.

Ames gebe – so Hochheimer – „Antworten auf die Zeit der Prüfung“. Er berichtet:

„Ich durfte Alan und seine Dolmetscherin, Frau Beatrix Zureich, im Jahr 2009 in meiner Geburtsstadt Cham/Opf. persönlich kennenlernen, der 1993 eine starke Begegnung mit Gott hatte, und damit ein neues Leben begann. Er reiste mit dem Segen seines Heimatbischofs durch die ganze Welt, um die Menschen durch sein Glaubenszeugnis und seine Gabe der Heilung zu beschenken.“

Kürzlich habe Ames dem erscheinungsbewegten Portal „Kath.net“ ein Interview über „besondere Begegnungen mit Gott“ gegeben: „Während des Interviews tauchte bei ihm plötzlich ein blutrotes Kreuz! auf seiner Handinnenfläche auf.“

Wenn das kein Omen ist freilich ein schwer deutbares?

Der seit Jahrzehnten durch deutsche Lande reisende „Heilungsprediger“ bekam in mehreren Bistümern Auftrittsverbot in kirchlichen Häusern, darunter seit Jahrzehnten in Münster und seit 2013 auch in der Erzdiözese Freiburg (siehe hier letzte Seite: https://www.yumpu.com/de/document/read/25034503/amtsblatt-nr-35-erzbischofliches-ordinariat-freiburg)

Der charismatische Ames ist zwar kein Priester, aber dafür (eigenen Angaben zufolge) ein Seher und Empfänger von göttlichen Einsprachen und Visionen. Wenn der „begnadete“ Redner die Gläubigen einzeln mit Handauflegung segnet, fallen oft mehr als die Hälfte in Trance nach hinten, darunter auch baumstarke Männer.

„Menschen kippen nach Berührung reihenweise um“ – so heißt es bezeichnenderweise auch im Titel eines Zeitungsberichts (siehe hier: https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/kultur-de-welt/josefskirche-weiden-umstrittener-alan-ames-spricht-vor-800-glaeubigen-menschen-kippen-nach-beruehrung-reihenweise-um-d46117.html)

Diese Quasi-Ohnmachtsanfälle werden von charismatischer Seite als „Ruhen im Geist“ bezeichnet; in den USA spricht man von „Slain in the Spirit“ (Erschlagenwerden vom Geist), was diesen befremdlich wirkenden Vorgang treffender darstelltman könnte auch schlicht vom „Hammersegen“ reden.

BILD: Diese Publikation von Ames würdigt das umstrittene „Ruhen im Geist“

Seit zehn Jahren melden sich bei uns immer mehr Katholiken, die sich durch den angeblich geistgewirkten „Hammersegen“ von Ames geschädigt fühlen. Mehrere dieser Ex-Charismatiker sind seelisch und spirituell dauerhaft schwer belastet, teils auch psychosomatisch, seitdem sie von Alan Ames „gesegnet“ wurden und dabei bewußtlos nach hinten kippten.

Eine dieser Betroffenen sagte uns, sie habe sich nach diesem Geschehnis „wie beschwipst“ gefühlt und sei nicht etwa mit „wunderbaren Geistesgaben“ erfüllt worden, sondern immer depressiver und ängstlicher geworden. Sie vermißt eine kirchliche Warnung vor diesem „Segensmann“, denn immerhin fand sein Auftritt in der diözesanen Gebetsstätte in Heroldsbach im Bistum Bamberg statt. Mit Recht fragt sie: „Woher sollte ich wissen, daß dieser Wanderheiler in anderen Bistümern ein Auftrittsverbot bekam?“

Auch der Lippstädter katholische Priester, Journalist und Autor Winfried Pietrek kennt das seelsorgliche Problem des „Hammersegens“ durch Aussteiger-Kontakte. Er schreibt dazu u.a.:
„Viele, die bei den „Segnungen“ von Ames – oder bei der Handauflegung anderer charismatischer Wunderheiler – auf den Rücken gefallen sind, bleiben oft lange körperlich oder seelisch belastet und erleben nach anfänglichen Hochgefühlen später Depressionen oder andere psychische Störungen, so dass sie Hilfe beim Psychiater oder Exorzisten suchen müssen.

