Linksblatt will Abtreibung „entmoralisieren“

Von Felizitas Küble

Am 21. Januar 2021 erschien in der ultralinken Wochenzeitung „Jungle World“ online ein fanatischer Artikel pro Abtreibung, wie er selbst in rotgrünen Kreisen seinesgleichen sucht.

Unter dem Titel „Mehr als nur Pro-Choice“ wird nach einem historischen Abriß des Themas deutlich bemängelt, daß das eigene Lager in seiner Argumentation meist nicht radikal genug sei.

Die feministischen Gruppen pro Choice (= Für freie Wahl) wollten zwar gerne Abtreibungen „entstigmatisieren“, indem sie „Schwangerschaftsabbrüche öffentlich machen“ und Betroffene darüber schreiben, aber die Berichte über „Abbrucherfahrungen“ seien im Grunde wie „Rechtfertigungen“ verfaßt:

„Ihre schwierigen Lebensumstände erlaubten kein Kind; sie hätten bereits viele Kinder; sie seien schwanger geworden, obwohl sie verantwortungsbewusst verhütet hätten; außerdem sei ihnen die Entscheidung nicht leichtgefallen.“

Das ist allerdings aufschlußreich: Das radikalfeministische Spektrum hat nämlich glasklar erkannt: Wer sich entschuldigt, klagt sich an! – Und wenn das gar im eigenen Lager gang und gäbe ist, läßt es tief blicken über das innerseelische Gefüge betroffener Frauen.

Daher heißt es weiter: „Die Geschichten zeigen, dass das Abtreibungsstigma auch dort wirkt, wo man es eigentlich bekämpfen will….Eine solche Pro-Choice-Rhetorik läuft Gefahr, die Idealfigur der schwer mit sich ringenden Schwangeren zu konstruieren.“

Doch es gibt einen Ausweg aus dem Dilemma:

„Entstigmatisierung bedeutet Entmora­lisierung. Hierfür wäre eine klare feministische Position wichtig, dass Schwangerschaftsabbrüche denselben mora­lischen Status haben wie die ­Extraktion eines Weisheitszahns – nämlich gar keinen.“

Noch Fragen?

Quelle für die Zitate: https://jungle.world/artikel/2021/03/mehr-als-nur-pro-choice


16 Kommentare on “Linksblatt will Abtreibung „entmoralisieren“”

  1. Katharina sagt:

    Ich habe den Artikel in „Jungle-World“ gelesen und bin von diesem Artikel ziemlich angetan. Ich bin auch der Meinung, dass eine Abtreibung eine ganz normale ärztliche Handlung ist wie das aufgeführte Beispiel mit der Extraktion eines Weisheitszahnes. Eine Abtreibung ist auch keine „Tötungshandlung“, nichts „Unmoralisches“. Und in der Tat beobachte ich auch im Pro-Choice-Lager vielfach Meinungen, die im Endeffekt darauf hinauslaufen, sich zu rechtfertigen. Es heisst oft, keine Frau treibt leichtfertig ab. Ob eine Frau „leichtfertig“ oder „schwerunfertig“ abtreibt, spielt keine Rolle, weil es sich um subjektive Kriterien handelt, also Kriterien, die sich im Kopf der abtreibenden Frau abspielen. Es spielt deswegen keine Rolle, ob eine Frau „leichtfertig“ abtreibt oder nicht, weil die Abtreibung „objektiv“, also in der Sache nichts Schlechtes ist, eine Frau sich wegen einer Abtreibung nicht rechtfertigen muss. Und bei der Extraktion eines Weisheitszahnes spielt es auch nicht die geringste Rolle, ob man sich den Weisheitszahn leichtfertig oder schwerunfertig ziehen lässt.

    Ich habe in mehreren Artikel bereits gesagt, dass ich das Christliche Forum erst jetzt kennen gelernt habe.
    Ich freue mich über Kritiken, das belebt die Auseinandersetzung.

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Gabriele Kuby, Soziologin, zu Gender Ideologie und Gender Mainstreaming usw.

    http://www.gabriele-kuby.de

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  3. Holger Jahndel sagt:

    Siehe auch „Christuswege“ und die Partei ÖDP und die BüSo und das internationale Schiller-Institut zur Bioethik und auch Judith Reisman und James DeMeo aus den USA und den „Bund Katholischer Ärzte“ (BKA) Deutschland und auch die Wertkonservative Eva Hermann und die christliche Psychologin Christa Meves.

    ÖDP

    http://www.oedp.de

    Geolitico-Magazin

    http://www.geolitico.de

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  4. kerzlschlucker sagt:

    Ich war über 20 Jahre in Elternberatung tätig
    ( nicht in Fragen des Schwangerschaftsabbruch sondern spezifisch für Eltern Körperbehinderte Eltern und Qualitäts Sicherung von Behinderten Einrichtungen)
    ich habe da auch oft Mütter getroffen die einen Abbruch vorgenommen haben
    über 90% waren erleichtert
    Eine moralisch Komponente hat das Thema nur mehr für Minderheiten die den >Schwangerschaftsabbruch ideologisch sehen auf beiden Seiten des politischen Spektrums

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  5. Stefan Kunz sagt:

    Sarkasmus ON
    Wenn alle Linken abtreiben würden, müsste sich doch eigentlich das Problem mit Linken durch Aussterben beseitigen lassen, oder sehe ich das falsch?

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  6. Adolf Breitmeier sagt:

    Du meine Güte! Warum waren ihre Eltern nicht wie sie?? Es gäbe gar keine Probleme!!

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