Schul-Präsenzunterricht wieder einführen

Die von Bund und Ländern vereinbarte Verlängerung der Aufhebung der Präsenzpflicht an den Schulen, die einer fast vollständigen Schulschließung gleichkommt, bis mindestens Mitte Februar wird die ohnehin schon bestehenden bildungspolitischen Probleme erheblich verschärfen.

Bernd Siggelkow, der Chef des christlichen Kinder- und Jugendhilfswerks „Die Arche“, geht in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung „ganz stark davon aus, dass wir in ein, zwei Jahren erleben werden, wie Drittklässler weder richtig lesen können noch die Buchstaben oder Zahlen richtig kennen“. Er verweist zudem auf Spielsucht, falsche Ernährung und Übergewicht.

Das Ifo-Institut berechnet die negativen Folgen der Schulschließungen auf mindestens 3,3 Billionen Euro für Deutschland.

Dazu erklärt Joachim Paul, AfD-Bildungspolitiker aus Rheinland-Pfalz:

„Die Aufhebung der Präsenzpflicht bis mindestens Mitte Februar ist ein schwerer bildungspolitischer Fehler. Schon jetzt liegen bei vielen Schülern erhebliche Lernrückstände vor. Es besteht die Gefahr, dass leistungsschwache Schüler immer weiter zurückfallen und die Bildung unserer Kinder schweren Schaden nimmt. Welches Kind Zugang zur Bildung bekommt, darf nicht vom Einkommen oder dem Improvisationstalent der Eltern abhängen.

Schulen sind keine Infektionstreiber, deshalb sind die Schulschließungen nicht verhältnismäßig.“


2 Kommentare on “Schul-Präsenzunterricht wieder einführen”

  1. Bernhard sagt:

    Ich sehe die Schließung der Schulen auch kritisch, wenn ich auch bis zu einem gewissen Grad verstehe, dass es so gemacht wird. Da sind jetzt tatsächlich die Eltern gefordert, was nicht immer einfach ist (und in höheren Klassen können viele Eltern ihren Kindern gar nicht mehr helfen).

    Wenn in der Zukunft viele Schüler nicht richtig lesen und schreiben können, zeigt das doch, dass Hausunterricht durch die Eltern doch nicht so „easy“ ist, wie von konservativer Seite oft behauptet wird.

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    • Guten Tag,
      es besteht doch ein riesiger Unterschied zwischen erzwungenem Hausunterricht (in Wirklichkeit Schul-Fernunterricht) und dem freiwilligen Homeschooling, wie es in den USA und europäischen Ländern wie z.B. Frankreich und Österreich erlaubt ist. Die Eltern sind entsprechend motiviert und auch gebildet – und zumindest ein Elternteil zuhause.
      Daß das klappt, belegen die Abschlüsse in den USA: Homeschooler sind sogar besser als der Schul-Durchschnitt.
      Die Abschlußprüfungen sind doch dieselben!
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

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