Quelle für die CE-Zitate: https://www.erneuerung.de/regensburg/2020/12/22/unser-ce-weihnachtsrundbrief-2020/
Quelle für das am Schluß erwähnte Pietrek-Zitat: https://gloria.tv/post/jXNr9G2BB9Qz4MHUK6jaomhCr

WEITERE ARTIKEL zu Alan Ames hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/alan-ames-die-charismatische-bewegung/

Bericht über Ames Auftritt in REGENSBURG im Jahr 2005: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/alan-ames-in-regensburg/


9 Kommentare on “Regensburger charismatische CE würdigt Ames”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Charismatismus – 99 Thesen

    https://99thesen.com/tag/charismatismus/

    Gloria.TV

    https://gloria.tv/

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  2. Der Heilige Geist ist sträflich vernachlässigt worden

    https://www.glaube.at/news/kirche/evangelische-kirche/article/1000001516-pfarrer-der-heilige-geist-ist-straeflich-vernachlaessigt-worden/

    Zeugen der Wahrheit (ZDW)

    http://www.kath-zdw.ch/

    Leben wir in der Zeit der kräftigen Irrtümer? Autor: Heinemann, Karl

    http://www.hier-luebeck.de/kultur-wissenschaft/glaubhaft/leben-wir-in-der-zeit-der-kraftigen-irrtumer/

    Über das Prüfen und das Gute in der jüdischen und der christlichen Tradition Klaus Wengst

    http://www.hier-luebeck.de/kultur-wissenschaft/glaubhaft/prufet-alles-das-gute-behaltet/

    Der Lutheraner Horst Koch: Aufklärung im Lichte der Bibel

    https://horst-koch.de/startseite-home/

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  3. Julius von Schwaben sagt:

    Das überspannte Gedankengut von Odo Casel ist nicht lesenswert, da im Neuen Testament der Begriff „Mysterium“ kaum vorkommt, von Jesus nicht verwandt wurde und in der Offenbarung negativ konnotiert ist. Die Hure Babylon trägt den Begriff auf der Stirn (Offb 17,5).

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    • @Julius von Schwaben:

      Sehr wohl kommt im griechischen Urtext der Bibel und auch in der Septuaginta-Bibel als Urbibel des frühen Christentums und sogenannter „Volksbibel“ des Urchristentums mitsamt der gesamten darin enthaltenen „Weisheitsliteratur“ der Begriff „Mysterium“ bzw. „Mysterion“ bzw. „Mystirion“ bzw. „Mystaerion“ bzw. „Mysterien“ vor. Ebenso in der in der Bibel zitierten Baruch-Literatur nach dem Propheten Baruch und der Henoch-Literatur nach dem Propheten Henoch und in der Hekhaloth-Literatur, von der etwa der Kardinal Nikolaus von Kues als Cusanus zitiert. (siehe auch den jüdischen Religionswissenschaftler Gershom Scholem dazu).

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      • Julius von Schwaben sagt:

        Da Sie meinen Kommentar offensichtlich nicht gelesen haben, nun eine Klarstellung:
        Ich habe mich auf das Neue (!) Testament und insbesondere die Offenbarung des Johannes bezogen, in dem der Begriff Mysterium/Sakrament kaum vorkommt.
        Sie hingegen sprechen von der Septuaginta, also der griechischen Übersetzung des Alten (!)Testaments, sowie der außerbiblischen Henoch-Literatur.
        Damit Sie mir leichter folgen können, hier noch einmal mein Text mit dem Wichtigsten für Sie fettgedruckt:

        „Das überspannte Gedankengut von Odo Casel ist nicht lesenswert, da im Neuen (!) Testament der Begriff „Mysterium“ kaum vorkommt (!), von Jesus nicht verwandt wurde (!) und in der Offenbarung (!) negativ konnotiert ist. Die Hure Babylon trägt den Begriff auf der Stirn (Offb 17,5). (!)“

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  4. Holger Jahndel sagt:

    Der Lutheraner Horst Koch

    http://horst-koch.de/

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  5. Holger Jahndel sagt:

    Der Benediktiner Odo Casel und seine wiederentdeckte Mysterien- und Bogumil-Theologie – siehe auch die Worte „Mysterien“ und „Mysterium“ und „Mysterion“ und „Mystirion“ und „Mystaerion“ im Neuen Testament der Bibel und in der Septuaginta-Bibel mit der „Weisheitsliteratur“ als Urbibel des Urchristentums und sogenannte „Volksbibel“ des frühen Christentums noch vor den Evangelien und in der Henoch-Literatur nach dem Propheten Henoch und der Baruch-Literatur nach dem Propheten Baruch und in der Hekhaloth-Literatur und bei Philo(n) von Alexandrien als jüdischen Theologen und Merkaba-Mystiker und hermetischen Philosophen bzw. Hermetikerund Gershom Scholem zur jüdischen Merkaba- und Thronwagen-Mystik und Henoch- und Hekhaloth-Literatur und mystischen Kabbala(h) und kabbalistischen Mystik und Numerologie als Zahlen-Mystik und Zahlen-Symbolik usw.

    https://www.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb1987/hjb1987.8.htm

    Klicke, um auf Pater-Odo-Casel.pdf zuzugreifen

    https://de.wikipedia.org/wiki/Odo_Casel

    http://www.kathpedia.com/index.php/Odo_Casel

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